| PfWB ElsWB LothWB Rotz II das Wort ist allg. lrhn. bis einschl. Geld, Mörs (u. noch Klev vereinzelt), rrhn. bis einschl. Ruhr [n. der Ürd.-L. in Klev, Rees, Dinsl nur in Zs. als Schimpfwörtern; in WBitb nur in der Bed. 1 c (1 a Schnudel flüssig, Koze vertrocknet, 1 b Boken Pl.)], u. zwar durchweg auf rutz zurückgehend; -o- [uNahe ö. u. südl. einschl. Kreuzn-Monzing Langenth Pferdsf Soonw, Simm-Ellern Rheinböllen, Erk -ǫ-; Schleid-Dollend -ō-; in Sol, Mörs vielfach -ǫ-; in OBerg vielfach -u-; am ORande des OBerg u. im NBerg (Wermelsk, Elbf, Wülfr) rotsə f.] Sg. t. m.: 1. Absonderung. a. aus der Nase, halbflüssig (der flüssige heisst Schmudel, [Bd. 7, Sp. 540]
der verhärtete Kinkes usf.; manche lrip. MA. wie Bergh-Hüchelhv besitzt R. nur in der Bed. 1 c u. in Zs., wie R.jong. sonst Schnötter); R. en der Nas han; dem hängt der R. us der Nas erus Rip, Allg.; wanme sek schnüten mutt, rutzt me den R. rut, odder wanme en noch an den Fengern hät, dann schlickert me den weg Gummb, Allg. RA.: So frech wie R. Bernk, Verbr. im ganzen Geb. (Mettm-Cronenbg rǫts, –o-, sonst rotsə). Er kreischt (weint) (schräjt Siegld) R. on Wasser verächtl. weint tränenreich Kreuzn, Koch, Kobl, Westerw, Bo-Stdt, Elbf; er kr. R. wie Strombännele (Strumpfbändel) Kobl-Stdt. Rengk (Ring) am Fenger, R. am Back hui-pfui! Neuw-Ehrenst. Änem R. of (öm) de Backe schmere ihm schmeicheln Kobl-Bend, Ahrw-Remag. Was haben wir gekocht? scherzh. Antw.: Schnittchen met R. Altk-Michelb. — Rätsel. De Häəre (Riche) dohn et en de Täisch (Tasche) on de Buəre (Ärme) schmissen et op de Eərd? Rip, Allg. Eich kann ebbes an die Wand nale (nageln) ohne Nal? Simm-Horn. Es hängt an de Wand un glitzert wie e Seideband (Atlas-) Rhfrk, Westerw. — Auch schleimiger Auswurf aus dem Rachen, den Bronchien Allg. — b. aus entzündeten Augen, A.schleim Meis, Wend, Saar, Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, Prüm, Daun. — c. ansteckende Krankheit der Tiere, bes. der Pferde, die sich bes. durch Naseneiterungen zu erkennen gibt; dat Perd hät den R. Rip, Allg. — d. R. em Kopp Krätze Koch-Clotten; R. op de K. Grind Malm-BurgReuland; grauweisse wunde Stelle an vorstehenden Knochen, bei Tieren Gummb-Hesselb, Bergh-Manh, Heinsb-Waldenr, Kemp-Süchteln, Klev-Keeken. — e. Gerstenkorn am Augenlid Trier-Biewer, Prüm-Feuerschd Olzh Reuth, Daun-Tettschd. — 2. übertr. a. sachl. α. Apfelrest eines abgegessenen Apfels Bernk-Andel. — β. de ganze R. bezahlen die ganze Zeche Wittl-Meerf, Allg. — γ. verächtl. Nase Ahrw-Rolandseck. — b. persönl. verächtl. unreifer Bursche Altk-Kirchen. PfWB Rotz-augen (s. S.) Verbr. wie Rotz 1 b. Pl.: rotumränderte Triefaugen. RA.: Do krit mer R. wie de vornähmscht Kader vor lauter Lachen Saarbr-Sulzb. Rotz-äuger (s. S.) ebd, [-ərt Saarl-Pachten, Merz-Büschf, Trier-Heidenbg] m.: Triefäugiger. PfWB rotz-äugig ebd. Adj.: R.ər dass. RA.: Dem lafe die Aue wie em r.ə Hund Ottw-Schiffw. Rotz-backe Zell-Sohren, May-Trimbs f.: verächtl. Kind mit unsauberem Gesicht. Rotz-bahn Köln f.: in der Wend.: De hät de renste R. am Rock er hat mit dem Rockärmel über die triefende Nase gefahren, was eine Spur hinterlassen hat. Rotz-baias -pę·i.əs Bergh-Bottenbr m.: unreifer, dummer, frecher Junge. PfWB Rotz-bändel (s. S.) May-Hatzenport, Neuw-Leutesd, Altk-Wissen, Geilk-Frelenbg m.: verächtl. 1. aus der Nase hängender R.faden. — 2. übertr. Junge mit triefender Nase, unsauberer J. PfWB Rotz-barsch -bər (s. S.) Saar, Mos, Rhein m.: Kaulbarsch, [Bd. 7, Sp. 541]
cottus gobio. PfWB Rotz-batterie Wittl-Binsf, Neuw-Asb, Köln-Stdt f.: scherzh. Nase. Ech schlohn der ein en de R., dat der die rut Bröh am Schnuddel eronnerläuf! Asb. Rotz-beiert Zell-Briedel m.: verächtl. naseweiser Junge. Rotz-belle -bę·l. Düss-Erkr, Ess f.: verächtl. 1. aus der Nase hängender Rotzfaden. — 2. übertr. einer, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. Rotz-bengel Aach-Stdt m.: verächtl. unreifer, dummer, naseweiser, frecher Junge. Rotz-beutel -bȳdəl Mettm-Haan m.: einer, der viel Rotz auswirft. Rotz-bläk -blk Lennep-Radevormwald n.: verächtl. schmutzige, ungeputzte Nase. Rotz-blag Nfrk (Verbr. s. Simpl.) n.: verächtl. 1. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. a. noch unreifes Mädchen. — b. hässliches, freches Kind. Rotz-bock Sieg-Fussh m.: verächtl. 1. Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. grüner, unreifer J. PfWB Rotz-bube (s. S.) Rhfrk m.: verächtl. 1. Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. — 2. übertr. vorlauter, ungezogener, noch unreifer J. Rotz-düppen -ø- Sieg, Köln, Bergh n.: 1. scherzh, verächtl. a. Nase. — b. die in den Schweinemagen gefüllte Wurst, Schwartenmagen Sieg-Süchterschd. — 2. übertr. verächtl. ein Junge, der den Rotz aus der Nase heraushängen hat. Rotz-faden (s. S.) Allg. m.: verächtl. der aus der Nase heraushängende Rotz. PfWB Rotz-fahne (s. S.) Allg., auch Dinsl, Rees f.: verächtl. 1. –faden. — 2. Taschentuch Allg. Rotz-falle -fa·l. Koch-Weiler, Eusk f.: verächtl. Taschentuch. Rotz-fänger Sieg-Hove m.: verächtl. dass. Rotz-fass (s. S.) Bernk-Commen, Koch-Driesch, Waldbr, Ess n.: verächtl. 1. Nase. Zween Stempel (Beine), e Bauchbit (Bütte zum Bauchen der Wäsche, d. i. Leib), e R. un e Wald (Kopf mit Haaren)? Der Mensch Bernk-Comm. — 2. übertr. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat. rotz-faul -fūl Malm-Bülling, Heinsb-Waldenr Adj.: vermodert, bes. vom gefaulten Obst. Rotz-ferken Sieg-Fussh n.: verächtl. Kind, das den Rotz aus der Nase heraushängen hat, schmutziges K. | |