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Rheinisches Wörterbuch 
 
Reif IV bis Reihe II (Bd. 7, Sp. 289 bis 295)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Reif IV das Wort ist allg. mit Ausnahme eines Geb. im NBerg (Elbf hat kein Subst., aber das Zeitw. rīpən) an der Ruhr, in Rees (riməl), Mörs, Neuss, Grevbr, Köln, Bergh, wo rīm herrscht (s. Reim III), u. zwar raif, –ęi- [Birkf-Idar -ē-]; Saarbr-Sulzb ręifə; Siegld rifə; Eiserf u. südl. rif [-ei-, –ī-, rīp, –i- (s. reif) [ripəl Heinsb-Orsbeck] Sg. t. m.: 1. wie nhd., gefrorener Tau, Taufrost; weisser, kaler R.; de letzte Noacht hotte mr ischte R. Mosfrk, Allg,; die Nacht es e Reife gefall Saarbr-Sulzb; et hät dis Nät (Nacht) R. gemät Wippf-Engelsk. s. auch Rauhr. RA.: Hammer Allerhellege R., wiərd de Kresnach wis on stif Rip, Nfrk. Donnert et öm Aprel, hät der R. sein Ziel (ös erüwer des Reifes Spöll) Altk-Willr. Der Rip mackt rip (reif) Sol. De R. bescheisst sich wenn es an einem gereiften Morgen zu regnen anfängt Trier-Mehring. R. es en drei Dag afgewäsche in drei Tagen folgt Regen Sieg-OPleis; der R. mutt (vam Ren) afgewäschen weren, dann güt et en fruchtbar Johr (Weər)

[Bd. 7, Sp. 290]
Gummb-Berghsn. Op nen R. kömmt nen Sip (Seif, Regen) NBerg. Der lo muss vergehn (verschwenne) wie de R. for der Sonn er ist so schlecht, dass er aufhören muss zu leben Saar. Bei dem es e Reih Schnidde (Brotschnitten) wie e R. vor der S. Ottw-Illing. De vergeht (wird immer weniger) wie der R. om Zong (Zaun) Dür. He süht (so blass) us, als wenn er der R. gewed (geweidet) hätt Waldbr-Heischd, Gummb-Nümbrecht, Altk-Isert. — 2. Tau (auch im Sommer) (Wasserreif Birkf-Mackenr), im Gegens. zum Doft Taufrost Wend-Leitersw Urw, Birkf-Berschw Herborn Idar NWörresb, Simm-Henau, Zell-Altlay, Goar-Perschd, Prüm-Brandschd, Bernk-Hellertshsn, Daun-Darschd, Eusk-Elsig, Rheinb-Schweinh, Altk-Hasselb, Gummb-Derschlag Wallef, Sieg-Bergh, Geilk-Brüxgen.

 PfWB  ElsWB  LothWB reifen in derselben Lautung [Nfrk et ript] schw.: 1. wie nhd.; et es am r.; et hät gerif; et es wiss g. Rip, Allg. RA. Rift et, da sift et auf Reif folgt Regen Schleid-Hellenth. Wenn et (de Wingter) anfängt ze r., dann fängt der Kappes an ze knipen schliesst sich der Kohl MülhRh-BGladb, Gummb-Berghsn. Wat ose Herrgott well erhale, kann wedder r. noch verkale Ahrw. — 2. es (et) reift es taut; et hot gereift Verbr. wie Reif 2. — Abl.: die Riferei, dat Gerif(s).

be- reifen: 1. mit Reif bedecken; düs Nach sen all Wise berif Rip, Allg. — 2. bərippt utsehn übernächtigt Mettm. ver -reifen: 1. in der RA.: Wat onse Herrgott well erhale, dat deht (kann) net v. noch verkale Rip, Nfrk. — 2. e verripp Gesicht blasses G. MülhRuhr.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Reif V, Reife, Reifen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk rf [einige -ęi- Enklaven um Saarl-Berus, Birkf-Herrst; rāf u. -fən Trier-Stdt; rāf Kobl-Winning, Goar-Trechtingshsn; -ē- WEif], Pl. wie Sg. bis einschl. Mos [Trier-Stdt rāfə; Saarbg vielfach, Trier-Fell zu Sg. rf Pl. bę·n. (Bände)]; Rip rēf [uAhr, Sieg-Honnef Rhönd Uckerath, Köln-Stdt -ei-; selten neben rēf auch rēfə, MüEif rēfə, Pl. -fərə; Aach-Alsd rēp]; Berg n. Benr-L. rēpən [-ei-, –ī(ə)-] Sg. u. Pl.; Eup reip f., Pl. -pə; SNfrk n. Benr-L. rēp [Kref-Stdt, Kemp-Süchteln -īə-; Kemp-Amern SAnton rēp gegenüber reif Haarreifen], Pl. -pə; Klevld rēp [Mörs -ei-], Pl. -pə(n); Demin. -fχə(n), –pkə(n) m. [f. Eup, Selfk, Klevld meist]: 1. wie nhd. a. vor allem Rad- u. Fassreifen Allg.; der Schmied zieht (en) R. of auf das Rad Rhfrk, Mosfrk; der isere R. Rip, Allg.; die Reifen um das Fass werden auf die richtige Weite eingehakt (mehrere Löcher (in welche die Haken eingreifen) u. dann ongedriewen, indem die Säz (Setze), ein keilförmig zugespitzter Hammer mit einer Keilrinne, auf den R. aufgesetzt wird, auf die mit dem Schlog, einem Hammer mit zwei Schlagflächen geschlagen wird Mos; den R. anschlahn Rhfrk, man unterscheidet Kopp- (am Kopfende des

[Bd. 7, Sp. 291]

[Bd. 7, Sp. 293]
Fasses, stärkerer R.), Hals- u. Bauchr. Mos; hölze R. aus gespaltenem Birkenholz, dicken Weidengerten, Haselgerten werden zwischen den eisen R. geschlagen zum Schutze des zu transportierenden Weinfasses (s. Fass). RA.: Et as em e R. gesprunge er ist verrückt WBitb. Dat es en helleg Fat (Fass) ävvel de Repe doge (taugen) net von einem Scheinheiligen Heinsb. E R. ze vill hun schwachsinnig, eingebildet sein WBitb, Trier-Mehring. Er hot em die R.ə angekloppt (angedriewe) ihn in strenge Zucht genommen Simm-Schlierschd; änem de R.ə anziehje Saarbr. De hot sich mol die R. (ordlich) angedriew tüchtig gegessen Hunsr. Die Kuh hot e Fass gefress, me sieht noch die R. d. h. die Rippen sind sichtbar Kreuzn. Er hat's letschte Fuder (Weinfass) im R. er kränkelt Saarbr, Saarl. Dat Perd äs mät R.ən gefeidert es ist mager Merz. Den hät Ben, dat de en Fatt met sess Repen dedör schmiten kas er hat O-Beine Dinsl-Vörde. Er is usgestoppt mit Iseblech un R. er ist abgemagert Saarbr-Güding. — b. eiserner Rand bei Gefässen, z. B. am Fussende des Eimers, ist ein R. Allg. RA.: Der Emer ös bos an den R. (oberer Rand) voll Prüm. Et es ke Döppe esu schef (schief), et pass ne Deckel op sengem R. Dür. — Hutrand Prüm-Reuth, Bo-Waldrf. — c. R. aus Holz oder Eisen, gebraucht beim Wassertragen mit zwei Eimern; der Tragende geht in den R. hinein, der über den Eimern liegt Allg. (veralt.). — d. die Feder aus Holz u. Stahl in der Armbrust; mine Böteboəg (Bolzenbogen) geht beəter; ech han en stohle R. en der Boəg Selfk. — e. hölzerner oder eiserner Bogen, über den das Wagentuch, Plantuch gespannt wird Selfk. — f. R. (zwei), durch die die langen Hölzer an beiden Enden der Walze verbunden sind Klev. — g. R. aus Holz oder Eisen (oft nur ein Fassreifen), mit dem die Kinder spielen, Allg.; R. drive, — schlohn, — jage (schmecke), — spille; de R. lofe, losse Rip, Allg., — scheiwen Mosfrk; Refelschöve Eusk; Räfches Saarbr, Saarl. — h.α. übertr. dicke Weidengerte, zu Fassreifen verwendet Erk. — β. reifenförmiger Ring aus Wasser oder ähnlichem, den ein Gefäss, das man etwa auf den Tisch stellt, dort hinterlässt Allg. — γ. e hät R.ə öm de Oge Ringe um die Augen, sieht geschwächt aus Rip. — δ. ringförmiges Stück Land Sieg-Ägid. — 2. rēp, –ęi- f. ein Seil, Tau, Tauende Klevld. α. das dicke Seil, Tau, das über den geladenen Wagen, bes. Heuwagen, gezogen wird, Karrepβ. Pflugleine, Zugseil, Vorspanngeschirr. — Op Repen spannen Vorspann nehmen Kref-Fischeln, Düss-Serm. γ. Grundschnur mit einer Menge Angeln, zum Fangen von Aalen, Olər. Klevld; røyp Duisb.

Reif-band Rheinschiff n.: Ringe oder Bändsel, mit dem die Segel am Mast gehalten u. auf- u. niedergezogen werden. Reif-busch -bø Ahrw-Sinzig m.: Wald, der viel R.stangen,

[Bd. 7, Sp. 294]
Haselstangen zu Fassreifen liefert. reif-lich rēflek Geilk-Gangelt Adj.: dat es e r. Perd das mager ist. Reif-nadel rēpənl Mörs f.: Bindknebel, zum Anziehen, Festwinden eines Seiles Reif-nagel -nā:l Sieg-Scheiderhöhe m.: N. zum Festhalten des Radreifens. Reif-pferd reipəprt Düss-Serm n.: Vorspannpferd. PfWB Reif-rock Allg. (veralt.) m.: wie nhd. Reif-stange (s. S.) Ahrw-Sinzig f.: Haselstange, aus der F.reifen ‘gerissen’ werden können. Reif-stock Dinsl m.: Knüttel, zum Andrehen des Seiles. Reif-vogel rēp(ə)vūəγəl Kemp-Süchteln m.: Papierdrachen, bei dem der Querstecken gebogen ist.

Reifel m.: 1. -aif-, Pl. -əln Spielreifen der Kinder Siegld; -ēf- MülhRh-Rösr, Eusk. — 2.a. rēpəl, Pl. -əlts Knüttel, an einem Block, der beim Laufen den Kühen vor die Beine schlägt u. sie so hemmt Rees. — b. rpəl, Pl. -əlts aufrechtstehender Pfosten im Stalle, woran die Kuh angebunden wird Klev, Rees-Haldern, Mörs-Wallach, Geld-Winnekendonk; -ę- Rees-Ringenbg.

reifen (s. Reif) schw.: 1.a. starke Haselstangen abhauen, zu F.reifen; de Bösch kammer r. kann abgetrieben werden; geihste met an de Heck r.? Ahrw-Sinzig. — b. mit dem Spielreifen spielen, ihn treiben Wend, Simm, Goar, Kobl-Neuend; -ēp- MGladb, Kemp-Kaldenk Lobberich. — 2. einen r., durch einen Reifen ziehen; wenn ein Bursche mit einem Mädchen zugleich Pate über ein Kind wird, so dass man annimmt, dass ein Liebeshandel im Spiel sei, dann heisst es: mer mussen e r.; ein Fassreifen oder ein Korb ohne Boden wird dem Burschen oder dem Mädchen über den ganzen Körper gezogen, u. er muss einen kleinen Trunk zum Besten geben Bitb-Dudeld.

Reif-ling = Rebe s. Räufling.

reig rēiχ = brünstig s. reitig.
 
 
Reigel, Reiger das Wort, mhd.  Lexer reigel, reiger entsprechend, ist ein nberg., sndfrk., klevld. Wort, im Rip in Aach, Jül u. vereinzelt in Sieg, Bo, Bergh, Dür, u. zwar rējər Sieg, Much, Waldbr-Morsb, uWupp, Düss, Bergh-Blatzh; reiγər Lennep, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs, Geld; rēγəl SNfrk, Geld-Straelen, Aach, Jül; mit Abl. rīəjəl Bergh-Glesch Hüchelhv, Jül-Stdt, Neuss-Alshf; rījər Eup-Raeren; rjəl Köln-Widdersd; r:jər Eusk-Zülp, Bo-Lannesd, Dür-OMaub; r·ə.jər Sieg-ODollend; südl. des Geb. gilt re·i.ər, ręiərt m.: 1. der Fischreiher, ardea cinerea [Weihe Mörs-Rheinkamp, Kemp-Ödt, Heinsb-Karken]. RA.: De hät ene Haus (Hals) wie ene R. Selfk. Hej hät Honger wie en R. Rees. He kotzt sech wie ennen R. Mörs, Allg.; he schisst (scheisst) wie enne R. Jül-Stdt. He het mit dem R. process hat magere Beine Geld. Flög der R. no de Rhin, dann geft et Sonnerschin; fl. der R. no et Wold (Wald), dann wödd et natt on kolt Rees. — 2. übertr. verächtl. a. lange R. langer, aufgeschossener Mensch, bes. Weib

[Bd. 7, Sp. 295]
Eusk-Zülp, Bo-Lannesd, uWupp Dür-OMaub. — b. mageres Schwein Köln-Widdersd.

Reigers-beck reiγərsbęk Geld-Schravelen m.: Reiherschnabel, erodium cicutarum. Reigers-krähe r:jərkr: Sieg-Fussh.

reih -e·i.- = roh (s. d.).
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Reihe I, Reihen das Wort, mhd.  Lexer rihe ‘Kniekehle, Werk’, mndl. wrijch, ist nach Wk. VII 7 a Rhfrk, Mosfrk allg. u. geht ins Rip über Schleid, Aden, Ahrw, Rheinb, Bo, Köln, Bergh-Hüchelhv Kenten, rrhn. über den Westerw, Siegld-NSchelden Milesd Witzerod u. Freier Grund (sonst Brist) MülhRh (aber mit Freidel zusammen), u. zwar Rhfrk rai, ręi [Wend-Dörrenb, Ottw-Wellesw, Saarbr-Geislautern Heusw Quierschd riə m.] f.; Mosfrk ra·i., rę·i. [Merz-Schweml, Saarbg-Wellen rę·i.l] f. [Kobl-Stdt m.]; Siegld ręj f.; in den rip. Geb. re·i. u. re·i.ə m. Sg. t.: 1. Fussspanne, Rist, auch der Strumpfteil über der Spanne; en hoch (niererige) R. of der R.; der Schouh es mer ze eng of der R.; sech en de R. hauen Allg. RA.: Wer will of de R.ə geie (geigen), muss hon Geld of em Lätersprosse leie! zu Kindern, die sich auf dem Rist kratzen, — de muss hunnert Daler in de Kist hon leie wer unnütze Arbeit tun will, muss Geld haben Simm, Bernk (Hunsr), Trier-Schleidw (statt geien: kräzen), Neuw-Altwied, — de muss vill Kuər (Korn) op jen Speicher hon leien Prüm-Mürlenb.

reichen Neuw-Datzeroth schw.: den Strumpfteil stricken, der auf die Fussspanne kommt.
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Reihe II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rai, ręi; Mosfrk ra·i., rę·i. [Bitb-Speicher r:; Daun-Beinhsn rī:]; Siegld ręj; Rip, Berg (u. OBerg rai; Lennep riγə), SNfrk re·i. [Malm-Wirtzf rę:χ; Eup re-; WSelfk rī:; MGladb-Schelsen Rheydt, Erk-Granterath, Geld-Sevelen rē:; Kemp-Dülken rę·i.]; Klevld re [Duisb, MülhRuhr rī:x (ahd. rîga), Pl. -γən Dinsl, Ess rīx; ö. Dinsl-Bessem Gahlen Alten-Schermbeck Overbeck rīgə; Pl. -ē(n) f.: 1. Linie, Zeile a. Gegenstände, der Linie gleichend. α. Zeile im Buche, im Briefe, auf der Schultafel; die paar R.ə em Boch well ech noch lese; ech han noch en p. R.ə ze schrive Rip, Allg.; zeih der dererscht (zuerst) R.ə (Linien), ersch de schreifs Bernk (Mos). — β. ein aus Holz verfertigtes Winkelmass mit Zollstrichen, Längenmass, Richtscheit der Maurer, Zimmerleute, Steinmetzen, Schreiner, Schneider; Lineal zum Striche ziehen Siegld (u. Handräj), Gummb (dass.), Wippf-Thier, MülhRh-NGrützenb, uWupp (u. Hangkr.), Eup, Aach, Erk-Keyenbg, Kemp-Hagenbr, Mörs-Neuk, Klev, Rees-Dornick. — γ. Sandbank, die eben über dem Fluss herausragt, Bachschnelle Trier u. Bernk (Mos). — δ. Querbalken, Verbindungsstück zwischen den Pfosten des Fachwerkes Monsch-Rohren, Ahrw-Gönnersd (rī:), Eusk-Elsig, Rheinb-Buschhv,

[Bd. 7, Sp. 296]
Bo, Sieg-Fussh Müllekoven, Wippf-Biesf, Heinsb-Rurkempen, Erk-Keyenbg Kl-Gladb, MGladb-Giesenk Schelsen. — ε. Mittelpfette des Daches Mörs-Neuk Repelen. — ζ. Kehrfurche im Acker Schleid-Engelgau. — η. Querzeile des Weinberges; de Wingert es nemmen finef R.ə brät Mos, Ahr. — θ. Schwaden Grases, Haus; ech han zwei R.ə gemähnt; et Heu op R.ə kratze, — mache Eif, Rip, Nfrk (s. Wk. V 14); en lang R. treəne die Grenze der Wiese dadurch festlegen, dass man von einem Grenzstein zum andern das Gras niedertritt Erk-Granterath. — ι. Hauptförderstrecke, in der sich die Schlepper einander zufördern, in der Bergmspr. Wurmgeb. — κ. en R. Wei (Weck) aus mehreren aneinandergereihten Stücken bestehend, die durch einen Einschnitt getrennt sind NBerg (s. Reiherweck). — b. eine aus Dingen oder Menschen zweckhaft gebildete R. in grader Richtung; en dubbel R. Doppelr.; do häste en paar schün R.ə Böm stohn; do küt en R. Köh; en R. jonger Mädcher kom, enenandergekrämp, üvver de Stross Rip, Allg.; vie hant en lang R. wir sind eine grosse Familie beim Essen Gummb, Allg.; die hon se (die Kinder) der R. no viele K. Birkf, Allg.; ene an der R. hoele (halten) einen hinhalten Aach-Merkst; Setzlinge op R.ə setten Mörs, Allg.; de Ferke worte met en Kord (Kordel) op Re agebounde der Reihe nach Eup; de hat sövve (drözeng) Hore op (en) drei (vezeng) R.ə en der Kart Aach, Verbr.; R. op R. hintereinander, so Johr op J., R. op R. enne Blag (Kind) Mörs; de han de Kinder op R. wie de Urgelspife (Göbbelcher) Köln-Stdt; du häs woll enen (Balken) ut der R. stohn bist närrisch Gummb-Berghsn; stell dek met en de R.; se stonden all en der R.; en ener R. san (sen) se gestangen Gummb, Allg.; he es met en de R. eingegliedert Eup, Allg.; wer gonnt en de erschte R. Kref, Allg.; an R. en Glied nach dem Nhd. Klev, Allg. (en R. on Klicker scherzh. Saarbr-Sulzb); Pflanzen in R.ən setten Gummb, Allg.; das Gemüse steht got en R.ə MGladb, Allg.; de hät se net all en de R. er ist närrisch Rip, Berg; läns R. goəhn von einem zum andern Erk-Rath; langs de R. gohn in alle Häuser, etwas zu sagen, in Empfang zu nehmen, einzusammeln Gummb. RA.: Je länger de R. (der Familienmitglieder), je dönner der Brei; wo de R. lang es, es et Gespöls dönn OBerg, MGladb. De lett (lässt) de R.ə nich breken wer viel schwätzt, andere nicht zu Worte kommen lässt Ess. Kinder müsse nit met al Lück (Leuten) en einer R. setze Köln-Stdt. Wan mer de Kanner uch sos net zesumen behält, beim Essen sitzen se an (in) ener R. Trier-Schleidw. All in äner R. wie Bunnefeller (Neuw-Bonef) Hei (Heu)! Neuw-Hardert. Heə kallt (spricht) en de R. wie Ferkeswellem (-wilhelm) hintereinander Kemp-Grefr. Anemarei, span de Gei, stel de Deppen an (in) ene R. usf. Bitb,

[Bd. 7, Sp. 297]

[Bd. 7, Sp. 299]
Eif. — Im Kindersp. Lange, l. Reje, wej falle op de Kneje (Knie) wobei man sich an die Hände fasst u. Reihen bildet Emmerich. R. anfange ein Fangsp., bei dem die Gefangenen sich anfassen u. die noch freien Kinder verfolgen Kref-Lank; Rifangen Rees-Brünen. Rejke schmitten (schiete) eine R. Klicker (20—30) wird aufgestellt, nach der mit einem dicken Kl. geworfen wird; gelingt es dem Werfer, einen Kl. herauszuwerfen, so gehört ihm dieser u. alle, die rechts davon stehen; trifft er den zuletzt liegenden (Kopp), so hat er die ganze R. gewonnen Klev, Rees; Reihches Bernk, Neuw. Reihche lege der Spieler legt die Klicker in der Hand in eine Reihe u. steckt diese in eine Kaule Ahrw-Kalenborn. R.ən schmitte ein Ballsp.; ein Kind steht vor einer R. Kinder u. wirft einem derselben den Ball zu; dies muss ihn zurückwerfen usf. Gummb-Berghsn. — Reihenfolge; de R. ös an mir; de R. kemmt och an us Mosfrk, Allg.; he hielt dobei genau de R. Ruhr, Allg.; de R. einhale (einhalten) Bitb, Allg.; R. halen der R. nach verfahrenT rier; an der R. sein (an die R. komme) dran sein (kommen); et geht der R. no; eich sein heit nit on de R. kommen der Lehrer hat mich nicht gefragt; de R. halen (enhalen) Trier, Allg.; op R. der Reihe nach Kref-Fischeln, Köln-Stdt öm de R. dass. Sieg-ODollend (Reih-um). RA.: Kinder sollen erst reden, wenn de R. dreimol erömgegangen äs Neuw-Asb. Das geht emmer der R. no (de R. eröm), wie's Backe en der Humes (Ort im Kr. Ottw) Saarbr. Alles schön no de R., dat säj den Bur ok, en hej liet Perd en Wage an de Schosseegraf legge en verhaude sin Frau Emmerich. No de R., dann küt et och an Fei (Sophie) Eusk-Billig. — 2. übertr. a. eine grosse Menge; en ganz R. Kinner; en (ganz) R. Schnire (Schnitten Brot) hot er gess Hunsr, Allg.; die harre en R. sesamme von jungen Leuten, die sich laut johlend unterhalten oder sich sonst laut u. ungehörig benehmen Simm; en lang R. va Johren Monsch, Rip; all öm de R. allesamt Sieg. — b. jede Schlepperkameradschaft, in der Bergmspr. Wurmgeb. — c. Ordnung; de R. machen etwa in der Wiese Bernk-Merschd; Zirbes, hal de R. scherzh. Prüm-Mürlenb; sonst in präpos. Verb.; e hät se net (mih) (all) op R. er benimmt sich närrisch Rheinb, Eusk, Bergh, Jül, Eup, Aach (u. op en R.), SNfrk, — op de(r) R. NBerg, — op de Reihen Sol, Ess (Rigen), — der Reihe no Sol-Neuk; halt dich op R.! halte dich gesund Erk-Körrenz; den os (ganz) aus der R. aus der Fassung, sehr aufgebracht, geisteswirr Prüm, Rip; de zwin (2) sein aus der R. sind nicht mehr Freund, streiten sich Koch, May; aus der R. geroden ausarten Rip.; dat es doch aus der R. das ist doch zu stark, da hört sich doch alles auf; aus der R. sehen (flott udgl.) ausserordentlich schön; so hungerig, dat wor aus der R. Nahe, Hunsr; he es widder (got) en der R. wohlauf, vom Unfall hergestellt; he es net en

[Bd. 7, Sp. 300]
der R. (dem es et net en der R.) nicht wohlauf; meine Mogen (Magen) es net en der R. nicht in Ordnung; dat es net en der R. nicht in der Ordnung, nicht erlaubt, nicht üblich; alles es wider en der R. in Ordnung, der Streit beigelegt; dat wiərd bal widder en de R. kame; he küt widder en de R. wird wieder gesund Rip, Allg.; e de R. blive in geordneten Vermögensverhältnissen Eup; ek bön (komm) met min Ärbeit in de R. soweit, wie ich sein muss Mörs, Allg.; et get (gibt, wird) dir net an (in) de R. mat ebbes es gelingt dir etwas nicht Bitb-Bollend; jetz han ech et en de R. Rip, Allg.; he het se net all en der Reihen er ist verrückt Gummb, — en der Reih Eusk; der hält sech (seng Kender, Kleder) en de R.; jet en de R. brenge; enen en de R. br. versöhnen Rip, Allg.; ebbes (z. B. de Desch, de Stub) en de R. mache in Ordnung bringen, fertig machen Rhfrk, Mosfrk; ebbes in de R. reffe in Ordnung bringen Simm, Koch; änen an (in) de R. r. einem Untergebenen durch strenge Aufsicht, Zucht Ordnung beibringen, auch bestrafen Trier-Heidenbg; he het se nit all en der Reihen die fünf Sinne, ist nicht vernünftig Mettm, Allg. RA.: Scholle (Schulden) halte e junge Mann en der R. Bernk-Sensw. Des Owends stonnt se an den Düren un freien, des Morgens hant se se nich all in der Reihen Gummb-Berghsn. De Mensse hate (hassen) mech, säj de Foss, et hät wäll sinn Reihje (seinen Grund) Geld-Schravelen.