PfWB ElsWB LothWB Rosmarin das lat. rôs marinus ist mdl. aus dem Rhfrk, Mosfrk als rōs(ə)mărain, –ręin, –səməręi, –smręin, –zə- bezeugt [røysmăręin Merz-Losh; ruzəbręin Zell-Lötzbeuren Merl] Sg. t. m.: 1. wie nhd.; nach der Überlieferung bei der Hochzeit im Gebrauch: Hier kommen wir gegangen, die Braut zu empfangen, nicht mit Disteln u. Dornen; drum wird sie nicht erzornen; sondern mit Lorbeer u. R.; drum wird es angenehm sein Eif vor 1856. R. u. Thymian wächst in unserm Garten; unser Lenchen wird bald Braut, will nicht länger warten; roter Wein u. weisser W., morgen soll die Hochzeit sein Birkf, Verbr. Heija, h. Limerche, brech dem Kindche Blimerche, Bl. u. R., et R. will geschockelt sein! Zell-Sohren. — Stirbt ein Glied der Familie, stirbt der R.stock im Garten ab, wenn man ihn nicht an eine andere [Bd. 7, Sp. 516]
Stelle verpflanzt Saarbg-Soest. — 2. wille R. hellblaues Frauenhaar Wend-Baumholder.
Rospe rǫsbə Sg. u. Pl. Siegld; rǫsə Gummb-Wiedenest f.: Raspel, Feile, zur Holzbearbeitung.rospelig -o- = rauh s. ruspelig; rospeln -ǫ- = raspeln (s. d.).
Ross I --:- = Honigwabe s. Rasse; Ross II --, –ø-, –- = Riss s. d; Ross III -o- gestochene Grasnarbe s. Rüsch; Ross IV -ō:- = Russ (s. d.); Ross V -ō:- = Flachsröste s. Rosse; Ross VI -ø-, –ǫ- = Rost III (s. d.).
NRhWB PfWB ElsWB LothWB Ross VII das Wort ist der MA. im allg. Gebrauch fremd; nur in zwei RA., in Kniereiteliedern u. in übertr. Bed. als Sg. t. bezeugt; in Zs. ist es in geschlossenen Geb. verbr. n.: 1.a. in RA.: Der Appel (Rossapfel) fällt net wick (weit) vam R. Kinder arten nach den Eltern Sieg, Bo, Köln, Jül. He kömmp von R. (--) op Eəsel er kommt wirtschaftl., sittl. herunter Kemp-Dülken. — b. in rhfrk., mosfrk. Kniereiteliedern. Reiter, R., Räss-che, druwe steht e Schläss-che usf. Rhfrk. Ross, R., rill, de Bauer hat en Fill; Fillen wollt net lafen (laufen) usf. Koch, Kobl. Ri, ra, Räss-che, et Perdche staht eam Schläss-che, et Fillche st. eam Stall on frisst de Hawer all May-Trimbs. (Rossa, Rossa, Rüllche Altk-Willr). Jä, jä, R., Perdchen steht am Schloss, morge, m. Hawer dreschen, kret dat P. Spitzen fressen Merz-Büschf. — 2. übertr. a. Ross Bęiə(r)t (eigentl. das Ross Bayard der vier Haimonskinder) ungeschlachte, ungestüme, waghalsige Person, bes. grosses, gesetztes Weib, kleiner lebhafter, wilder Junge (halb scherzh., h. tadelnd) Köln-Stdt, Bergh-Heppend, Kemp-Stdt (rs); Beiə(r)t Eusk-Lechenich; Bęiər Kobl-Stdt (n. verächtl. schlechtes Pferd), Bergh, Dür, Jül, Aach, Heinsb (auch rus), Grevbr-Wickr, Kemp-Amern (lästiger Schwätzer); rǫs Bęiər u. ras B. m. u. rǫs Bęi f.; rǫs bęikə u. has Bęiər m. Eup; rǫs bajas Bitb-Wiersd (starkes Pferd; starkes Weib); dat es et püərschte (reinste) Rass Beike kräftiges Mädchen Eup. — b. ręsχən n. das an den zwei Enden zugespitzte Holz, finger- bis handlang, auf einem Steine liegend, das durch einen Schlag mit der Plätsch in die Höhe geschnellt wird, worauf es die Mitspieler (der anderen Partei) auffangen müssen; et Ross· (Rass-)spiel; Räss-chen spielen; Ross-ches (Räss-ches) sp.; et R. offänken Wend, Ottw, Saar, Trier-Hochw (Rässelche); s. Gimme I, Leikse, Gischt, Pinke IV. — c. ręsχən n. das Holz in dem Aufbau des Vorderpfluges, auf dem der Grindel, der Pflugbaum, ruht Merz, Saarbg.
Ross-ameise -ęməs, –hęməlts (s. S.) Siegld, Altk-Bachenbg, Siegld-Marienborn, Remschd, Mettm-Cronenbg f.: grosse Waldameise (sonst Perds-, Bär-, Wehr-). NRhWB PfWB Ross-apfel (s. S.) nach dem Nhd. verbr. m.: scherzh. Pferdekot. ross-bändig rǫsbę·n.diχ, –bēniχ Bitb, Prüm Adj.: unbändig, gewalttätig. RA.: Den hat en r. Schniss (Maul) [Bd. 7, Sp. 517]
ein freches Maul Prüm-Burb. ross-beiern schw.: 1. rǫsbę·i.ərə sich wild tummeln Heinsb-Lümb; -bę·i.ə Dür-Gürzenich. — 2. -bę·i.ə langweilig erzählen MGladb-SHockst. — Zu Ross Beiert s. Ross 2 a. Ross-beutel -by·l. Aach m.: -tuch (s. d.). Ross-bockigkeit rǫs- Saarbg-Perl f.: Wildheit, Übermut. Ross-dieb rǫsdē:f Köln-Stdt m.: in der RA.: Voll Moss (Mass) hät Gott lef (lieb), un wer e Perd stillt, es ene R. Ross-dommel rǫsdǫ·m.əl Geld-Straelen; -domp Kemp-Grefr Lobberich m.: Rohrdommel. Ross-dreck rǫs- Saarbr-Camphsn m.: in der Nachahmung des Dreitaktes beim Dreschen: Friss R.! Ross-fett rǫusə- Monsch-Strauch n.: Gericht, ein Gemisch aus Mehl u. Speckgrieben. Ross-geschirr -īər Geld-Kevelaer n.: Striegel. Ross-gestell Siegld-Kromb (nur in dieser Zs.) n.: Wagenschere. Ross-groschel -e·i.- Saarbg-Kahren f.: Stachelbeere (Gr. allein ‘Johannisbeere’). Ross-kamisol Gummb-Berghsn n.: Spitzn. Ross-kamm rǫs-, rǫzs-, rǫus-, røskam(p) (s. S.) Schleid-Scheben, Heinsb, Erk (-kǫmp, sonst für ‘Kamm’ kē:m), Kemp, Klev, rrhn. MülhRh-Holweide, Sol, Wermelsk, Emmerich m.: 1. Striegel. Allg. — 2. Pferdehändler Wermelsk.