| NRhWB PfWB ElsWB LothWB Rolle das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rol, –ǫ-, –u-; Mosfrk -o-, –ǫ-; Siegld --; sonst -ǫ-, Pl. -lə(n), –·l.ə(n), Demin. relχə(n), re·l.χən, –ę-, --; Nfrk r·l.əkə, –lskə, –ltən, –ltjə f.: 1.a. aus der mlat. Kanzleispr. rotulus, rotula ‘zusammengerolltes Schriftstück’ (< lat. rotulus, rotula ‘Rädchen’ < rota ‘Rad’) ist als röl das über die Weinberge zu führende Jahr- u. Tagebuch, worin die Anlagen, Düngung, Arbeiten usf. verzeichnet sind, von der Mos 1825 überliefert; lebendig sind heute noch aus dem Nhd Bürger-, Stamm-, Steuerr. — b. übertr. in der Wend.: En (grusse) R. spille; e Röllche en jet sp., dat (Geld) spillt ken R.; aus der R. fallen Rip, Allg. aus dem Nhd. (Theaterspr.; auf den Bauernbühnen heisst es auch: kannste deng R. alt; he hat die on die R. em Stöck). RA.: De ganze Welt es en Theater on jeder spellt sin Röllchen Elbf, — es en Schooteneel, jeder spölt sin R. en kriegt sin Del Klev. Du dogs (taugst) en de R.ə nit passest nicht dazu Sol.. — 2.a. R., um die etwas gewickelt ist; en R. Papier, Ledder, Doch, Lenge (Leinen), Band, Garn (meist en Röllche G.), Droht, Tabak, Geld usf. Rip, Allg. RA.: Röllekes wolle gedreht sin gut Ding will Weile haben Kref. Im Rätsel: En isere Röllke möt e fett Pöllke (Pfuhl) on e wölle, w. Wüərscke die alte Öllampe Heinsb. — b. sich drehende R.; Seiltrommel unter dem Dach, unter dem Giebel, zum Aufziehen etwa von Heu, Holz in den Speicher (Ollerschr. Berg); Allg. Seiltrommel am Brunnen (Pütz) (s. auch Welle) Bo; de Garding (Gardine) löppt övver en R. Kref; die drehbare Walze, Querholz unten am hintern Wagen, zum Niederziehen des Wiesbaumes am Heuwagen, indem das Seil um die R. mit zwei eisernen Stäben rundgedreht wird Rhfrk, Mosfrk, Aden, Ahrw, Schleid, Malm, Rheinb, Dür-Derichsw (ru·l.); Ritzrolle (s. d.) uWupp; die grosse Kirchenraspel, Schnarre für die Tage der Karwoche Koch-Klotten Poltersd; Ackerwalze Saarbg-Borg Kreuzw Nennig, Malm-Dürler; Eisenwalze, benutzt, um schwere Gegenstände mit ihr fortzubewegen, in der Bergmspr. Siegld, Altk; R. zum Auswalzen des Kuchenteiges, auch Kuchenr. Allg.; Wäschemangel Verbr. in den [Bd. 7, Sp. 487]
Städten; R. aus einem Aprikosenkern, in den Löcher gebohrt wurden, durch die eine Kordel lief, ähnlich einer Seiltrommel gebraucht Mayf (veralt.). RA.: Dem es de R. (Aufzugsr.) geretscht bei dem ist im Oberstübchen nicht alles in Ordnung, er ist nicht bei Verstand Siegld. — Im Rätsel: Veer Röllcher, v. Ströllcher (Stöllcher), en Fickfack (zwei Dilldappe, Dippdappmänncher) on en Drecksack (Bummelmann, Maulaff) ein Wagen, 1 (2) Pferd(e), ein Fuhrmann Neuw, Mosfrk, — en Klippklapp on e Billhündche (Peitsche) debeu May-Kollig. Rölleken, R. op de Bank; R., R. onder de B., es ken enen Timmermann, de dat R. maken kann? das Ei Rees-Weselerwald. — c. einzelne Dinge, aus 2 a, b mehr übertr. α. Röllchen scherzh. Manschette Verbr. in den Städten u. von da aufs Land gedrungen. — β. Rellcher Pilz, R.ər suchen Saarbr. — γ. Röllche Gebäck zu Neujahr, zus.gerollt Grevbr. — δ. Heuhaufen auf der Wiese, vor einem Regen rasch zusammengehäuft Eusk-Elsig. — ε. natürliche Haarlocke Prüm-Waxw, Altk-Fischbacherhütte, Kemp-Born. — ζ. der Abschluss, die Kante des mit Ziegelsteinen gepflasterten (gerollten) Bodens Rheinb-Wüschh. — η. der freigelassene Zugang zur jeweiligen Abbaustelle; die R. ist beim Auffüllen der im Abbau entstandenen Hohlräume mit Bergversatz freigelassen; die R. wird vom Rollmiərer mit Rollsteinen, prismatisch gehauenen länglichen Steinen, gemauert; der auf dem Abbau geschossene Eisenstein wird in die R. gestürzt, fällt durch sie herab bis in den Rollkasten, aus dem er dann nach Entfernung des Rollbrett (Verschlussbrettes) in die auf Schienen herangeschobenen Förderwagen gefüllt wird (die R. fören ‘füttern’), in der Bergmspr. Siegld, Altk. — θ. Frachtwagen Saarbr, Saarl, Birkf. — ι. Eisbahn, op der R. rollen Bahn schlagen, zu rollen gebildet Verbr. wie rollen 2 c. — κ. Rull Sg. t. f.: Runde; en de R. werpe Aach-Stdt 1879. — λ. Röllske Wirbelwind Kemp-Breyell Boish Lobberich Süchteln, Geld-Hinsbeck; scherzh. Sonne Kemp-UWeiden — μ. Wespe (?) Bitb-NStedem. Roll- in der Zs. zu Rolle u. rollen; rǫl-, rǫlə- (letztere ist im einzelnen bezeichnet): Roll-bahn rǫləbən Bitb-Fliessem f.: Eisbahn. Roll-batz rǫ·l.əbats Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, Köln, Dür, Jül, Aach, MGladb, Grevbr, Düss-Stdt; rǫl- Schleid-Hellenth, Eusk-Lechenich m.: wilder, ungestümer Knabe; starker, gesunder Knabe o. Mädchen; ein noch in späteren Jahren zu allen Streichen aufgelegter Mensch, der sich keine Sorgen macht u. mit der Jugend noch tobt, rauflustiger Bursche. roll-batzen Rheinb-Heimerzh, Aach-Stdt (1836), Grevbr, MGladb, Düss-Stdt schw.: wild, ausgelassen spielen, sich dabei balgen u. prügeln; sich im Spiele einen Abhang herunterrollen lassen. — Abl.: die Rollebatzerei. NRhWB PfWB Roll-bett Ottw-Dirming Primstal n.: B. [Bd. 7, Sp. 488]
ohne Beine, auf Rollen, das am Tage unter ein grosses B. geschoben wurde (veralt.). Roll-bock m.: 1. Gerät, mit dem der Bandwirker das Band aufwickelt. Barm, Elbf. — 2. rǫlə- schlohn Purzelbaum schlagen Trier-Schilling. Roll-bokes rǫləb:kəs Schleid-Keldenich m.: Schreckgespenst für die Kinder. Roll-boll rǫlən-, –ləmbǫl MülhRuhr m.: alter Tunichtgut. Roll-böllchen rǫlə-bləkə Klev n.: scherzh. Kopf im Spr.: Jänntje, so schwart as Rut (Russ), ging wandele met den Sommerhut; de Sonn, die schen öm op dat R. en duw kreg Jann en Palesönneke (Sonnenschirm). Roll-brett Siegld, Altk n.: Bodenbrett des R.kastens (s. d.), in der Bergmspr. Roll-eisen (s. S.) n.: 1. starkes Rund- oder Kanteisen, das die Bohlen des R.kastens (s. d.) verschliessen kann, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — 2. R., um den das Bindseil des beladenen Wagens gedreht wird Rheinb-Fritzd. Roll-fuhre -fūr Saarbr, Saarl f.: Frachtwagen. Roll-gang Mayf m.: G. bei der Tuffsteinmühle. Roll-gans rǫ·l.ə- Prüm-Hallschlag f.: Schneegans; s. Hagel. PfWB Roll-geld (s. S.) in den Städten n.: G. für Bezahlung des Transportes von Gütern durch den R. wagen. Roll-häspe Siegld, Altk f.: H. (s. d.), bes. gross, am R.kasten (s. d.) verwendet, in der Bergmspr. Roll-haus Altk-NFischb n.: Dachaufbau, an dem die Seilrolle angebracht ist. Roll-hobel rǫləhuwel Neuw-Dierd m.: H. für Rundungen. Roll-holz (s. S.) n.: 1. Teigrolle Siegld-Geisweid, Eusk-Zülp, Bo-Dottend, MGladb-Neersen, Wermelsk. — 2. H. am Heuwagen, zum Festwinden des Wiesbaumes Trier-Trittenh, Daun-Boxbg, Aden. Roll-kappe rulkap Aach-Würselen f.: weiche Mütze. Roll-karre -k·ă.r Saarbg f.: K., im Güterschuppen der Eisenbahn gebraucht. Roll-kasten Siegld, Altk m.: K. am Ende der Rolle 2bη, aus dem der im Abbau geschossene u. durch die Rolle herabfallende Eisenstein in Förderwagen gefüllt wird, in der Bergmspr. Roll-kern rǫ·l.ə- Kobl-Stdt, Bo-Stdt m.: Aprikosenkern, an beiden Seiten abgeschliffen, dort durchlöchert u. durch die Löcher des weichen Kerns beraubt; so hatte man ein Pfeifchen, auf dem man blies, oder man zog durch die Löcher eine Kordel, mit dem man den R. hin- u. herdrehte, so dass man ein Müllche (Mühle) hatte. Roll-kleid rl- Emmerich n.: Leintuch auf dem Erntewagen. Roll-klüppel -kløpəl Aden-Insul, Schleid-Dollend m.: -holz 2. | |