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Rheinisches Wörterbuch 
 
riseln II bis Rispel III (Bd. 7, Sp. 457 bis 459)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB riseln II das Wort, ein Iterativum zu rîsen, s. reisen II, ist zunächst vereinzelt im Rhfrk u. Mosfrk bezeugt, u. zwar -is- Saarl-Berus, Saarbr-Emmersw SNikolaus Sulzb, Wend-Frauenbg (-ī-), Offenb (-ī-), Werschw, Birkf-Göttschd (-ī-), uNahe, Simm-Ebschd Heyw Neuerk (-ī-); Goar-Pfaffenheck Bacharach (ī), –e- Merz-Mettlach; -ī- Trier-Klüsserath Sirzenich Olewig (-i-) Gilzem (-e-), geschlossenes -i- in Wittl, Bernk, Zell, Koch, Kobl, in den Weinbaugebieten (-ī- Bernk, Zell-Merl Stdt, Koch-Alflen Ediger); dann ist das Wort als -iz-, seltener -e- n. einschl. NPrüm, Schleid, NDaun, Aden im LRip u. Grevbr heimisch, weiterhin RRip u. Berg u. als -īəz- in Heinsb, Kref-Oppum, Kemp-Süchteln schw.: 1. heraus-, heruntersickern. a. überreife Körner, Samen r. aus den Ähren; aus einem Schlitze des Sackes oder aus undichtem Gefäss riselt et (eraus); gelöster Kalkbewurf riselt (heraf); der Sand riselt; die Früchte von den Bäumen r. vam Bom heronder, — komme geriselt; et riselt van de Böm (von den Traubenbeeren Mos (s. o.)); der finge (feine) Ren (Regen) riselt; der Nevvel r.; wann der N. sech su am r. hält, wiərd mer doch richtig nass; et riselt us den Bömen (heraf) vom Regen; dat Wasser riselt noch su evve nevve de Sten her Rip, Allg. — b. et riselt es fällt Staubregen, es fiselt Rhfrk (s. o., oft hier nur die einzige Bed.) Rip, Ess. — c. der Bom riselt va Äppel hängt dicht voll Aach-Verlautenheide, Mettm-Vohwinkel. — 2.a. de Zupp es geriselt bei Milchsuppen, wenn die Milch in kleinen Knötchen gerinnt uAhr; dat Wasser des Teiches es g. aufgewühlt Aden-Quiddelb. — b. Bohnen r., die Fäden an ihnen abziehen Köln-Weiss. — c. -ēz-, se gereselt krigen Hiebe bekommen Geld, Mörs. — Abl.: die Risel(er)ei, dat Gerisel(s) (s. u.).

aus- riseln: herabfallen, von den Traubenbeeren Zell-Merl. PfWB durch -riseln: dass. Mos (s. o.), Goar-Bacharach.

[Bd. 7, Sp. 458]

Risel -əl, Pl. -ələ m.: 1. et get R.ə beim Buttern, wenn sie körnig wird Neuw. — 2. kleinster Fetzen, in der Wend.: Wat en R. (u. R.ə) on Bisel (u. B.ə) riten (reissen) Barm, Elbf.

Ge- risel n.: 1. et git Gerisele, –e- u. Gr- Krümel, körnige Klümpchen, beim Buttern Malm, Eusk-Erp. — 2.a. gərisəl kleines Reisig Goar-Leining; -iz- Abfall von Holz Gummb-Stdt, Wippf-Bechen, Mettm, Köln. — b. -īəz- das in einer Schüssel Zusammengeschrappte Kemp. S. auch Grisel.

Risel-korn Wippf-Hohkeppel n.: leicht riselndes Getreide.

riselig Adj.: 1. -i-, r. sind Trauben, deren Beeren dünn stehen, da sie leicht ausfallen Wittl-Reil, Koch-Carden. — 2.a. -i-, de Zupp es r. in der die Milch zu kleinen Knötchen gerinnt uAhr; de Botter es (bleiwt) r. körnig Koch-Poltersd, Neuw, Altk. — b. -is- mürbe, leicht auseinanderfallend, vom Ackerboden Goar-NGondershsn, Kobl-Waldesch.

ge- riselig jərizəliχ Köln-Stdt Adj.: g. ist das, was leicht gerinnt, zerbröckelt, z. B. Sand, Kies.

Riseling rizəliŋ, re-, Pl. -ŋks Rees-Obrighv m.: einer von den auf dem Acker zusammengelesenen Steinen; en Hop R.s.

risen I -ī- = herab-, herausriseln, aufgehen, von Gebäck s. reisen II; risen II -ī- = schütteln s. rüsen.

risenabel, risenieren s. bei Räsong.

risig -ī:- = vom Weinstock, dessen Blätter klein bleiben s. bei reisen II.
 
 
 PfWB Risiko das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk risigō, rī-, –gō: ; sonst rizikī:, re- [rezoki Malm-Amel, reskę m. Malm-Bütgenb Nidrum, riski Saarbg-Wellen, WBitb] Sg. t. n.: Verlustgefahr; dat es en R. (für dech), dat däht ech net Rip, Allg.; do has duə ze vell en de Reskä stohn Malm-Bütgenb.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB riskieren das Wort (nach frz. risquer) ist allg., u. zwar ri-, rə-, ręsgīrə, –gī:rə(n), –gē:rə(n) Rhfrk, Mosfrk; sonst -skī:rə, -ē:rə  schw.: etwas r., wagen, aufs Spiel setzen; jet, vill, alles, necks r.; dat häste got r.; reskier mol enen Daler! beim Spiel; reskier dat emol, on du häs en (Ohrfeige) weg; en dem Wedder kamme net r., heruszegohn; do reskierschte, dat de dech verkälts Rip, Allg. [sech r.; risker dech dat märr neit! Eup]. RA.: Heə reskiert alles wie en Fleg op ene Pott er unternimmt etwas, ohne die in der Sache liegende Gefahr zu erkennen Aach-Stdt. En Aug r. scherzh. etwas wagen Malm-Weywertz, Aach-Stdt; e Vierdel Erze (Erbsen) Geilk-Süggerath. He reskiert ihter (eher) en Mau (Ärmel) wie en Arm er macht sich beim Streite früh genug aus dem Staube Sieg-Eudenb. He reskiert e frech Maul ist frech, — de Rand prahlt Goar-Boppard, May-Andernach, Kobl (rrhn.), Westerw; bi dem kannste en Mongd r. ein Wörtchen kühnl. sagen Gummb. Wer nicks reskiert, der n. verleert Kobl, — kömmt nit no Spandau Elbf. De hät et och ens

[Bd. 7, Sp. 459]
reskiert es ist gestorben Bo-Volmershv. — Dat es reskiert gewagt, gefährlich Allg. — Abl.: die Riskiererei, dat Geriskier.

riskier-lich MüEif Adj.: gewagt, gefährlich; e r. Stöck.

 PfWB riskant  Allg. Adj.: dass.

Riskanz ręskants  Monsch, Aach-Ld; -kāt uWupp 1870 Sg. t. f.: Wagestück, Gefahr.

Riskasch riskā: Köln-Stdt Sg. t. f.: dass.

risolut = energisch s. resolut.

Rispe I -i- = Korb s. Rüspe.
 
 
 PfWB Rispe II rip, Pl. -bə Saargeb. f.: R. des Hafers. — Kimmelr. gemeines Rispengras Nahe.

Rispel I -i- = Korb s. Respel; Rispel II -i- s. bei rispeln IV.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Rispel III -ib- Saarbr Sg. t. m.: in der Wend. Änen om R. sen, auf der Spur sein, ihm in feindlicher Absicht nachgehen; äne om R. hon.