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Rheinisches Wörterbuch 
 
roden II bis Rodstück (Bd. 7, Sp. 476 bis 478)
 
  PfWB roden II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk uNahe rǫrə, sonst -ō-; Mosfrk Saar -ōd-; n. einschl. Saarl-Fürw Eimersd, Merz-Menning Merching Riml Wahlen -ūə(r)d-; sonst WMosfrk -ōd-, –ōă-, –ūă- [Bitb-Rittersd -ēăd-; Ruwert -d-]; OMosfrk -ǫd- [an der Mos in Koch, Kobl-Winning hier u. da rǫrə; Koch-Poltersd rǫrərə]; Westerw -ōd-, -o-, –u-, –ǫ-, rōrə, –ū-, –ōl-, –ū- [Altk-Eupel -ǫt-]; NEif, Rip -ǫd- [kurköln. Neuw, Köln-Stdt -od-; in Schleid hier u. da -d-]; Altk (Sieg), OBerg rōən [Waldbr-Eckenhg rōnən]; NBerg -ō(ə)d-; Monsch-Lammersd, Jül-Boslar Münz, Aach-Verlautenheide Würselen, Eup, SNfrk rǫtə, nach Mörs hineinreichend; n. davon rə(n) wie auch rrhn. n. Ruhr [ryən, rən in Geld hier u. da u. Mörs-Labbeck Sonsbeck; rydə Geld-Wachtendonk] schw. (auch bei den -l, –r, –-Ausgängen gərǫt, –ōt usf.): 1. abgetriebenen Wald r., die Baumstümpfe ausmachen, tief graben, u. so dies Land zu Ackerland umwandeln; auch Wild-, Ödland r., durch

[Bd. 7, Sp. 477]
Beseitigen des Gehölzes u. Umlegen des Rasens urbar machen; der umgelegte Rasen wird getrocknet, mit dem ausgehobenen Heidekraut oder Gehölz (Ginster) auf Haufen gelegt u. verbrannt (s. schüffeln, sengen); früher gingen die Gemeindeeingesessenen (ganz früh alle, später nur mehr die ärmern Leute) auf die Gemeindeheideflächen r.; die Gemeinde teilte die betreffenden Flächen u. Lose ein u. verpachtete sie Eif; ähnlich Birkf; junge Bürger, die sich als nutzungsberechtigte B. einkauften, erhielten, wenn in dem Jahre keine Brachen verteilt wurden, sog. Waldstämme, Teile eines abgetriebenen Walddistriktes oder einer Lohhecke, die sie rodeten u. zwei Jahre behalten durften, mit der Fruchtfolge: Roggen, Kartoffeln Mos. dat Stöck moss noch gerodd werde; en (neu) gerodd St.; op den gerotten kann mer schlech gohn Rip, Allg. RA.: Ech sollt e Feldche r., de Zeit guf (gab) mer zu langk; et kom en nasse Summer, ke Was (Rasen) krug (kriegte) ech gebrannt aus dem Lied des Bettlers Prüm-Ihren. Wenn du de Knöul (derbe Schnitte Brot) an et Herz geleg häs (verzehrt hast), kannste r. gohn die schwerste Arbeit verrichten Schleid-Dollend. — 2.a. r. bei Neuanlage eines Weinberges oder Erneuerung eines alten ausgestockten W.; am untern Weinbergsende wird ein 1 m tiefer u. 80—100 cm breiter Graben ausgehoben u. die Erde nach oben getragen (Bank aushewe, ausdrahn); hierauf folgt das R., das Graben bis zu 1 m Tiefe; dann wird das Rodfeld abgeriss, d. h. durch gespannte Schnüre in Zeile eingeteilt, es werden die Reihen bezeichnet, in welche die Setzreben gesetzt werden sollen Nahe, Rhein. — b. -ot-, ein Stück Land zwei Stiche tief umgraben, bevor eine Weidenpflanzung angelegt wird SNfrk; u. danach Pflanzen setzen Lennep-Radevormwald. — c. Gartenland r., sehr tief hacken Allg. — d. -ūəd- Lohe schälen Trier-Mettnich. — e. -rə, Dreck r. Unkraut ausrupfen Klev-Üdem. — Abl.: die Rodderei, dat Gerodd(s).

auf- roden: ein Stück Wald a., roden Gummb, Lennep. PfWB aus -roden: 1.a. einen Baumstumpf a., völlig entfernen Allg. — b. ein Stück Land a., roden Geld. — 2. wilde Tiere a., vertilgen, Allg. von Nhd.-rotten RA.: En Käver usr. on en Enger en et Loch setzen Sieg-Sieglar. bei -roden ein Stück Wald b., dazu r. zum anschliessenden Feld Allg.ein -roden ein Stück Land e., neu brechen Gummb-Nümbrecht.  PfWB um -roden: wie nhd. Allg.

 PfWB  ElsWB Rod rǫt, –ō- (usf.) [r: Heinsb] Pl. -də(n), bei n. selten rdər (usf.), rōrə (usf.) Allg. m., n.: 1. das gerodete Feld; auch Ödland voll Gestrüpp, das gerodet werden musste; em R.; om Röddche. — Häufig in FlN u. ON. — Manche ON Rodt, Rott mit RA, u. Abl.: Bes de kodd (böse), dann kihr de Arsch no Rott (Kr. Sieg) Bo-Geislar. Wenn de Rouərder (Trier-Rodt) menen (meinen), se häden en gut Zopp, sou sötzt en döck Möck oəwen drop Trier-Schleidw; dem Kinde de Rodderer

[Bd. 7, Sp. 478]
Köh (Aden-Rodder) weise es am Kopfe in die Höhe heben Aden-Antw. Die kleinen Kinder kommen van der Röər (Gummb-Rodt) Ling(Linde) Gummb-Berghsn. De Rodder (Sieg-Rott) Stömp Möhrensorte MülhRh-Overath. Rorer Ber Birnensorte Bernk-Hottenb. — R. brennen das abgehauene Gestrüpp verbrennen Koch. E R. reisse die Reben in einer Rebneuanlage zum erstenmal schneiden Meis-Staudernh. — 2.a. r n. Schneise im Walde Klev-Nütterden. — b. rǫt Quecke, triticum repens Aden-Lierstall.

Rod-asche -ęi (s. S.) Allg. f.: die beim Verbrennen des Gestrüpps u. der Rasen erzielte Asche, ein gutes Düngemittel. Rod-bank uMos, Goar f.: Graben im Weinberg, in der die Rebsetzlinge eingesetzt werden. Rod-berg Trier-Ld, Wittl m.: urbar gemachtes Ödland. Rod-blume (s. S.) Saarbr-Lauterb f.: Malve. Rod-egge -·ə.χ Bergh-Buir Hüchelhv f.: starke, eiserne E., zum Eggen von Brachland. Rod-feld n.: 1. neu gerodetes F. — 2. der gerodete Weinberg, in den die Rebsetzlinge eingepflanzt werden; e R. setze Nahe, Rhein.  PfWB Rod-graben (s. S.) m.: 1. Gr. bei Neuanlage eines Weinberges, ca. 1 m tief ausgehoben u. beim Ausheben des nächsten wieder zugefüllt Nahe. — 2. rǫtsjrfχə Grenzgraben Bergh-Elsd.  PfWB Rod-hacke (s. S.) Berg, Ruhr, n. Ruhr, Mörs f.: H., beim Roden gebraucht. RA.: De hät en Bart (so struppig), do hätt me nüədig, mit der R. dran ze gohn Wippf. Rod-häcker r- Geld-Winnekendonk m.: dass. PfWB Rod-haue -hǫ·u. Allg. f.: dass. RA.: Girdröck (Gertrud) get de Beien de Flock, de Kihen (Kühen) de Gangk, de Perden de Strangk, dem Fuhrmann de R. on (in) de Hand usf. Prüm-Ihren. Rod-hauwil ryhuwēl Geld f.: dass. RA.: Dat sin lompe Denger met so völ Names, ness (nett als) R. mit diesen verdammten Namen hat man schwere Arbeit Geld-Schravelen. Rod-hauf (s. S.) Allg. m.: der Rasenhaufen beim Roden des Ödlandes.  PfWB Rod-korn Eif n.: Roggen, auf den gerodeten Ödflächen erzielt, sehr geschätzt. PfWB Rod-land Allg. n.: gerodetes L., auch Wildland, das geschiffelt werden muss oder g. ist. Rod-pfädchen -pętχə Sol-Leichl n.: Schneise im Walde. Rod-pflug (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, SNfrk m.: Pfl., zum Pflügen des gerodeten Landes, des Öd-, Schiffellandes, der Wiesen (u. Korbweidenanlagen SNfrk). Rod-rechen Zell-Senh m.: eiserner R., zur Bearbeitung des R.landes. Rod-stroh Eif n.: Str. vom R.korn, sehr geschätzt für die Erneuerung des Strohdaches. Rod-stück (s. S.) Allg. n.: gerodetes Feld, nahe dem Walde.