| PfWB ElsWB LothWB Ring das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk riŋk, –e-, Pl. riŋ, –e-; Mosfrk reŋk, Pl. re·ŋ. [im Geb. der Senkung raŋk, –u-, –o-, -ǫ-, –ę-, –ø-, –-, aber Pl. stets re·ŋ.]; Rip, Berg, SNfrk reŋk, –ø- [Aach rē:ŋk], Pl. re·ŋ.; Eup ręŋk, Pl. rę·ŋ.; Klevld reŋk, Pl. reŋ; demin. reŋəlχən, –i- (auch raŋk usf. gilt); Nfrk re·ŋ.skə m.: 1. wie nhd., ene gölde, isere, glatte R.; ene Fönger-, Braut-, Trau- (Treu-) [der Trauring auch effe R. genannt MGladb, Dür-Ellen], Ohrreng; ene R. van er Kett, Ketter. (Kettenglied), ene R. en der Nas (bei Tieren), Nasereng; ene R. an der Ses (Sense) Sesenr. zur Befestigung der S. an den Stiel; der R. an der Et (Egge), Edereng; R. op dem Herd als Verschluss der Öffnungen Ovve(s)r.; R. am Kump (Trog), woran das Vieh befestigt wird; R. an der Wo (Wage des Wagens; R. an den Leitern des W.); am Plog (an der Hal ‘Halte’), an der Handhabe des Pfluges, zum Durchschlingen der Leine Allg.; die han sech de Reng gekof haben sich verlobt Rip, Allg.; Ring(e) [Bd. 7, Sp. 437]
schloəhn schmieden Gummb; ringförmiger Einschnitt in einen Stock. — Im bes. Holzring im Wasserrad, der von den Armen oder vom Viergespann getragen wird u. in den die Stollen u. Traufeln eingehauen sind; Fingeröffnung am Schlüssel Berg. — Der eiserne oder kupferne R. in der Mitte der äusseren Seite oder oben am Gadder, mit dem man klopfte, um Einlass bittend Allg veralt.; mach de R. op öffne die Türe Malm-Wallerode [in Eup war früher an den Häusern der Schweineschlächter ein R. eingelassen]. RA.: Op den R. kloppen betteln Berg. Kloppe, kl., Rengelche, do stohn zwei ärm Kengerche (Kinder); get (gebt) en jet, lot se gohn, de hemmelsche Poərz (Pforte) wird opgedohn! Heischeld. der Kinder Dür, Aach (klocke, kl., R.), Monsch; rabbele, r., R., kome zwei- Jül-Tetz. — Fingerhut, Nähreng Heinsb. — Radreifen, auch Radr. Koch, Prüm, Siegld, Gummb, Heinsb-Bocket. Reng schlepen (schleifen) zwei Radreifen über die Wiese ziehen, um die Maulwurfshaufen auseinanderzuspreiten Barm. — Reifen um das Butterfass Koch-Laub. — Spielring der Kinder; der R. schmecken (mit der Peitsche) Bo-Witterschlick, Aach-Warden, — schlage Grevbr, Kref-Anr, Geilk-Honsd, Heinsb-Bocket, Aach-Stolbg, — schloh Siegld-Geisweid Nauholz Netphen Sohlb, — drive Heinsb-Waldenr, — jagen Dinsl-Gahlen. RA.: Dur dem sin Ben kann men ene R. schlohn er hat O-Beine Geilk-Honsd. — Krampen on Ringelcher Haken u. Ösen am Kleide Saarbr, Saarl, Ottw, Trier-Mettnich; Rengskes Kemp-STönis. Rengelscher Öse im Schnürschuh Allg. — Polsterring auf dem Kopfe, zum Tragen von Kopflasten Nahe, Saar bis Merz, Trier-Hermeskeil, uWupp, Sol, Elbf, Remschd. — Tragriemen der Hotte (Rückentragkorb) aus Weiden Saarbg, Trier, Wittl, Bernk. — Der R., den beim Partieschnappen der auf dem Karussel reitende Bursche erhascht; den R. to packen krieən un rutriten ut der Busse (Büchse) für Freifahrt Gummb, Allg.; R. steəke Kref. — R. schmiten mit Ringen nach aufgesteckten Messern werfen, auf dem Jahrmarkt ebd. — Reng werfe einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Schleid-Dollend. — Dor den R. schete (schiessen) im Klickersp., wobei der Klicker durch einen R. mit der Hand geschnellt wird Geld-Hinsbeck; Reng sch. Jül-Boslar; Rengske sch. Geilk-Porselen. — RA.: R. am Fenger, Dreck (Rotz) am Back Neuw-Altenbg Ehrenst. U (an) jedem Fanger e R. un de Bockel voll Leis (Läuse) Trier-Mehring. De Finger met Ring gezert, dat Brot met Berekraut geschmert! Goar-OGondershsn. Besser Horn (Schwielen) en de Hand wie ne golde R. am Fönger Bo-Wesseling. We en Destel met de Wottel (Wurzel) ganz uttröckt (auszieht), föngt (findet) ene goldene R. dran Heinsb. De liet (lässt) sich ene R. durch de Nas trecke so dumm, gutmütig ist er Köln, Allg. He es so düər (mager), dat men öhm dörch ene R. trecke kös (könnte) Eup. Der [Bd. 7, Sp. 438]
Neuling in der Schule muss en de glihrige (glühenden) R. beisse so ängstigen die älteren Schüler die Neulinge Ottw-Remmesw. Wenn dat net wohr es, dann fress ech en Beassem meat siwwe (dreizehn) Ring! May-Pillig MüMaif, Simm-Riesw, Birkf-Idar. — Im Kinderld. Mönnche, M. (Muhme), gemmech ene Emmer Watterpott! Wat göfste mech dann? Ene golde R.! De mag ech net! Ene selvers R.! De mag ech och net! Da krup der dur on fall net dren! beim Brückensp. MGladb. Dubbe, dubbe, dubb (bei jeder Zeile am Anfang stehend), wo es min Vader? In Eckenhagen. Wat deht he do? (De) Ringe schloəhn (eiserne R. schmieden). Wat sallen de R.? De Kuh anbengen (-binden). Wat sallen de K.? De Melk gewen usf. dem Kinde zur Unterhaltung schlägt man auf die Tischkante u. spricht dabei, das Schmieden im Viertakt nachahmend, diese Worte Gummb-Berghsn. Dau brauchs kän Ringelche, dau br. kän Ring, dau br. kän Sonnenschein, dau verreckt Ding! Bernk-Mülh. Rätsel, Scherzfr. Rond, r. Rengelche, eich trere der of dei Zengelche on rappe der all die Hor aus? Spinnrad Bernk-Sulzb. Allg. Wat förne R. ös nit rond? der Häring Mörs, Verbr. — Volksgl. Über bösartigen Hautausschlag streicht man mit einem gesegnete R. Geilk, Erk. — 2. Ringförmiges aus andern Stoffen. a. Rengsje Einsatzrechteck für Klicker, beim Klickersp. Aach-Bardenbg. — b. der feste Stein in der Mühlsteingrube (Basaltlava) May-NMendig. — c. Neujahrsbrezel, effe oder geflert (einfach oder geflochten) Geld-Leuth. — d. am Körper. α. an der Wurzel des Fingernagels Allg. — β. blo R. om de Awen (Augen) Trier, Allg. — e. ene R. öm de Mond Hof um den M. Allg. RA.: Ene R. öm der M., Ren (Regen) dren wohnt Geilk-Süggerath. — f. R. einer Tabakwolke der kann got Reng roche (blose) Rip, Allg. — Abl.: dat Gerengs die vielen, lästigen Ringe Rip. Ring-buchweizen -bukənt Mörs-Asbg m.: windender Knöterich, polygonum convolvulus. PfWB Ring-finger (s. S.) Allg. m.: wie nhd. PfWB Ring-geissel -ais- Siegld f.: eine Peitsche mit kurzem Holzstiel u. langer Schnur von dickem Seil, in welcher in bestimmter Entfernung voneinander Holzklötzchen angebracht sind; früher knallte der Hirte damit, um die Kühe zum Austreiben auf die Weide zusammenzurufen; jetzt wird sie noch beim Einholen der neuen Hirten am Michelstag oder beim Wingkefplatzen geschwungen; sie erzeugt einen lauten Knall; ihre Handhabung ist schwierig, s. auch Klotzer-, Hinterrücksg. geknüppelte G. Ring-holz -hōt Heinsb-Erpen n.: Holzring von ca. ½ m Dicke, auf dem das Brunnenmauerwerk aufgeführt wird. Ring-ling ri·ŋ.əliŋ Bernk-Maring, Geld, Klev m.: -finger, im Spr. über die Finger: Deimeling wor af de Mort (Markt), Fingeling hot Ochse koft, Langemann hot hämgefohrt, R. hot Worscht gemach, klä Dibbeschen hot se al gess Bernk-Maring. Na Bek, [Bd. 7, Sp. 439]
n. B., saj Dümmelok; örs (erst) noch wat ete, s. Leckerpott: wor (wo) sölle wej et dann hale (holen), s. Langelott; in Mojers (Mutters) Käske (Schrank), s. R.; dat sall ek es (einmal) verklappe, s. dat kleine Deng Geld, Klev. Ring-klee -klēwər Mörs-Veen m.: Fieberklee, Menyanthes. Ring-kraut -krut Sieg-Rhönd n.: windender Knöterich, polygonum convolvulus. Ring-ofen Allg. m.: nach dem Nhd., bei der Ziegelbrennerei. Ring-ort riŋelχəs- Ottw. n.: Ahle, mit der die Ösen am Schnürschuh gestochen werden. Ring-schlange (s. S.) Wippf-Biesf f.: Ringelnatter. Ring-stab (s. S.) Berg m.: dünner Eisenstab. Ring-stein -- Birkf-Idar m.: Edelstein (Achat) für einen Fingerring. Ring-tasche -ę- Gummb f.: Beutel für Handarbeiten, aus einem bunten Taschentuch gemacht, mit zwei Ringen zum Tragen. Ring-walze (s. S.) Verbr. f.: Ackerwalze, aus vielen Ringen bestehend. Ring-zange (s. S.) reŋ-, re·ŋ.əlχəs-, reŋskəs- Allg. f.: Z., zum Festdrücken der Ringe in die Schnürlöcher des Schuhes. Be-ring bəreŋ Merz, Saarbg, Birkf, Bernk-Mülh Neumag Sg. t. m.: 1. Bereich, Hofraum; e meim B. häscht dau neischt ze son (sagen); lebende Hecke um das Gehöft mit dem Misthof, Gemüsegarten, Graspäsch Malm. — 2. Schweinepferch. Ge -ring gəriŋ u. gr- Saarl, Merz n., m.: 1. offener Raum im Innern des Hauses, eine Art Hausflur. — 2. Bering 2. PfWB LothWB Ringel das Wort ist verbr., aber nicht allg. u. in der Bed. sehr gespalten; riŋəl, –e-, –·ŋ.əl, Pl. -ələ(n), demin. -əlχə(n) m.: 1. ringförmige Gegenstände. a. Geräte; grösserer Ring, wie man ihn oft in der Landwirtschaft gebraucht Monsch-Rohren; R. am Kettenende Prüm; Kettenglied Saarbr, Ottw, Trier-Mettnich, Birkf-Idar; Herdring Saarbr-Sulzb, Birkf; einhändiges Ruck- u. Hebe-eisen Daun-Neroth; hakenförmig gebogene Eisenstange, am Hochofen verwandt, um unliebsame Koks- u. Schmelzstücke zu entfernen, in der Spr. des Hüttenarbeiters Siegld, Altk; -ę- Rührstange, um die Kaffeebohnen beim Brennen zu rühren Mörs-Wallach; Gerät mit hängenden Eisenringen, beim Viehhüten zum Werfen benutzt, um das weidende Vieh von einer nicht erwünschten Stelle zu verscheuchen Schleid-Dottel; Öse für Kleid u. Schuh Saarbr-Feching; Kopfpolster, zum Tragen von Kopflasten Ottw-Theley. — b. Ringförmiges. α. am Rengelche Bördchen des Strumpfes Bergh-Heppend. — β. Apfelring, –schnitzel in Ringform Aach-Merkst. — γ. Gebäckkringel Elbf. — δ. Weihnachtsschmuck MGladb-Rheind. — ε. Rengelchen Schweineschwänzchen, in der Kinderspr. Sol-Witzhelden, Jül. — ζ. Ringelchen Schleife, zum Aufhängen der Kleider Saarbg-Köllig. — η. Löwenzahn Goar-Wiebelsh; Arnika Gummb-Berkenr. — θ. Goldrengel Ringfinger Wend-Marping; goldene Ringer Ottw-Neunk. — ι. Ringelcher Pl. Kartoffeln, deren Schale nur ringförmig [Bd. 7, Sp. 440]
geschält ist u. die gequellt sind Wend-Zaub, Saarbr-Heusw, Merz-Nunk, Kobl-Metternich, Neuw-Stdt. — κ. wurstähnliche Rolle; e ganze R. Woərscht; e R. Tuwak Saarbr, Ottw. — λ. natürliche Haarlocke Bernk-Woppenr. — μ. Stirnfalte Jül-Boslar. — ν. Kreis, kreisförmiger Streifen, der sich gern in einem Stoffe bildet, wenn man ihn wegen eines Fleckens nur an einer Stelle auswäscht; ringförmiger heller Ring an dem Rand eines Gefässes oder an einer Wand, oder wenn die Sonnenstrahlen schräg in etwas bewegtes Wasser fallen Nahe, Simm, Goar; R.ə roche R. aus Tabaksrauch Allg.; Ringele werfen beim Werfen eines Steines über eine Wasserfläche Ottw-Illing; Rengelcher mache Schleid-Dollend. j. derbe Schnitte Brot, ums ganze Brot herum Ottw-Wiebelsk, Birkf, Trier-Rodt Schleidw, Bitb-Preist, Daun-Bernd Üxh, Schleid-Üdelhv, Neuw-Dierd, Ess-Frintrop. — ο. Erdklumpen, grasdurchwachsen, zur Beschwerung der Egge Malm-Dürler. — π. schöner ebener Holzstamm Wittl-Meerf; derber Stock des Pflügers Daun-Stdt. — 2. übertr. a. Rufn. einer gescheckten Kuh Neuw-Notschd. — b. Ringelreigen uWupp 1870; im Siegwerfen beim R.: Rengel(e), R., Rose, Botter (Zucker) in der Dose, Schmalt (Eier) in de Kaste (Geld en der Tasche); märge wellde wej faste, owermärge Lammkes (Nückes-chen) schlachte, dat sall rupe: blä, bl., bl. (mä)! Geld, Allg.: Ringel de R. de Rose, schöne Aprikose, Veilchen on Vergissmeinnicht, brave Kinde schwätzen nicht (alle K. setzen sich) Saarl, Trier. R., R., Rosekranz, Märe (Mädchen) gähschte met zom Danz? Han kä Schuh an. Duh em Pappe sein Schläppcher (Pantoffeln) an; henne on vore sen Knäppcher (Knöpfe) dran! Meis, Birkf, Wend, Ottw, Saarbr, Saarl, Hochw. R., R., Reihe, et sind der Kenger (Kinder) dreie; die soten (sassen) ongern (unter dem) Hollerbösch un makten alle husch, h., h.! Gummb-Berghsn, Verbr. R., Rangel, Reich, en Ol (Aal) as am (im) Deich, am D. as en Ol, nau fänk mich emol! das so sprechende Kind läuft mit dem letzten Wort weg, u. das andere sucht es zu haschen Trier-Heidenbg. Ringel-barst -bat Wippf-Thier m.: im Holz getrennter Jahresring. Ringel-bloch Rip n.: Ackerwalze, aus Ringen bestehend. PfWB ElsWB Ringel-blume (s. S.) f.: 1. Löwenzahn, Taraxacum offic., (vgl. Wk. IV 13) in Ottw, Goar-Stdt Wiebelsh, Heinsb-Rathm. — 2. Saatwucherblume, chrysanthemum segetum Eif (o. O.). — 3. Gartenringelblume, calendula offic. Verbr. Ringel-eisschen Neuw-Borschd n.: Ringelblume. Ringel-grundbirnen i·ŋ.əlχəs-grombīrə Kobl-Kaltenengers f. Pl.: gequellte Kartoffeln, die nur bandweise geschält sind. Ringel-kartoffeln -dǫfəl Altk-NFischb f. Pl.: dass. Ringel-kette re·ŋ.əltskęt Eusk-Wichterich, Bo-Walberg Waldrf, Bergh, Grevbr, MGladb, Düss-Volmerswerth f.: R., mit der der Hinterpflug am Vorderpflug befestigt ist; am Vorder [Bd. 7, Sp. 441]
pflug ist sie durch Ringe an den zwei Haken unten an der Achse mit einer Kroddel (Kröte) befestigt, am Grindel des Hinterpfluges wird sie von einem Penn (Düvelsteck) festgehalten. | |