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Rheinisches Wörterbuch 
 
Teller bis Tellertuch (Bd. 8, Sp. 1130 bis 1132)
 
 Teller das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk dęlər Sg. u. Pl.; Mosfrk tęlər [-- hier u. da in Trier, Bitb], Pl. -lərn, –lərə; OAltk, Siegld dęlər, Pl. -lərn; Rip tęlər u. -ldər, Pl. -ərə; Berg tęlər, Pl. -ərən; Eup, Selfk tęldər, Pl. -rə u. -r [Heinsb-Waldenr tęiər]; sonst SNfrk tęlər, Pl. -rə, –r; Klevld tęldər (in Geld, Mörs noch -lər), Pl. -dər, -dərs; Demin. -ərχə(n), –ərkə m.: 1. wie nhd.; ene platte, defe, kompige, grusse, klene T.; Zuppen-, Flesch-, Bottert.; ene Stuss (Stoss) T.ə; ene T. Zupp, Gemös; de T.ə op den Desch dohn (setze, stelle); den T. gehöf voll scheppe Rip, Allg. RA.: He hät en Stemm wie ene T., — ene kapotte(ne) T. er singt sehr schlecht Rip, Allg. De hot (micht) Agen wie e por zinnern T.ə sehr grosse Augen Mosfrk, Sieg-Scheiderhöhe. E schingen (schöner) T. micht net satt ein schönes Gesicht, eine schöne Frau allein nährt nicht Trier-Schleidw. Wat nutzt mi en T., wann nicks drop es Gummb. Do krig mer Flesch, dat

[Bd. 8, Sp. 1131]
sek der T. bögt (beugt, biegt) ebd. Hi der T. hät sin Doənhemdchen (Toten-) an hat einen Riss ebd. Et Tellerke geht lecke on mott et Döschke decke! zum naschhaften Kinde MGladb. Dat es ken T.lecken! keine leichte Sache Barm. Hältste nętt et T.ken op, suə donn ech dech och jet drop! Erk-NKrüchten. Der iss (friss) der T. noch met der gierige Esser Rip, Allg. Suə dröck (viel beschäftigt) äs ene Hond, de sieve T.ə mott lecke Heinsb. A.: Leck mich am Orsch! B.: Eich hun och esuən T. ofzelecken! Saarbg-Perl. Den heərschen T. eəssen den herrischen T. essen, feine Tafel führen Merz-Saarhölzb. Dem kann mer en half Dotzend T. an (in) de Maul wiərfen, do hiərt mer de letzten noch net rappeln so gross ist sein Mund Trier-Schleidw. Er hat de T. gebroch ist auf dem Eise hingefallen Ottw-Eppelborn. T.klätsches ein Klickerspiel Kobl-Bendrf. He spelt Pinau (Verstecken) eiter sinnen T. macht sich hinter seinen T. u. isst gehörig Kref. De hät meddags düchtig wat om T. er ist wohlhabend, dann es sich leisten Gummb, Allg. Et fängt em op en T. an te wasse er isst ohne Appetit Duisb. Dann krig gej Hellder op de T.! Hiebe Klev. De kann op ene T. danze der immer sauber geputzt einhergeht Heinsb-Dremmen. He es so hufferdig äs en Lus op enen T. Kemp-Hüls. Äner, wo de Aue om T. leie hat ein Schreckgespenst Ottw. He löt de Maul öwwer den T. hangen hat keinen Appetit Wermelsk. Die etten van enem T. handeln einträchtig Gummb. — In Volksreimen: Hellder (Heller) op en T., Botter bei de Fess (Fisch); Katje, makt de Dör es los en kiekt es, wen do es! Klev. Do schmitte se de T.s kapott! zur Verspottung des Nachbargeläutes Rees. — Rätsel. Et gäht ebbes de Berg erop (em et Haus erem) un lässt T.ə falen? die Kuh, die mistet Mosfrk, Rhfrk. — Volksbrauch. Beim Polterabend (Hilich) schmeissen die Burschen T. vor die Tür Verbr. Beim Hochzeitsmahle nach der Suppe wurden die T. der Brautleute entzweigeworfen, u. es wurde dann um diese herum getanzt Mörs-Birten. En T. met Blümchern op de Disch setten alte Sitte, für den Sonntag zum Schmuck des Zimmers; man deht irscht füchten Sangd op den T. un steckt dodrin de Bl. Gummb. — T. oder Schale, in der die Opferpfennige in der Kirche oder die Tanzgroschen im Tanzsaal od. sonst Beiträge eingesammelt werden; der T. geht eröm; loss den T. es erömgohn; met dem T. e.; ech han jet op den T. gedohn.2. übertr. a. do häs dej en groten T. voll opgescheppt eine grosse Menge Dinsl, Allg. — b. scherzh. Hutrand Merz-Becking. — c. untere Öse am Hintersteven, in der sich der Ruderfinger (Fingerling) »der untere Stift des Ruderschaftes« bewegt, auch Pott genannt Rheinschiff. — d. verächtl. Pl. grosse Augen May-Nachtsheim. — e. T.ə werfen einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Neuw-Erpel, Sieg-Siegburg; T.kə werpe Rheydt-Odenk, — schiwe Duisb.

Teller-bank Rip, Nfrk (veralt.) f.: einfaches Holzgestell aus 3—4 Fächern, auf der Erde stehend, mit verdeckendem Vorhang, zum Aufstellen der Teller, bes. früher der Zinnteller. Teller-birne -bīr Siegld-Hilchenb f.: eine B.sorte. Teller-bord NBerg,

[Bd. 8, Sp. 1132]
Monsch-Mützenich n.: -rand. PfWB Teller-brett (s. S.) Allg. n.: an der Küchenwand hängendes Gestell, auf dem die T. schräg aufgestellt sind. Teller-blumen tęlərχəsblō:mən Merz-Bachem Pl.: Vergissmeinnicht, von denen man einen Kranz auf einen T. in Wasser legt. Teller-dopp Düss-Stdt m.: Kreisel mit breiter Kopffläche. PfWB Teller-eisen (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd., Wildfalle. Teller-fink Mörs-Ginderich Stdt Wardt Xanten, Klev-Appeldorn Kalkar Üdem m.: Buchfink. Teller-flätscher Düss-Stdt m.: ein besonders schlanker Kreisel. teller-gleich  Wittl-Binsf Adj.: ganz platt. teller-gross -γrōt Geld Adj.: sehr gross, etwa von einem Hut. Teller-hand -haŋk Sol f.: verteilt die Mutter Äpfel, nimmt sie in jede Hand einen und spricht: tink, tank, T., wat fürn es de beste Hangk; die odder die? Teller-kante (s. S.) Trier-Stdt, Neuw-Dattenbg, Jül-Gereonsw, Dinsl f.: -rand. PfWB Teller-kappe -kap Simm-Tiefenb, Ottw-Uchtelfang, Daun-Darschd, Dinsl-Stdt f.: -mütze. Teller-kippe -køp Prüm-Schönecken f.: dass. PfWB  ElsWB Teller-kranz Aden m.: -rand. PfWB  ElsWB Teller-lecker Allg. m.: verächtl. 1. Kind, das die Teller ableckt; Hungerleider. RA.: Dem geiht den Bäbbel (Mund) es en T. die Futt (Gesäss) MülhRuhr. Bäcker, B., T.! Trier-Stdt. — 2.a. Neckn. derer von Bo-Pützchen; die Glocken von P. beiern: Pötzches, P. T., Hangelorer (Hangelar) Murreknäpper!b. Schmeichler Prüm-Steffeln. Teller-nüss-chen -nøtən Sol n.: Haselnüsse, zu 2—3 an einem Stiele. Teller-rand (s. S.) Allg. m.: wie nhd. Tenk, tank, Tellerrangk, die Rosen fallen af; dor ös en Könegsdochter all met en selver Schlösske usf. im Reigenlied Mörs-Orsoy. Teller-ranft (s. S., dort auch die mosfrk. Verbr.) m.: -rand. Teller-reifen -rēf Prüm-Reuth m.: dass. teller-rund  Wend-Sien Adj.: ganz rund. teller-schlecht  Bernk-Berglicht Adj.: ganz eben. Teller-tisch Rip, OBerg-Homburgisch, Nfrk auf Bauernhöfen (veralt.) m.: T. mit dicker Platte, in der tellerförmige Vertiefungen waren, in die für das Gesinde das Gemüse geschüttet wurde, das man mit hölzernen Löffeln ass; das Fleisch wurde auf viereckigen Brettchen od. Holzscheiben geschnitten. Teller-tuch (s. S.) Allg. n.: Wischtuch, mit dem die T. abgetrocknet werden.