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Rheinisches Wörterbuch 
 
Thron bis Tickelchen (Bd. 8, Sp. 1176 bis 1178)
 
 Thron Rhfrk, Mosfrk drōn, –ō:-, –ū:-, sonst trū:n, –ū·ə.-, –ōə-, –ō·ă.-, –ū·ă.-; das Wort ist aus dem Nhd. bekannt Sg. t. m.: 1. nach dem Nhd. Scherzfr. Welcher Kenig hot känen Thr.? der Zaunkönig Bernk-Gräfendhron. — 2. übertr. scherzh. Nachttopf Saar.
 
 
Thüringer dȳri·ŋ.ər, –re- Sg. u. Pl. Altk (Sieg), RRip, Berg m.: 1. Hausierer mit Arzneien, darunter auch D. Droppen (veralt.). — 2. verächtl. Geschäftsmann, der seine Waren viel zu teuer verkauft Waldbr.
 
 
 PfWB Thusnelda tusnę·l.da od. -nę·l.ər OBerg f. (n.): eine Kartoffelsorte.
 
 
 PfWB Thymian teimərję·n.χə(n) Trier, Bitb, Prüm, Daun, Zell-Briedel Merl; teimię·n.χən Merz-Stdt, Saarbg-Söst, Bitb-Mettend; teiməjęi:nχə Bernk-Neumag; tęimərję·i.nχən Saarbg-Beurig; -mĭęinχə Simm-Buch; deimĭę·n.χə Daun-Kirchw; -məję·n.χə Koch-Lutzerath; deimərj·n.χə Neuw-Rheinbrohl; tmərję·n.χən Trier (o. O.); timĭjnχə Simm-Stdt; diməję·n.χən Prüm; tymięnχə Aden-Nürbg; timəān Geld-Schravelen; dmərjā:n Prüm-Waxw; pęiməję·n.χə May-Stdt; -mərj·n.χə Kobl-Winning; kęimĭęinχə uNahe; kīmĭę·i.nχə Zell-Lötzbeuren; dimian, meist -ęnχə Siegld; timiχ Kobl-Vallendar; tim Gummb-Berghsn; tymərχə Köln-Stdt 1813; welde tēməs Mörs-Neuk Sg. t. n. (m.): Quendel, Feldthymian, Thymus Serpyllum; wegen der Verwendung als Würze in der Wurst auch Wuərschtekrittche (Siegld) genannt. [Urkdl. tzinean Trier 1500].
 
 
ti Wippf: Nachahmung des Finkenrufs ti, to, ti, titekahne, scham dich jet!
 
 
tiamm tia·m.  Trier-Schweich: Nachahmung des Hirtensignals: Tamm, tiamm, t., teitamm, de Krewer (Wittl-Kröv) Kuhhirt dagt (taugt) neist usf. s. tamm.
 
 
tiärr  Gummb-Lantenb: in der Wend.: Do geht e t. er fliegt fort (etwa der Bienenschwarm).

Tias = Kurzf. von Matthias (s. d.).

Tibbes I -ib- = Kurzf. für Matthäus (s. d.).
 
 
Tibbes II tebəs, Pl. -əsə SNfrk in Kemp-Breyell

[Bd. 8, Sp. 1177]
Lobberich; -ēb- Schaag m.: 1. scherzh. Spatz. — 2. de o T. alter Narr Kemp-Breyell. — Wohl Kurzf. von Matthäus (s. d.).
 
 
 PfWB Tibet tībęt Sol, Mörs Sg. t. m.: Kaschmirstoff; en schwart T.klēd, T.dok (-tuch).
 
 
tibi Mosfrk, u. zwar tibi  Saar [daneben tiwi Saarl-Berus Hüttersd] Trier Mettnich Stdt; tībi Wittl-Binsf (u. dī-) Seinsf, Bernk (Mos), Bitb [ti- NWeis], Daun-Strohn, Malm; tibe Prüm-Steffeln präd. Adj.: 1.a. den es t. betrunken Allg. [er hot änen em T. Saarl] — b. schwindelig, todmüde; hen as t. zom Omfallen Bitb-Wiersd, Malm. — 2. t. ist der, dessen Schiessklicker in den Einsatzkreis gerät, ohne zu treffen; er muss von neuem schnellen Malm.
 
 
Tiburtius tibūətsiəs : der Kalenderheilige u. sein Tag (14. IV.). T. küt möt Sang on Klang, e brängk de Kuckuck on de Nachtigall Bo-Dransd.
 
 
Tibuten tibūtən  Erk-Elmpt Pl. t.: gelbe Narzisse, Narcissus pseudonarc.

tick, Tick I s. ticken; Tick II -i- = Ladentisch s. Theke.
 
 
 PfWB ticken Bed. 1 ist allg., die anderen Bed. je nach Geb. verschieden schw.: 1. intrans. a. ti-, seltener te- [Prüm-Stdt -ę-], wie nhd., von der Uhr; de Uhr tick; auch der Holzwurm tick(t) em Holz (Hus), en der Wand, em Schaf Rip, Allg. A.: Wievill Auer es et? B. scherzh.: e Vierdel bis dran, wenn et dran kemmt, dann tickt et Goar-Braunshorn. — b. et teckt der eiternde Finger klopft Ess. — 2. trans. a. ti- anstossen mit den Gläsern Bitb; -ø- WSaarbg. — b. tę-, einen t., auf den Kopf tupfen Prüm-Stdt; ti-, Tiere t., unsanft betasten u. dadurch quälen Gummb-Lieberhsn; te-, einen t., anrühren, stossen, treffen, auch et Köppke, Nöske t. Klevld. RA.: Sej(hej) es van Lottje geteckt ist nicht recht gescheit ebd. — Sich streiten, zerhacken, von Hühnern Bitb-Wiersd. — c. absol. ti- Ostereier kippen, Verbr. s. Wk. IV 15 (kippen) Prüm-NPrüm, -a- Bitb-Bollend Geichl NStedem; -o- Bernk-Merschd Rapperath; -e- Rees-Ringenbg Stdt Wesel, Klev-Wyler, Geld-Hinsbeck. — d. -e- den Klicker mit untergelegtem Daumen sehnellen Saarbg-Weiten Winchering, Merz-Saarhölzb; -i- Saarbg-Hamm; tickches spillen Merz-Saarfels; -e- den Klicker aus der hohlen Hand stehend auf die des Gegners werfen Kemp-Lobberich, Geld-Hinsbeck Leuth, Klev-Kalkar; Küllkes t. Kemp-Boish; einen Klicker, einen Gegner treffen, auch beim Billardsp. Prüm, Kemp-Boish, Klevld; ek häbb en geteckt.e. -i- die einzelnen Spielknöchel aufgreifen, ohne sie zusammenzuscharren Eusk-Dirmerzh. — f. -i- in die Ärmel tasten beim Ankleiden, von Kindern; tick! befiehlt die Mutter Monsch-Rohren. — Abl.: die Tickerei, dat Getick(s).

an- ticken: einen, etwas anstossen Klevld; absol. mit den Gläsern anstossen u. sich zutrinken WSaarbg.nach -ticken: mit den dicksten Klickern Nachwerfen spielen Geld-Hinsbeck.

 PfWB  ElsWB tick tik, selten -e- Schallw.: 1. das Ticken der Uhr bezeichnend; de Uhr mäht su schön t. Rip, Allg. Min Hortje (Herzchen) schleht van recke tecketeck;

[Bd. 8, Sp. 1178]
wat sall dor noch geböhre wäll onder dese Paraplüj? en, twee, drej! Klev. — 2. Lockruf für die Hühner; tick, t., t. Prüm, Gummb, Wippf, Waldbr-Obernau Wildbg, Sieg-Hove, MülhRh-Overath Rösr (Tickhohn, tick, t.!), Heinsb-Kirchhv, Rees-Brünen; Bitb, Prüm, Malm dick.3.a. im Fastnachtsruf: Tut, t., t., de Bolle (Fastnachtskrapfen) sin gut. Wie hät se gebacke? Jan Tecke, Jan Tacke, Jan Tuthorn! Emmerich. — b. im Spielgebet: Nome des Tick, N. des Tack, hei de Schöpp en do de Hack! Aach-Stdt.

Tick m.: 1.a.α. Sg. t. -e- das Ticken der Uhr Klev. — β. Uhrpendel Klev-Keppeln. — b. jeder Schlag, Stoss; den häbb ek enen T. gegewe; op ene Kihr kregt den enen T. on bleft dot; en T. an de Kopp Klevld. — c. -i- Hochmut; he hät en T. Barm. — 2. Pl. -kə. a. tik Rufn., Lockr. für ein Huhn Rees-Weselerwald. — b. -e- Messer am langen Stiel, zum Herabziehen dürrer Äste Viersen; -ø- MGladb-Neuwerk. — c. -e- Handpicke beim Rodelschlitten Düss-Stdt. — d. -e- Loch im Eise Saarl-Schaffhsn. — e. -ø- Obertenne Bitb-Wettl.

Tick-huhn tikhō:n MülhRh-Rösr n.: Kosen. für ein Huhn. Tick-tack : 1. Schallw. a. zur Nachahmung des Tickens der Uhr Allg. Geht de Auer t., schlof du kläne Drecksack! Birkf. — b. zur Nachahmung des Dreschtaktes; tick, tack, tack Verbr. (s. tack); tigge dak, tack beim Vierschlag Bergh-Lipp; dick dack, Drecksack Altk-NFischb; tick tack, tick, tuck! Bernk-Merschd. — c. beim Eierkippen; tick, tack op de Eier; du kres de Schal on ich de Eier! Malm-Krinkelt Rocherath. — d. ticketack ein Gang beim Fangsteinsp. Kemp-Kaldenk. — e. im Kinderreim: Emol gegowe, bleft g., tecktack de Kopp af, pü! damit spuckt das Kind aus, um anzudeuten, dass die Sache damit erledigt ist Klev-Kalkar. — 2. Subst. m.: a. die Uhr, der Perpendikel, in der Kinderspr. Allg. — b. verächtl. der Uhrmacher Schleid-Hellenth, Gummb-Ründeroth. — c. im Rätsel: Vierontwentig (24) Ticketacke, twee Dicksacke, en ful Tiek (Zieche), die derneəve liep? Egge, Pferd, Knecht Geld. Vier Stangen (Beine), v. Hangen (Euterzitzen), zwei Wegwisere (Hörner) on nen T. (Schwanz)? die Kuh uWupp. tick-tacken schw.: ticken, von der Uhr, in der Spr. der Kinder.

Tickelchen tikəlχən, Pl. -χər (zu tick 2) n.: 1. Huhn, in der Kinderspr. Prüm, Gummb-Berghsn. — 2. übertr. kleiner Pfannkuchen Sieg-Fussh.