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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schaukel bis Schaulhut (Bd. 7, Sp. 975 bis 976)
 
  PfWB Schaukel augəl, –ǫu-, –ou-, –kəl, Pl. -ələ, –əln ist nach Wk. VII 22. (s. auch Wk. im Siegld Wb.) im ganzen Geb., hier dichter, dort vereinzelt, meist mit andern Synon. angegeben; am dichtesten im Rhfrk, Mosfrk, Westerw, Siegld [-y- Bernckempf, Koch-Düngenh, May-NMendig, Ahrw-Neuenahr Remag Walporzh, Prüm-Plütschd, Bo-Jmpekoven, vielfach in Neuw, Altk-Peterslahr, Sieg-Hangelar Scheiderhöhe s. auch Schockel, Schöckel, Schuckel, Schückel] f.: 1. wie nhd., meist aufgelegte Balkenschaukel (die Hängeschaukel meist besondere Namen, wie in Neuw Führe); sech (äne) of der Sch. schaukele; of der Sch. setze Allg. — 2. -ǫug- dickster Klicker aus Eisen oder Stein Zell-Irmenach Lautzenhsn Sohren, Simm-Klosterchumbd, Birkf-Oberst.

Schaukel-gappe -gap Birkf-OHosenb f.: Schaukel 1. Schaukel-klicker Meis-Merxh m.: Schaukel 2. Schaukel-pferd (s. S.) Allg. im Geb. von Schaukel n.: wie nhd. RA.: Der verdräht de Auen wie en Sch. Saarl-Wadgassen. Schaukel-wiege (s. S.) Sieg-Krautscheid, Daun-Lissendorf f.: alte Art der Kinderwiege mit Schaukelkufen.

 PfWB schaukeln Laut u. Verbr. wie Schaukel schw.: 1. wie nhd.; einen, sich sch. — 2.a. übertr. mit dem dicksten eisernen Klicker nachwerfen, spielen Wend, Birkf, Meis, Simm, Zell-Sohren, Bernk-Allenb. — b. den Wurfklicker vom Malstrich aus langsam rollen lassen, was verboten ist ebd. — c. (an-, heran-)geschaukelt komme langsam u. wiegend herankommen Allg. — Abl.: die Schaukel(er)ei, dat Geschaukel(s).
 
 
schauken -ǫuək- Gummb-Stdt schw.: krampfartig aufstossen nach dem Weinen, von Kindern. — Abl.: die Schauəkerei, dat Geschauəke.
 
 
schäuken -øyk- Sieg-ODollend schw.: Löcher graben, zur Anpflanzung von Waldbaumpflänzlingen.
 
 
schauker aus der Judenspr. MGladb Adj.: minderwertig, von Sachen.
 
 
schaukig -ǫug-, –øy- Siegld-Holzhsn Adj.: empfindlich, wählerisch im Essen.

Schaul I = Riegel s. Schalte bei schalten; Schaul II = Schutz vor Regen s. schaulen; Schaul III -o·u.- = Schule (s. d.); Schaul IV s. Schaule; Schaulder = Schulter (s. d.).
 
 
Schaul V im Namen des Waldgespenstes Schaul Schöd Merz-Bachem. Bed.?
 
 
Schaule das Wort ist nach Wk. VII 20 oft neben ū·ə.r in Köln-Bachem Widdersd, Bergh, Dür, Jül, Malm-Bütgenb, Aach, Geilk, Erk, Grevbr, MGladb, Heinsb verbr., u. zwar in den rip. Geb. ū:l, ebenso in Geilk, Heinsb, SErk u. NWErk, Geld, Kemp; u·l. Dür-Gürzenich Lucherbg Pier, Jül-Barmen Broich Flossd Gereonsw Gevelsd NMerz, Aach, SGeilk, Grevbr, MGladb, Erk; Pl. -lə(n), –·l.ə(n) f.: 1. Regen-, Hagel-, Schneeschauer; en Ren-, Hagel-, Schnisch.; en Hommelsch.

[Bd. 7, Sp. 976]
Gewitterschauer; en döchtege (got) Sch.; en (wärm, kal) Sch. Ren; wər krigen en Sch. Renge; dat woər en Sch., die kiəhrt op et Fell Allg. — 2. übertr. en schlechter Sch. schlechte Laune Malm.

Schaul-regen u·l.r:n Aach m.: Regenschauer.

Schaulen = Schulden (s. d.); schäulen = schelten (s. d.).

schaulen I riegeln s. schalten.
 
 
schaulen II das Wort, entsprechend ndl. schuilen, mhd.  Lexer schûlen, mdl. ūlə SNfrk; -u·l.- Bergh-Blatzh, Aach, Jül. MGladb-Rheindahlen, Dür, Malm, Daun-Neroth 1860 (ganz abseits), Kemp-Stdt, Geld, Mörs-Wallach Repelen, Klev, Ruhr; -y·l.- Aach-Büsb Breinig Walh, -y- Klev schw.: 1. absol. u. sich sch., vor einer Regenschauer irgendwo im Freien, etwa unter einem Baum, Schutz suchen (auch Schatten aufsuchen Geilk-Baesw); mer wellen us onger ene Bom sch.; komm, mer sch. us; die wore onger der Bom an't sch.; ech hau (hatte) en dat Hus geschult Rip, Allg. RA.: Henger enem ale Stock (al Stick, ale Bom, ongerm ale B.) es got sch. gesagt, wenn ein armes, junges Mädchen einen alten Mann heiratet, auf den man sich gut verlassen kann; achte auf den Rat der Eltern u. Lehrer, er wird dich vor Fehltritten bewahren Allg. (irgend etwas verkehrt machen u. es dann so hinstellen, als wenn eine alte Person, der man das zutrauen könnte, die verkehrte Handlung begangen hätte Malm-Bütgenb). Bei döm es geng Platsch (Platz) för ze sch. der kennt kein Mitleid Aach-Stdt. Gott help de Lüj, die en't flake Feld sind, sag de Foss (Fuchs), duər schulde hen sech onder en Schmel Geld. — 2.a. verborgen sein, in der Wend.: Do schullt jet henger (ochter) es steckt etwas dahinter Aach, Heinsb; et schullt net vell häənner dem Malm. — b. pausen, warten (im allgemeinen Sinne) Eusk-Zülp (abseits). — Abl.: die Schulerei, dat Geschul(s).

be- schaulen: beschullt stohn im Regenschutz Klev.

Schaul u·l. SNfrk; -ū- Geld-Achterhoek Leuth Straelen Sg. t. n.: Schutz vor Regen; Sch. söke (suchen); in Sch. goəhn, — stoəhn. RA.: Et es ävel Sch., sät de Foss (Fuchs), du soət he achter en Schmel (Schmiele, Grashalm) Geld-Leuth.

Schaul-hauf ū:lhōf Bergh-Glesch m.: um einen Kuhfladen üppig wucherndes Gras. Schaul-hut u·l.- Geld m.: Schutenhut (vor 80—100 Jahren).