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Rheinisches Wörterbuch 
 
Rumor bis gerumpelig (Bd. 7, Sp. 604 bis 607)
 
  PfWB Rumor lat. rumor als rumūər (selten), meist ramūər, –ōr  Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, Eup, SNfrk u. Mörs, überall nicht allg. verbr. Sg. t. m.: Lärm; R. machen. — Allg. verbr. ist das Zeitw.:

 PfWB  ElsWB  LothWB rumoren ru- (selten), ramōrə(n), –mūərə, –ū·ə.- [Aach-Stdt romȳ:rə]  schw.: 1. Lärm machen, z. B. durch Hin- u. Herschieben von

[Bd. 7, Sp. 605]
Möbeln, beim Aufräumen, bes. von Kindern, die herumlaufen, wüst spielen; oəwen im Hus sind se am r.; et ramuərt en den Bergen beim Gewitter; et r. mi em Lif es kollert im Magen Gummb, Allg. — Auch von Tieren gesagt; wat r. die Köh em Stall (erim)! Rip, Allg. — Der Wein ramort gärt stürmisch Mos — 2. in einem Behälter r., eromr. herumkramen, ihn durchsuchen u. in Unordnung bringen, bes. unerlaubterweise Rhfrk, Mosfrk. — 3. sich r., sich balgen, ringen, im Scherz Merz, Saarbg [ramūrdən Saarbg-Faha Kirf]. — Abl. die Ramurerei.

ver- rumoren: 1. wühlend herumstöbern u. alles in Unordnung bringen; wat moss de do wirrer v.? Altk-Bachenbg, Koch-Stdt. — 2. sich v., sich lärmend balgen Merz-Erbring, Zell-Löffelschd.

Rumores Sg. t. m.: 1. ramūərəs Getöse; dat es e R., as wenn en Herd Säu ze Gang wäre MüEif. — 2. romōrəs ein wahres Durcheinander Ottw-Landsw.

rumorisch ramø·r.ə  Malm-Bütgenb Adj.: aufgeregt, missgelaunt.

rumorschen ramū·ə.ə Monsch-Kesternich schw.: rumoren 1, 2.

Rump I = Runge (s. d.).
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Rump II das Wort ist allg., u. zwar rump, –o- Pl. -i-, –e- Rhfrk; romp, Pl. -e- Mosfrk, sonst romp, Pl. -ø- [-ō-, Pl. -- in Teilen von Geld, Mörs; -ou-, Pl. -øy- NBerg]; Demin. rimbχən, –e-, –ø-, –pkə (-ømkə) m.: 1. die Bed. ‘Menschen-, Tierrumpf’ ist im Rip möglich, doch wie sonst dafür Leib; nur in Wend. fest: Enen den R. schuren (scheuern) ihn verprügeln Sieg, MülhRh, Düss; -y- Neuw-Rodenb. De hät Kopp om R. ist klug, — hält de K. om R. trotzt dem Schicksal Sieg-ODollend. (Zur) Gesondhet, wat dir en der R. geht! beim ‘Prosit'sagen Dür, — dat et dich e jene R. geəht! Aach-Stdt. Eich reissen der de Kopp vom R. eronner! Mosfrk, Allg.; ech haən dich, dat de mäns (meinst), de K. fiel dir vum R.! Trier, Allg. Enem jet öm den R. gevven ihn prügeln uWupp. — 2. übertr. a. den R. Bekleidendes. α. das Hemd (ohne den Gehren u. die Ärmel), also Hauptteil des H. Meis-Meckenb, Rip, Nfrk. — β. Leibchen, Untertaille, bei der Frauenkleidung Mörs; Leibchen am Unterrock Trier-Stdt. — γ. romp u. rømpkə wollene gestrickte Unterjacke Kref, Kemp-Süchteln, Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl, Duisb. — δ. romp u. rømpke die neuzeitl. Weste (dies Wort aber vordringend) Neuss, Grevbr, MGladb, Erk, Kemp, Kref-Anr, Mörs, Geld, Klev, Düss-Ld, Elbf. — Rücken der Weste Elbf. — ε. Kleiderrock der Frauen Saarbg-Beurig, Neuw-Dattenbg, Bo-Rösbg Walberbg. — ζ. røymkən Untertasche Elbf. — η. Der Hauptteil des Strumpfes Dür-Gürzenich. — b. rumpfähnliche Gefässe. α. Butterfass (s. Wk. IV 17), u. zwar en Stuss- u. Drihr. Saar von Saarl an, Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, Prüm, Daun-Katzwinkel Mückeln, Monsch-Witzerath. RA.: Den hot Bän (so dick) wie e R. Bitb-Wiersd. — β. Weidenkorb, bauchig, mit Deckel Zell, Koch, Daun, Aden-Borler; als Römpche dient er dazu, den

[Bd. 7, Sp. 606]
gekneteten u. geformten Teig aufzunehmen, der nun nachtreibt (s. Kurbel). — γ. Behälter aus geflochtenem Stroh, als Biener., zum Aufbewahren der dürren Bohnen Simm, Goar. — B. aus Weidenrinde (-bast), zur Aufnahme der Waldbeeren, auch Wolberenr. Waldbr, Gummb. — δ. Nistkasten, meist für Stare, auch Sprohlenr. Gummb, Wippf, Wermelsk, uWupp. — ε. Eimer MülhRh-Overath. — ζ. Römpche Töpfchen, Schale für Feinsalz, Salzrömpche Rip, Berg. — η. Römpche Massgefäss für Getreide, Kartoffeln; 1 R. = ¼ Sümmer = 10 Pfd. May-Kaan, Aden-Müllenb, Daun-Steining. — θ. zweiräderige Karre mit Kasten (u. dieser selbst, auch Karenr.), im Gegens. zur lang Kar mit Leitern; man kippt den K. um, deshalb auch Kipp-, Schnippr.; Doffeln-, Mestr. Neuw (kurköln.), NAltk, Siegld, Waldbr, Sieg, MülhRh, Bo. — Die Rompe Bretter an der Seite der Karre Ahrw-Hönning. — c. sonstiges R.ähnliches. α. Stiefelschaft Saarbg, Bitb. — β. die untere Länge der geschälten Eichenrinde, im Gegens. zum Dollen, zur oberen Länge Birkf-Göttschd, Bitb, Prüm, Malm, Daun, Bernk-Merschd, Rheinb-Wald. — γ. Fachwerkgebäude, noch ohne Füllung der Fache u. ohne Dach uWupp 1870. — δ. Einfülltrichter in der Mahlmühle Rees-Brünen. — d.α. rømpχə(n) Elritze, leuciscus phoxinus, bis 13 cm lang, in den Nebenflüssen des Rheins u. der Roer; sie kamen abgekocht u. in grünen Blättern u. Weidenrinden verpackt als Delikatesse in den Handel Rip; söss R. Schmerle uWupp; Botterr. Lennep-Burg. — β. scherzh. halberwachsenes Mädchen Jül; pockig Römpke verächtl. Pockennarbiger Kref-Stdt. — γ. rømpχə kleine, verkümmerte Baumfrucht Ahrw-Hepping. — δ. romp, rembχə gefleckter Schierling, conium maculatum Bitb-Sefferweich SThomas. — e. in der Verb. met R. on Stomp (auch ohne met); jet (met) R. on St. opesse, usrodde ganz u. gar; der Hagel hät alles (met) R. on St. zerschlage; et es alles (met) R. on St. afgebrannt; se han alles (met) R. on St. verklopp; R. on St. ophüre Rip, Allg.; R. vom St. eweg MüEif; rumpenstump Saarl; rumps un stumps Meis, Birkf, Saarbr; rompes on stompes Altk-Gellert; rompes on mores Gummb-Homburgisch; op R. on Schlomp Sieg-Ägid. S. auch rumpschlump.

Rump-bretter Verbr. wie R. 2bη Pl.: Br. des Karrenrumpfes. Rump-fass Verbr. wie R. 2bα n.: 1. Butterfass. RA.: En äs sö deck we e R. Saarbg-Hentern. — 2. übertr. a. Kastenschnarre für die Kartage Trier-Leiwen. — b. -fsχən kleine Pumpe, dazu dienend, eingedrungenes Wasser aus dem Saarschiff zu pumpen Saar. Rump-karre (s. S.) Verbr. wie Rump 2bθ f.: kippbare zweiräderige K. mit Kasten. Rump-kessel Bernk-Wintrich m.: K., in dem die gerumpte Butter gewaschen wird. Rump-löffel (s. S.) ebd. m.: L., zum Herausnehmen der g. Butter. Rump-stösser rumbətī:sər Verbr. wie Rump 2bα m.: der St. im Butterfass. Rump-tuch -dō:k Elbf n.: Sackleinen unter der Karre, zur Aufnahme einer Heuportion.

[Bd. 7, Sp. 607]

Rümpchenskarre rømpχəskā:r Waldbr f.: Kastenschiebkarre. Rümpchens-tasche røm(p)kəsts Verbr. wie Rump 2aδ f.: Westentasche. RA.: Dat kann der ut de R. betahlen mit Leichtigkeit.

rumpen -o- schw.: 1.a. Butter herstellen ursprüngl. durch Stossen. Verbr. nach Wk IV 17 wie Rump 2bα u. Rumpfass Köln-Kriel; das Mädchen singt dabei: Romp, r., Botterweck; wer net rompt, der kreit en Dreck (es ene Geck) Merz, Saarbg. Motter, romp Botter, siewen Liter fir Wiwwersch Pitter! Merz-Losh. M. romp; r., r. Botterfass; mach mer net mein M. nass! Trier-Conz. RA.: Eich rompt noch geren, wann eich de Schmand gelingt (geliehen) krig ich würde gerne arbeiten, wenn ich Arbeit hätte Prüm-Ringhuschd. — b. Eichenstangen r., als Lohe schälen so hoch, als man vom Boden reicht Wittl-Binsf, Prüm; -ø- Rheinb-Wald. — 2.a. dumpf schnarchen Trier-Mehring. — b. Klicker von oben in eine Kaule werfen, stucken (s. d.) Siegld-Kromb. — Abl.: die Romperei, dat Geromp(s).

ver- rumpen: eben gerumpte Butter v., gehörig kneten Saarbg-Wellen.

Rumpes s. o. Rump 2 e.

Rümpes(chen) rembəs(χən), –əsə(n), –əsχər m. (n.): 1. rembəs verächtl. beleibter Mensch Wend-Guidesw. — 2. rembəsχən a. dicker Bauch, bei Kindern; o, wat haste e R.! Trier-Mehring. — b. Äpfelchen Bernk-Graach. — c. kosend, Kälbchen Koch-Eller.

Rumpel I = Himbeere (s. d.); Rumpel II s. bei rumpeln II.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Rumpel III das Wort, mit dem Rimpel II (-e-, –a-, –ǫ-, –u- in der WEif) zu vergleichen ist, ist an der Nahe, im Hunsr (wo nicht Krumpel), an der Saar, von Trier bis Kobl (NWTrier in der Eif, WWittl, Bitb -a- s. Rimpel); Bitb-NStedem SThomas Wiersd -o-; (Prüm -a-, –ǫ-, –ę-, s. Rimpel) bis einschl. Malm, Schleid, Aden, im Westerw u. Siegld, also ein rhfrk., mosfrk. Wort; darüber hinaus im Rip ausser Malm, Schleid, Aden geschlossen, vereinzelt Rheinb-Adend Buschhv Schönau, Bo-Küdinghv u. im Klevld u. Klev-Hülm, Emmerich [ May-Wassenach, Aden-Barw, Quiddelb Rodder, Ahrw-Neuenahr, Rheinb-Adend, Neuw-Gladb, Altk-Dermb NFischb, Siegld-Krumb Neunk; -y- Aden-Liers]; Pl. -ələ, –əln f.: 1.a. unordentliche, verunstaltende Knitterfalte im Kleide, in Papier; deine Rock es ganz voll R.n.b. Falte in der Stirne, Runzel im Gesicht. — 2. in dem Neckspr.: Wohin Woas (Base) Bumpel? No Trier fir de R.! Wat keft (kauft) W. B.? E Pund Salz fir de R.! Jo, W. B.! Trier-Schleidw.

 PfWB  ElsWB  LothWB rumpelig ebd, Adj.: 1.a. zerknittert; bei Sitzfalten; dein Bocks eas ganz r.; mein B. es r. vom Setzen; et Kläd r. machen Allg. — b. gerunzelt, von der Stirne, vom Gesicht; e r. Gesicht; auch e r. Pätterchen (Pate) verhutzeltes Männchen. — c. verschrumpelt, vom Obst Allg. u. røyməliχ Sol. — 2. baufällig, von einem Hause May-Kollig.

ge- rumpelig: rumpelig 1 b Saarbg.

[Bd. 7, Sp. 608]