| NRhWB toll II das Wort, auf doll, dull zurückgehend, ist allg., u. zwar dǫl [Rhfrk, Mosfrk auch -o-, –u-; Saarbg auch -ūə-; WSiegld -ō-; Berg -o-, –u-; SNfrk -ǫ- u. -o-; Kemp -ō-; Mörs --; Eup-Kettenis Lontzen Raeren --; Raeren auch -:-; Eup-Stdt, Selfk dǫlə, –ø-; WSelfk -y-; Jül, Aach-Stdt (neben -:-) dǫl u. -ø-; Mettm-Haen -ø-; Barm -y-; Klev -ø-; den Döll »geistig schwacher Mensch«] Adj.: 1. von Mensch u. Tier. a. im passiven Sinne. α. schwindelig, ohnmächtig, durch zu rasches Umdrehen, Schwanken, durch Alkoholgenuss, Ermüdung (diese Bed. ist nicht wie die andere durch geck usf. ersetzbar); ich darsch (darf) net danze, söns weərd ich glich d.; ech sen doll em Kopp; et wor mir ganz d., wie ich vom Karussell kom; et es mir (su) d.; et es mir ganz d. wuərde; ech haue dich, datste d. wiərsch; enen d. schwätze (bubbele, kalle usf.); du machs mich rēn d. mit deinen vielen Fragen; se machen (prädige, logge »schreien« usf.) enem der Kopp d.; he hät sich d. gebubbelt; er schlöf sech d.; ene dolle Kopp han schlecht geschlafen haben Rip, Allg. D.machen ein Kindersp., wobei die Kinder ihre Arme ausstrecken u. sich drehen, bis sie taumelnd hinfallen, dabei singend: Rolle, r., r., hei komme e paar Dolle, bär mer net aus Weg geht, den schmeiss ich en de Grawe Neuw-Dierd. Oft mit Synonymen zusammen, bes. alliterierenden: ich wor su d. un flau, dat ich bau (bald) umfēl Heinsb; de schwätz (schleht usw.) ene dof un d. Rip, Allg.; d. on duselig Altk-Horhsn; — on düselig n. Ruhr allg.; krus on d. Gummb, Wippf, Barm; domm on d. Dür; geck(ig) on d. Mosfrk, Rip, Nfrk.; d. un dorig Rhfrk; d. on hermidig (hirnmütig) Trier, — herwennig (hirnwendig) May-Ploch; dötsch on d. Berg; d. un dirmelig (s. türmelig) Rhfrk, Mosfrk. De es d. un voll (besope) Mörs, Allg.; kusend. Berg; wem es schwindelig ist, es su d. wie en Hinkel Rhfrk, — e Küke Kemp. Ane d. on denewer mache Kobl-Moselweiss, — dronner on d. haue Vallendar. Voll micht d. Mosfrk. Volle Kopp, d. ə K Aach-Stdt. Dat geht troll öwer d. drunter u. drüber NBerg. — β. drehkrank, von Schafen Allg.; tollwütig, von Hunden Allg. (wo nicht rosen »rasend«). RA.: Den benemmt sech wie en d.ən Hond Rees, Allg.; den het auk en d.ən H. gebetten er treibt es zu toll Ess. Ennen d.ən H. löpp sewe Johr Mörs. Er hat en sammengeschuss wie en d.ə H. Saarbr-Kamphsn. En d. Perd rijen (reiten) eine gewagte Sache leichtsinnig unternehmen, [Bd. 8, Sp. 1224]
die fehl schlägt Mörs, Geld, Wesel, Essen, SNfrk, Bergh-Kirchherten, Köln-Stdt. Dat Perd es d. getrocke Aach-Merkst. — γ. irrsinnig; du wärsch och besser bei den D.ən em Dollhus Rip, Allg. RA.: De D.ən on de Gecken sägen de Wohrhet Sieg-Bohlschd. — b. in aktivem Sinne. α. ohne Überlegung handelnd, geistesabwesend, nicht recht gescheit, dumm (nicht so abwertend wie geck, dorig); verstärkt: dötschen-, granaten-, knatsch-, kusen-, pratschen-, racker-, rader-, rappel-, ratten-, stabel-, opgeblosend.; half d. (s. d. W.); mondd. mondsüchtig Eusk-OGartzem. RA.: De es su d. we en Fasenachtsgeck Daun-Hillesh, — en Hond Klevld, — en Koh Aach, en Koh lihrt noch luter dozo Bo-Küdinghv, — en sterig K. Schleid-Blumenth, — en geschlahner Ochs Saarl-Differten, — e Kalf Eusk-Dirmerzh, — en Hipp (Ziege) NBerg, Ess., — en Gessbock Sieg-Eitorf, — en Schof Allg., — en Katz Kobl-Winning, — en Knin (Kanin) Mörs, — en Perd Rees-Haldern, — e Karsellsperd Aach-Herzogenr, — sechs jonge Aape Neuss, — e Ratt Dür-Abenden, MGladb, Kref, — en Hohn (Hinkel, Henn, Küke) Allg., — e Gans Kreuzn, — en Kriəkel (Grille) Viersen, — noch d.ər wie de Rürigs Klutze on noch dommer wie der Bäckersch Osse Waldbr-Schönenb, — et fönəfte (sevvede) Rad am Wagen Rip, Nfrk, — en Karrenrad Rip, SNfrk, Mörs-Wallach, Wermelsk, — e Röberad Dür-Pier, — ne Dopp (Kreisel) Schleid-Wildenbg, — en Spol (Spule) MGladb, — en Knoll Klev, — Dreck Mörs-Xanten, — Bunne-, Hawwerstrih Neuw, — et Hingerschte vom Ferken Sieg-Süchterschd; he es su d., wie e well Sol, Klev, — wie he lang es Allg., — dat e bök (rülpst) Köln, — he rond löf Rip, Allg., — los löppt SNfrk, — e net mih allēn gohn kann Bergh-Habbelr; he es te d. för te kalle (reden) Eup-Lontzen, — mem Esel ze danze Sieg-Rott, — met der Sau ze d. Bergh-Habbelr. Dat (Weib) schött mem Kopp, als wenn et met de Fott (Gesäss) d. wör Bergh-Blatzh. Man nennt einen Tollen: ene d.ə Kerl, Geck, Deuvel, Flabbes, Hannes, Drickes, Janes, Zibbel, Peias, Wannläpper; d. Luder; en d. Dier, Kamel, Ferkel, Kalf, Schof, Hohn (Hinkel, Küle, Schrut), Knin, Zickel; d. ər Ochs, Hieringk, Vugel; en d.ə Ülekatt, en d. Kar, Karussell, Gescherr, Gesocks, Schottel, Schütt, Schruf (usw.; s. d. W.). Auch einfach: du Doll; kik ens den D.; du ärmen (gecken) D.; he löf wie ene D. hin on her; enen anderthalven D. Rip, Nfrk; Dölje m. Aach-Stdt; he güt der D. af MGladb; se mach den D. möt em hält ihn zum Narren Sieg-Sieglar; ene för der D. halde SNfrk; den D. hüje (hüten) dass.; den D. met öm hüse dass. Klev; enem den D. andohn einem arg zusetzen Malm-Amel; en D.ən Berg; hoppsa, en D.ən! ein toller Kerl Wuppert-Kronenbg; der hät den D.ən gesehn ist verrückt Sieg-Scheiderhöhe; ech lot mer en D.ən agonn (angehen) tun, als ob ich nichts merkte Mettm; do sall e Perdschen den D.ə schloəhn! straucheln Geld; hei schläht luter den D.ən drin zieht alles ins Lächerliche Gummb-Stdt; he hät den D.ən an mi fretten ist versessen auf mich Gummb-Berghsn, — en D.ən geschluckt Gummb-Hesselb; möt enem den D. dreiwe ihn zum Narren halten Ahrw-Waldrf; [Bd. 8, Sp. 1225]
der löppt för en D.ən met Afritkalender ist närrisch Gummb-Berghsn. — Der geht (arbet, schreit u. so bei jeder übertriebenen Tätigkeit) wie d. drop los unüberlegt, ohne Vorbedacht; dat ös d. schwor sehr schwer Mörs; de arwet (bascht) zom D.ə eren Westerw, Rip, — in et D.ə eren Berg, Rip, — in den D.ən drop Mörs, — deht en D.ən drop arbeitet mehr als nötig, beeilt sich übermässig, rennt zum Schluss noch mehr, sitzt extra lange im Wirtshaus Gummb; er es im D.ən im Zorn Gummb-Weiershagen. — Doller hätt he de Sach net anpacke konne Rip, Allg. Beste d.; du bes wahl (doch) d.; du mäs mech noch lang net d.! Ausruf bei überraschenden Neuigkeiten, bei lästigen Bitten, Forderungen; do es der d. genog für im Stand, das zu tun, — net d. genog für er wird sich hüten; wenn de d. bes, lot dech en Kapp make! Düss, Rip; sech d. anstelle Rip, Allg.; enen ganz d. mache Berg, Allg.; der es noch doller wie doll MülhRh-Immekeppel; et es zom D.werde! Rip, Allg.; wat der d. an es! sonderbar, auffallend gekleidet MülhRh. Ene, mene, mol, un du bös d.! Abzählr. Waldbr; der es am d.studiere Rip, MGladb. D. on verreckt es neunzehn, eins dervon bleift sibbzehn! Neuw-Dattenbg Dierd; der hät erer elf wie en Bär, sibbe Verröckte un vier Dolle Sieg-Braschoss. D. sin un et nit wēte Mörs. Besser vol (bezecht) ewie d. Bitb-Geichl. Je älder, je d.ər Kemp, Nfrk, Dür. Wann die Leit anfänge d. se were, dann fänge se im Kopp an Rhfrk, Allg. (fängk et em K. an). De würd auch op einem Senn (Gedanken) nit d. wenn einer heute dies und morgen jenes tun will Mettm, Berg. He es domm (geck) gebore on d. geweg (gewiegt) MüEif, Dür, — geweg on d. geschöckelt Bergh-Kirchherten, Geilk-Randerath, — freisse on d. geweg Monsch-Witzerath. D. Lüt gonnt och en de Kerch, desse suffe die ävver et Weihwasser on fresse et Gebett Grevbr-Bedburdyck Priesterath. D. Löckt on klen Blagen san de Wohrhet Waldbr-Bladersb. D. L. muss mer kalle losse Köln. D.ən Löggen wesst (wächst) och de Bart Wermelsk, Berg. Et göt gein d.ər Lü as Mannslü un Fraulü Gummb. Nen D.ə es besser we ne Volle Köln-Stdt. De D.ə send dis Johr all net geschēt Grevbr-Priesterath. Me mutt enen D.ən nich Öhmen (Oheim) hitten (heissen); tu nem D.ən mutt me nich Öhm sagen! sonst wird man selbst zu den Tollen gerechnet Gummb. Met D.ə es kē Dresche Rheydt-Giesenk. — Übertr., in Verb. mit Personennamen: D.ə Jakob Buttermilchsuppe aus Bohnen, Mohrrüben u. Kartoffelwürfeln Köln, Bergh, Dür, Jül, Erk, MGladb; d.ə Jockele dass. MGladb-Mülfort; d.ə Girert (Gerhard) dass. Köln-KlKönigsd, Bergh-Frohnhf; d. Jöppkes (Josef) Schneeglöckchen, Galanthus nivalis MGladb; d.ər Paff Holzkreisel Altk-Selb Weitef; d. Hannes Zuckerbackform Elbf; der d.ə Bur make so pflügen, dass die eine Scholle schmal, die andere breit ist Heinsb-Lümb. — Mit Sachen verbunden: Lege (ledige, leere) Kaste make d.ə Höfde (Häupter) Armut macht streitsüchtig Klev, Mörs. En sengem d.ə Kopp deit mer alt es jet, wat einem derno leid deit in der Aufregung Ahrw-Remagen, Allg.; d. Oder die empfindl. Stelle am Ellbogen Koch-Mörsd, Altk-Birnb [Bd. 8, Sp. 1226]
Eupel N/OHövels, Ess-Stoppenbg; sich de d. Hörner aflaufen durch Schaden klug werden Aach-Stdt; de es mem d.ə Bömmel (Klöppel) gepetsch nicht recht bei Trost Köln-Holweide; da's ene d.ə Krom (Geschichte) Rip, Allg.; ene d.ə Kall törichtes Geschwätz Rip, Nfrk; do hät mer ene d.ə Ärger übergrossen Ä.; dat wor der en d. Arbet eine sehr schwere Arbeit, — en d. Gelöfs (Gelaufe u. so bei jeder unvernünftigen o. gesteigerten Tätigkeit) Rip, Allg.; d.ə Kōp (Kauf) unvorbereitetes, aber doch gelungenes Geschäft Rees-Haldern; d.ər Enfall Allg.; de hät jet d. Flieren an sech ist unvernünftig, kindisch Ess-Werden; de d.ə Schur krigen böse Launen Mettm, Elbf; der hot de d. Stonn Birkf-Kirschw, — de d.ə fenf Minute Trier-Conz, Kobl, Gummb, Düss, Klev; en et d.ə Honnert (100) renbabbele (-mache) unvernünftig reden, handeln Goar-Weiler, Neuw-Heimb Weis. Altk-Wissen; en d. Wedder unbeständiges Wetter Daun-Salm; sengen d.ən Dag han missgelaunt sein Sieg; dat wor noch ens en d. Nat (Nacht), ich han mich ganz d. gedräumt Aach; de klene d.ə Mondag Montag vor Fastnacht Geld; d.ə Denstag Dienstag vor Fastnacht Rees, Mörs. Blinde Welt, wat back gej d.ə Pannekuk! Ausr. bei törichten Unternehmungen Klev. D.ər Weck schmat besser wie verständig Brut Bergh-Blatzh. — Dat es te d. on te d. völlig unerklärlich, unglaubl. Mörs, Gummb; nu es et awwer te d. un te arg (met dem Kengd)! Gummb; et ös te d. on te bister vandag (heute), noch schlemmer as gister! Mörs; dat es mir ze d.! das halte ich nicht aus, ist mir unerklärl., geht über die Hutschnur Rip, Allg.; dat geit wie d., et ränt wie d. sehr schnell, sehr heftig Ruhr, Allg.; et geht d. doher, do geng et d. her Allg.; et mott iəh d. gon, iəh et got geht Sol; et geht nerges d.ər her äs en de Welt Elbf, Nfrk, Rip, — Welt en in Klev Rees-Millingen, — un derheim an usem Huse, sät Ulespiegel MülhRuhr, — en der Botterkirnen Lennep, Mettm, — d.ər her, as te Water en te Land en in de Winterdag op et Is Klev. Je d.ər gebraut, je beter et Bier übertriebene Aufmerksamkeit ist nicht immer gut Nfrk, Rip. Komisch, wenn en Sau lach, evver noch d.ər, wann e Perd en der Weg (Wiege) lit Rheinb-Queckenbg. Den hät et d. angesatt etwas waghalsig unternommen, bes. beim Spiel Klevld, — agekihrt Malm-Amel. Dat geht (ging) en et D.ə das war schreckl. viel Geld, waren hohe Zahlen, geht ins Unübersehbare Gummb. — β. In gewöhnl. Lage wohl vernünftig, aber bei Gelegenheit (beim Trunk, bei Festlichkeiten, unter Altersgenossen, vom anderen Geschlecht) überlustig, ausgelassen, allerhand anstellend, worüber andere nur den Kopf schütteln können, aber sich doch wieder an den Spässen u. Witzen des D.ən erfreuen; wann der ale Flabbes onger jong Löck (Leute) küt, mach he den D.ən, dat mer lache moss; he soll sech ävver jet schamme; he spillt et d. Hännes-che, — den d.ən August; he es en d. Hohn (Hinkel, Küche, Knin, Kaliber, Hus), — enen d.ən Hecht, Meffke (Duisb), — Grosche; der hät d. Tön (Züg, Denger, Spröng), — nüs wie d. Zeug em Kopp; dat es en d. Geschecht (Sach). Dat sen su dem seng d. Tön; mach (drif) ken d. Stēch; he livvert jet d. [Bd. 8, Sp. 1227]
Stöcker; de es esu voll d. Denger wie de Gēss voll Köttele; dat wor der en d. Jag, — en d. Nach Rip, Allg.; de hät en d. Oder Bergh-Heppend; den Wend es te d., dor kann gen Menss tegen an Klevld, Allg. (ebenso en d. Wedder); der drif et arg d.; do geht et d. her (zo) Rip, Allg.; wo et d. tugeiht, g. et onderein Mörs; die dreiwen et d. un driwer (verschwenderisch, unsittlich) Prüm-Burb; je d.ər, je lever Allg.; en D.ən drendriven in ein Gespräch, das bisher ernst war, eine scherzhafte Note hinbringen Gummb; mem D.ən drenschloan dass. Remschd, Barm; su d. wie en Spritz unbändig froh, wild Dür. Dat as en d.ən Helligen mat seine Spässen Saarbg-Onsd; das Mädchen, vor dem ein Junge allerhand Kratzfüsse macht, oder die Braut zu ihrem Bräutigam neckend: Och du doll Ost, gang doch Ruhr, Allg.; ene d.ə Kerl, sät e Mädche, wenn em ene Jong gefällt on et et net grad erut sage well SNfrk, Allg. — γ. mannstoll, leichtsinnig, von Mädchen; dat Mädche (dat Fraumensch) es su d. wie necks Gots Dür, — wie en Gēt op Allerhellige (dann werden die Ziegen zum Bock geführt), — en Karrerad, — dat et rongk löf; et es mannsd., — jongesd.; dat es e d. Küche van e Mädche, — en d. Hohn (Kar, Schachtel, Fell, Flöt, Schruf, Gescherr, Schwart) Rip, Allg., — en d. Kallina Barm, — en d. Juja Jül-Inden (s. auch die Vergleiche u. Benennungen bei 1 b α, die auch für γ gebraucht werden). — δ. d. op jet (op ene) sen versessen, erpicht auf etwas (einen) sein; doll op Flesch (udgl.) sen; d. op dat Mädche (Fraumensch, de Jong) sen. He ös so d. drop wie ennen Bock op de Hawerkis Mörs, Köln, — de Zig op et Salz Waldbr-Eckenhg. Du bes su d. op et Salz wie en Hipp Gummb-Nümbrecht. He es so d. op die Wichter wie en risig Hermelchen Gummb-Berghsn. — ε. gutmütig, zum eigenen Schaden; sid doch nit so d.! Klev. — ζ. nur im WMosfrk in Saarbg, Wittl, Bitb, Prüm (nicht verächtl.). αα. schön, prächtig, stattlich, von Mensch u. Tier u. seltener von Sachen; en d. Mädchen; en d. Kuh; en d. Kirch; en d. Glas Bier gutes Gl. Bier; en d.ən Dag schöner Tag; dat es d. gemacht; se as d. gekläd (gebotzt); voll a d. schön u. prächtig; op der Kirmes as alles d.; sech d. machen sich putzen. RA.: Hen as su d. wie en Po (Pfau) Allg., — wie Kostersch Gēss mat dem neien Sel Prüm-Heckhuschd., — de Pluwiger Braut Bitb-Dudeld. En d.ən Vugel (schönes Mädchen), en voll Huchzeit Bitb-Cruchten. — ββ. putzsüchtig, hoffärtig, stolz (dies verächtl.). — η. verschwenderisch Malm-Emmels, Neuw-Etschd. — θ. d. werde weisellos werden, ohne Königin, vom Bienenvolk Viersen. — ι. ebbes d. machen entwenden Daun. — κ. hässlich Remschd. — 2. übertr. a. von Dingen, nicht ordnungsgemäss. α. en doll Schruf, die Schruf es d. überdreht, ausgeleiert, ebenso ein Schloss Rip, Allg. — β. de Sens ös d. schneidet nicht Bo-Volmershv. — γ. spröde, brüchig, vom Holz MGladb-Neuwerk. — δ. ausgesogen, nicht ertragsfähig, vom Acker WEif. — ε. d.ə Klee Hornklee Mörs-Neuk. — ζ. der Rom (Schmand) es d. wenn er nicht buttert Ottw, Simm, Rip, Eup; de Botter es d. gedrieht sie griesselt nur [Bd. 8, Sp. 1228]
u. verbindet sich nicht Eup; d. Botter beim Gewitter weich bleibende B. Sieg. — b. von Handlungen. α. d. bauen mit verkehrt aufgesetzter Pflugschar od. mit nicht ausgewechseltem Riester pflügen, so dass die erste Furche auf die zweite hinübergeschlagen wird Bergh, Jül, Grevbr, MGladb. — β. Getreidegarben d. darsche (dreschen) vor dem eigentl. Dreschen über einem Fass ausschlagen, um die reifsten Körner als Saatfrucht zu erhalten Duisb-Serm, Wuppert-Vohwinkel, Mörs-Gerdt. ab- toll: in der Verbind. afdoll make abspenstig machen Wuppert-Elbf Vohwinkel, MülhRuhr-Speldf. toll-achtig -ęitĭχ MGladb Adj.: fast verrückt. Toll-apfel (s. S.) Ottw-Aschb m.: -kirsche (s. d.). toll-artig Malm-Bütgenb Adj.: schwindelig im Kopf; et es mir d. Toll-back Sol. n.: verächtl. Narr, Witzbold. Toll-batzen Kreuzn m.: verächtl. hastiger, sich überstürzender Mensch. Toll-bau Bergh, Jül. Grevbr, MGladb m.: der D. dohn das Feld doll 2 bα pflügen. Toll-bereiter -bəreiər, –breiər Gummb-Stdt m.: Tollpatsch. Toll-beutel -bøgəl Bergh-Glesch m.: in der Wend.: der es mem D. geschlagen nicht recht gescheit. toll-bissig Sol-Höschd Adj.: tollwütig, vom Hunde. Toll-bohrer Kreuzn m.: Tölpel, einer, der sich durch sein Auftreten lächerlich macht. Toll-brägen Remschd m.: Überspannter, Wirrgeist. Toll-brummes Kreuzn n.: fades Getränk. Toll-butter -o- m.: 1. Butter, die beim Buttern nicht gerinnt Ruhr, Sieg-Kuxenbg. — 2. übertr. verächtl. Draufgänger nRuhr. Toll-datsch Kobl-Lützel m.: Tollpatsch. Toll-döppchen -- Erk-Körrenz n.: im Kindersp.: D., fall mech nit om Köppche damit drehen die Kinder sich um sich selbst, bis sie schwindelig werden. Toll-fitt -i- Rees-Haldern m.: geckenhafter Tölpel. Toll-garten (s. S.) Aach-Stdt, Kemp, Kref, Mörs-Xanten m.: Park als Irrgarten mit verschlungenen Wegen [Lust-, Blumengarten Kref-Fischeln; der botan. Garten Klev-Stdt]. Toll-gestell Remschd n.: närrische Tollheit, läppisches Treiben, Ungezogenheit. Toll-haken -:- Kobl-Bendrf, Neuw-Heimb Weis Stdt m.: nicht recht gescheiter Mensch. Toll-hans Gummb-Wiehl m.: dass.; mer kann doch net D. met sech driwen lossen. Toll-häuer Sieg-Ruppichteroth, Waldbr-Eckenhg Hahnenseifen, Gummb, Lennep, Remschd m.: einer, der ohne Sinn u. Verstand handelt, Tollpatsch, einer, der tolle Pläne, tolle Streiche macht. Toll-haus -hus Rip, Berg n.: 1. Irrenhaus. — 2. übertr. verächtl. lustiger Mensch, Witzbold Elbf. Toll-häuser -hȳzər Remschd m.: Mensch, der alles durcheinanderwirft. Toll-hein (-heinrich) Rees-Bislich m.: ein Fisch, der Ähnlichkeit mit dem sog. Maifisch hat. | |