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Rheinisches Wörterbuch 
 
rennen II bis Rennschlitten (Bd. 7, Sp. 354 bis 357)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB rennen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ę- u. -e-; sonst -ę-; im Geb. der Schärfung -ę·n.- [Mörs-Neuk -an-; in WSchleid, Monsch, Dür-Heistern vielfach -ǫ·n.-]; Prät. fehlt Rhfrk, sonst rant [Trier-Ld (Mos, n. Mos), NBitb, SPrüm -ā-; im rip., berg. Mouillierungs-Geb. raŋk(t); Eup ręint; SNfrk im N. raŋk, –ǫ- [südl. u. NLRip rant]; Selfk ran u. ręndə; n. Erk-Elmpt (s. weiter bei Kennen) ręndə, ręnət; lrhn. Klevld ręndə; MülhRuhr rǫnnt; n. Ruhr (s. bei Kennen) rān, Pl. -nən; Conj. ręnt usf. mit Umlaut; Part. Rhfrk (s. NGrenze bei Kennen) gəręnt, n. davon gərant (ohne gə- s. bei Kennen; setze die Vokale des Prät. ein); SNfrk jəręnt (s. Kennen); Klevld jəręnt, –e- (auch im Geb. von Prät. rān) schw.: 1. intrans. mit, sein’ a. eiligst gehen, laufen, fahren, reiten; dau muss net su r.; op on afr. hin u. her rennen; he kennt gerant, — herof-, heron-, heran- (-ein) gerant; hen as r. gang; hen as su sihr (schnell) mat dem Won (Wagen) gerant, dat eich en net anhuale (ein-) kunnt Bitb, Allg.; der Wage rennt ävver; he es widder mech gerannt Rip, Allg.; de Plug rennt nemmen (nur) owen drower fasst nicht Prüm-Mützenich. RA.: Der rennt wie verreckt, — doll, — aus der Flint geschoss, — en Donnerweder, — en Postperd Allg. (s. andere W. bei laufen), — e glehnige Mann Kobl, — wie e alt Perd de Berg erop geht sehr langsam Aden-Kelbg, — wie e Bauer, der et Juch (Joch) verbruch (zerbrochen) hat Hunsr; der rennt elo rem, äs wann er en Ei em Arsch hät Ottw, Allg., — dat en de Schlappen bliert (verliert) Merz. De es esu geckig, dat e rund rennt be e Korerad Koch-Urschmitt. Söch et Herz für de Föss r. Rip, Allg. Hot mer de Wolf (Esel) genant, könnt

[Bd. 7, Sp. 355]
en och gerant Bitb, Rhfrk, Mosfrk, Köln-Stdt. De wess (wüsste), de wönn (gewänne); de kös (könnte), de rönn Eup. Got geronne es half gewonne (beim Reiterangriff) Köln-Stdt. — b. Eisbahn schlagen Altk-Derschen ODreisb Weitef, Siegld-Würgend. — Kett r. ein Nachlaufsp., wobei die Fänger eine Kette bilden Altk-OIngelb. Wenn ein Klicker von einem lebendigen Wesen im Laufe aufgehalten wird, so hat der Werfer das Recht, zu r., d. h. er darf seinen Kl. in der Laufrichtung an eine beliebige Stelle setzen Neuw-Datzeroth. — c. übertr. α. met dem Kopp durch de Wand r. eigensinnig seinen Willen durchsetzen Rip, Allg., — durch en eisen Dür Schleid-Dollend. — β. sich hereinr. (mit haben), in Schwierigkeiten, üble Lage bringen; de hät sich fas-gerannt er sitzt in der Klemme Rip, Allg.; sech en de Bröh (Brühe) r. sich in Verlegenheit bringen Sieg-Ägid. — 2. trans. a. einen (stets persönl.) r., stossen, einen festen Stoss versetzen, bes. mit den Füssen; sischt es, dä (de), jetzt haschte mich schonn wedder gerennt Rhfrk; äne (mat dem Fuss) r. ihm einen Fusstritt geben; hen hot mich (mat dem F.) op (wider) de Bauch gerant; mach net, sos r. ich dich op (wider) de Pans (Bauch), dats de frecks (verendest); he rennt mat dem Fuss no him Bitb, Verbr. Rhfrk, Saar, Kobl, May, Aden, Neuw (nicht kurköln.); enen üvver Hof r. umrennen Rip, diese Anwendung allg.; der rennt sich de Herner (Hörner) stösst noch wider Goar-OSpay, May-Allenz; ich hon dich gerannt deinen Klicker getroffen Neuw-Rüschd; de hät gerannt den Klicker mit einem Ruck geschnellt Siegld-Salchend; der hot sich gerennt er ist stolz Kreuzn-Münster. — b. etwas (einen) r., in der Verb. enem et Metz en de Panz (Leib) r. hastig stechen; anem an (eine) för de Bort (Bart) r. einen Schlag aufs Kinn versetzen Goar-Weiler. — Abl.: die Rennerei, dat Gerenn(s). — S. auch Rand ‘Anlauf’; em Rann ‘in der Eile’, gebildet wie Brand zu brennen.

ab- rennen: 1. etwas a. a. durch Rennen beseitigen; RA.: Dau werscht dir dat Hor (Horn) noch afr. noch im Leben Lehren annehmen müssen, sein Übermut wird sich schon legen Mosfrk, Allg.; dau häscht der dein Schouh schein obgerannt durch Rennen abgenutzt Merz, Allg. — b. eine Strecke a. (mit ‘sein’ u. ‘haben’), von einem Ende zum andern ablaufen; wat hät dir stäwig (staubige) Schouh, mer mänt, dir hät de ganzen Treirische Ga (Gau) obgerannt Merz, Allg. — 2. sich a., sich durch R. ermüden Rip. an -rennen: 1.a. gegen (auf) etwas (einen) a., wie nhd. Allg. — b. spazieren gehen, sich erholen wollen Mos. — 2.a. etwas a.; he rennt noch de Hüser an, su schlecht sieht he Rip, Allg. — b. einen a. α. im Laufen streifen Allg. — β. einen barsch, derb anschreien, anfahren Mosfrk, Ahr.  PfWB auf -rennen: etwas a., Geschlossenes, bes. Türen durch Anrennen öffnen. RA.: Hen as su domm, dat

[Bd. 7, Sp. 356]
mer Dire mat em ofr. kann Trier-Heidenbg.aus -rennen: 1. hinausrennen Allg. nur in der Wend.: Se rannten us on en Rip, Allg., dann im Abzählr.: Eine, beine, Nuss, wer nicht ausrennt, muss! Kemp-Grefr. — 2. zu Ende r.; beste (häste dech) usgerannt? Rip, Allg. RA.: Pospeərd (Postpferd) sen usgerannt, Schmedds Kleder sen usgebrannt! es ist zu Ende Sieg-ODollend. be -rennen: 1. wie nhd. (selten). — 2. en onberannter Mensch grob, unflätig Neuw-Datzeroth.  PfWB durch -rennen: 1.  ohne Aufhören r. — 2.  eine Strecke d., durcheilen Allg. ein -rennen: 1. etwas e., in etwas hineinr., zum Zusammensturz bringen Allg. RA.: Der is so dumm, dass mer Dere (Türen) (Wänn, Wandgefächer, e Scheuerport) mer em e. kennt Rhfrk, Allg. Heə rennt sech noch de Höəre (Hörner) en sein Übermut wird sich legen Heinsb, Allg. Hean wiərd sech den harde Kapp (Kopf) noch anr. (ein-) der Eigensinnige Bitb, Allg. — 2. ich werden dir dat schon enr.! heimzahlen Dür-Froitzh. nach -rennen: wie nhd. Allg. Norennches spielen Nachlaufesp. Merz, Saarbg, Trier, Bitb, Bernk, Koch. PfWB um -rennen: etwas, einen u., wie nhd. Allg. RA.: Gih bei de Deiwel en de Hell, dann rennste och kai Helligerhäus-che öm! Kobl. Der Plumpe rennt de Leit em Zell. Der laue Christ rennt kän Helligen em Trier-Geisf, Koch. PfWB  ElsWB ver -rennen: 1. etwas v., zertreten, bes. Gras, Getreide Rhfrk. — 2. sich v. a. sich verlaufen, irre rennen Allg. — b. sich irren, falsch spekulieren, seinen Gegner finden, Nachteil erleiden Allg. — c. sech en ebbes (änen) verrannt hon oder verrennen versessen, erpicht auf etwas (einen) sein; verrannt sein nicht recht gescheit sein Mosfrk, Rip. zer -rennen: 1. etwas z., zertreten, bes. Gras, Getreide Allg (Rhfrk ver-). — 2. sich z., immerfort, zur Last anderer Rip; oder um jemand zu helfen Bitb.

Renn-bock -buk Geld-Hartef m.: ein gerne laufendes, etwas mageres Schwein. Renn-bolzen -bǫlt Mörs-Neuk m.: -nagel (s. d.). Renn-esel ron- Gummb m.: verächtl. einer, der für andere immer rennen muss. Renn-feuer (s. S.) Siegld, Altk, OBerg n.: F., bei der Eisenbereitung, Luppenfeuer (ganz veralt.). Renn-herd ebd. m.: einfachster Hochofen, früher in Wäldern errichtet (ganz veralt.). Renn-kater -d- Merz-Bergen m.: viel herumlaufendes Mädchen. Renn-kessel (s. S.) NPrüm, Malm, Schleid-Dottel m.: verächtl. Kind, das viel durchs Dorf rennt; eine Frau, die viel herumläuft; doəröm lofe wie e R. Renn-knüppel -eb- Zell-Briedel Merl m.: Bindeknebel, zum Festdrehen der Wagenladung. Renn-luppe Siegld, Altk f.: Block schmiedbaren Eisens, im einfachsten R.ofen, in der R.hütte gewonnen (veralt.). Renn-nagel (s. S.) Monsch-Rohren, Schleid-Hellenth, Rheinb-Odend, Bo-Walberbg Waldrf, Sieg-Söven Uckerath, Gummb-Berghsn, Bergh-Blatzh, Dür-Derichsw Kelz, Aach-Merkst, Erk-Beeck, Grevbr-Wevelinghv,

[Bd. 7, Sp. 357]
Neuss-Glehn Stdt, Mörs-Sonsbeck, Mettm-Hochdahl m.: eiserner Bolzen, durch Achse u. Langbaum, der den vordern u. hintern Teil des Erntewagens zusammenhält. Renn-ochse -oks Neuw-Rodenb m.: R. spille (mache) mit den Köpfen gegeneinander stossen, im Spiel. Renn-pferd (s. S.) n.: 1. nach dem Nhd. Allg. — 2. übertr. a. einer, der in der Arbeit nur so wühlt Dür-Drove. — b. -pętə viel herumlaufendes Mädchen MGladb-Rheind. Renn-scheuer ręnęiər, –e- Saarbg, Trier, Bitb, Wittl-Sehlem f.: verächtl. eine, die mit Neugierde u. Schwatzhaftigkeit viel im Dorfe herumläuft, bes. heiratslustige Weiber, die alle Jahrmärkte u. Kirmessen der Umgegend fleissig besuchen, um einen Mann zu angeln. Renn-schlitten -lirən Neuw-Thalhsn; -litχə Aden-Borler m. (n.): Rodelschlitten.