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Rheinisches Wörterbuch 
 
Samen bis Samsift (Bd. 7, Sp. 720 bis 723)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Samen das Wort ist Rhfrk, Mosfrk allg., u. zwar smə, z:mə(n) [um Bernk -ū:-; in Trier-Ld n. Mos, WBitb, WPrüm z:m, –ō:-, Pl. -mən] Sg. u.

[Bd. 7, Sp. 721]
Pl. [Soot ‘Saat’ ist hier auf bestimmte Anwendungen beschränkt, s. Saat]; n. davon im Rip, Berg steht S. u. Soot nebeneinander für zu säendes Getreide, S. allein für zu säenden Gemüsesamen (hierfür Nfrk S. u. Soot); Soot allein für aufkeimende Pflanzen; das LNRip, SNfrk besitzt S. fast nur in übertr. Bed.; das Klevld nur Soot (Nfrk S. nur für Gemüse-, Blumens.) [Siegld Soot, nur NO S.], u. zwar RRip, OBerg z:mə, –- Sg. u. Pl.; sonst (auch uWupp, Sol) z:m, –·ə.- Sg. u. Pl. m.: 1.a. Samenkorn, zu säender Getreide- u. Gemüse-, Blumens.; für letztere auch in Zs. Flachs-, Lein-, Kappes-, Mohrte-, Rummele-, Rib-, Blumes. (usf.); für Getreides. nur Siegld., Rhfrk, Mosfrk, für die andern allg. möglich; S. get gelogt (gelegt) gesät Prüm-Oos Heckhuschd. RA.: Märze Schnie deiht dem S. wih Prüm-Stdtkyll. Teschent (zwischen) Jehannsdag en Pitter-Paulsdag get et de beste S. Gemüsesamen Koch-Laub. Korfreidig sie (säe) de S. ich Mos. Wenn de Spinn de Bodem bespannt, kimmt de Bauer met dem S. (Getreides.) gerannt Mos. S. get Kur (Roggen), Semchen get Kircher Prüm-Wallersh. Do wär de S. nemeh do! es wäre gänzlich vernichtet, aufgegessen Saarbr-Sulzb. Dem seng Klerer (Ohre) sen su dreckig, dat mer S. dren sären künn Altk-Seelb, Allg. Öme schlete (schlechten) S. sieə einen verleumden, über ihn nicht günstig berichten Eup. Ech han den es (einmal) bei de S. gelet (gelegt), damit er wächst Prüm-Heckhuschd. — b. aufkeimende Saat von Roggen u. Weizen (nicht von Hafer, en hot sching Hower), junge Saat, dat as schinge S.; de Somen stihn dös Mol got; dat as schinge Kors. Bitb, Mosfrk (sonst Soot). De S. kennt wie'm Honn de Hor die Saat steht dicht Bitb, Mosfrk. Usteren soll de S. esu gruss sen, dat mer en E (Ei) dra (drin) verberge kan Prüm. — Palmersonndig soll sich e Kob (Krähe) an (in) de S. verberge können Trier. — c. Raps (u. zwar Summer-, Wönters.) Neuw-Breitschd Brubbch ODreis, Altk-Horhsn Flamersf Michelb Obernau Sörth Weyerbusch, Sieg (auch Röbs.), Sieg-Thomasb decke S.; Wielpütz sösse S.; May-Kell, Aden-Hausten Weidenb, Eusk-Borr Lövenich Wichterich, Rheinb-Fritzdorf Scheuerheck, Bo-Alfter (platte S.), Köln-W, MülhRh, Bergh, Jül-Langend Stetternich, Aach-Herzogenr, Geilk-Baesw, Erk-Gerderhahn Hetzerath, Grevbr (u. Ribs.), MGladb-Rheidt; Ovveländer S. Bo-Pützchen als Vogelfutter allg. Vugels.2. übertr. a. sachl. α. der S. erafwerpe hängen gebliebenes Obst mit Knütteln herabwerfen Rip. — β. Sämchen; Futtermehl Saarbg-Beurig. — γ. der S. des Gangs unbedeutende Eisensteinvorkommen, schmale Gangadern, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — δ. die im Kreis (udgl.) eingesetzten Klicker; ech han menge S. habe nichts verloren u. n. gewonnen, habe meinen Einsatz behalten; he krig der S. wer alle Klicker verloren hat, erhält vom Gewinner einige Klicker, um weiterspielen zu können LRip [z:mə Eusk-Dirmerzh], Eup, Westerw, Siegld, Trier, Saarl, Saarbr-Nassw; ich

[Bd. 7, Sp. 722]
sen op mengem S. habe nichts verloren Altk-Olahr. — ε. et as kä S. a (in) mengem Geldsak ich habe kein Geld WBitb; hen het net miəh de S., für sech e Glas Bier ze kofe Malm; du mosst mer äwwer S. geə (geben) Siegld; klenke (klingender) S. bares Geld Aach. — ζ. kene S. han ech miəh; k. S. kriste rein gar nichts Neuss, Grevbr, Erk, MGladb. — η. vielerlei derselben Gattung; de ganzen S. kannste behale; he, S. genog, nef (nimm) der! Sieg-Ägid Rhönd Honnef; der schwätzt sich en S. zerecht viel u. grossen Unsinn Neuw-Isenbg; S. Holzabfälle Ottw-Neunk. — b. persönl. α. kollekt. verächtl. viele (schlecht erzogene) Kinder; wat hot de fir e S.; wat as dat fir e S. Leit? eine Sorte Leute; dat is mer e S. eine schlechte Gesellschaft; de ganze S. dagt neist die ganze Sippe taugt nichts; sei S. dagt n. seine Eltern taugen n.; e schine S. Pöbel, Gesindel Saar, Bitb, Trier, Bernk, Zell, Koch, Düss-Benr Stdt, Erk-Lövenich; S. op de Welt bränge ungeratene Kinder in die W. setzen Schleid-Hellenth. — β. verächtl. nälicher S. kleiner Kerl; wieriger S. ein Junge, der im Streit wütend wird Simm.

Sam-bickelchen -ek- Aach-Münsterbusch n.: Grünspecht. PfWB Sam-bohnen (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip (u. Soot- wie auch Nfrk) Pl.: B., zur Saat bestimmt; an der Stange, deren Bohnen man als S. bestimmt hat, wird nicht gepflückt. Sam-erbsen (s. S.) ebd. (dass.) Pl.: E., zur Saat bestimmt. Sam-erdäpfel -ərpələ Rip Pl.: Kartoffeln, zur Saat bestimmt, doch meist Setz-. Sam-fresser Malm-Manderf m.: Spatz. PfWB  PfWB  LothWB Sam-frucht (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip (u. Soot-) f.: Saatfrucht; die für S. bestimmten Getreidekörner wurden mit der Kornschöpp gegen den Wind geworfen mit eigenartigem Wurf, der gekonnt sein musste, dadurch flogen die schweren, guten Körner an den äussersten Rand der Tenne, die leichten K. vor den Arbeiter, die dann mit dem Unrat mit einem Ginsterbesen abgekehrt wurden. Sam-geiss -ē- Dür-Weisw f.: Schimpfw. PfWB  PfWB Sam-gerste (s. S.) Rhfrk, Mosfrk f.: Saatgerste. Sam-glas Eup n.: Gl. mit Rapssamen für den Stubenvogel. Sam-grundbirnen (s. S.) Rhfrk, Mosfrk selten, Pl.: Saatkartoffeln. Sam-gut (s. S.) Rip (u. Soot-) n.: Saatgut. PfWB  PfWB Sam-hafer (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip (u. Soot-) f.: der zu säende H. PfWB  PfWB  ElsWB Sam-korn (s. S.) ebd. (dass.) [z:mə- Koch-Urschmitt] n.: Saatroggen. Sam-kuchen -ō:x- Goar, Kobl m.: K. aus gepresstem Raps, als Viehkraftfutter. Sam-lodde (s. S.) Mos f.: aus der Wurzel des alten Rebstockes hervorwachsender Rebschössling. Sam-meis-chen Aach-Münsterbusch n.: Grünspecht. Sam-möhre (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip (u. Soot-) f.: M., die man zur S.gewinnung im zweiten Jahre setzt. Sam-nessel uWupp f.: grosse Brennessel. PfWB Sam-rebe -rē:f Saarbg f.: ein Bügel voll schöner Trauben, den man mit nach Hause nimmt. Sam-rübe (s. S.) verbr. wie S.möhre f.: R. zur S.gewinnung gesetzt. Sam-rummel Rhfrk, Mosfrk f.: Runkelrübe, zu demselben Zwecke. NRhWB  PfWB Sam-sack z:m- Merz, Saarbg, Bitb, Bernk-Dhron (-ū:-) m.:

[Bd. 7, Sp. 723]
Saatkorb. Sam-sau Dür f.: Schimpfn. Sam-scheuer -ȳ:r Bergh-Hüchelhv f.: Scheuer für Raps. Sam-sift -záf, –ø-, –e- (s. S.) Eif, Westerw [z:mə- Altk-NFischb], Waldbr, Geilk-Üb n.: Sieb, womit man den Unkrautsamen aus der Saatfrucht ausscheidet.