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Rheinisches Wörterbuch 
 
Sau IV bis Saubirne (Bd. 7, Sp. 762 bis 772)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Sau IV das Wort ist im allg. im ganzen Geb. verbr. (wenn auch in best. Teilen nur als Schimpfwort); in der Bed. freilich unterscheiden sich die Geb.; Rhfrk sau, sǫu, Pl. sai, sęi, Demin. saiχə, –ęi-; Mosfrk zǫu, –ou [ Merz-Konf Rappw, Saarbg-Tawern; zøy Wellen Winchering; Greimerath NZerf; Bitb-Sinspelt], Pl. zę·i., Demin. zę·i.χən u. im WMosfrk auch -ęχ-; Rip, Nfrk zou [zūə Gummb-Belmicke Bredenbusch Bergneustdt Neuenothe Pernze Stdt; Prüm-Ormont, Schleid-Berk Ripsd Schmidth, Geilk-Würm, WSelfk, ErcklGladb,

[Bd. 7, Sp. 763]
Kemp-Dillr, Dür-Dhorn Niederau Winden, Jül-Aldenhv Calr Gereonsw (zōw) Titz, Monsch-Höfen Zweifall (zōw), Aach u. Geilk vielfach (daneben zōw), Erk-Boslar Katzem Lövenich Merbeck, MGladb-Geistenbeck Korschenbr Odenk, Grevbr-Beckr Hoppers, Kemp-SHubert]; Pl. zø·y. [OBerg auch zouən], Demin. zø·y.χə (-kə) [Rip. auch zχə] f.: 1. Bedeutungsinhalt des Wortes, je nach Geb. a. im Rhfrk, uMos., OEif, Westerw, wo das Wort Schwein fehlt, bedeutet S. das in der Mast liegende Schwein schlechthin, ohne Rücksicht auf das Geschlecht, auch Wutz genannt; dazu Muttersau, die Junge (Frickeln) hat (das junge, noch unberührte Muttertier ist die Los oder Mok, Mucke; s. Wk. V 27; Eber Watz, Schapp, verschnitten Barg, verschn. weibl. Tier Gilze). De Sei gehn aus werden auf die Weide getrieben; mer schlachte alle Johr zwo Sei. Der Pitter, der P., der hät drei fette Säu, zwing (2) Bäre (Eber), zw. B. on och en Muck dobei Altk-Willr. — b. im WMosfrk, wo für den Allgemeinbegriff Schwein gilt, ist S. das Mutterschwein, das Junge hat (das Muttertier heisst auch Zielsau, Muck, s. Wk V 27). Wann die Sau nummen (nur) e (ein einziges) Ferkel hot, get et geschwinn e Schwein Trier-Schleidw. Warum wihlt (wühlt) et Schw. op dem Bodem? Et schämt sech, weil sein Motter en S. as ebd. Gebotzt (fein gekleidet) wie en S. mat siwwe Ferkeln Trier-Thomm. — c. im Rip., Nfrk, das für den Allgemeinbegriff Ferken hat, ist S. das Mutterschwein, das mehrmals geworfen hat oder augenblickl. Junge hat (Kriem unberührtes Muttertier, aber auch ein solches, das zum ersten Mal geworfen hat); en Sau met zehn Ferkele; doch gilt im Rip S. neben Ferken auch für den Allgemeinbegriff, doch mit dem Unterschied, dass en S. stets ein in der Mast fortgeschrittenes, fettes bis voll-fettes Tier bezeichnet; Wellste et Leəve ömmer neu, gelt (kauf) dech drei Ferkes on mak se ze Säu! MGladb-Rheind. [Im SNfrk, wo Kriem u. Gelte (nordwestl.) das unberührte Muttertier bedeuten, gilt dafür jong Sau in den Städten u. Umgebung, so Kref-Stdt Linn Oppum Ürding, MGladb-Rheydt; in einem östl. Geb. in Grevbr gilt Kriem auch für das alte Mutterschwein, das mehrmals geworfen hat, u. Sau fehlt dafür, es gilt nur noch als Schimpfw; oft freilich steht S. auch neben Kr.; es fehlt aber in Geilk (Selfk u. Heinsb), wo Kriem beide Arten des weibl. Schweines bezeichnet]. — Das Klevld hat neben S. meist Sog (s. Suge). — RA.: zu 1 a—c zu S. »Muttertier«; de S. es bierig; rollig, spielig, winnig brünstig; de S. drive zum Eber führen; de S. hat gebiert ist gedeckt; de S. hat geworfe (gejungt), — verworfen bei Fehlgeburten (s. d. W.). Aus es aus, hat der Gälzer (Kastrierer) gesat, do hatt er der S. de Schwanz ausgeress Saarl-Niedaltorf. Dann lon mer et dobei, hat der G. gesat, do wor de S. kaput ebd. A.: So, dat wör gedonn. B. Sau, sät der Bier (Eber), do honge (hing er) op si Motter spottend dem gesagt, der mit Nachdruck »so« sagt Grevbr-Jackerath. Der es et

[Bd. 7, Sp. 764]
iərschte Kütte (Ferkel) never de S. er drängt sich vor Aach. Wer zom iərschte Mol en de Stadt kömmt, mott de stenerne S. sugen (saugen) er kommt leicht auf dem Pflaster zu Fall Düss-Benr. — Zu S. schlechthin. En S. os en S., on war (wohin) mer se deiht, on wenn mer öər sugar Ruəse streut gesagt von einem den besseren Kreisen angehörenden Menschen, der zotet Schleid-Reifferschd, — un wann se mäm Zilinder em Bett lig Neuw-Asb, — un wann se uf de erschte Osterdag uf die Welt kimmt Simm-Horn, — un wann se ach (auch) e golde Halsband im de Hals hot ebd., — un wann se en Spötzenhauf (-haube) on en Sp.unnerrock unhot Trier-Schleidw. — un bleift en S., un wemmer se och mät der Kutsch en de Kärch (Kirche) fihrt Neuw-Steimel, — da kemmer se wengen (wenden) on drähne, wie mer wellt Sieg, — da k. se no Paris schecke Köln-Stdt. Sei sin S., ze Kuwelenz (Koblenz) (ze Trier) wie hei, un wanmer se dreibt bis Trier, sin's immer noch hässliche Dier Hunsr, — wie lo hei, un wenn se och gelle (goldene) Halsbänner onhon Bernk-Thalfang. Säu sin S., mer halden uns Sache rein! wollen mit Schweinhunden nichts zu tun haben Köln-Stdt, Bo. En S. eas got eam Stall, awwer net ean de Kech (Küche) May-Polch. Lang Säu on korte (kurte) Perd zehje got lange Schweine ziehen gut an der Waage, wiegen schwer Ahrw-Sinzig. So alt wird ken S. en der Efel er hat ein hohes Alter Schleid-Dreiborn, — em berschen (bergischen) Land Bo-Liessem. Esu söcher (sicher), as de Säu secke (seichen)! Beteuerung Schleid-Dreiborn, Eusk-Billig. Dat küt drop an, wie de S. ze lige küt das kommt auf die Verhältnisse an Eusk-Dirmerzh. Wa mer en S. kitzelt, dann let (legt) se sich en der Dreck Köln-Stdt, Heinsb. En S. fihlt sich am wohlsten, wenn se sich am (im) Dr. walige kann Trier-Ld. En S. wälz sich em Dr. (Mes Mist), un wann se e golden Halsband dräht (trägt) Köln. Wänschelt sech de S. em Kömpel (Tümpel), bruchs du et net nozemache Rheinb-Neuk. Dau wärscht en gout Armmannssau gean, dau hättscht jeden Dreck fonn (gefunden)! zu dem, der es versteht, hinter Geheimnisse zu kommen Merz-Nunk. Wanmer ene Dr. hät, kammer en nit für den Säuen erhalen (erhalten) wenn man ein Missgeschick, etwas Unangenehmes hat, kommt es in das Gerede der Menschen MülhRh. Gangk möt de Säu em Dreck wöhle! zu schmutzigen Kindern Sieg-Ägid. Mer meint, en S. hätt do gekratz (gescharrt) so schlecht ist die Schrift Ahrw-Sinzig. Mer m., de S. hätt dech gewöscht (gewaschen) on et Ferkel dech afgedräut (-getrocknet) zu einem schmutzigen Kinde Aden. Komisch, wenn en S. lach, ävver noch doller, wann e Perd en der Weg (Wiege) lit Rheinb-Queckenbg. En Sau rüch (riecht) der Mes (Mist) üvver de Heck Köln-Stdt. Dem O.beinigen kann en S. durch de Bän lafe Simm-Crastel. Dem ös de S. möt dem Berrelsack derdur er kann betteln gehen Altk-Helberhs. Do bissen sech de Säu öm de Morgessonn das ist eine Gegend hinter dem Mond Sieg-ODollend. En S. biss de andere af der

[Bd. 7, Sp. 765]
eine sucht aus Missgunst den andern zu verdrängen Bergh-Blatzh. En got S. friss alles Rip, Allg., — fr. sech dörch alles Aden-Hümmel. Wer sech unger de Kleie (et Oos) mengk, den fressen de Säu, — wird von de S. opfresse Rip, Verbr., — onner de kläne Grumbere Hunsr., — onger de Ferke m., wiərd van de S. opfreisse Dür-Gürzenich. Ber ze got eas, den fressen de Sei May-Trimbs. Wo der Säu vill sen, do fällt et Gespöls (Gespüle als Futter) (et Geschlabbers, Geschläpps) dönn bei grosser Kinderzahl Rip, SNfrk. De fulste S. hät immer der grösste Trog Köln-Stdt. Jed S. soll bei ihrem Tr. (Komp) bleiwe jeder soll den ihm im Leben angewiesenen Platz behaupten u. ausfüllen, auch Warnung vor einer Mischehe Rhfrk, Saar. En schlechte S., de ehre Tr. nit feg nicht alles auffrisst Köln-Stdt. Wat bes du doch für e Ferke, sat der Bur für sing S., do stong se met bedse Ben em Tr. Jül. En blann (blinde), schääl S. fend och alt emol en Ächel (Eichel) Mosfrk, Allg., — alt en Loch zu dem, der den Faden nicht sofort in das Nadelöhr hineinbringen kann Sieg-Ägid. Redd mer nit vun Geld, de Säu mügen et nit! Köln-Stdt. Än S. eas satt, de anner stisst de Maul of de Trapp! gesagt, wenn einer bei Tische rülpst May-Trimbs (s. weiter bei satt). Wenn de Säu satt sind, schmiten se den Trog öm Mettm. En s. (voll) S. hat se Lewe noch net gewosst, be et er hungerege ze Mot eas May, Rhfrk, Mosfrk, Rip; en fette S. wess net, we't ener magere (de Fasele) ze M. ös Eusk-Billig. Die Bäcker sen die, die su vell Säu fett mache Eusk-Dirmerzh. Von Millersch Sei on Häre (Pastors) Käch (Köchin), do bleift mer weg Prüm-Ringhuschd. Der (dicke Mensch) gôf en S. Sieg. Wo durch Heirat Geld zu Geld gekommen ist, lo as en fetter S. den Orsch (met Fett, Schmalz) geschmert gen Bitb, Trier. Der deht kener S. en Dor (Tor) op er ist sehr stolz MülhRh, Berg. De S. wegen dem Speck (Stall) holle eine reiche Frau aus Spekulation heiraten Schleid-Hellenth, Prüm. Wer ken S. hät, kreit och k. Wurscht Altk-Wissen. — Säu sollt er zehje, dann hätt ühr besser gedohn! zu Leuten, die sehr ungezogene Kinder haben Sieg. De Säu erusdrive auf die Weide, — höde hüten, was der Dorfhirt (Säuhirt) besorgte (veralt.); Deutung des Hirtensignals: Frau, loss de S. eraus, der Pitter (der Hirt) kemmt, der P. k., eraus, raus, r.! Wittl-Hetzerath. Die Sei gehn aus (2mal), de Hirt, der dreibt se de Berg enaus! Nahe. Der Sei eraus (zweimal), sost kehr ich eich de Wolf in 't Haus! Bernk-Thalfang. Ihr Leitcher, losst de Sei eraus, de Seiert hät geblose! Neuw-Dierd, — heraus, der Vatter setz em Wirtshaus, de Motter kann net tute (blasen), tut, t.! May-Kollig. Pidder, P., Pinn, drif de S. erin; küt en gebroən (gebratene) Wurscht erus, P., die is din! Waldbr. Här (Herr) es H., Jung (Knecht) hal de Sei im (eruus) Rhfrk, Mosfrk. Du drifs wahl widder de Säu us! treibst wieder Zotereien Sieg. Wer ken Speck on Eier mach, der drif seng Säu no Hemmerschbach Neckspr. auf Bergh-Hemmersb. De S. en der Garde dohn den Bock zum Gärtner machen Schleid-Wildenbg. Die

[Bd. 7, Sp. 766]
Elldere Mad (Magd), die geftige Krad, die drif de Säu de Porz (Tor) erus Neckspr. auf Dür-Eller. Ech höuen (hüte) nich de Säu üm de Knetteln tue nichts umsonst Wippf (nfrk.). De os esu frech, als wemmer em de Säu gehot (gehütet) hätt Ahrw-Ramersb; er deht, als wenn en met mir de S. g. hätt bezeigt keine Achtung; ech han met dir net de S. g.! damit wehrt man unerwünschte, vertrauliche Annäherung ab Allg. We sech bi de S. vermed (vermietet), de moss och höre (hüten) wer sich in schlechte Gesellschaft begibt oder in eine schmutzige Sache einlässt, der muss auch die Folgen tragen Siegld. Einem Kinde de Freckeser (Waldbr-Freckhsn) Säu wisen es am Kopfe in die Höhe heben Waldbr-Gummb, — de Hübender (Gummb-Hübender) S. w. Gummb-Driesch. Der wess de S. ze fihren (führen), dat se nicks of de Bännel (Strick) micht er weiss seine Sache so zu führen, dass ihm kein Nachteil erwächst Siegld. Der schleht dren we Hoppian (ein Schweinehändler) en de Säu er übertreibt Schleid-Dreiborn. Wat nötzt der S. e golden Halsband! Köln-Stdt. Dat es grad, äs wann mer er S. jet Ruse streut das ist zwecklos Rip. Mer männt (meint), der hätt der S. die Ferrer (Schreibfeder) on de Schwanz gebunn er hat schlecht geschrieben Wend-Berschw. En hot der S. um (am) Orsch gepidelt (gestochert) in ein Wespennest gestochert Trier-Mehring. We mer der S. def (tief) en de Arsch fehlt (fühlt), fend mer Dreck wenn man nicht Mass zu halten versteht u. überspannte Forderungen stellt, hat man keinen Erfolg Neuw-Datzeroth, Kobl-Bend. Ech han Honger, ech könnt der S. e Stick us em Arsch bisse! Rheinb-Queckenbg. — Dem de S. es, der pack se mem Stetz (Sterz)! Dür. Met Gewalt kammer en S. beim Schwanz erumhewen Mos. De S. schlachte, bröhen, sengern, schrappen, ushauen (s. d. W.). A.: Leck mech em Arsch (abschl. Antw.)! B.: De Säu werde net mih geleck, die w. geschrapp! Bo, Kreuzn; de S., die dich gemach hot, kann dich ach (auch) lecke! Simm-Laub. De Säu on de Schof (Schafe) schere alles haben wollen Schleid-Scheven. Viel Geschrei un wenig Woll, sat de Deiwel, do horre e S. geschor Hunsr. De lät (lässt) et Metz (Messer) en der S. steche vollendet seine Arbeit nicht Sieg. Was haben wir gekocht? Antw.: E Steck van er kapotene S. May-Bell. — De hät op ener (fette) S. geredde hat O-Beine Sieg; de könnt got en f. S. regden Bitb-Outschd. Dat schnüwt, dat stüwt, had de Fuss (Fuchs) gesat, do kom her op er S. geriən Gummb-Berghsn. Uf der S. mächt (möchte) mer fort! Ausdr. des Unwillens Kreuzn. Der hät för drei Perd Ossendünn (Ochsendünn, Mist) on baut (pflügt) met er S. der Grosssprecher, der wenig Land hat Wippf. Der unzufriedene Bauer, der nur dicke Kartoffeln erntete, klagt: Jetz hommer kä kläne vur die Sai! Rhfrk, Allg. — In Vergleichen. Dreckig wie en S. Rip, Allg. Gefrässig wie en S. Rheinb-Dünstekoven. Ich sein hongrig bie en S. Aden-Wanderath, Kobl, Bernk, Voll (bezecht) wie en S. Allg. Su deck (fett) wie en S. Allg. De best so krumm wie us S.,

[Bd. 7, Sp. 767]
die net fer de Dir (Türe) kemmt Bernk-Thalfang. Et rent (regnet) esu schef (schief), wie de Säu secken (seichen) MülhRh-BGladb; de Fur (Furche) as su kromm, wie en S. secht (seicht) Wittl-Neuerbg; — eso richt (grade, iron.) wie en S. s. Trier-Mehring. So büs (zornig) wie en S. Neuw-Rodenb. Er ös su domm wie et Hinnerschte von er S. Altk-Bachenbg, Waldbr-Wildbg, — wie en S. sächt (seicht) Birkf-Idar; du bös noch ze d., für möt er S. ze danze (on wenn mer em et Schwönzche (de Rüpper Schleid-Dollend) en de Hand git) Rip, Allg., — on wonn er de Schwonz im Maul hot Saarbr-Ottenhsn, — für ener S. us em Weg ze gohn Rheinb-Meckenh, — öm an en S. ze freie Dür, — met en S. us em Troug (Trog) ze fresse Jül-Inden. He es su staats (fein gekleidet) wie en S., die ne Krag ömhät Schleid-Glehn. Dat sieht aus wie en S. em seide Halsdoch Neuw-Segend. So stolz wie en S. met äner Dätz (Titt) Rhfrk, Mosfrk, — met äner Manz Trier-Brauershsn, Merz-Krettnich. De hält (dräht) de Nos esu huh be en bierig (brünstige) S. er ist stolz Mos, Daun; e Gesicht (so böse) wie en b. S. Trier-Mehring. Der mächt e Gesicht, as wann e sell Säu greife May. Der mat e Paar Oge wie en S., die sechten (sieben) hüərt MülhRh-Marialinden, — als wenn en S. an er Bretzel fresst Waldbr-Hahn. De hät Paar Uhre su gruss bie en S. Neuw, Allg.; er (dat) seiht aus wie e S. mer änn Ohr Saarbr, Ottw, Birkf. Er hat e Nas wie en alt S., er schmackt (riecht) de Dreck iwwer nein (9) Zein Saarbr-Lauterb. Der hat en Bart wie en S. Aden-Nohn. Er schwitzt (stinkt) wie en S. Goar. Den laustert wie en S., die an't Wasser (de Bach) sächt (seicht) Saarbg, Rhfrk, Mosfrk, — die an't Strih s. Trier, Bitb, Prüm, — die an de Komp (Trog) s. Bitb-Dahlem, — wie en bierig S. Bitb-Wiersd; der lort (lauert) wie en S. durch de Bunnerome (Bohnenstangen) Köln-Stdt. De wöhlt wie en S. Aden-Nohn. Se lafe (laufen) durchenanner be en Herd Sei May, Allg., — de S. am (im) Brochmond Prüm-Birresborn. Se lofe (eile) wie de S. en't Metz (Messer) Eusk-Billig. De löf övver en Se (Seite) wie de Säu, de Morre (Möhre) krige Bergh-Blatzh. Dau springst lo drin wie en S. in de Äppelbrei Bernk-Commen. De lisst (lässt) sech drofallen äs wie en S. on de Brih (Brühe) Malm-Amel. Der geht demit (mit äm) im wie de S. mir em Berelsack behandelt einen Gegenstand, mich schonungslos Rhfrk, Mosfrk, — met em Bessemstiel Bernk, — mem Knappsack Köln-Stdt. De setz am Desch we en S. am Trog ebd. Er geht vom D. wie en S. vom Tr. Eusk. Der fresst wie en S. Allg. De frisst alles wie en mor (mageres) Seiche Goar-Weiler. De fresst, dat em de Orsch ofstaht be er duder S. Koch-Lutzerath. Der fällt drop wie en S. op den Trog Sieg, — üvver et Eisse we en S. en den Tr. Schleid-Ripsd, — en S. ü. ene hesse Brei Schleid, Saarbr; de felt dran (schläht dr.) wie en S. an (in) de Wässebrei (Weizen-) Bitb-NWeis. E kemmt sich fir wie en S. op der Kleiebitt (-bütte) Trier-Euren. Er kreischt wie de S. am Messer Birkf. Sech uəstriche

[Bd. 7, Sp. 768]
wie en S. sich beschmutzen Schleid. De schreift wie en S. schlecht Mosfrk, Allg. Et Gleck stiht em op wie er duder (gesengder) S. den Orsch Trier, Wittl. — Negativ: Et steht em wie er S. en Spetzenhauf (-haube) Mosfrk, — en Schlofhauf Simm-Leideneck, — en Bendhauf Kobl, — de Schlofmetsch Wittl-Bettenf, — de seide Schleier Daun-Tettschd, — de Krun (Krone) ebd., — en Kaputz May-Kollig. — dat Komodchen (Haube) Daun-Strohne Messgewann May-Kollig, — e Brostbeile Zell-Senh, — en Saddel Rhfrk, Mosfrk, — en Hame (Kumt) Koch-Greimersbg. Dat sieht aus wie en S. mot em Brell Aden-Kaltenborn, — em Zilinder May-Burgbrohl, — mit de Bucks (Hose) Dinsl-Oberhsn, — met em gelle (goldenen) Halsband Trier, Verbr, — äs wammer en S. op en Klocht (Feuerzange) hängt, — wenn en Kl. üvver de S. hängt Berg (s. weiter bei Klucht). Do verstehs de esu vill von wie en S. vom Safranfresse Sieg-Scheiderhöhe, — van er Huhmess Neuw-Asb. Der hot devun so viel Verstand (versteht so winnig devun) wi de S. vum Hau (Heu) roppe (fresse) Simm, Goar, uMos, May. Et leit em an be er S. et Heikaue er hat Unlust zu etwas May-Trimbs. Do häs en Gescheck wie enne Jüdd zom Säuschlachte Köln. Er kimmt so willkommen (gelegen, recht) wie en S. en en Judenhaus Rhfrk, Mosfrk, Köln-Stdt, Mörs; he fel (fiel) heren wie en S. en't J. MGladb; ich kom a, wie de S. fer de Jerredeer (Judentüre) Siegld. Der Ungebildete, Ungehobelte es met Feinheit beloden wei en S. met Bomwoll (Baumwolle) Bernk-Wintrich. Der hät Kurasch (Mut) wie en dut S. Sieg-Thomasbg. Das Tier macht sich wie Thele Seiche es magert ab Kobl-Waldesch. — Den Begriff verstärkend: Et es su kalt (heiss, düster, deck, schwer) wie en S.; et rent (regnet) (fällt) wie en S. Simm, Goar, Mos, May, Neuw, Rip, Erk-Merbeck. — Im Kinderld. Seht ihr net de S. em Garde; s. ihr net, wat deiht se; s. ihr net de Härekouch (Pastors Köchin); s. ihr net, we schleiht (schlägt) se; s. ihr net, we fresst se (die S.) de Muhre (Möhren), s. ihr net, we spetzt se de Uhre (Ohren); s. ihr net, s. ihr net, s. ihr net; wat deiht se? Schleid-Berk. Serrer (seht ihr) net de Söj em Garde, s. net, wie wöhle se do; s. net de Schare (Schaden) ei, de se do verrechtet ha? beim Auffangen des Balles gesagt Siegld. Verzeh Da vor Fasenacht hot mei Vatter e S. geschlacht; v. D. deno is nicks meh do Wend-Ulmet Der Rau, der R., der re (ritt) op siner S., do lef (lief) de S., do fel (fiel) der R., do sat der R.: Karnalisch S.! Waldbr. — Rätsel: Huh, hong ich, h. fel ich, do komen vear horig Bän on drogen de h. Hongich häm? Eichel u. S. Koch. — d. de well S. α. Wildschwein Allg. im waldigen Gebirgsland, wo sie vorkommt (im Schwein-Geb. et weld Schw., in Kobl-Bend auch well Wutz); in der Jägerspr. op Säu jagen; op de Saujag gohn. RA.: Der hot en Bort wie en well S. Westerw. Er purrt to erim wie e w. S. der Hastige Simm. Einem Kinde de well Säu wisen es am Kopfe in die Höhe heben Gummb-Faulmert. Die spille de Oper us der welde S. sind sehr wüst Köln-Brauw.

[Bd. 7, Sp. 769]
β. Kellerassel Saarbr, Wend, Birkf-Idar, Simm-Ebschd Kirchbg, Bernk-Berglicht Rapperath, Koch-Lutzerath, May, Aden, Ahrw, Siegld-Würgend, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Bergh-Blatzh. — γ. Beerenwanze Dür. — 2. übertr. a. persönl. auf Menschen übertr. α. schmutziges, schlampiges Weib, auch Kind, Mann; du bes en (richtige) S., — en dreckige S., — en al S., du S., wie häste dech erusgemach (beschmutzt)! Rip, Allg. RA.: Wer sich seiner Sauberkeit rühmt, in Wirklichkeit aber gar nicht sauber ist, war vun Geher (Gehör) en fein S. Simm-Laub. De Säu (gemeint die Mägde) gonnt em Dreck us on en beim Wechsel auf Lichtmess (2. II.) Dür. De hät och en S. gehirot öm des Trogs wellen er hat eine schmutzige, wenig taugliche Frau des Vermögens wegen geheiratet Sieg, Verbr. Et Geld (das die Frau mitbrachte) get sich aus, de S. bleift em Haus Kobl. Mer hat rasch en S. am Lif (bei Mussheirat), ävver net r. widder herus Sieg-Thomasbg. E propper Mädchen, awer die S. sächt (seicht) an't Strih Bitb-Gindrf. Dat M. es su dreckig, do kann mer S. drop schrive Sieg. Gespräch zweier Stromer: Nu pass op genau: du hitts (heissest) mek S., un ek hitte dek Ferken, dat de Lü (Leute) nicks merken! Gummb-Berghsn. — β. eine sittlich anrüchige Frauensperson, ein solcher Mann u. Zotenreisser. RA.: A.: Du bös en S. zum Zotenreisser. B. (dieser): Dat ös geloge; en S. hät vier Ben on de Stetz (Sterz) hönge, on ech han zwei B. on de St. füər Rheinb-Meckenh. Säu sen och Löck Schweinehunde Sieg-Odollend. Mer han en S. wenniger, on dir kret er en mih wenn ein schlechter Mensch zur andern Konfession übertritt Schleid-Hellenth. — γ. mit Beiwörtern; en decke S. dickes, schlampiges Weib Bo, Birkf; dau best en richtig mor (mager) S. der alles ohne Unterschied isst Goar-Weiler; en voll besoffe S. Trinker Rip; en faul S. träges, schlampiges Weib Rhfrk, Mosfrk, Rip; en well S. tolles, ausgelassenes Mädchen, ungestümer Mensch May-Kottenh, Rheinb-Kirchh; en rüh (roh) S. dass. May-Kürrenbg; krackeg S. Streitsüchtiger May-Polch; en al gesengt S. widerwilliger Mensch Bitb-Gondorf. — δ. Pl. Neckn. derer von May-Burgbrohl, Aden-Wershv, Ahrw-Remag. — ε. ken S. niemand (diesen Begriff verstärkend); dat (diese Schrift) kann k. S. lese; do kann k. S. klok (klug) drus werde; ech dohn kener S. de Dür mih op; der wiərd van kener S. mih besehn Rip, OBerg, Mosfrk, Simm. — En S. jeder; esu kann en S. met em Affekat spielen von einem, der alle Trümpfe beim Kartensp. hat Bitb; met dem (dem guten Tänzer) kann en S. danze Rip, Allg. — b. sachl. α. ein Stein, Holzklotz, Hornschuh, Dose, die beim Sausp. getrieben wird, deshalb auch das Spiel benannt: de S. schlohn, kloppe, drive, jage, höde (hüten) Allg. (s. d. W.), tuppe Monsch-Rötgen, kraue Eup-Raeren, küsele Heinsb-Erpen; (de) S. spillen Allg.; Heckesau sp. Koch-Lutzerath; Hurrsau sp. Nahe; Hussau sp. Ottw; Hossau sp. Birkf; Ballesau sp. Goar-NGondershsn; de well S. drive MülhRh, — jage Aach-Eschw; de Watz dreiwen

[Bd. 7, Sp. 770]
Merz-Mettlach; Kuz drive Sieg-Scheiderhöhe; Docke (Mockes) schloh Siegld; Mucke dreiwe May; Kus spille Schleid-Reschd; Bock haue Düss-Benr; Moder (Mutter) h. Lennep-Hückeswg; Ball h. (Fuss us em Louch) Ahrw-Gelsd; Seck (Ziege) höjen Rees-Isselbg; rau, raus, Zeck raus, Sau en de Bull Saarl-Dilling; Struz spille May; Oss (Ochs) höre (hüten) Neuw-Rossb, Altk-Leingen; e gene Keətel (früher de Zörk, Zörbel) schloə Eup; S.dreiwches spillen Saarl; Sauches Saarbr; Seiches Kreuzn-Eckw; Käulchesspiel Bernk; es wird ein grösseres Loch (Kaule, Kaute, Kessel, Stall, Saustall, Breikessel, Sauloch, Brützkul, Klausbütz, Gemensloch, Rottenkesseln, Runds, Mute, Knüll) in den Boden gemacht u. in einem Halbkreis von mehreren Metern so viel kleinere Löcher als Spieler mitspielen, weniger eins; am Anfang des Spieles halten die Spieler ihre kräftige Stöcke mit einem wulstigen Knopf (Knevvel, Frängel, Driver, Sauklöppel, –häuer, –kül, –küs, Schlo = Schlage) in den Kessel, schreiten dann um ihn herum u. singen: de Kessele, de K., dirum bum bum; wer kän Kaul hat, der as drum; eins, zwei, drei! [alle, balle, bulle, met de Füt (Füssen) an e Kulle! Mörs-Orsoy; hurrem, h.! Nahe; Mutteknöppel eimol, tweimol, dreimol heröm! NBerg; Kesseluröm! Lennep-Hückeswg; Kessele, K., Kaule, de Jurre (Juden) solle verfaule, eimol rim, zwemol r., dreimol r.! Neuw-Dernb.], damit eilt jeder vom Kessel weg, fährt schnell mit seinem Stock in eins der im Kreise liegenden Löcher u. erwirbt sich dadurch einen Platz im Spiele; da für einen kein Loch vorhanden ist, muss der zu spät Kommende die S. im Kessel hüten; er ist der Hüder, Dreiwer, der Sauhirt, der Sauhüder, –dreiwer Allg., -haler (-halter) Malm-Emmels, -mützer Waldbr (s. auch Muckendreiwer, –höder, –vader, Mutenhirt, –höder, Osshörer, Steindreiwer); er versucht die S. ins Loch zu treiben u. sie dreimal anzutippen (de S. bröht, brötzt), wodurch er gewonnen hat, oder er versucht, die andern (de Juden Merz-Mettlach) zu hindern, die S. aus dem Kessel zu schlagen, oder er versucht, sie in eins der Löcher zu treiben oder zwischen zwei Spielern hindurch nach aussen zu schlagen; die andern wehren dies, rufend: Mer verbieden de Kessel un de Kaul u. schlagen die S. zurück; wird die S. aus dem Kreise von den andern herausgeschlagen, so muss der Hüter sie wieder hineinzutreiben suchen; wer die S. in seinen Kessel kommen lässt, wird Sauhider (so in Bitb); fliegt die S. weit über den Kreis fort u. hat der Sauhirt gerufen: S. verloren, dann darf ein Spieler dem Sauhirt sie suchen helfen, nachdem dieser gerufen: Verborn (verboten) meng Loch, de S. ze süken (suchen); fengen (finde) ech se, dann schwengen ech se (dadurch ist seine Kul beteit unberührbar); scheidet ein Spieler für einen Augenblick aus, so legt er seinen Stock quer über sein Loch u. ruft: Kull verbrangt! NBerg; verbode mei Loch! Wittl-Bengel; in mei Loch es Bodder on Käs! (oder) Bodder en mei L. oder ech ben bodde! Ottw; bott (lott), mei L. is käs! Kreuzn; ming L.

[Bd. 7, Sp. 771]
es warm! Wermelsk; L. brennt! NBerg; Feier (Feuer)! Simm-Argenth; Loch verbot! Aden-Borler; hat der Sauhirt die Sau im Kessel, so heisst es: Breikessel öm! u. es findet Spielwechsel statt OBerg. — β. knorriger Auswuchs an einem Baume, bes. an der Buche Prüm, Malm. — γ. dickster Klicker aus Ton oder Eisen Trier-Schweich; al S. Koch. — δ. Säuche Tannenzapfen Schleid-Dollend. — ε. das auf der Dreschtenne ausgelegte Getreide (Bett); de S. anlege, opmache Eusk, Bo, Bergh-Blatzh, MülhRh-Holweide. — ζ. dickes Pressholz (Eichenbalken) unter der Schraube, auf den untern Balken (Maier) aufliegend, das den Druck über die ganze Kelter verteilt uNahe, Goar, Trier, Bitb. — η. Eisenballen, der sich im Hochofen nach langjährigem Betrieb festgesetzt hat u. nur durch Abbrechen des Hochofens zu entfernen ist, in der Spr. der Hüttenarbeiter Siegld, Altk. — θ. Heizkanäle unter der Malzdarre Köln-Stdt. — ι. Griff am Förderwagen in der Bergmspr. Saargeb. — κ. die älteste Glocke von Altk-Flammersf, die einen sehr dumpfen Klang hat. — λ. S. un Schof (Schaf) Gemisch von Kartoffeln u. Mehlklössen Wend-Pfeffelb Thallichtenbg. — μ. in der Wend.: De S. mache Schweinerei treiben, dummes Zeug m., einen Fehler m., einen Tintenfleck aufs Papier m. uMos, Sieg, Bo; de well S. m. Blindekuhsp. MülhRh-Herkenr; de S. afgevve sich roh aufführen, sich unverschämt benehmen Dür-Disternich; de S. spiele sich schlecht betragen, sich bezechen Bernk-Bollenb; en der S. vergohn im Schmutz verkommen Sieg-Odollend; en der S. setzen in der Klemme Trier-Stdt.

Sau- I in der Zs., wobei das zweite Glied den Hauptton trägt, gibt dem zweiten Gl. einen wegwerfenden Nebensinn u. drückt den Unwillen des Sprechenden darüber aus, z. B. dat es en Sauarbet () eine unangenehme A.; die S.bunne () koche net gar die verdammten, zu harten Bohnen; de S.hohnder () sen widder em Garde; et es en S.kält (), — en S.wedder; der hät en S.glöck () ein verdammtes Glück, u. so lässt sich jedes Subst., dessen Inhalt unseren Unwillen erregt, mit Sau verbinden Allg. [im WMosfrk bekannt, aber wenig angewandt] [hinsichtl. der Betonung können Paare vorkommen, wie ene Saubalg  schmutziges Kind u.  verdammtes K., das meinen Unwillen erregt; ene Saujong  Schweinehüter, schmutziger Junge u.  J., der alles verkehrt macht usf.]. — Ebenso verbindet sich Sau mit Adj., diese wegwerfend verstärkend, wie saudumm , –grob, –kalt, –heiss, –düster, –fett, –voll (bezecht) [saukalt unverfroren, ohne Scheu Saarbr.].

Sau- II in der Zs., wobei S. den Hauptton trägt, bezeichnet das, was mit der Sau zusammenhängt, u. verächtl. Schimpfwörter, u. zwar zǫu-, zęi-, zo·u.s-, –ø·y.-, wo Umlaut u. letztere Formen herrschen, ist dies angegeben [wo Mosfrk allg. angegeben ist, gilt dies nicht für das Schwein- Geb.]. PfWB Sau-aas -:st (s. S.) Eusk, Köln, Berg, Heinsb, Kref n.: Schimpfw. De Klos (St. Nikolaus), de ous

[Bd. 7, Sp. 772]
(uns) nüs metgof, de Kl. wor en ale S.! Sülzt. sau-achtig -ətiχ Schleid (zø·g.-), Monsch, Dür Adj.: schmutzig, unsittlich. Sau-adam -āəm Wend-Dörrenb m.: Name des alten Schweinehirten. Sau-apfel zę·i.-abəl Koch-Laub m.: dicke A.sorte von grüner Farbe. PfWB Sau-arsch z·y.- (s. S.): 1. scherzh. Schinken Westerw, Bo-Stdt (zø·y.s-). — 2.a. Wirbelwind May-Elz. — b. zou- schmutziger Mensch Gummb, Mettm-Cronenbg. Sau-atem zø·y.s:dəm Rheinb-Schönau m.: verächtl. stinkender A. PfWB Sau-augen (s. S.) zęi- (usf. mit Umlaut) Allg. Pl.: 1. A. des Schweines. — 2. verächtl. unschöne A. des Menschen. Sau-bacht m.: 1. -b- Schweinelager Altk-Isert, -- Daun-Neroth 1860. — 2. -b- verächtl. unflätiger, wüster Mensch, Schimpfw. Siegld-Siegen.  PfWB Sau-balg Rip, Berg, MGladb; sęi- Simm. m.: Schimpfw. unreinlicher, unsittlicher Mensch, bes. zu Kindern. PfWB Sau-ball Monsch-Rollesbr, Bergh-Lipp m.: die Sau im S.spiel. PfWB Sau-bande NBerg f.: eine Bande unflätiger Burschen. PfWB Sau-bär Gummb-Bergneustdt m.: schmutziger, unflätiger Mensch, Schimpfw. PfWB Sau-barg Altk-Horhsn Sörth; zę·i.- Neuw-Breitschd m.: dass. Sau-baron zęi- Simm m.: Spottn. für einen Schweinehändler in Kastellaun. Sau-bart Gummb m.: Schmutzfink. Sau-bauch Ottw-Landsw m.: in der verächtl. Wend.: Dau hoscht e Stross (Strasse) no S. Streifen verschlabberten Essens auf dem Kleide. PfWB Sau-bauer Kreuzn m.: verächtl. plumper, ungehobelter Mensch. PfWB  LothWB Sau-bengel Rip; zęi- Simm m.: Schimpfw. schmutziger, lästiger Junge. Sau-bett zø·y.s- Bo n.: Platz im Schweinestall, wo das Schwein liegt. PfWB Sau-beutel (s. S.) zou- u. zę·i.- Trier, Wittl; zou- Gummb m.: Schimpfw. Schmierfink. sau-ver-sau-beuteln (s. S.) Bitb-Rittersd, Neuw-Dierd, Gummb, Duisb schw.: etwas v., durch unreinliche Behandlung verderben, zugrunde richten, etwas beschmutzen; intrans durch Unreinlichkeit zugrunde gehen. Sau-biest -bī:s(t) Verbr. n.: verächtl. 1. Schwein. — 2. übertr. schmutziger, unflätiger Mensch; versoffe S. Trunkenbold,  PfWB  ElsWB Sau-birne (s. S.) Ottw, Nahe, Trier-Kasel, Aden-Engeln; sęi- Birkf u. Kreuzn (u. -au-) Bernk (Hunsr), Trier, Wittl, zø·y.- Ahrw-Lantershv Sinzig, May-Burgbrohl, zø·y.s- Schleid-Hellenth, Bo-Berkum, Sieg-Rhönd Geislar f.: kleine, harte B.sorte, nur zum Keltern geeignet.