| PfWB ElsWB LothWB sicher das Wort ist allg. u. lautet wie Sichel [-øχ-, –- Eusk], also auch die unverschobenen Formen im ganzen Berg, an der Ruhr u. in SErk, Grevbr, Neuss, MGladb u. in der Bed. »gewiss« noch in Kemp u. Mörs; aber zēkər Eup; -īək- in der Selfk, NWErk, Kemp, Kref; -ē- Geld, NMörs, Klevld Adj.: 1.a. in Sicherheit befindl., geschützt, rechtl. u. tatsächl.; jetz semmer s., wo mer dat schwarz op wis han wo er sich urkundl. verpflichtet hat; Geld, de Erfschaf s. stelle (anlege); dat Geld es mir s., — steht s.; s. es s., du moss mer dat schreflich gen; dat es mer net s. genog Rip, Allg.; en Arwet s. stelle nach einer unterirdisch vorgenommenen Sprengung die nötigen Sicherheitsmassnahmen treffen, in der Bergmspr. Siegld, Altk; hi es mer för'm Ren (för dem Spektakel) s. Gummb, Allg.; do (en dem Bösch) es et net s. nicht geheuer Rip, Allg.; seiner Sach s. sin sie rechtl. besitzen, seines Ersatzes gewiss sein Rhfrk, Allg.; des (do) kas de s. sin! versichert sein Siegld, Allg.; en s. Schloss Rip, Allg. RA.: Weit vom Schuss es s. Birkf. Wer langsam geht, g. s. Eif; l. gefahre, s. g. Bo-Dransd; l. geht s. Dinsl; der deht l., äwer s. Dür. Beter s. as ons., säj de Katt (Katze), du sop (soff) se de Melk üt de Emmer (Eimer) Geld. Van an dat Sterve op es komme, es kene mih si Leəve (senges Levves) s. Rip; su lang wie et St. regiert, ... Prüm. — b. fest stehend, nicht leicht verrückbar, umfallend; der Stohl steht do net s.; jetz, wo de jet onger de Stalen gesatz häs, steht der Desch s.; he es net mih s. op de Ben; en s.ə Hangk han; he schüss (schiesst) s.; s.ə Konde Kunden, die immer bei mir kaufen Rip, Allg.; dafür mehr fast. — En Nummer S. im Gefängnis; de es en (op) N. S.; he küt en (op) N. S.; den han se en (op) N. S. gesatz (gedohn) Rip, Allg. nach dem Nhd.; wem noch e Ströch (Strich) durch de Rechnongk gemacht gen kan, den as noch net e N. S. — c. gewiss, wahr, stimmend, im Ernst, ohne Scherz; es dat och s. (wohr); s. et es su; ävver s., ech kum; ä. s., dat ech k.; dat kannste mer s. (köhn on s.) glöve; et jit s. Ren Rip, Allg.; dat es s. on s.! SNfrk, — s. on gewess Goar, Allg., — on wahrhaftig Gummb, Rip, — hellig on s. Rip, Berg; dat es duts. (tot-); dat es s. on gewess net wohr (geloge); dat wess ech s.; jet für s. verzälle (verspreche) Rip, Allg.; min Seəker! fürwahr Waldbr-Eckenhg; diese Bed. ist durchaus mdl. RA.: Dat es su s., wie zwei mol zwei vier es, — Amen en der Kirch! Beteuerung Rip, Allg., — wie wat Gummb, — et A. an et Vateronser! Heinsb, Kemp, — A. am (im) Gebed! Saarbg, Bitb, Wittl, — e Wek (Weck) am (im) Loden (Laden)! Trier bis Kobl, May, Aden-Kaltenborn, Westerw, Siegld, — Gordenzins (Garten-)! Trier-Trittenh, — ne Störzeddel (Steuer-)! Köln-Stdt, — ne Schiət (Schiss) en e Netz (sehr unsicher)! Heinsb, — as Gott em Himmel es! Rip, Allg., — ne Gott en Frankreich es! Geilk-Gangelt, — de Sonn am H. steht Gummb, Allg., — de Welt steht! Siegld, — ech he stohn! Rip, [Bd. 8, Sp. 114]
Allg., — wie Botter fett es! Bernk-Bruchw, — as Krohe (Krähen) Vüəl sen! MüEif, — as de Säu secke (seichen)! Aden, Schleid, Eusk, Rheinb, Gummb, — wie de Sonn on de Bach schengt (scheint)! Prüm-Ihren. S., ohnt de Geck gemat (gemacht)! im Ernst gesagt ebd. A.: Söche? ist es auch s.? B.: Et Söche (Säuchen, Wortsp. dazwischen u. söche) ös em Stall; wenn de debei bös, sen et se all! Eusk. S. sen ich awwe net drop! bestimmt weiss ich es nicht Prüm-GrLangenf. — d. wahrscheinlich; du häst dich s. verdohn Kref, Allg.; der verlöppt (verläuft) sek s. noch, der wet den Weg nich Gummb, Allg.; du fiəhrch s. och bal es no Kölle ich vermute es Rip, Allg.; s. neit! Kref, Allg. — 2. eine bes. Bed. hat das Geb. von Kref, Kemp u. Klevld (s. auch sekür). a. irgend ein, ein gewisser; ene Sekere ein Gewisser, der dem Sprechenden bekannt ist; op ene sekere Märge an einem gewissen Morgen (auch veralt. Kobl-Stdt). — b. vorsichtig, bedächtig, verschlossen, wohl auch zu ängstlich; den es ärg s.; ene S.ə; hej spreckt s. — c. dat es ene S.ə ein Geizhals, von dem nichts zu bekommen ist Klevld. — d. hen hät et nit siəker er ist nicht recht bei Verstand; doə hät et sech nit s. da stimmt etwas nicht Kemp. PfWB un- sicher: nach dem Nhd., dafür mehr net s. PfWB LothWB Sicher-heit f.: 1. Sg. t. in Wend. nach dem Nhd., wie en S. sen; jet en S. brenge, — met S. sage Rip, Allg. — 2. auch Pl. Bürgschaft; do loss ich mich nit druf in, wenn ich kä S.(ə) krieə; uf dem sei Geschwätz gen ich neist Rhfrk, Allg. Sicher-heits-fahrung Siegld, Altk, in der Bergmspr. f.: der bergpolizeilich geforderte Notausgang, durch den bei Störungen im Förderschacht die Bergleute von jeder Sohle aus an die Erdoberfläche klettern können. Sicher-heits-klappe ebd.: f.: eine am obern Ende des Standrohrs angebrachte Ventileinrichtung, die bei zu grossem Druck der sich im obern Teile des Hochofens ansammelnden Gase einen Teil dieser G. selbsttätig ins Freie entweichen lässt. Sicher-heits-kommissar zēkər- Kref-Stdt m.: verächtl. übertrieben ängstlicher Mensch. Sicher-heits-mann Siegld, Altk, in der Bergmspr. m.: ein von der Grubenbelegschaft gewählter Bergmann, der die Sicherheitsvorkehrungen des Grubenbetriebs prüfen darf. PfWB Sicher-heits-nadel (s. S.) Allg. f.: nach dem Nhd. Sicher-heits-tasche -tę Neuw-Dierd f.: Brusttasche. Sicher-heits-ventil Allg n.: nach dem Nhd., bei einem Dampfkessel. sicher-lich Rip, SNfrk Adv.: bestimmt, gewiss. RA.: Schniə (Schnee) en der Schliek (Morast), geft et Früs (Frost) siəkərlick Kemp-Grefr. sicherig zēkərəx Rees Adj.: sehr bedächtig, geizig. Sichericht s. Sichert. PfWB sichern das Zeitw. ist der MA. durchweg fremd, doch einige Wend. nach dem Nhd. schw.: enen s. gegen alle Wechselfälle sicher stellen; ech han mech gesechert; sech gent (gegen) enen s.; sech für (vor) enem s.; de Flent (Flinte) s. nach dem Nhd., Rip, Verbr. PfWB ver- sichern: mehr eingebürgert. 1. etwas gegen Schaden v. bei einer Versicherungsgesellschaft; mei [Bd. 8, Sp. 115]
Haus un ach (auch) det Vieh hon ich versichert Rhfrk, Allg. — 2. etwas v., beteuern; ich kann der (et) v., darr et sich so verhillt Rhfrk, Allg. Sichert ziχərt, –χăt Trier-Euren; dass. u. ziχəriχt Kürenz Ruwer; s. Sachricht Sg. t. f.: Verlobung, bei der die gegenseitigen Vermögensverhältnisse dargelegt u. geordnet werden. PfWB Sicherung -ŋ, Pl. -ŋə(n) f.: nach dem Nhd. Sicherheitsvorrichtung am Schiessgewehr, an der elektrischen Leitung. PfWB Ver- sicherung: nach dem Nhd., aber fest eingebürgert, Anstalt, Gesellschaft, bei der man sich gegen Schaden versichert, z. B. Brand- (Feuer-), Vieh-, Unfall-, Kranken-, Invalidenv. RA.: Der V. os dür (teuer) ze stohn ku männeg Für Schleid-Hellenth. PfWB Ver-sicherungs-nadel (s. S.) f.: Sicherheitsnadel Rheydt. Ver-sicherungs-spängel f.: dass. Prüm-Leidenborn. Sicht I -ē- = Sieb s. Sift.
Sicht II das Wort, ndl. zicht, mndl., mnd. sichte, ags. sigde ist lrhn. n. der Ahr-L. (Malm, Schleid, Ahrw), rrhn. n. kurköln. Neuw, berg. Südgrenze allg., u. zwar Rip zēχ, Pl. -χtər n. [zīχ Neuw-Ohlenbg, Ahrw-Bodend, Köln-Ld, Bergh, ODür; zīət Malm, Schleid, Monsch, Eupen-Raeren, WDür, Jül, Aach, SGeilk, SErk (rip. u. zeχ), -ē- Aach-Breinig]; OBerg zēχt, Pl. -χtər n. [-ī- Wippf-Bechen]; NBerg zeit, Pl. -tə n. u. -tər f. [zēχtə, Pl. -tən f. Barm, Elbf]; SNfrk zeit, Pl. -tə m. Grevbr, Neuss, MGladb, f. Kref, Kemp; doch Selfk zēχ, –x, –i-, Pl. -χtər n. [Pl. -χtə m. Heinsb-Lümb; f. Bocket, Geilk-Schümmerquartier]; Geld, Mörs zēχ(t), Pl. -χtə f.; sonst Klevld zeχt, –xt, Pl. -tə f., ndl. zicht f. [urkdl. sichten u. Sensen Berg 1590; kein Gildebruder soll nicht feil heben kein Iser, dat tuiten unser Statt gemacket wehr, als Sichten Ess 1619]: Getreidesense mit kurzem, ½ m langem Stiel (Warf), daran ein Griff, Schottel, Schrumpfsense, mit der rechten Hand in hohen Bogen gehandhabt, zum Hauen des langen Getreides, wobei dies mit einem Haken (Maddhoch, Pick) in der linken Hand zu Schobben zusammengezogen wird; mit dem Hoch hält man die Halme u. Ähren etwas zurückgezogen, damit sie nicht umfallen; dann häut man mit dem S. sie unten ab; zuerst häut man en, so dass sich die unten abgehauenen Halme an das noch stehende Korn anlehnen; dann wird usgehaue, man fasst mit dem Hoch die H. in der obern Hälfte an u. zieht sie schräg rückwärts; dabei werden mit dem S. die unten noch feststehenden H. afgehaue, bis man alles Engehauene zusammenhat; diese Schobben legt man nun hin auf die Erde u. 2—3 Sch. bindet man zu einer Garbe zusammen (Neuw-Dattenbg) [man benutzt die Sense zum Getreidemähen in dem Geb. nur bei Hafer; südl. des Geb. nur die Sense, meist mit Auffangvorrichtung]; dat S. es stomp, — bott, schlih; dat S. kloppe, — hare, — wette; mem S. haue (s. d. W.). RA.: Die S. es su bott wie en Fott (Gesäss) b. Geilk-Schümmerquartier. De S. es schlehw, de Kerl es läu (träge); hej streckt (streicht) dornewe, marr et bat (nützt) nit völl! Klev-Warbeyen. [Bd. 8, Sp. 116]
Aprel mott an Mai de Roggahr lewere; in't Lest van M. m. de Rogg blöhje, dann m. hej gröhje (wachsen), dann m. hej veertihn Dag glöhje (glühen); dann m. hej v. D. rippe (reifen), dann mot den Bur de S. schlippe Klev. Dor hät den en S. an der Nös (Nase) er ist bezecht Klev-Hönnepel. Sichten-griff (s. S. m.:) Handhabe an Sicht. Sichten-haken (s. S.) [zīət- Geilk-Grotenr; zēt- Aach-Breinig; zēχtənǫk Heinsb-Höngen] m.: Madhaken (s. d.). Sichten-messer zēχmęts MülhRh-BGladb, Köln-Berrenr n.: Blatt der Sicht. Sichten-schmied Sol m.: Hersteller der Sichten. | |