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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tinte bis tinteln (Bd. 8, Sp. 1194 bis 1195)
 
 Tinte das Wort ist heute allg. und auch in das Geb. von Ink, Inkels (s. d.) eingedrungen; Rhfrk tində, –e- m. [tent m. Ottw]; Mosfrk tint, –e-, –ø- f.; Altk, Siegld dendə f. [Altk-Weitef -u-]; Rip tint, –e-, –ø-, –- f. [tentən m. Schleid, Monsch, kurköln. Neuw, SSieg; dentə m. Aach-Stdt; tent m. MüEif; tintəl m. Bergh-Hüchelhv]; nfrk. OBerg, NBerg, Ruhr, Klev dintə, –e-, selten ti- f.; SNfrk, Klevld tent(ə) f. Sg. t.: wie nhd. RA.: Schwarz wie T. Allg. Dat üs su klor äs dicke D. MülhRuhr, Allg. Da mischt eich doch T. gesoff (gedronk) han! wenn ich so dumm wäre, das zu tun Saar, Allg. Die hätten sech den T. sparen kunnen Neuw-Asb, Allg. Wīsse T. hollen Aprilscherz Gummb-Drabenderhöhe. Der setzt (huckt) arg en der T. in Verlegenheit Koch, Allg., — es en de T. geroden Rip, Allg.; änen en de T. brenge Koch.

Tinten-bankert Kreuzn m.: verächtl. Schreiber. PfWB Tinten-blume (s. S.) Verbr. nach Wk. IV 19 (Klatschblume) Kreuzn-Roth Seesb, Meis-Staudernh, Wend-Aulenb Nahbollenb, Saarbr-Fenne, Saarl-Bous Ensd, Zell-Briedel, Koch-Laub, Kobl-Kärlich Neuend, May-Allenz Stdt, Neuw-NBieber Rheinbrohl, Ahrw-OWinter, Schleid-Heimb Schaven Wollenbg, Aach-Vorweiden, Geilk-Beggend Oidtw, Heinsb, Stdt, Erk-Gerkerath, Neuss-Büderich, Sol, Barm, Düss-Stdt f.: Klatschmohn, Papaver rhoeas (beim Pressen der Samenkapsel strömt schwarzer Saft heraus). Tinten-gläs-chen Rhfrk, Mosfrk n.: mit T. gefülltes Gl. PfWB  ElsWB  LothWB Tinten-fass , meist PfWB  ElsWB  LothWB Tinten-fäss-chen (s. S.) Allg. [urkdl. Dintenfass Rheinb 1631] n.: dass. Ene, mene, T., geh in de Schule u. lerne was; l., was dein Vater kann; dein V. ist ein Pfeifer, er pfeift alle Morgen, klingt wie die Orgel, dipp, dapp, dasenapp, der du bis aus! Auszählr. Koch-Mörsd, mit Var. verbr. PfWB Tinten-fresser Düss-Stdt m.: scherzh. ABC-Schütze. Tinten-kännchen Bergh-NEmbt n.: -fass. Tinten-klamor -glamōăr Siegld n.: dass. Tinten-klatsch Rip m.: -klecks. PfWB Tinten-klecks m.: wie nhd. PfWB Tinten-kocher(t) (s. S.) Malm, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh (-kouxəl Glesch; -- Hüchelhv), Sol, Neuw-Asb (--), Sieg, Waldbr (-kyχər Rossel); -koux Ahrw-Burgsahr; kox Gummb-Berghsn; -kkər Klev m.: -fass. PfWB Tinten-krug (s. S.) Allg. m.: Krug für T. PfWB Tinten-lecker Saarbr m.: verächtl. Schreiber. PfWB Tinten-männchen

[Bd. 8, Sp. 1195]
Bo-Stdt n.: dass. Tinten-messer Trier-Otzenhsn m.: Lineal. Tinten-michel Trier-Fell Stdt, Bitb-Dudeld m.: verächtl. einer, der sich mit Tinte bekleckst. PfWB Tinten-placken Rhfrk m.: -flecken. PfWB Tinten-schnecke -nē:l Altk-Sörth f.: rote Waldschnecke. Tinten-spion -piū·ə.n Kref-Stdt m.: verächtl. Büroangestellter, Schreiber. PfWB Tinten-stift (s. S.) Allg. m.: nach dem Nhd.
 
 
 NRhWB Tintel (s. Tüntel) -ent- Kemp-Süchteln, wie die ganze Gruppe SNfrk, Klevld Sg. t. m.: verkohltes Leinen, Zunder, zum Feueranzünden (veralt.).

Tintel-dose tentəl(s)dū:əs, tę-, tintəl- (s. S.) Heinsb, MGladb, Kemp f.: 1. kl. viereckiges Kästchen aus Blech mit Deckel, das mit Asche von verkohlten Lumpen udgl. gefüllt war, worin eine Stahlstange (eine alte Feile) gehalten u. mit Feuerstein so lange geschlagen wurde, bis die Lumpen Feuer fingen; dann wurde hineingeblasen, bis die Flamme hervorschlug; Anf. von 1850 noch im Gebrauch. — 2. übertr. gelbe Narzisse, Narcissus pseudonarc. Kemp-Vinkr. Vgl jedoch den Artikel ‘Titteldose’. Tintel-pott tentəl- tø- Geld, Klev m.: dass. 1.
 
 
Tintelchen tintəlχən uWupp 1870 Sg. t. n.: Pünktchen, ein Weniges.
 
 
tinteln das Wort, ndl. tintelen entsprechend, als tentələ, –ē- Klevld in Geld-Straelen, Klev, Rees-Emmerich Haldern (tind-) Hüthum schw.: zittern, prickeln von den Fingern, wenn sie kalt sind; de Fengere t. vör Kält; et tentelt mi en de F. — Abl.: die Tentel(er)ei, dat Getentel.