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Rheinisches Wörterbuch 
 
Rotz II bis Rotzferken (Bd. 7, Sp. 539 bis 541)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Rotz II das Wort ist allg. lrhn. bis einschl. Geld, Mörs (u. noch Klev vereinzelt), rrhn. bis einschl. Ruhr [n. der Ürd.-L. in Klev, Rees, Dinsl nur in Zs. als Schimpfwörtern; in WBitb nur in der Bed. 1 c (1 a Schnudel flüssig, Koze vertrocknet, 1 b Boken Pl.)], u. zwar durchweg auf rutz zurückgehend; -o- [uNahe ö. u. südl. einschl. Kreuzn-Monzing Langenth Pferdsf Soonw, Simm-Ellern Rheinböllen, Erk -ǫ-; Schleid-Dollend -ō-; in Sol, Mörs vielfach -ǫ-; in OBerg vielfach -u-; am ORande des OBerg u. im NBerg (Wermelsk, Elbf, Wülfr) rotsə f.] Sg. t. m.: 1. Absonderung. a. aus der Nase, halbflüssig (der flüssige heisst Schmudel,

[Bd. 7, Sp. 540]
der verhärtete Kinkes usf.; manche lrip. MA. wie Bergh-Hüchelhv besitzt R. nur in der Bed. 1 c u. in Zs., wie R.jong. sonst Schnötter); R. en der Nas han; dem hängt der R. us der Nas erus Rip, Allg.; wanme sek schnüten mutt, rutzt me den R. rut, odder wanme en noch an den Fengern hät, dann schlickert me den weg Gummb, Allg. RA.: So frech wie R. Bernk, Verbr. im ganzen Geb. (Mettm-Cronenbg rǫts, –o-, sonst rotsə). Er kreischt (weint) (schräjt Siegld) R. on Wasser verächtl. weint tränenreich Kreuzn, Koch, Kobl, Westerw, Bo-Stdt, Elbf; er kr. R. wie Strombännele (Strumpfbändel) Kobl-Stdt. Rengk (Ring) am Fenger, R. am Back hui-pfui! Neuw-Ehrenst. Änem R. of (öm) de Backe schmere ihm schmeicheln Kobl-Bend, Ahrw-Remag. Was haben wir gekocht? scherzh. Antw.: Schnittchen met R. Altk-Michelb. — Rätsel. De Häəre (Riche) dohn et en de Täisch (Tasche) on de Buəre (Ärme) schmissen et op de Eərd? Rip, Allg. Eich kann ebbes an die Wand nale (nageln) ohne Nal? Simm-Horn. Es hängt an de Wand un glitzert wie e Seideband (Atlas-) Rhfrk, Westerw. — Auch schleimiger Auswurf aus dem Rachen, den Bronchien Allg. — b. aus entzündeten Augen, A.schleim Meis, Wend, Saar, Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, Prüm, Daun. — c. ansteckende Krankheit der Tiere, bes. der Pferde, die sich bes. durch Naseneiterungen zu erkennen gibt; dat Perd hät den R. Rip, Allg. — d. R. em Kopp Krätze Koch-Clotten; R. op de K. Grind Malm-BurgReuland; grauweisse wunde Stelle an vorstehenden Knochen, bei Tieren Gummb-Hesselb, Bergh-Manh, Heinsb-Waldenr, Kemp-Süchteln, Klev-Keeken. — e. Gerstenkorn am Augenlid Trier-Biewer, Prüm-Feuerschd Olzh Reuth, Daun-Tettschd. — 2. übertr. a. sachl. α. Apfelrest eines abgegessenen Apfels Bernk-Andel. — β. de ganze R. bezahlen die ganze Zeche Wittl-Meerf, Allg. — γ. verächtl. Nase Ahrw-Rolandseck. — b. persönl. verächtl. unreifer Bursche Altk-Kirchen.

 PfWB Rotz-augen (s. S.) Verbr. wie Rotz 1 b. Pl.: rotumränderte Triefaugen. RA.: Do krit mer R. wie de vornähmscht Kader vor lauter Lachen Saarbr-Sulzb. Rotz-äuger (s. S.) ebd, [-ərt Saarl-Pachten, Merz-Büschf, Trier-Heidenbg] m.: Triefäugiger. PfWB rotz-äugig ebd. Adj.: R.ər dass. RA.: Dem lafe die Aue wie em r.ə Hund Ottw-Schiffw. Rotz-backe Zell-Sohren, May-Trimbs f.: verächtl. Kind mit unsauberem Gesicht. Rotz-bahn Köln f.: in der Wend.: De hät de renste R. am Rock er hat mit dem Rockärmel über die triefende Nase gefahren, was eine Spur hinterlassen hat. Rotz-baias -pę·i.əs Bergh-Bottenbr m.: unreifer, dummer, frecher Junge. PfWB Rotz-bändel (s. S.) May-Hatzenport, Neuw-Leutesd, Altk-Wissen, Geilk-Frelenbg m.: verächtl. 1. aus der Nase hängender R.faden. — 2. übertr. Junge mit triefender Nase, unsauberer J.  PfWB Rotz-barsch -bər (s. S.) Saar, Mos, Rhein m.: Kaulbarsch,

[Bd. 7, Sp. 541]
cottus gobio. PfWB Rotz-batterie Wittl-Binsf, Neuw-Asb, Köln-Stdt f.: scherzh. Nase. Ech schlohn der ein en de R., dat der die rut Bröh am Schnuddel eronnerläuf! Asb. Rotz-beiert Zell-Briedel m.: verächtl. naseweiser Junge. Rotz-belle -bę·l. Düss-Erkr, Ess f.: verächtl. 1. aus der Nase hängender Rotzfaden. — 2. übertr. einer, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. Rotz-bengel Aach-Stdt m.: verächtl. unreifer, dummer, naseweiser, frecher Junge. Rotz-beutel -bȳdəl Mettm-Haan m.: einer, der viel Rotz auswirft. Rotz-bläk -blk Lennep-Radevormwald n.: verächtl. schmutzige, ungeputzte Nase. Rotz-blag Nfrk (Verbr. s. Simpl.) n.: verächtl. 1. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. a. noch unreifes Mädchen. — b. hässliches, freches Kind. Rotz-bock Sieg-Fussh m.: verächtl. 1. Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. grüner, unreifer J.  PfWB Rotz-bube (s. S.) Rhfrk m.: verächtl. 1. Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. vorlauter, ungezogener, noch unreifer J. Rotz-düppen -ø- Sieg, Köln, Bergh n.: 1. scherzh, verächtl. a. Nase. — b. die in den Schweinemagen gefüllte Wurst, Schwartenmagen Sieg-Süchterschd. — 2. übertr. verächtl. ein Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. Rotz-faden (s. S.) Allg. m.: verächtl. der aus der Nase heraushängende Rotz. PfWB Rotz-fahne (s. S.) Allg., auch Dinsl, Rees f.: verächtl. 1. –faden. — 2. Taschentuch Allg. Rotz-falle -fa·l. Koch-Weiler, Eusk f.: verächtl. Taschentuch. Rotz-fänger Sieg-Hove m.: verächtl. dass. Rotz-fass (s. S.) Bernk-Commen, Koch-Driesch, Waldbr, Ess n.: verächtl. 1. Nase. Zween Stempel (Beine), e Bauchbit (Bütte zum Bauchen der Wäsche, d. i. Leib), e R. un e Wald (Kopf mit Haaren)? Der Mensch Bernk-Comm. — 2. übertr. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat. rotz-faul -fūl  Malm-Bülling, Heinsb-Waldenr Adj.: vermodert, bes. vom gefaulten Obst. Rotz-ferken Sieg-Fussh n.: verächtl. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat, schmutziges K.