| PfWB ElsWB LothWB Reh II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rē Sg. u. Pl.; Mosfrk rē:, rī: Sg. u. Pl. [u. rī:jər Trier-Stdt]; Siegld rē [südl. rēā]; Rip rī: Sg. u. Pl. [selten daneben rī·ə. u. rī:ər]; Berg rī:, rē [Elbf rē·ā.] Sg. l. Pl. [rī(ə) OBerg; rī:s Wermelsk]; Eup, SNfrk rī·ə. Sg. u. Pl.; Klevld rē [MülhRuhr ri·ă.] Sg. u. Pl. [rēərs Mörs-Orsoy]; Demin. rēχə, rē:χən, rī:- usf., ri·ə.kə usf. n.: 1. wie nhd., ohne Unterscheidung des Geschlechtes; wenn es unterschieden werden muss R.bock, R.geiss, R.ricke oder Ricke; das junge R. Kitze (s. d. W.). RA.: De löf (sprengt) wie en R., flöck (rasch usf.) wie en R. Rip, Allg. He hät sich bekotzt (beim Erbrechen besudelt) wie e R. Waldbr-Dattenf. Mät öm es gen R. te schiete ist nichts anzufangen Klev. R., R., Salz of de Bretsch (Schwanz)! rufen die Kinder beim Anblick eines Rehs Trier-Castel. En Kuh on e Kalf on en half R. h. on en Gess (Ziege) on e R., wievill Ben hät de Ih (Ehe)? vier Prüm-Büdesh. Haskohlass, R.kleeass, Fuchsdelahmentass; wat es dat? Has Kohl ass, R. Klee ass, Fuchs die lahme Ente ass Koch. Of dem See schwimmt e R., wippe wippe wapp, un du bischt ab! Abzählr. Nahe. Geht man in den Wald, um Holz aufzulesen, u. sieht ein R., so ist niemand in der Nähe. — 2. übertr. a. die in zwei Armen auslaufende Handhabe des Pfluges Kreuzn, Goar, Bernk (Hunsr), Neuw-Gladb, Siegld. — b. der derbe Stock des Pflügers Kreuzn. Reh- in der Zs., wie –braten, –fell, –jagd, –leder, –pelz wie nhd.; dazu: Reh-arme Verbr. wie Reh 2 a Pl.: die zwei Arme der Pflughandhabe. PfWB Reh-augen (s. S.) Pl.: 1. die A. des Rehes. — 2. übertr. braune A. des Menschen. Reh-bein (s. S.) n.: 1. B. des Rehes, meist en B. van em R. Allg. — 2. übertr. schlankes, zu mageres [Bd. 7, Sp. 262]
Bein eines Mädchens Sieg-Eitorf. PfWB Reh-bock Allg. m.: wie nhd.; der R. bölkt (schreckt in der Jägerspr.) im Frühjohr Gummb. RA.: Der löf (sprengt) wie ene R. Rip, Allg.; der billt (bellt) wie e R. Ottw-Schiffw. Kotzen wie en R. Gummb. Et rent (regnet), et r., de R. schreit! Bernk-Stipshsn. Achtung, Bistong, R.! Ruf beim Schlittern Saarbg-Greimerath. Wan de Kanner (Kinder) krieən ken Töck (Schläge), dan sprangen se an die Loft wie die R.böck Trier-Schleidw. Schlof, Liebche, schl.; der R. löf övver Struch on Sten, brich sich ävver net de Ben; schl., L., schl.! Bo-Walberbg. Reh-ei Kreuzn-Langenlonsh n.: in der scherzh. Aufforderung an ein lästiges Kind: Geh hämm un le e R. in's Bett! Reh-frickel(cher) (-ferkel) n.: Neckn. derer von Bernk-Woppenr. PfWB LothWB Reh-geiss (s. S.) Rhfrk, Mosfrk f.: 1. weibl. Reh. RA.: Flink (fleck) wie en R. Allg.; de micht Spring wie en R. Bitb. Dorr (dürr, mager) wie en R.; er isch fett (ironisch) wie en R. Saar. Der zirrert wie en dorr R. Saarbr-Quierschd. Der hat so kalt wie en R. Saarbr-Völkl. Vor dem Schürzenjäger as neist sicher as wie höchstens de R.ə, well die him ze sihr lafen Bitb-Seimerich. — 2. übertr. a. persönl. verächtl. α. mageres Stück Vieh, abgetriebenes Pferd Trier. — β. mageres Weib Rhfrk, Saar, Trier. — γ. verkalt R. einer, den es immer fröstelt Merz-Lockw. — b. sachl. α. Rodelschlitten Simm-Buch. — β. das an beiden Enden zugespitzte Holz, das beim Schlagholzsp. (R.gäss-ches) mit dem Schlagholz in die Höhe geschnellt wird, worauf die Fängerpartei sie auffangen muss; wer die R. zuerst auffängt, ist R.gässkenig Nahe. Reh-geissenschürze -ęrts Ottw-Schiffw f.: Reformschürze. reh-geissig Trier-Welschbillig Adj.: spindeldürr, sehr mager. PfWB Reh-gras n.: 1. deschampsia flexuosa Birkf-Siesb. — 2. holcus lanatus u. vielblütige Hainsimse, luzula multiflora uNahe, Neuw-Datzeroth, Aden-Virnebg, Schleid-Lommersd, Bo-Beuel. — 3. italienisch R., lo ium multiflorum Kref-Willich. Reh-hafer -ā:v- Bo-Beuel f.: vielblütige Hainsimse, luzula multiflora. PfWB Reh-heide -hē:t Wippf, uWupp, Sol f.: Moorheide, erica tetralix; Glockenheide. PfWB Reh-horn (s. S.) n.: 1. –geweih Allg. — 2. übertr. a. das leicht gebogene Holz (jetzt Eisen) am Pflug, an dem dieser vom Pflüger festgehalten wird, Pflughandhabe Meis. — b. eine Weidenform Wend-Aulenb. PfWB Reh-kälbchen -kę·l.fχə Rheinb-Queckenbg n.: -kitze. PfWB Reh-kitze -kits f.: 1. junges Reh, s. Kitze. — 2. übertr. verächtl. mageres Weib. Reh-kopf -kǫp m.: 1. K. des Rehes, meist der K. van em Rih. — 2. übertr. der obere Teil des Stock, des Grindels, am Pflug, an dem sich noch die Handhaben fortsetzen Simm. Reh-kraut (s. S.) Ahrw, Schleid, Rheinb, Bo, Sieg-Sieglar, Köln-Widdersd, Bergh n.: Dauerbingelkraut, mercurialis annua. Reh-küttel -ø- Rip, SNfrk m.: -kot. PfWB Reh-läppchen Wend, Saar, Trier, [Bd. 7, Sp. 263]
Simm-Spesenr, Goar, Zell, Koch, Daun n.: Eierpilz, Pfifferling. Reh-leder Trier-Schleiden n.: 1. in der Wend.: Dat (Kind, Mädchen) springt wie e R. übertrieben lustig. — 2. leichtsinniges Mädchen. Reh-mokel -- Bitb-Seimerich m.: verächtl. ein Mann, der junge Mädchen aus Geilheit belästigt, bes. wenn er auch noch stark trinkt. Reh-pfädchen -pętχən Sieg n.: -wechsel. Reh-pfette -pat f.: 1. aufrecht stehende Stange des Baugerüstes Bo, Sieg, Köln-Stdt. — 2. Dachsparre. Reh-pflug -plō:x LRip u. Koch, Daun-Boxbg m.: veralt, Pfl. mit einer Handhabe, die zwei Griffe enthält. | |