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Rheinisches Wörterbuch 
 
schuben bis schuch I (Bd. 7, Sp. 1840 bis 1842)
 
  PfWB schuben im Ablaut zu schū:vən, –ūw- (s. schauben) »schieben« vereinzelt in Wend (Dörrenb), Saarbr (Sulzb Krughütte); Abl. gehen weiter, u. zwar -ūw-, –ūbt (3. Sg.) schw.: etwas (einen) sch., durch einmaligen, nachhaltenden Stoss zum Gleiten bringen; heit (heute) schubt er äm (einem) alles wedder so dehin weil er zornig ist. — Abl.: die Schuwerei, das Geschuw.

Schub- in der Zs. uf-, eine Abl. zu ū:vən (s. schauben); im gleichen Geb. steht neben uf- auch ū:f- (s. Schaub-), wohl daraus unter Einfluss von up- (s. bei schuppen IV »schiebend stossen«) entstanden: Schub-bock Siegld-Fernd Kredenb Littf m.: einräderige Schiebkarre, zum Grasholen. Schub-fenster Sol, Kemp n.: Schiebefenster. Schub-gabel oufjāfəl (-uf > ouf) Dür-Stockh f.: zweizinkige G. zum Anreichen von Stroh oder Heu. Schub-holz -holt Gummb n.: H. an der Häckselbank, das das Stroh in ihr vorwärtsschiebt. Schub-junge -jo·ŋ. Lennep m.: verächtl. einer, dem alle Arbeit aufgehalst, zugemutet wird; s. auch

[Bd. 7, Sp. 1841]
Schubb-. PfWB  LothWB Schub-karre (s. S.) Berg, Ruhr, Dinsl, Rees, Mörs, Geld f.: einräderige Schiebkarre, sowohl die sogen. niedrige Schürgeskarre mit twee Böm, Galgen u. Scheən (Scheiden-, Querhölzern) als auch die etwas höhere mit Kastenrumpf, diese auch Sch. met Opsetter (Rees), Drecksch. (Mörs) genannt. RA.: Wat de Mann op (met) de Sch. no Hus brengt, kann de Frau en de Schörte (Schürze) erutdragen Allg. Völl lad me op en Sch. zu dem, der viel verlangt Berg. Op de Sch. no Hus kommen ganz bezecht sein Barm. Wat kennt de Bur van Safron; wenn he för fif (5) Pennege hollt, nemmt he de Sch. Ess. In Nekerken (Geld-Nieukerk) fahre se op et Sch.kärrken Neckr. — Zs. Em geht de Mule wie en Schuffkarenrad er plappert Lennep-Heidersteg; Sch.lecht Tragriemen n. Ruhr; he het en Nas es e Sch.karrefüske (-fäustchen) eine plumpe Nase MülhRuhr. Schub-maschine -īn Duisb f.: verächtl. dickes, watschelndes Weib. Schub-nase (s. S.) Zell-Senh, May-MüMaif f.: verächtl. plumpe, klobige N. Schub-plack Geilk-Baesw, Heinsb-Birgelen m.: Taschentuch. Schub-sack Mörs, Ruhrort m.: verächtl. einer, dem alles aufgehalst, zugemutet wird; s. Schubb-. Schub-tuch (s. S.) Wippf-Engeld, Dinsl-Sterkr, Mörs-Stdt, Kemp-Dülken, Erk-Tüschenbr, MGladb-Bettr Hoven n.: Taschentuch; s. Sch.plack.

Schübchen -yf-, –i- Siegld n.: kleine Schublade in der Kommode.

Schübel -ew-, –ø- Siegld n.: rundl., talergrosses, löffelförmiges Schneideeisen an einem langen Stiel, zum Lohschälen, Lohsch.

 PfWB schubeln -uw- (daneben schugeln) Saarbr, Ottw, Wend, Saarl u. abseits in Bed. 2 (s. u.) schw.: 1. rollend schieben, mit einem Klicker, einer Kegelkugel; der konn emol gut sch. beim Klickerspiel Nachwerfen spielen; Kechel (Kegel) sch.2. sich sch., sich schütteln vor Kälte Düss (o. O.), Rees-Wesel. — Abl.: die Schuwwel(er)ei, das Geschuwwel, der Schuwweler »leidenschaftlicher Kegelspieler«.

 PfWB Schubel -uw-, Pl. -ələ Ottw-Wustw m.: 1. Klicker dickerer Sorte. — 2. übertr. grosses Branntweinglas.

Schubel-rad Ottw-Eppelborn n.: Spielreifen der Kinder. schubel-ratzig ebd. Adj.: schlecht gelaunt.

 PfWB Schuber I -ūw-, Pl. -rə, –ən, Demin. -īwərχə(n) verbreiteter im Rhfrk, Mosfrk (s. u.) m.: 1. Ofenschieber, –klappe Kreuzn-Langenth Langenlonsh Monzing, Saarbr-Sulzb Lummerschd, Trier-Fell Mehring, Bitb-Speicher; -uw- Türriegel May-Metternich. — 2. Abschlussbrett vorn u. hinten am Kastenwagen Wend-Aulenb Ausw Baumholder Heimb Reichenb (Wend auch īwər).
 
 
 PfWB  LothWB Schuber II eine ablautende Bildung zu ahd. scivaro (s. Schiefer) im Rhfrk vereinzelt, WMosfrk, u. zwar -uw- Kreuzn-Oberhsn, Birkf-Bundenb, Ottw (-wəl Heinitz), Saarbr, Saarl-Berus, Merz-Bergen Haustdt Reimsb, Saarbg-Wellen, Hochw; -ūw- Trier (Mos), Wittl, Bernk, Bitbg; -uw- Prüm, Daun, Koch-Lutzerath; -ub- Daun-Wiesbaum m.:

[Bd. 7, Sp. 1842]
1. Sg. t. a. zersplittertes, abgeblättertes Gestein, Steinsplitter, etwa bei Schieferdeckerarbeiten; kleine, zerbröckelte Gesteinsmasse; verwildertes Gestein im Ackerboden, steiniger Acker; Kiesgeröll am Bachrande. — b. übertr. in der Wend.: Den hot Sch. viel Geld, er ist reich Bitb-Badem, Daun-Strohn. — 2. -wər, Pl. -rə, –ən Haut-, Kopfschuppe Ottw, Saarbr, Bitb-Geichl.

Schuber-berg Merz-Haustdt m.: B. mit Kalkschiefer. Schuber-boden (s. S.) Allg. m.: Ackerboden mit verwittertem Gestein. Schuber-wein Trier-Filzen m.: W. von Trauben, auf Sch.boden gewachsen.

 PfWB schuberig Allg. Adj.: reich an verwittertem, abgeblättertem Gestein, vom Ackerboden; sch.ə Bodem.
 
 
schuch I ux (s. schuck) geschlossen am rip. WRande in Monsch, Eup-Raeren, Aach-Ld, in Heinsb u. Kemp-Stdt u. in Sol-Stdt Interj.: zum Ausdr. des Kältegefühls, dabei die Hände reibend; sch., sch., wie kalt; — wat e Weər!