| tief das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk dīf, –ēi-; Mosfrk -ī:-, –ē:-, –e·i.- [WMosfrk flekt. -wə]; NSiegld u. Weidenau, OAltk dēp [Altk-Wissen -bə]; diese auffallende unverschobene Form dē:p herrscht südl. der Benr.-Linie noch in kurköln. Neuw, Sieg, MülhRh, rip. OBerg, Eusk, Bo, Köln, Aach; doch dringt dē:f fast überall durch [Köln-Stdt, Bo-Stdt dē:f, Düss-Stdt dē:p u. dē:f]; n. der Benr.-Linie dīp, –ī:-, –ē:- [Eup -e·i.-, Kemp-Dülken -ę·i.-; um Kref-Fischeln Stdt -e·i.-; das Berg vielf. dīpə, –ī:-, –ē:-, –ī·ə.-, –īə-, –ęi-] Adj.: 1. wie nhd. a. attrib., prädik.; en d.ə Kul, Pötz (Brunnen); e d. Loch; ene d.ə Teller, d. Wasser, d.ə Schnie, Dreck usf. Rip, Allg. RA.: Et es, wer wēss, wie d.; su d. wie ene Pötz (Bore) Rip, Allg. Et es kene Pött su d., mer kann öm leəg (leer) krige SNfrk, Rip; et eas kän Bore (Born) eso d., er eas auszescheffen Merz-Nunk. Et as ke Petz su d., e get emol dref (trüb) Prüm-Ringhuschd. Stelle Water sind d. Elbf, Nfrk, — gröngen d. Berg. Rip. Su rich (treu, got, schlech, [Bd. 8, Sp. 1180]
onglöcklich) wie Wasser d. es Neuw, Rip, SNfrk, Geld. Wat ös d.ər wie et Meer? En Fraulücks Botz, die hätt kene Boddem Sieg-Birlinghv. Den mäckt äwwel de Höll su d. jagt einem zu grosse Furcht ein Geld-Hartef. Je högger dem Berg, je d.ər et Dal Mülh-Ruhr. — b. Adv.; der Ove zieht d.ər die von der Gicht aus in den Hochofenschacht gestürzten Erze schmelzen in ihren untersten Teilen, die höher liegenden fallen nach, so dass wieder neu zugegichtet werden muss, in der Spr. der Hüttenarbeiter Siegld. De Sonn steht d.; sech dep böcke; den Hot d. in de Stern däuen; d. in der Dreck gon; d. grawen; ene d.ə Schwömmer der zu t. schwimmt Mörs, Allg. (usf.); wit on d. weit u. breit Düss-Erkr. RA.: De Man kuckt weit, de Frau k. d. Trier. Use Herrgott sett huh on kickt d. Mettm, Düss. Wer huh klemmp, fällt d. Köln, Allg.; wie hog sett, kann ok d. falle Klev. De (Prahler) hät et h. em Kopp on dep en de Täisch Rip, OMosfrk. D. plöge (bauen, fahren) Allg.; eich hon et d. unne eraus gehullt Zell-Sohren; d. halen (halten) Merz, Allg.; de Plog geht te d. Kemp, Allg.; et gung em e Loch ze d. (durch Stellen des Pfluges) Bitb-Ehlenz (davon d.ə Bau). We d. fihrt, muss och d. dingen (düngen) Wittl-Dörb. Schmal un d. as der Hower lief beim Säen Trier-Schleidw. Dat lig noch d. en de Erd! das hat noch gute Weile Sieg-Ägid. Je d.ər, dat me en de Dreck trett, je widder sprützt et Elbf. Je äler der Jonggesell, desto d.ər en de Hell Prüm, Rip, SNfrk. Heə setz d. dren (en de Knid »Kreide«) ist sehr verarmt, sitzt in schweren Schulden Aach, Allg. En hot ze d. en et Glas gesiehn (geguckt, gekeke) ist betrunken Mosfrk, Allg., — en de Korf getas, als de Nase ömgedēlt wuərte er hat eine lange, grosse N. Dür, Allg. Enem ze d. en de Oge sehn sich in ihn verlieben Rip, Allg. — 2. mehr od. weniger übertr.; en d.ə Stemm; d. senge, spreche; et klengt su d. wie us ene Keller (sind auch rein mdl.; bei den folgenden liegt Übernahme aus der Hochspr. vor (mdl. dafür gehüreg u. ä.); ene d.ə Schlof; bes en de d.ə Morge eren; d. en der Nach; d. en Gedanke sen; noch d. bei enem en der Schold sen; dat hät alles sengen d.ən Senn Rip, Allg.; ech han Hokstange (Fährstangen) d.ə Honger Sieg-Sieglar. Tief-bau Altk, Siegld, in der Bergmspr. m.: die mit dem Bau von Schächten u. Stollen verbundene Methode, zur Gewinnung des Eisensteins. Tief-bauer Aach-Alsd Merkst m.: -pflug (s. d.). Tief-gang Rheinschiff m.: wie nhd. tief-gründig -jrø·ŋ.iχ Waldbr; Gummb, Lennep,; -jrø·ŋ.dĭχ Schleid-Lückerath, -gre·n.dĭχ Koch, Kobl Adj.: vom Boden, in dem man nicht auf Fels stösst. tief-hungerig -o- Sieg-Rhönd Adj.: sehr h. Tief-pflug (s. S.) LRip, Grevbr, MGladb, Klev-Goch m.: Wendepflug, mit zwei Riestern (veralt.). PfWB tief-rückig -e- Bitb-Geichl Adj.: tief liegend, vom Pferderücken. tief-sinnig Allg. Adj.: trübsinnig. Tief-stand Bo-Buschd m.: Stelle im Kuhstall, wo das Vieh steht, im Gegens. zum Hochst. (s. d.). tief-unten (s. S.) Allg. Adv.: ganz unten. tief-voll Schleid-Üdelhov Adj.: ganz v. Tief-weide -wei Geld f.: in der Niederung liegende Wiese.[Bd. 8, Sp. 1181]
PfWB ElsWB Tiefde, Tiefe der Begriff wird meist umschrieben: et es arg d. he; du moss d.ər gon; doch überliefern einige Geb. noch geschlossen das Wort: dēft Birkf-Stdt; dīf(t) Saarbr-Sulzb; dī:ft, –e·i.-, –ē:- mosfrk. Saar, Trier, Bitb, Koch, May [de·i.f Trier-Igel]; dēfdə Siegld [Weidenau u. NSiegld dēbdə]; Waldbr, Sol, uWupp dē:pdə, –ī:-; Elbf, Mettm, Ess debdə; MülhRuhr, Dinsl, Klev diptə [Mörs-Frimmersh dip]; Geld-Nieukerk dī:pt; MGladb, Heinsb depdə [Erk-Elmpt dępdə; Kemp-SHubert dept]; Eup-Stdt -i-; Aach, Eup-Ld de·i.pdə; Jül-Opherten dē:fdə; Eusk dē:pdə u. fē:fdə Sg. t. f.: 1. wie nhd. — 2.a. Bodensenkung, Feldmulde, Niederung im Gelände zwischen den Bergen, Vertiefung auf dem Felde, wo früher meistens Steine gebrochen wurden, auch de·i.ftχən Trier, Bitb. — b. der tiefste Punkt in der Schiefergrube, im Steinbruch Koch, May. — c. tiefste Stelle im Gewässer, im Bachtümpel Jül-Opherten, Erk-Elmpt, Kemp-SHubert Süchteln (dī:pkə), Geld-Nieukerk, Gummb-Alferzhg (dēpə); ondipdə Klev-Schenkenschanz. PfWB Tiefung dīfoŋ Saarbr-Sulzb Sg. t. f.: Tiefe; das hat e D.
Tiegel das Wort, mit welchem Kasseroll, Kochdüppen, –pott konkurrieren, ist Rhfrk, Mosfrk, Rip, OBerg, u. zwar Rhfrk dīəl Sg. u. Pl. [Kreuzn-Hahnenb deil; Simm-Laufersw, Bernk-Krummenau -īχ-]; Mosfrk an der Saar -ij-; in Trier bis Bernk, Wittl, Bitb, Prüm -īj-; sonst -ij-; Westerw in Neuw -ij-, –i-, dīl, dīəl; Altk, Siegld -ej- [Altk auch -ij-; NHövels -ę-; Kirchen, NFischb -ē-]; Rip -ij- u. dī·ə.l [Aach -ej-; Rheinb-Hilberath -ijəl]; Waldbr dī·ə.l [Alzen Dattenf OElling -ej-], Gummb-Homburgisch -ej-, Schwarzenbergisch dēl (dies auch uWupp); vereinz. tejəl Sol 1870; Pl. -əln, –ələ, Demin. -əlχə(n) m.: 1.a. eiserner Kochtopf (früher bauchig, also nicht mit glattem Boden u. mit Henkel), jetzt mit glattem Boden u. Ohren, mehr breit als hoch, zum Kochen, Braten, Fettauslassen, Kaffeebrennen Allg.; kleiner Kaffeetopf Jül-Inden. RA.: Eich weren em schon et D.chen ofdecken! ich werde seine Fehler schon offenbaren, ihn seiner Schuld überführen Trier-Mehring. Al Legd (Leute) on al Schohnägel kommen an (in) én D. Prüm-Ringhuschd. — b. Breipott, Kessel, im Herd eingemauert, zum Bereiten der Viehsaufe; Kuhd. Altk-NHövels Weierseifen, Waldbr-Alzen OElling. — c. flaches irdenes Gefäss, in dem Milch zum Rahmabsetzen beiseitegestellt wird; en D.(chen) Melch OSieg, Waldbr, Gummb, uWupp; en eərde D. grosser irdener Topf, mehr breit als hoch, nicht so flach wie eine Bar (s. d.) Sieg, Bo, Rheinb. — 2. übertr. a. scherzh. das Gesäss Sieg-Fussh. — b. verächtl. Sudelpfeife Wittl-Meerf. Tiegel-diz (-dietrich) -de·i.ts Merz-Mettlach m.: im Tiegel gebackener dicker Pfannkuchen. Tiegel-eisen Bernk-Neumag n.: viereckiges, etwa 5—8 cm dickes, 1, 5 m grosses Stück Stahl mit 3 bis 4 konischen Löchern von verschiedener Weite, wodurch die mit dem Beil aus Eichenholz gehauenen Zapfen mit dem Hammer getrieben werden, damit daraus D.näl (s. –nagel) werden. Tiegel-häns-chen Wend-Sotzw, [Bd. 8, Sp. 1182]
Saarl, Merz, Saarbg n.: scherzh. dicker Eierpfannkuchen, im Tiegel gebacken; auch d. Kartoffelreibekuchen. Tiegel-knall dijəlts-, dī·ə.lts- [dī·ə.nts- Sieg-Menden OKassel, MülhRh-Langel] Sieg, MülhRh, Bo, Köln-Kalk m.: sehr dicker Kartoffelreibekuchen, im Tiegel (nicht in der Pfanne) gebacken (oft im Backofen), auch Kesselskuchen, –büttchen genannt. Tiegel-kuchen (s. S.) -əlts- Koch-Kalenborn, Neuw, Altk, Siegld m.: 1. dass. — 2. Neckn. für Altk-Helmenzen. Tiegel-nagel -n:l Mos in Trier u. Bernk m.: Holznagel, womit die Dauben des Fassbodens verbunden werden. Tiegel-pfännchen -pęnχə Simm-Schlierschd n.: eisernes Pf. mit Stiel u. Füssen, aufs offene Feuer gestellt. Tiegel-schisser Saarl-Berus m.: Schimpfn. Tiegel-wurst -wūăt Koch-Bertrich f.: Pannas.
Tieks tē:gs, Pl. -sən Bitb-Malbg m., f.: kleiner Absatzschuhnagel. | |