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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tank bis Tannengarten (Bd. 8, Sp. 1050 bis 1052)
 
  PfWB Tank taŋk erst nach dem 1. Weltkrieg in Städten m.: grosser Behälter für Öl, Benzin usf.; Förderwagen aus Blech. — Tankschiff.

tanken I schw.: 1. Öl, Benzin aufnehmen, nach dem Nhd. — 2. scherzh. einen trinken; mer wellen noch es enen t. nach dem Nhd.
 
 
tanken II -ā- vereinz. LRip in Aach-Walh schw.: eine grössere Turmglocke stossweise im Gleichtakt läuten, z. B. Angelusläuten; zuerst mit einer grösseren Gl. dreimal hintereinander je drei Takte l.; dat T. moss mer verstoh; et ös am t.; hat et at (schon) getankt?
 
 
Tanne das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk dan, Pl. -nə [Birkf dan, –ę-, Pl. dęnə]; Mosfrk Saar da·n., Pl. -·n.ən, sonst dę·n., Pl. -·n.ən [in Bitb vielf. Sg. dēnən-, dīənənbōm, Pl. dęnən, –īə-; Bernk um Neumag Dhron dnən Sg. u. Pl. m.]; Siegld, wie Westerw, dęn, dę·n., Pl. -nə; Berg da·n., Pl. ·n.ən, doch Sol -ę-; Eup da·n., Pl. -nə; Rip, SNfrk, Klevld dę·n.,

[Bd. 8, Sp. 1051]
dęn, Pl. -ə(n) [Sieg-Leuschd dę·n.ənbōm, Pl. dę·n.ən; Mörs vielf. dę·n.ən Sg. u. Pl. m.; Klev vielf. dęrn, Pl. -nə; MGladb-Schelsen, Kemp-Dülken da·n., Pl. -·n.ə]; Demin. dęnχə, dę·n.χə(n), dę·n.tə, dę·n.(ə)kə f. [m. s. o.]: 1. im Rhfrk die Rottanne, Picea excelsa; Weissdann, Abies alba [Kiefer ist durch die Forstwirtschaft erst aus dem Nhd. entnommen]; sehr oft u. bes. in den Zs. bezeichnet Dannen Pl. ganz allg. »Nadelholz«, Dannewald, –garde; mer gehn in de D.ə; an der Nahe heisst jedes Nadelholz D., ein Unterschied zwischen Tanne u. Fichte wird nicht gemacht; im Mosfrk. ist D. die Kiefer, Pinus silv. u. die Ficht die Rottanne, Picea excelsa; Rip, Berg unterscheidet D., Picea ex., von der Fichtel, Pinus silv. (aber oft werden auch hier die Nadelhölzer ohne Unterschied D. genannt, so in Schleid-Hellenth, Bergh-Hüchelhv u. vor allem in den Städten); im Selfk, wo es keine Tannenwälder gibt, ist D. die Kiefer (aber auch alle Nadelhölzer ohne Unterschied; einzelne Rottannen auf Plätzen u. vor Schlössern Krützdänn, Greinebaum), ebenso im übrigen SNfrk u. im Klevld, oft aber unterschieden groəwe D. Kiefer, fine D. Rottanne. RA.: De geht de D.ən en hat beim Kartensp. einen Stich verloren Kemp-Lobberich. — Dännche Zimmertanne, Araucaria excelsa nach dem Nhd. Allg. (in Städten). — 2. tanəkəs, tę- (nie da-) Pl. Spanischer Flieder Klev-Kellen Keppeln Üdem, Geld-Achterhoek Kervenh Winnekendonk, Mörs-Labbeck Sonsbeck.

Tannen-agen -:nə Schleid-Lückerath Pl.: -nadeln. Tannen-apfel (s. S.) [Klevld meist dęnapəl; NBerg da·n.-] Siegld, Berg, Klevld, Erk-Genhf, Bergh-Blatzh, Köln m.: 1. –zapfen. — 2. übertr. scherzh. Kopf; einen vör den D. schlohn MülhRuhr, Dinsl, Wesel. Tannen-atzel Siegld-Eckmannshsn Eisern Grissenb Irmgarteichen Siegen f.: -zapfen. Tannen-baum (s. S.) m.: 1. wie nhd. [in Bitb vielf. »Kiefer« als Sg., Pl. dēnən]. — O D., o D, wu sall et ow noch gohn, on dann bleff dor genn Bömmke mehr stohn; se hacke so männeg B. üt de Grond en se suppe so m. Känneke Fusel in de Kont (Gesäss); o D., o D., wu sall et ow noch gohn! Geld-Schravelen. RA.: Et wachsen D.bämcher drop bei Schimmelbelag auf einer Flüssigkeit Bernk-Wehlen. — 2.a. ta·n.əkəsbø·m.kə Syringa vulg. Verbr. wie Tanne 2. — b. dę·n.əbēmχər (s. S.) Schachtelhalm, Equisetum Prüm-Dausf, Wippf; weld da·n.ə- Jül-Müntz; da·n.əbø·m.kə Rheydt. — c. dę·n.ə- die kleine Schiffswand, auf der die sog. Lecken (Schiffsdecken) liegen; er dient zum Schutz gegen das Eindringen des Wassers bei voller Ladung Mos. Tannen-berg Bitb m.: B., mit Kiefern bestanden. RA.: En as fort iwer den D., al Eise sechen (suchen). Tannen-bibelchen -bīb- Birkf-Kronw Schwollen Stdt n.: -zapfen. Tannen-birne -bīər (s. S.) Siegld-Büschergrund Eiserf Freudenbg NSchelden, Altk-Hellert NFischb, Lennep-Erlenb, Mettm, Soll, Bergh-Harff, Grevbr-Jüchen Wickr, MGladb-Giesenk, Kleinenbr Mülfort, Rheydt-Odenk, Kref-Strümp f.: -zapfen, Kiefernapfel. Tannen-blume -blō:m Monsch f.: Rainfarn, Tanacetum. Tannen-bord Allg. n.: -brett; Adj. dänne B. bevorzugt. RA.: Die es wie en D., met e paar Erze

[Bd. 8, Sp. 1052]
dropgenägelt die Frau ohne Büste Düss-Stdt. He kann dörch e D. kicke der Überschlaue Jül. He rüch no D. stirbt bald Gummb. Tannen-brecher -ęk- Ess m.: Holzfäller. RA.: He röpt wie en D. redet mit lauter Stimme. Tannen-brett Allg. n.: wie nhd. Tannen-bummer -o- Siegld-FreierGrund Wahlb m.: -zapfen. Tannen-busch (s. S.) Allg.: Tannen-, Kiefernwald; ehemaliger Truppenübungsplatz bei Bonn. Tannen-ditz Rheinb-Odesh m.: -zapfen. Tannen-dopp Bitb-Bollend, Mörs-Xanten m.: Kiefernapfel. Tannen-dorn Sieg-Troisd m.: -nadel. Tannen-dulen -ō- OBerg m.: -zweig. Tannen-dustel Siegld-Grund Helberhsn Öchelhsn m.: -zapfen. Tannen-ei Neuw, Altk, Siegld-uFerndorft, Waldbr-Bladersb, Rheinb-Houverath, abseits Saarbg-Tawern (Kiefernapfel) n.: 1. –zapfen. — 2. übertr. da·n.ęi stolzes Mädchen Neuw-Rüschd. Tannen-fink Wippf m.: eine Finkenart. Tannen-fückel -fykəl Waldbr-Hahn; -kər Hespert m.: -zapfen. PfWB Tannen-garten -gārdə Rhfrk m.: Pflanzgarten zur Anzucht von Nadelholz.