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Rheinisches Wörterbuch 
 
rinnen bis Rinscheit (Bd. 7, Sp. 444 bis 446)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB rinnen das Wort ist allg., u. zwar -i-, –e- [-ø- vielfach in Saarbg, Trier, WBitb u. im Berg. ö. Ürd-L.; -ę- Eup], Prät. (Rhfrk u. meist Mosfrk fehlend) ro·n. (Rip selten auch ro·n.t), Part. gərun, –o-, –·n.ə(n) st.: 1. wie nhd. a. et Wasser rennt us dem Pott; aber auch der P. r., de Renn (Dachrinne) r. ist undicht, leckt, auch et Blot rennt em en de Strömp, de Trone (Tränen) ronnen em de Backen eraf Rip, Allg.; dat Fass rinnt em Gärgel Mos. RA.: Dat Deppe rennt wie en Seih Allg., — en Seihbar Bitb-NWeis, — e Dachkänel Birkf, — en Geiss (Giesskanne) Saarbg. Jetz hammer de Ren (Regen) un och et Wasser, un rennt de Tonn Unglück beim Glück Dür-Langerwehe. De hät ene luse (schlauen) Buch (Bauch), schad, dat he rennt ebd., Wittl-Meerf. Dem rönnt et dur et Dak, er ist nicht richtig im Kopfe Sol. Dat es mer en de Äsch gerunne das Geschäft ist mir nicht gelungen May-Kollig. He hät der Verstand bet (mit) em Schümleffel gesse, awer dät Beste es derdurchgeronn Siegen. Et rönnt scherzh. gesagt, wenn ein Kind sich nass macht Trier-Mehring. Ich trippse un r. ich bin ganz durchnässt, schwitze gehörig Goar-Weiler, May-Trimbs. — De Kuh rennt hat Schleimabsonderung aus der Scheide Wittl-Neuerbg. — Me Portemanee rennt ich habe kein Geld MüEif. 2. die Milch, das Blut rennt geht zusammen, gerinnt, hier u. da in Neuw, Gummb MülhRh, uWupp, Sol, Erk, Heinsb-Wassenbg. — Abl. die Rinnerei, dat Gerinn(s) [Gerenn geronnene Milch Siegld-Eiserf].

 PfWB aus- rinnen: et Fass as ausgerunn; de Wein as nost (beinahe, al) ausgerunn, mehr heraus-; de Käs es schlecht a.; de a.ə Käs Trier, Allg. Det is e Fäss-che wohlgebunne, et is kan Droppe ausgerunne; et drenke Herrn un Ferschten draus, un niemand roppt de Zappe raus? die Mutterbrust Westerw.be -rinnen: 1.a. gerinnen, von Milch, de Melch es beronn, bronn, — br. gang Nahe, Saar bis Merz-Becking, — bronnen Malm-Amel Bütgenb Mürring, Dür-Pier, Waldbr-Dreschhsn Sotterb, Gummb-Drabenderhöhe U- u. OBreidenb. RA.: Ich gläf, dir sen de Hiren (Gehirn) bronn du bist nicht recht bei Trost Saarl-Pachten. — b. beronne Blot schwarz getrocknetes Blut, während em geronne Bl. sich Tröpfchen zeigen Rip. — c. beronne Druve Trauben nach der Blüte mit Körneransatz Sieg-ODollend. — 2. et berönnt em die Galle läuft ihm über Malm-Amel.

[Bd. 7, Sp. 445]
 PfWB  ElsWB ge -rinnen: de Milch gerinnt, — is geronn(en) wie nhd. Saarbr-Fürstenhsn Sulzb, Saarl, Nahe, Hunsr, Kobl-Winning Bend, OAltk, Siegld, Sieg, Mülh-Rh, Berg, Ruhr, Klev-Niel, Kemp-Hagen, Erk, Grevbr-Weckhv, Jül-Langw, Dür-Froitzh Langerwehe, (s. Wk. IV 20).ein -rinnen: einfliessen Mörs.nach -rinnen, ver- rinnen, zer- rinnen (nur in der RA.: Wie gewonn, su zerronn Trier, Verbr.).

Rinnde ri·n.t Saarl-Hüttersd, Wend-Guidesw NLinxw; -e- Saarl-Körprich, Pl. -dən f.: Rinne.

 PfWB  ElsWB  LothWB Rinne das Wort ist allg. [nicht in Wittl, Bitb], u. zwar ri·n., –e- [Siegld, OBerg -nə]; doch ist eine auf *ranja zurückgehende Form rę·n. im ganzen Geb. hier u. da bezeugt (s. Ränne), u. eine auf *runne zurückgehende Form vereinzelt ro·n. Schleid-Dreiborn, Köln-Brauw GrKönigsd Hücheln; rø·n.ə Mettm-Dönbg; Pl. -·n.ə(n), demin. -·n.χə(n), -ntə, –nəkə, –ntjə f.: 1. die durch starken Regenguss ins Feld getriebene R.; der Ren (et Wasser) hät en R. gedrivve Rip, Allg., — geflüzt (geflözt) Rip, — gespielt Klev-Schneppenbaum [das ist ursprüngl. die alleinige Bed.] Für von Menschen angelegte R. (Gosse, Dachrinne usf.) stehen noch durchaus lebende Synon. zur Verfügung, wie Floss, Flöz, Gosse, Graben, Gracht, Gräute, Kalle, Kandel, Kulang, Guge; doch heute schon vielfach auch für diese R. (gegraben, R. von Holz oder Metall, bes. Abfluss im modernen Spülstein) angewandt; z. B. en R. ussteche Wiesengraben Rip, — schmite Geld-Pont; en gestickte, paveide R.; de R. kehre die Strassenrinne, Gosse; en de R. falle; jet en de R. schüdde Spülrinne Rip, Allg.; du häs alt ens möt mech en de R. (Strassenrinne) gelege SNfrk, Allg.; de kömmt en de R. ut sein Leichtsinn bringt ihn auf abschüssige Bahn Kref; de kann em Grongk (von der Erde aus) ut de R. eten aus der Dachrinne, so hoch aufgeschossen ist er Lennep-Ronsd; die R., in der die Kegelkugeln zu den Spielern hinabrollen Verbr.; R. in der Säge, die häufig beim Härten über die Mittellinie der S. hinweg entsteht, weil die S. in den Mittelpunkten stramm eingespannt wird; de R. drute schlagen Remschd; en R. en der Mul Hasenscharte Waldbr-Wildbg. RA.: Hen es so mager, dat e inne R. kann sprenge Mörs-Wallach. — 2. übertr. a. Rönnche kleines Ölkännchen Sülzt. — b. Renn dünnmistende Kuh Gummb-Hückhsn.

Ge-rinne -re·n. Sol Sg. t. n.: die Einrichtung an der Mahlmühle, durch die das Mehl rinnt.

Rinn-futte rø·n.əvot MGladb-Rheind f.: verächtl. Weib, mit schwacher Blase. Rinn-latte ri·n.lat MGladb-Viersen f.: L., zur Bekleidung der Wetterseite der Giebelwand. Rinn-messer re·n.męts Sieg-Fussh, Schleid-Udenbreth n.: Stossmesser, bes. des Hufschmiedes, mit dem er die Hufe beschneidet. rinn-nass rinənas  Simm-Kastellaun Adj.: ganz durchnässt. PfWB Rinn-stein (s. S.) aus Altk, Siegld, MülhRh, Lennep bezeugt m.: nach dem Nhd., Gosse. rinn-steinig

[Bd. 7, Sp. 446]
-ā:n- Trier-Fell Mehring Adj.: r. ist der Fluss, wo er über das Ufer getreten ist. rinn-steinvoll  Prüm-Dahnen Adj.: bezecht. Rinn-pflaster ri·n.əflastər May-Pellenz n.: gepflasterte Strassenrinne. Rinn-schlacke ri·n.ən- Siegld, Altk f.: die mit dem abgestochenen Roheisen durch das Stichloch des Hochofens abfliessende Schl., in der Spr. der Hüttenarbeiter.

Rinnert -e- Duisb Sg. t. m.: Rogener des Härings.

rinnig -ø- Duisb-Hamborn Adj.: r. Melk geronnene Milch.

 PfWB  ElsWB Rinnsel -e- Merz-Bergen Sg. t. n.: Kleinkorn, das unter die Wannmühle fällt.

rinnselig -ints- May Adj.: körnig, von der Butter.
 
 
Rino  Rhfrk, uMos, Daun, Prüm, Ahrw, Dür, Neuw, Gummb, Mörs-Orsoy Sg. t. m.: Rufn. eines männl. Hundes.
 
 
Rinscheit das Wort ist im WMosfrk verbr., u. zwar rī:nęt Wittl-Binsf, Bitb-Trimport, Prüm-Burb; rī:nəlt Merz-Lockw Conf, Trier-Schleidw Zemmer, Wittl, Bitb; renn- Trier-Welschbillig Newel, Bitb-NWeis Seffern; rī:nəlts Wittl-Mühlb; rī:təlt Bitb-Betting Pl. -dər n.: die hölzerne oder eiserne Querstange (Zugscheit) am zweispännigen Wagen oder Pflug, woran die beiden Zugleinen oder Zugketten des einzelnen Zugtieres befestigt sind; en än-, zwei-, dreispänig R.