| PfWB PfWB LothWB Schuss II das Wort, zu schiessen, im Abl. zu Schoss, ist allg., u. zwar Rhfrk us, –o-, Pl. -i-, –e-; Mosfrk os [daneben an der mosfrk. Saar ots], Pl. -e-; Siegld ǫs, Pl. -ę-; Rip os [uSieg, LRip auch ozs, ous, –ō-], Pl. -ø- [øzs, øys, –-]; lrhn. geht os, –ō- »Gewehrschuss« über die Benr.-L. hinaus bis Neuss-Stdt, MGladb-Schelsen; das OBerg n. Benr.-L. hat ut, –o-, Pl. ytə, –ø-; Lennep ȳət [Radevormwald -ø-], Pl. -tə; Mettm-Cronenbg ūət, Pl. ȳətə; Elbf ȳət, Pl. -tə; Barm t u. -ō-, Pl. tə; Sol ot, Pl. øtə; Eup ot, Pl. -ø-; SNfrk ȳət [Erk-Örath, MGladb-Korschenbr Rheind, Kref-Fischeln Stdt Strümp -ø-] Sg. u. Pl.; Geld, Mörs t (auch Heinsb-Millen) Sg. u. Pl.; sonst Klevld ot [Meiderich --], Pl. øt m.: 1. das rasche Vorwärtsbewegen, –schiessen. a. das Schiessen mit dem Gewehr (usf.) (u. der dabei zu vernehmende Knall); Flente-, Kanonesch.; de Sch. geht los, — blif sette; do fiel en Sch.; en Sch. afschieten, — losloten; der Has hät Sch.; der H. kom mi tum Sch.; ek kom (nich) tum Sch. Gummb, Allg.; Detonation der in ein Bohrloch gebrachten Sprengladung u. diese selber u. das Bohrloch (einen Sch. bohren), in der Bergmspr. RA.: Flöck we ne Sch. sehr flink Monsch-Zweifall. Dat Perd löf wie ne Sch. us de Flent Dür-Lucherbg. He es kennen Sch. Polwer wert Elbf, Allg. Wann all Schöss tröfe, möch der Düvel (d. h. keiner) Has sin Köln-Stdt. Wenn jeder Sch. en Hasen tröf! ja, dann gäbe es viele Kinder Wermelsk, Allg. Weit vom Sch. es sicher Birkf, — es got för'm Dut Köln-Stdt, — get en alder Krieger Saarbr-Sulzb. Wit van der Hangk (Hand) (dervun Köln) es gott för'm Sch. Elbf, Köln. — Dat es en Sch. Wegs so weit entfernt, als man mit einer Flinte schiessen kann uWupp. — Auch der Wurf mit der Kegelkugel, mit dem Klicker; ech han noch ene Sch. op de Kegele; ech ben am Sch.; en enem Sch. fele alle nöng (neun Kegel) Rip, Allg.; de hat et Schöttjen erut hat beim Klickersp. einen höhern Sch., ist treffsicher u. gewinnt demnach alles; übertr. er weiss seinen Vorteil wahr zu nehmen Eup; nu han ich et Schöss-che Aussicht, alle Klicker zu treffen Jül-Inden; ge Schöttjen rein gar nichts Eup. — b. in Wend.: Er hat Sch. ist voreilig, ist närrisch Saarbr, [Bd. 7, Sp. 1935]
Saarl, Prüm-Mürlenb 1860, — e Sch. en't Gehiər ist närrisch Merz-Morscholz, — hät Sch. torkelt von einer Seite zur andern, vom Betrunkenen Dür-Derichsw; de Bach hät ene (gehürege) Sch. Gefälle Rip, Berg. E Sch. (u. Schiss) mache Anlauf nehmen, ruckweise laufen Nahe, Allg.; ene Sch. en et Wasser m. einen Kopfsprung; he hät ene Sch. us der Dür gemach schoss aus der Türe hervor Rip, Allg.; de (auch von Pflanzen) moss noch ene Sch. (u. Schöss) mache (dohn) noch wachsen Rip, Allg.; hat der e Sch. gemacht of ämol einen Ruck im Wachsen Saarbr, Allg.; de krit op emol ene Sch. dass. Grevbr, Allg. Lang Schött neəhme beim Schlittschuhlaufen MGladb-Rheind. Sech op Schüət geəve Reissaus nehmen; ennen op Sch. helpe ihn wegjagen Heinsb, Geld; he es weər gout op Schött es geht ihm besser; op Sch. sen im Gange sein Kref. Em Sch. sen im Laufe, im raschen Wachsen, im Gange sein, betrunken sein Allg.; vi sind noch all gutt im Sch.; äwwer de Mutter es nich recht im Sch. uns geht es gesundheitl. gut, nur der Mutter nicht; he es schlecht im Sch.; nu es he im Sch. mit seiner Arbeit geht es gut voran Gummb, Allg.; jet (z. B. den Garten, das Haus, die Geräte, Kleider) got (schün) em Sch. han (hale) in Ordnung Rip, Allg.; em Sch. sein sich ärgern Kobl-SSebastian; en enem Sch. eilends Prüm, Allg. En de Sch. komme ins Laufen, Wachsen; dat kom mer recht en de Sch. gelegen Westerw, Allg.; ane en de Sch. brenge ihn ärgern Kobl-SSebastian. Ze Sch. sen im Gange sein, mit der Arbeit; he ös döck (oft) möt em ze Sch. mit ihm im Streite; he ös net richtig ze Sch. kunn mit seinen Plänen, Ansichten Sieg, Bo. — c.α. ene Sch. Wasser, Essig, Wing (Wein) usf. drenschudde, — dohn einen Guss Wasser (udgl.) hinzuschütten Rip, Berg. — β. Regenschauer Bitb-Mettend. — d. et es Sch. dren wenn abgemähtes Getreide auf dem Felde lang feucht bleibt u. die Körner keimen (schiessen) u. dadurch minderwertig werden Eusk, Rheinb, Bo, Sieg; et es halve Sch. Sieg-Fussh. — e. enem ene Sch. geəve einen Stoss, Schupp; he kreg ene Sch., dot he en der Dreck flog Kemp. — f. von Krankheitserscheinungen, die unerwartet auf Glieder schlagen u. von einer Stelle zur andern sich verziehen (schiessen), bes. plötzlich auftretender, meist rheumatischer Schmerz im Rücken oder Bein, Hexenschuss; ene Sch. em Röck (Ben) krige (han); do kömmt all wiər ene Sch. SNfrk, Allg.; ene Sch. op en Og (de Kopp) (Auge) Anschwellung, Entzündung infolge Erkältung; de Koh hät ene Sch. op et Ejer (Euter) SNfrk, Geld, Mörs, nach Süd. Eup, Monsch, Berg (s. Fluss); dat Perd hat ene Blotschoss dabei wird der Fuss dick MGladb-Giesenk. — 2. Hervorschiessendes, Hervorgeschossenes. a. Wurzel-, Wasserschuss an Bäumen, einjähriger Trieb an Reben, Keimschuss an Knollenfrüchten Allg. [Siegld ǫs, Pl. ǫsər u. ęsə n.] (s. auch Schoss, Schüssert, Schüssling). — b. t ein Wurf Ferkel, ene guje Sch. Geld-Straelen. — c. en Schoss Brut rasch gebackenes Brot Sol-Höhschd. — d. de ganze Sch. das Gebäck; ne [Bd. 7, Sp. 1936]
Sch. Kröttcher Gebäck knusperiger Brötchen Aach-Stdt. — e. in der Wend. eine Klinge hat Sch., sie verjüngt sich vom Kopf nach vorne sehr stark Sol. — 3. Dinge, mit denen geschossen wird, die zum Schiessen dienen. a. dickster Klicker Simm-Castellaun Klosterchumbd, Goar-OWesel, Ahrw-NBreisig (s. Schütz); ȳət der bunte gläserne dickste Klicker Geilk-Brüxgen Schümmerquartier, Heinsb-Breberen. — b. Gerät, mit dem das geformte Brot in den Backofen geschossen wird Koch-Leienkaul; ǫs, Pl. -sər n. Siegld-Freier Grund. — c. t Webschiffchen; völl Sch.ə, wennig Geild Elbf; øt der jedesmalige Wurf des Webschützen, auch der einzelne Einschlagfaden im fertigen Stück; wi·ə.r op øt zīən (wieder auf Schuss sein), wieder arbeitsfähig, von einer Krankheit wiederhergestellt sein Kref; ǫs Siegld-Flammersb Geisweid. — d. Verschlussbrett am Vorder- u. Hinterteil des Kastenwagens Ottw-Landsw (Pl. osə), Bernk-Horath Hunolst Morschd Weiperath Wolzbg, Neuw-Bruchhsn Kasb (s. Schussbrett, Schütz). — e. kleines Schiebe-, Wandfenster zwischen Küche u. Stube May-Löf. — 4. Räume, in denen etwas hinabschiesst, etwas hineingeschossen wird. a. die Stelle, von der das unter dem Schütz fliessende Wasser auf das Wasserrad stürzt, auch Abschuss oder Kehle genannt Sol, Remschd, Bernk-Rhaunen (s. Schoss). — b. ot Nebentenne Mülh-Ruhr. — c. ot verächtl. alter, schäbiger Hut Wippf-Schlüsselbg. — d. Höhlung hinter den Schulterblättern der Kuh Gummb-Hückhsn. — 5. ȳət die überschiessende, breitere Seite an einem Ackerstück; dat Stöck hät Sch. Geilk, Heinsb; ȳəs Aach-Eschw. — 6. os Abschlagszahlung; Sch. melden einen A. auf die erst später fälligen Lohngelder beantragen, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — 7. us, dat es en Sch. ein Stolz Kobl-Kesselh Neuend. — 8. ǫs, e geck Sch. n.: verächtl. oberflächl., albernes, geziertes Mädchen Siegld. Ab- schuss: 1. der A. eines Gewehres, einer Pulverladung Allg. — 2. Hexenschuss; enen Afschüət e jen Röck Heinsb-Breberen Lümb Tüddern. Auf -schuss: en schmalen Opschuət mageres Weib Remschd.Aus -schuss: 1.a. Schössling, Trieb an Pflanzen Allg. [Köln-Stdt neben usos auch nus-]. — b. Dachluke mit Aufbau Kemp-Waldniel Hehler. — 2.a. missratenes Stück Arbeit, schlechte Ware, Ausschuss Sol. — b. Gesindel; der Usschoss vam Dörp Köln-Poulh, Mörs-Honsbeck, Klev-Kalkar. Ein -schuss: wie nhd.Vor -schuss: 1. beste Sorte Mehl, auch Fürschossmehl Rip, Allg. — 2.a. V. nehmen von der erst später zustehenden Bezahlung schon vorher nehmen Allg. RA.: Se han V. gehat gesagt von jungen Eheleuten, denen vor neunmonatiger Ehe ein Kind geboren wird Saarl. — b. jemes der Vüərschüət afduəhn jmd. zuvorkommen Kemp-AmernSAnton. Zu -schuss: Lohn-, Gehaltszuschuss, wie nhd. Allg. PfWB Schuss-bartel Saarl-Berus, uMos 1808, Siegld 1840 m.: verächtl. närrischer Mensch, der en Schuss hat [feiger Kerl Saarl-Berus]. schuss-bergen [Bd. 7, Sp. 1937]
ȳət- Heinsb-Schalbr schw.: Versteck spielen. PfWB Schuss-blader -d- Rhfrk f.: Geschwürchen, die bei bestimmten Entzündungen auf der Horn- oder Bindehaut des Auges erscheinen; phlyctaene. Man braucht gegen die Sch., indem man dem Kranken dreimal in das kranke Auge bläst u. spricht: Sch., du moscht sieche; Sch., du m. flieche (fliegen), Sch., du m. weiche, wie Stern am Himmel streiche! PfWB Schuss-brett Ottw-Heiligenwald Illing Landsw Merchw, Wend-Oberth Oberk Winterb, Birkf-Oberst, Trier-Beuren, Bernk-Malborn Neunk Schönbg n.: Abschlussbrett am vordern u. hintern Teil des Kastenwagens. Schuss-büchse -bøs Schleid-Scheven Sötenich, Bo-Stdt; s. auch Schiess- f.: Knallbüchse der Knaben. Schuss-bruch -o- Aach-Stdt m.: Fehler im Webstück. Schuss-dopp ūsχəsdap Neuw m.: Kreisel. Schuss-eidechse ūsęməlts s. Schiess-; yt:lstər Wippf-Stdt; t- Lennep, Elbf f.: Eidechse, Wassermolch. Schuss-gabel utjafəl Gummb-Berghsn f.: Furke mit langem Stiel, zum Aufschütten des gedroschenen Hafer-, Gerstenstrohes, zum Heuwenden. Schuss-geld n.: nach dem Nhd.; am lefsten (liebsten) schöusst der Förschter Füsse (Füchse); dann gift et jedesmol en schüən Sch., on dat Fell kann he behalen on verkofen Altk-Birken, Allg. Schuss-gläs-chen øtjlęskə Kref n.: Vergrösserungsglas zum Zählen der Einschlagfäden in der Weberei. Schuss-kändel (s. S.) Zell-Blankenr m.: Dachrinne. Schuss-kuh utkū Gummb-Berghsn f.: K. mit Euterentzündung; en Sch. geht nich meh füran nimmt nicht zu an Fett. Schuss-länder øslę·n.ər m.: Neckn. für einen aus Neuw-Fahr. Schuss-lappen Saarl-Berus m.: verächtl. läppischer Kerl. Schuss-leder (s. S.) Remschd n.: in der Wend.: De rit ut (reisst aus) wie Sch. er macht sich aus dem Staube. PfWB PfWB Schuss-linie (s. S.) f.: nach dem Nhd. PfWB PfWB Schuss-lumpen Saarl-Berus Pachten m.: Spüllappen. RA.: Der hat jo de Sch. raushänken! den Hemdenzipfel aus der zerrissenen Hose. schuss-mass Adj.: 1.Siegld a. gut gemessen, reichliches Mass, dā Aimər es sch. gəmässə oder auch nur es sch. bis oben hin voll; dat wōăr sch. reichlich. — b. gelegen, willkommen, im rechten Augenblick; dat kemmt mər l sch.! — 2. zum Schusse passend, vom Wilde Sieg-ODollend. | |