| PfWB ElsWB Ridiküll frz. ridicule als ridəkyl, redə- Prüm, Malm, Eup, Aach (auch redəkylχə); Dür, redə- Köln-Stdt, Jül-Stdt, Kemp-SPeter, Düss-Stdt, May-Andernach; -kyl Emmerich; rikylə MülhRuhr; ritskīl Siegld (überall veralt.) m.: Damenhandtasche, Tragbeutel am Arme der Frauen, Pompadour.
PfWB LothWB Rido das aus frz. rideau entstandene Wort ist an der Saar allg. u. Trier-Euren, u. zwar ridǫ, –do, dō , Pl. -dǫən, –doən, –dōən [ridon, Pl. -nən Ottw-Eppelborn, Saarl-Nalb; -do·ŋ., Pl. -·ŋ.ən Saarl-Dilling Hüttersd; -dǫl, Pl. -·l.ə Merz-Bergen MerchingStdt; dǫ u. -dōr, Pl. -rən Merz-Stdt] f. [m. Ottw-Eppelborn, Saarl-Roden, Trier-Euren]: Fenstervorhang, Scheibengardinen, Vorhang am Himmelbett; mach de R. zereck, dät mer emol e bess-che besser seiht.
Riebe rīf, Pl. -wən nach Wk. IV, 2 in Dinsl f.: Griebe (s. d.).
NRhWB PfWB ElsWB riechen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -īχ- [Birkf -ei-; NWend -ēi-, –ē-]; Mosfrk -ī:, –ē:- [in Saarl n. einschl. Überherrn Neuforw Lisd Fraulautern Schwarzenholz nach OSaarbr, Ottw hinein -ēi-, –e·i.-; in Merz, Saarbg -ī:-; n. einschl. Saarbg-Perl Wochern Tetting Faha Freudenbg Rodt Greimerath in den trier. Hochwald u. nach Bernk zu -e·i.-]; in May, Aden, Ahrw-Ramersb, Neuw-Datzeroth hier u. da rǫuχə, er ryχt; Siegld, NAltk, Rip, rip. Berg ruxə [Altk-Wissen -o-; Dür hier u. da, Jül, Aach -ȳχ-], dū ryχs, h ryχ, Prät. rox (u. Sieg, LRip auch -ō-; Aach -o- u. ryχət), Part. jərǫxə (u. Sieg, LRip --, –ǫu-); Berg (nfrk.), SNfrk rūkə [-ȳ- Eup, Geilk, Heinsb (Selfk)], dū ryks, h rykt, Prät. rūək, -ōə-, Conj. -ȳə-, –ə-, Part. jər(ə)kə, –ōə- [Gummb jərǫkən] [Neuss-Stdt rūkə, Prät. rǫx, Part. jərǫχə] Geld (schon Kemp-Lobberich), Mörs -ȳk-; lrhn. n. einschl. Geld-VeertStdt Aengenesch Issum, Mörs-Hörstgen Klosterkamp Lintfort; rrhn. n. Rees-Esserden Empel Heeren Heelden -y-; südl. davon rrhn. -uk-; MülhRuhr -ū- [Geld-Schravelen, Klev-Asperden røkə, hej røχt, Prät. røkdə, Part. γərkən], Prät. rk (ruktən), Part. γərkən st.: 1. trans. a. etwas r., wie nhd., auch schnuppern, vom Pferde, Hunde; he rüch Flesch; rüchste jet; mer rück et alt van wecks (weitem); rucht ühr nüs? Rip, Allg.; he löt (lässt) mech r.; dat löt sech r. Nfrk, Allg.; eve gerouche komme schnell ins Haus k. Aach, Allg. RA.: Dat es dem Dowe (Tauben) geflött (geflötet), den et net höre kann, den kann et r. bei einem Furz Mörs-Xanten. Wer et et iərsch (zuerst) röucht, dem et aus em Arsch kröucht (flüg) wer zuerst ruft, er habe einen Furz vernommen, der hat ihn selber losgelassen Ahrw-Ramersb, Verbr. Wer dat (die Jauche) lang recht, wird alt Zell-Enkirch. Wenn ehr dat rucht, dann hat ehr der Schnopps (Schnupfen) net bei gelindem Duft Köln. Et os got, für [Bd. 7, Sp. 408]
ze r., ävver net, für ze schluche (schlauchen) was du da gebacken hast, duftet gut, aber ich möchte es doch nicht essen Schleid-Reifferschd. Wer war das? Antw.: Kannscht jo r. gehn! Trier-Züsch. Näht öm en Stöck Speck op e Nas on lot (lass) öm r.! den Vielesser Kemp-Lobberich. A.: Wat rücht, stenkt dat och? B.: Jo. A.: Dann stenkt din Nas och! (Wortsp. zwischen intrans. u. trans. riechen) SNfrk, NBerg, Eusk, Neuw-Dierd. Der kann wärm Brut r. er ist nicht empfindlich, wenn ihm widersprochen wird Sieg. Den helt (hält) de Nas esu huh, wie wenn he fresch Br. rich (röche) Prüm. Wann et Speckpannekoche wör, künnt mer et r. das Verlorene Köln-Stdt. Riche Löje (Leute) Krankheit en arme Löjs Pannekuk köje (könnt ihr) witt (weit) r. n. Ruhr, NBerg, Köln. He hät der Brodem (Braten) geroəkə wie nhd. MGladb, Allg. Den es gescheit, de riecht Kazendreck em Donkeln Trier-Stdt. Der Faulpelz kann senge ege Schwess (Schweiss, Dreck, Schmalz) net r. Rip, Allg. Der rücht den Driss (Kot) durch sivven Zäun der Überschlaue Aden-Herresb. Der hät de Wirtschaf geroche ist bezecht Dür-Bergst. Rüchste Müs? kommt es dir verdächtig vor? NBerg, n. einschl. Ruhr, Klev, Mörs, Heinsb-Dremmen, Erk-Körrenz. Hej hät et Polwer geroche merkt den Braten Klev-Warbeyen, — Lont gerouche Dür, Allg. Deə brut (braucht) et Bett mär ze r., da schliəft (schläft) en at (schon) Aach. Et Perd rücht de Krepp es geht auf dem Heimweg schneller Kemp, Allg. Könnt der Wolf r. on de Krohn (Krähe) scheəre, dann k. der Bur sich net erweəhre Dür. Wenn en Geiss Geld recht, freckt se Zell-Briedel. En Fuss rücht den ongern (andern) Kemp-Hüls. En Sau rüch der Mes (Mist) üvver de Heck Köln-Stdt. Schnappt et Veh no Lof (Luft), dann rücht et Gewedderdof Mörs-Rheinbg. De riecht dorch et Schlesselloch, wat em Schank (Schrank) es der Schlaue Bernk-Dhron. — An jet r. Rip, Allg. RA.: Do kas de es (einmal) dran r.! lass dir das gesagt sein Duisb, Elbf; do konn he neit dran r. es ist ihm unerreichbar Kemp-UWeiden; der Faulpelz rüch och nur es dran (an die Arbeit) Sieg-Ägid; do losse ech och kenen dran r. das ist mein ausschliesslicher Besitz Rip, Allg. He hät ens (te ärg) an't Gläske geroəken ist bezecht Erk-Elmpt, Allg. An den rüch noch kene Hongk (Hund); do r. noch k. H. dran (an) so minderwertig, schlecht ist er Rip. Se han in (ihn) ens an de Henk (Henkel) r. losse nicht am Genuss teilnehmen lassen Köln-Stdt. Er hot zu lang am Spund geroch er ist bezecht Goar-Trechtinghsn. Die kenne an die Hoke (Fleischhaken) r. gehn die nicht recht wirtschafteten u. mit dem Fleischvorrat zu früh zu Ende waren Simm-Laub. Wenn et heiss »Komm hl. Jeiss«, dann öss de Nut am allermeiss; dann jet et vill ze ruche, äwe nix ze schluche (essen) Bo-Wesseling Nu kann ek [Bd. 7, Sp. 409]
op den Stump r. man hat mir alles vorweg genommen, ich kann nun sehen, was mir verbleibt; do kann et (ihr) op r. wenn man einem eine richtige Antwort erteilt hat Gummb-Stdt. — b. übertr. α. ech konnt et doch net r. durchaus nicht merken; ech han et gerochen vernommen, geahnt, was man gegen mich im Schild führt; dat sollt ech g. han! geahnt haben Rip, Allg.; do rüch kene an das wird keinem bekannt Sieg-ODollend. — β. enen net r. könne nicht ausstehen, leiden können; die konne sech net r.; der kann sech selfs net r. Rip, Allg. — 2. intrans. duften, stinken; he rücht et; bäkes, wie reicht dat! de Blome r. got; dat Flesch rüch ist schon am Faulen; he rüch et no angebrannt, — no em Bock udgl.; du rüchs no Farf. Allg. RA.: Et rücht no Brandenburg angebrannt Rees-Haldern, — wie ene gebrodene Esel Bo-Godesbg; dat Korn (Roggen) rücht wie neu Heu MülhRh-Overath; he rüch et we en er Gärkammer(Sakristei) nach Weihrauch, gut Köln-Stdt, — wie an (in) er Apthek Bitb, Allg. Der eine stink, der andere rüch nit got Köln-Stdt. Wenn einer gefurzt hat, Häle, mäle, Bowerloch, rüchste net, da stenkste doch! Altk-Weitef. Wat de fortwerpt (-schmitt, göft), dat rücht net got odder et stenkt (of et schmeckt net) vom Geizigen Rip, Nfrk. Alles, was gut rücht, kömmt van mej, sät den Aptheker Mörs-Rheinbg. Geld rücht net ist immer erwünscht Aach-Breinig. Riche Lütts Kranksin on arme Lütts Pannekuk r. witt Klevld. Der rüch us dem Hals (der Mul, den Oəm ‘Atem’) Allg., — wie ne Hongk (Hund) us der Fott (Gesäss) Jül-Tetz, Düss, — wie en al Krack (Schindmähre) us de Fott MGladb-Rheind. De r. no Brut sind arm Bergh-Blatzh. Der röucht bal no Dänneholz er stirbt bald May-Trimbs, — no Dannenholz Jül, — no Dannenbord Gummb-Wiehl, — no der Schöpp nach der Schaufel des Totengräbers, Prüm, Rip, Nfrk, — no der Schuffel Siegld, — no Klos Tillmann dem Totengräber Kemp-Lobberich. De rucht noch nom Pel (Pfühl) er ist eben erst aufgestanden; du ruchst je noch nom Wegestreh (Wiegenstroh) kannst noch nicht mitreden Siegld. Wat rüch der Bur no Röbe! einem jeden merkt man seine Herkunft an Köln-Stdt, Aach. No Viule r. glücklich sein Dür-Stdt. Hej rückt nor Mösske (Moschus) as den Düwel nor Nöttebeschot (Muskatnuss) Emmerich, Geld. He rüch et no ärm Löck (Leuten) vom muffigen Geruch in Mietskasernen, hier ist eine armselige Umgebung Rip, Nfrk, — no der Herberg Köln-Stdt. Et rücht no Geild (Geld) hier herrscht Reichtum Mettm-Vohwinkel; das zu heisse Essen rücht no et Für Aach. Dat rücht no Röwen (Rüben) ist sehr teuer Altk-Hamm Wissen, Siegld. Et rüch no Kermes man riecht frisches Backwerk, vor der Kirmes Schleid. Et rüch no Klompe Antw. auf die Frage: wie geht es? (die Arbeit kommt wieder, von den Färbern, die nur in Holzschuhen [Bd. 7, Sp. 410]
arbeiten können) Kref. De Worscht (Wurst) recht no Säf (Seife) die Sache ist nicht geheuer Neuw. Et rucht no fulle Äjjer (Eier) es herrscht Südwind (nach dem Schwefelwasserstoff, der sich auf den Hütten entwickelt) Siegld-OSetzen. Nom Fate (Fass) r. Gesinnung verraten Sol. — Abl.: die Riecherei, dat Gerich(s). ab- riechen: einem es a., durch Riechen abmerken Allg.an -riechen: 1. (einem) etwas a., nach dem Nhd. selten. — 2. rūkān m.: ein Bisschen Lennep-Radevormwald. be -riechen: 1. etwas, einen, sich b., wie nhd., bes. beschnuppern, von Tieren; twe Höng (Hunde) b. sek lauter (immer) Gummb, Allg. — 2. übertr. sich b., sich kennen lernen, in der Wend.: die kennen sek te winnig; wann se sek ens berochen hant, sollen se sek woll verdrägen Gummb, Allg.; haben sich zwei über eine Sache im Geheimen abgesprochen, die han sech berochen Altk-Birken. ver -riechen: (sich) v., durch Offenstehen den Geruch verlieren; de gestossene Zimet verriecht (sich), wenn de en nit zudeckst Rhfrk, uMos. Riech rȳək Kemp Sg. t. m.: der Geruch. RA.: Wen en (der Schnapstrinker) de R. hät, do well en ock de Schmak (Geschmack) häbbe. Riech-blätter rȳkblāər Mörs Pl.: Bl. von der Pfefferminze u. diese selber. Riech-büchs-chen rȳχbsχə Aach-Stdt; rȳkbøskə Eup-Stdt; ruxbēsχə Siegld n.: wie nhd. veralt. Riech-buddelchen rī:χ- Trier-Stdt n.: dass. Riech-dorn re·i.χ- Saar; rux- Gummb-Harschd m.: Weinrose, rosa rubiginosa. NRhWB Riech-dös-chen rȳχdȳ·ə.sχə Eup-Raeren; rūk- Mettm-Cronenbg f.: dass. Riech-erbsen rȳkęrvtə Eup-Stdt Pl.: Span. Wicke. riech-fütterig rīχfȳrəriχ Simm-Rheinböllen Adj.: r. ist ein Stück Vieh, das das Futter lange beriecht u. es dann verschmäht, das ein schlechter Futterverwerter ist. Riech-horn rī:χhr Saarl-Hüttersd n.: verächtl. Nase. Riech-kerze rȳχkēəts Aach-Stdt f.: 1. Räucherkerze. — 2. übertr. -kēətsχə verächtl. Nase. Riech-kolben rīχkolwə Simm-Laub m.: verächtl. Nase, bes. grosse, dicke u. womöglich gebogene N. PfWB Riech-kräutchen (s. S.) n.: 1.a. rūk- Reseda Kemp-Lobberich; rīχ- Ottw-Eppelborn. — 2. rȳχə- Wermut Aach-Würselen. — 3. ryχəgrudχər Pl. wohlriechende Kräuter, wie sie die Frauen beim Kirchgange auf ihrem Gesangbuch in einem Taschentuch trugen Siegld-OSetzen. Riech-nase rȳχnā:s Aach-Stdt; rux- Sieg-ODollend Sieglar f.: Spür-, Vorwitznase, Vorwitziger. Was haben wir gekocht? scherzh. Antw.: R. on Fürwetz! Sieg-Sieglar. Riech-öl rȳkoli Mörs-Rheinbg m.: Essenz. Riech-reseda røkrozęt Geld-Schravelen. Riech-veilchen ruxfijū:lχə Schleid-Hellenth; -fijȳ:nχə Nettersh n.: Märzveilchen. PfWB Riecher rīχər, –i:-, –ēi- Meis, Ottw; -ī:- Trier-Stdt; -ē:- Kobl-Bend; -ø- Altk-Wissen; rīχərt Saarbr-Riegelsbg Scheidterbg; -ī:- Merz-Losh Büschf; -e·i.- Saarl-Diefflen Nalbach Hüttersdf; -ø- Prüm-Mürlenb 1860 Sg. t. n.: [Bd. 7, Sp. 411]
verächtl. lange Nase; en hot e gude R. wittert alles, merkt alles; de hät de R. voll hat die Nase voll. — Im Rätsel vom Menschen rȳkər: Op twie Stake (Beine) steht en Tonn (Körper), ene Gaper (Mund), twie Griper (Greifer, Hände), ene R. (Nase), twie Kiker (Schauer, Augen), twie Hüərer (Ohren) on oəve ene Bosch (Haare), en der B. vöəl Hasen on Knin (Kanine, Läuse) Heinsb. Rieches ruxəs Schleid-Hellenth; -ȳ- u. -χənts Aach-Stdt; tsə rȳχənts Aach-Breinig; rȳkəs Eup; ryχəs Düss-Stdt; rūkəs Wippf-Claswipper Klüppelbg, Mettm-Cronenbg Sg. t. n.: 1. got R. was gut riecht, Parfüm, Riechessenz. — 2.a. Reseda Mettm-Cronenbg. — b. etwas, das faul riecht, bes. f. Fleisch Düss-Stdt. | |