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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schauten bis schäuterfaul (Bd. 7, Sp. 981 bis 982)
 
  PfWB  PfWB Schauten, Schauter das Wort, nach jüd. schoteh, ist allg. lrhn. bis einschl Geld, Mörs, rrhn. Westerw, Sieg, MülhRh, Elbf, Düss, u. zwar Rhfrk, Mosfrk u. Aden, Ahrw vielfach audə(n), –ǫu-, –ou-, –tə(n) Sg. u. Pl. [in Saarbr, Ottw, Nahe vielfach u. in Merz-Reimsb, Wittl-Dörb, Zell-Trarb, Daun NWinkel ōdə(n); Altk-Wissen ǫutχən]; sonst ǫutə(r), –ou- [Aach-Stdt, Eup, Selfk, Geld-Hinsbeck ōtər], Pl. -ərə m.: 1. völlig verächtl. ein kein Vertrauen verdienender Mensch, der sich einfältig stellt u. verschmitzt ist, wenn es ihm von Vorteil ist; einer, der gern einen hämischen, hinterlistigen Streich spielt; weniger verächtl. einer, der nicht ganz bei Sinnen ist, munterer, witziger, zu harmlosen Streichen neigender Witzbold, Halbnarr, Dummkopf; du bes me(r) ene richtige Sch. van em Kerl Rip, Allg.; ne γecke Sch. Eup; auch Kimmelsch. MGladb-Kleinenbr [Geck; wer gerne schauerliche Geschichten erzählt Trier-Mettnich; hetziger Sch. aufgeregter Mensch Eusk-Schwerfen; Sch. tölpelhaftes Weib Jül-Selgersd; wildes, ausgelassenes Mädchen Rheinb-Schweinh]; auch von Tieren, ein Pferd, das nicht zieht u. andere Untugenden hat; e Sch. vun em Perd Bitb, Mosfrk; eine Kuh, die beim Gehen die Beine zur Seite wirft Daun-Üdersd. — 2. übertr. a. Schauden Neckn. derer von Koch-Büchel. — b. scherzh. der Vollmond May-Glees. — c. -tər Pfahl in der Weide, an dem das Vieh sich reibt Eup-Raeren.

Schauten-berger Ahrw-Brohl m.: Schauter. Schauten-binnes Neuw-Dierd m.: dass. Schauten-bippes Wittl-Meerf m.: dass. PfWB Schauten-blässe ōdəblęs Kreuzn-Stdt m.: dass. schauten-geckig  Merz-Bergen Adj.: närrisch. Schauten-krämer (s. S.) Merz-Saarhölzb, Trier-Ruwert, Wittl-Schwarzenborn, Bitb-Mettend m.: Narr, Spassmacher. Schauten-mächer Wittl-Kinh, Ahrw-Löhnd m.: Spassmacher, Witzbold. Schauten-manes -tərmā:nəs Eusk, MGladb, Mörs-Rheinbg m.: hinterlistiger, etwas närrischer Mensch, Witzbold. Schauten-mann Ahrw-Remagen Sinzig, Jül-Stdt, Düss-Stdt

[Bd. 7, Sp. 982]
m.: Schauter, bes. Witzbold oder einer, der zu allerhand Dummheiten aufgelegt ist. Schauten-narr Simm-Schlierschd m.: dass. Schauten-sack -ā- Bitb-Ritters m.: dass. schauten-voll  Bitb-Hütting Adj.: bis oben zum Rande, dicht angefüllt. schauten-warm ǫutwarm  Neuw-Rüschd Adj.: sehr w.

Schauterei ǫutəre·i., Pl. SNfrk f.: Geckheiten, Schelmerei; de Kerl es voll Sch.; mak doch net suə'n Sch.!

Schauterich -təreχ Ahrw-Löhnd Sg. t. m.: spassiger Mensch, Witzbold.

 PfWB schauterig Adj.: 1. dumm, eingebildet Eusk-Cuchenh. — 2. en sch. Messer schlechtes, stumpfes, im Stil lockeres M. Merz-Brotd; abgängig, schwach Bernk-Stdt.

 PfWB schautern Schleid-Hellenth schw.: lustwandeln, von den Juden am Schabbes.

Schautes m.: 1. -dəs, Pl. -əsə halbverrückter Spassmacher May-Hatzenport; -təs Ahrw-Neuenahr. — 2. -dəs Sg. t. Gewinn, Profit der Juden Köln-Poulh.

 PfWB schautig audiχ, –ǫu-, –tiχ Rhfrk, WMosfrk Adj.: durchtrieben, hinterlistig, etwas verrückt, witzig, gern Spass machend.
 
 
Schäuter das rip, sndfrk. Wort ist lrhn. von Malm-Bütgenb Nidrum, Schleid-Udenbreth Dreiborn Hellenth Marmag, Rheinb-Schönau, Eusk-Zülp bis NRand von Heinsb, Kemp-UWeiden, Geld-Hinsbeck, Kref-Osterath, Mörs-Hombg, rrhn. von SRand von Sieg, Waldbr-Wildbg, Altk-Wissen an in Sieg, WWaldbr, MülhRh bis Sol-Leichl verbr., u. zwar tər [-øy- Eup, Köln-Stdt; -øt- Eusk-Dirmerzh, Rheinb-GrBüllesh; təl Dür-Geich, Waldbr-Wildbg] Sg. t. m.: 1.a. dünner Stuhlgang beim Vieh, überhaupt bei Tieren, dann verächtl. oder scherzh. auch beim Menschen, bes. von Kindern; de Koh (et Peərd, et Kengk) hät de Sch. Allg.; de K. es an der Sch. Heinsb. — b. Lehm, Morast, der sich über die Strasse, den Weg, breitet, nachdem starker Regen diese aufgeweicht hat. — 2. übertr. al Schötel verächtl. a. alte Kuh Waldbr-Wildbg. — b. ärm Schäuterde armselige Person Schleid-Hellenth.

Schäuter-arsch MülhRh-BGladb m.: verächtl. dünnmistende Kuh. Schäuter-biest -bī:s(t) Jül-Tetz, Heinsb-Lümb n.: verächtl. dass. Schäuter-büchse -bøs Eup f.: verächtl. dass. Schäuter-endivie -andī:f Schleid-Marmag f.: verächtl. Schimpfn. für ein Weib. schäuter-faul -vūl  MGladb Adj.: ganz f., verrottet.