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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tape bis tapig (Bd. 8, Sp. 1061 bis 1064)
 
 Tape das Wort, mhd.  Lexer tâpe »Pfote« entsprechend, ist Rhfrk als tp in Saarbr, Ottw; Mosfrk als -:- in Saarl, Saarbg, Trier-Stdt, Kobl-Mallendar u. Rip in Eusk, Rheinb, Bo, Köln, MülhRh, Sieg [-:- Bo-Endenich, Sieg-OKassel] u. abseits Nfrk -·ə.- Kref; -- Mörs-Binsh verbr.; Pl. -bə(n), –pə(n), Demin. tbχə(n), –:-, –:- f.: verächtl. 1.a. Pfote, plumpe Hand, Pl. plumpe Finger; loss dei domme T.ə əweg; bleib met dei T.ə dervun; allo, schen e Täpche! zum Hunde; en T. Peffer eine Prise Pfeffer Saarbr, Allg. — b. tiefe Tapfe eines plumpen Fusses,

[Bd. 8, Sp. 1062]
Abdruck der Hände, Finger, Füsse Rip (s. o.). — 2. übertr. altes, dummes Weib Saarl, Bernk-Neumag.

Täpee tbē  (s. Dabo) Saarbr Sg. t. m.: verächtl. alberner, saumseliger Mensch.

tapelig dbəliχ Siegld; tb- Kreuzn-Bretzenh Adj.: ungeschickt, unsicher auf den Beinen.

tapeln, täpeln schw.: 1. -b- tapen 1 a (s. u.) Ottw-Merchw; ungeschickt bei der Arbeit sein Ottw-Neunk. — 2.a. -b- langsam, träge, schleppend gehen; getäpelt kommen Saarbr, Ottw. — b. -b-, an etwas (heröm)t. uAhr.

Tapen -:- Sg. u. Pl. Bitb-Dudeld m.: verächtl. Dummkopf.

tapen, täpen das Zeitw. ist in geschlossenen Räumen verbreiteter als Tape, u. zwar tbə Rhfrk in Simm, an der Nahe, im Saargeb. [twə Wend-Dörrenb Stdt, Ottw-Stdt]; anschliessend -:b- Mosfrk an der Saar [-:w- Merz-Mitlosh], in Trier w. einschl. Stdt, Bitb, Prüm, Daun, Zell u. in Neuw, um Altk-Horhsn; Rip -:p- in Malm, Eusk-Lechenich, Köln-Stdt u. -p- in Adenau, Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Dür, Sieg, kurköln. Neuw, Altk-Hellert, Wippf-Bechen, abseits Düss-Stdt, Geld-Kevelaer schw.: 1.a. im Dunkeln tasten, mit den Händen tastend prüfen, befühlen, unsicher berühren, suchen, dumm umhertasten, erumt.; fühlend den Weg suchen, von Blinden, Betrunkenen; wou topt den näs (noch einmal) (erem); et wor esou deister, dat ich mich no dehem getop hun Saar, Allg.; he hät e jet Wēches getöp; ich woss nüs Bestemmtes dervun, ich töp derno on wuərd et och net met Les (List) gewahr MüEif, Allg.; blindlings greifen, bes. Fische mit den Händen unter Steinen, in Uferlöchern fangen Allg. RA.: Wie micht mer et, dat mer kan Flih krecht? Mer topt derneven Bitb-Mettend. — b. tappend gehen, breite Fusstapfen hinterlassend, träge g. Rip. (s. o.). — 2.a. etwas, einen t., zufällig treffen, richtig tr., ungewollt richtig machen, den richtigen Zeitpunkt treffen; dau häscht et (en) grod noch (gout) getopt; dat häschte get. richtig erraten (auch ironisch) Merz, u. so Rhfrk, lrhn. Mosfrk, Malm, Schleid-Dreiborn. RA.: Lehre (lernen) kammer das net, das moss mer t. Wend-Dörrenb. Do kannschte't getopt hun! das kann dir teuer zu stehen kommen Merz, Allg. E Blinner topt alt mol en Nol (Nadel); wat soll eich net ach mol ebbes Guddes finnen! Saarl-Berus. E blend Hohn topt och alt es en Eərz (Erbse) Malm-Bütgenb. — b. einem eine t., eine Ohrfeige versetzen Saarbg-Wellen. — Abl.: die Toperei, dat Getop(s), der Toper.

be- tapen, be- täpen: etwas, einen b., betasten Allg.

Täp -:- Ahrw, Schleid, Monsch-Witzerath, Bo, Sieg-Ägid ODollend m.: 1. Sg. t. a. in der Wend.: dat wor ene gode T.; der hät ne gode T. (dran) gedohn (gemach) einen guten Griff, gute Errungenschaft, hat eine gute Partie bei seiner Heirat gemacht Allg.; er macht ein Geschäft em Täpchen schliesst es schnell ab Koch-Lutzerath (abseits). — b. Zufall Monsch-Witzerath. — 2. t:p, Pl. -pə verächtl. unbeholfener Mensch Dür; -:- Neuw-Datzeroth; tbχə Saarbr-Völkl.

[Bd. 8, Sp. 1063]

tap-achtig t:pətiχ Monsch Adj.: ungeschickt, plump, dumm. Tap-arsch Simm-Ellern m.: verächtl. unbeholfener, steifer Mensch. Tap-fuss Trier-Konz, Prüm-Weinsf m.: verächtl. dummer Mensch. Tap-hand t:p- Sieg-Geber f.: verächtl. plumpe H. Tap-sack Allg. m.: verächtl. einer, der tapt 1 a, b.

Täpel tbəl, Pl. -ələ Ahrw-Sinzig m.: verächtl. Tölpel; Adj. t:bəliχ.

ver-täpeln -:p- Sieg-Sieglar schw.: ein Kind verhätscheln.

tapern -b-, –:- Kreuzn, Saarbr schw.: 1. tapen 1. — 2. plump dahergehen Daun-OBetting. Abl.: die Topererei, dat Getoper.

Taper-jannes tbərja·n.əs Birkf; t:pər- Rheinb-Queckenbg m.: verächtl. Tölpel.

Tapert tbərt, –:-, –:p-, Pl. -də(n), –tə(n) verbreiteter als tapen, u. zwar Rhfrk (s. o.), Mosfrk (s. o.) u. Hochw, Trier ö. Stdt, Wittl, Bernk, Koch, May, Kobl, Goar-Boppard Gondershsn Holzf Weiler Werlau, Neuw-Datzeroth, dann Rip in Aden, Ahrw, Schleid, Malm, Eusk, Rheinb, Bergh-Blatzh Elsd Glesch, Dür, Jül-Barmen Flossd, Eup, Aach-Eschw Stdt Warden, Geilk-Beeck Puffend; -:- Rheinb-Queckenbg; -- Gummb-Stdt; -ā:- Neuw-Datzeroth m.: verächtl. 1.a. täppischer, ungeschickter, äusserst dummer, einfältiger Mensch, Tölpel, der zu nichts zu gebrauchen ist; den as ken T. er ist nicht dumm Wittl, Allg.; e gescheder T. Prüm-Oos. RA.: Du stehs och do wie su ne T. der zu nichts Geschick hat Dür-Lucherbg. He kriet den T. geschniden durch Schaden wird er klug Bitb, Trier, May-Löf. Der Überlegene wird dem de T. erausdreiwen ihn beim Handel übervorteilen Prüm-Mürlenb. Wen de (den sehr wenig Versprechenden, doch in Wirklichkeit tüchtigen Menschen) fir en T. käft (kauft), den deht e guden Hannel ebd. — b. Hase, Huhn mit langen Beinen Dür, Jül, Aach, Geilk (s. o.). — 2. sachl. a. Ringfinger, im F.märchen: Dat as den Daumen, dat as de Krommen, dat as de Langen, d. a. den T., do as et Fippchen Bitb. — b. Obstkuchen, Fladen Saarl-Labach.

Taperts-jann -jā:n Prüm-Flering m.: Tölpel. Taperts-klas -- Simm-Buch m.: dass.

tapertig -ərtiχ Koch Adj.: ungeschickt, einfältig, dumm.

tapertsig -bərtsiχ Wend-Zaub, Trier-Hetzerath Adj.: dass.

Tapes tbəs, –:-, –:p-, Pl. -əsə(n) Simm, Kreuzn-Heddesh, Birkf-Idar, Saarl, Saarbg, Bitb, Bernk, Koch, Eusk; t:bəs Zell-Enkirch, Altk-Horhsn OIngelb, Neuw-Steinshardt; -(:)- Kreuzn-Monzing, Neuw-Datzeroth; -:p- Ahrw-Hönning Remag Sinzig, Sieg-Ägid (u. -:-, –ā:b-, b-) Ittenb Fussh, MülhRh-Marialinden Overath; dbəs Altk (an der Sieg), Dür-Rath m.: verächtl. 1.a. Tapert 1 a. Allg. — b. schwerfällig gehender Mensch Sieg, Mülh-Rh (s. o.). — 2. t:pəsχə kosend, Füss-chen des Kindes Köln-Stdt.

tapessen d:bəsə Altk (s. o.) schw.: tappen 1.

tapessig Verbr. wie Tapes Adj.: ungeschickt, plump, dumm, einfältig.

[Bd. 8, Sp. 1064]

tapig -b-, –:-, –:p- Verbr. wie tapen u. Tapert [-:p- Ahrw-Lohrsd Remag Sinzig Stdt, Schleid-Vlatten, Eusk-Weiler, Rheinb-MüEif Stdt, Bo-Volmershv Stdt, Sieg, Köln-Stdt] Adj.: 1. ungeschickt, tölpelhaft, altersschwach, kindisch, dumm; e t.ə Kerl; en as alt kropeg, dumm on t.; de as net su domm, wie en t. aussieht; dau bas net d., äwwer rosen t. (rasend —), — domm t. Allg ; sech t. anstellen Allg. RA.: Esu t. wie e Wickelkand Saarbg. En es net sou t., wie t. gekläd Saarbg-Greimerath. — Auch von Körperteilen; en t.ə Hand, t.ə Fenger, t.ə Föss; en t. Gesech breit, plump Rip, Allg. — Wenn einem die Finger kalt sind, sind se t., steif, ungelenk Rip, Allg. — T. gut sehr gut Trier-Mettnich. — 2.a. dumpf im Kopf, schwindelig; übel; et get (es) mer t.; et es mir t. fir den Aən Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Bitb. Ze Opich (Saarbg-Apach) git et mer t., ze Besch git et mer quersch, ze Nennig git et mer bestännig Neckspr. auf diese Dörfer im Krs. Saarbg. — b. lauwarm, leicht angewärmt Saarl-Hüttersd, Saarbg-Wellen, Trier-Aach Stdt; t. warm.