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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schrunde bis Schrupp II (Bd. 7, Sp. 1826 bis 1829)
 
  PfWB  LothWB Schrunde das Wort, eine Abl. zu schrinden (s. d.), ist zunächst im östl. Rhfrk in Kreuzn, Simm, Goar, dann sich fortsetzend an der uMos von Zell-Enkirch Briedel an (w. davon noch Bernk-Commen Longkamp) n. Mos. in May (mit Schrinde durchsetzt), Aden, Daun, Westerw; am WRande zunächst vereinzelt in Saarbg-Stdt, Bitb-Fliessem OGeckler, geschlossen in Prüm, Malm; n. einschl. Malm, Schleid, Ahrw LRip allg. bis zur Benr.-L.; rrhn. n. Neuw, Altk noch in Sieg, Waldbr-OElling Morsb, Gummb-Drinsahl, u. zwar im rhfrk. Teil -un, –o-, Pl. -nə, im mosfrk. Teil -o·n., –u-, Pl. -·n.ə(n) [Zell-Enkirch -u·n., Pl. -i·.n.;

[Bd. 7, Sp. 1827]
Koch-Lutzerath, Bernk-Commen Longkamp, Bitb-Fliessem -ū:n, Pl. -nə(n)]; die -o·n.-Form geht bis zur rip. Mouillierungs-L. [Schleid-Hellenth -o·n., Pl. -o·n.də; –ō:n, Pl. -nə Schleid-Dollend; -o·n., Pl. -·n.ə noch in Rheinb-Effelsbg Meckenh, Aach-Alsd, Eup-Herbesth Hergenr, Sieg-Geislar, Waldbr-OElling Morsb; Pl. -ø·n.ə Rheinb-Fritzd GrAltend Mutschd Schönau; Eusk-Commern Stdt Zülp, Bo-Lengsd -ø·n.də]; n. davon -o·ŋ., Pl. -o·ŋ.ə [in Schleid-Berschd Oberhsn Reschd, Monsch-Conzen Kalterherbg Röttgen, Sieg-Sieglsr -o·ŋ.kt, Pl. -o·ŋ.də; in Sieg, Rheinb, Köln, Bergh, Dür, Aach Pl. auch -ø·ŋ.; Köln-Stdt -u·ŋ., Pl. -y-; in Eusk-Dürscheven, Bo-Volmershv Pl. -ø·ŋ.ə; in Schleid Berg Heimb Kallmuth Pesch, Eusk-Ahrem Bessenich Herrig Lechenich OGartzem, Rheinb-Heimerzh Müggenhsn NCastenholz Schweinh, Bo-Rheind, Sieg-NCassel Sieglar, Köln-Meschenich, Bergh-Buir, Dür-Derichsw Disternich Embken Füssenich Hürtgen Kelz Nideggen Rath Winden Pl. -ø·ŋ.də; Aach-Bardenbg Schleckh Walh -o·n.t, Pl. -də; dann noch -ø·n., Pl. -·n.ə Aden-Kaltenborn Spessart, Ahrw, Rheinb-Altend, Neuw-Altenhf Fernth Strauschd Windhg, Sieg-Ägid Honnef; -ø·n.t, Pl. -də MüEif; -ø·ŋ., Pl. -·ŋ.ə Bergh-Bergerhsn]; Eup-Stdt -ǫ·u.nt, Pl. -də [run, Pl. -nə Goar-Trechtingshsn; -u·l., Pl. -·l.ə Kobl-Moselweiss; -ø·l., Pl. -·l.ə Aden-Siebenb, Ahrw-Brohl]; sonst Barst, Batsch, Kim, Kin, Kinzel, Kipper, Plite, Rätzer, Ritzer, Riss, Schmatz, Sprung f.: 1.a. Riss in der Haut, bes. den Händen infolge der Kälte; wann mer met nasse Hängk (Händen) en der Wengk (Wind) geht, dann krit mer gäng (schnell) Schröngde Dür-Winden, Allg.; ich ha Schronde e jen Hängd Aach-Walh, Allg. [Runzel im Gesicht Kreuzn-Hergenf, Bernk-Commen, Bitb-OGeckler, Dür-Schlich; Stirnfalte Aach-Richterich; knorriger Auswuchs am Baum Kobl-Rübenach]. — b. schmale Rinne, etwa die angedeutete Fuge auf einem Betonboden, in einem Mauerverputz; Scharte in einem Stein oder Holz, Rille im Mühlstein Bitb-Fliessem, Prüm, Malm (Bed. 1 a in diesem Geb. seltener gebraucht). — 2. übertr. ry·ŋ.kə, Pl. -kəs verächtl. kleine weibl. Person, auffallend kleines Kind MGladb (abseits).

Schrund-erbsen (s. S.) -ø·n.- Aden-Quiddelb Pl.: E.sorte. Schrund-hände -ntshę·ŋ. Mörs-Xanten (das Bestw. fehlt als Simpl.) Pl. t.: H. mit Rissen.

Schrunden-peter -o·n.əpidər Kobl-Bend m.: verächtl. einer mit Schrunden in den Lippen.

schründelig -ø·ŋ.- OBerg in Gummb-Dieringhsn (Simpl. fehlt) Adj.: hart, krustig, vom Ackerboden.

Schründeln -ø·ŋ.əln NBerg in Mettm-Velbert (Simpl. fehlt) Pl. t.: halbverbrannte Kohlen (Zengeln (s. Sinkel) »wertlose Schlacken«).

ver-schründeln -ø·ŋ.əlt Aach-Alsd Part.: verrunzelt; e v. Gesech.

schrunden schw.: 1. -o·n.ən aufbersten, von der Haut Prüm-Steffeln 1880. — 2. -y·ŋ.ə, die

[Bd. 7, Sp. 1828]
Haut, sich schr., abschürfen Köln-Stdt; -ø·l.- Aden-Siebenb.

Schrundig -uniχ Wend-OReidenb m.: verächtl. Geizhals.

Schrundsel verächtl. 1. -o·n.səl, Pl. -ələ f.: magere Kuh, mageres Weib Neuw-Dernb Segend. — 2. -ø·ŋ.zəlχən, Pl. -χər n.: kleine, verkümmerte Frucht Gummb-Nümbrecht (Simpl. fehlt).

Schrüng -y-, –ø- s. o. bei Schrunde.
 
 
Schrungel -o-, Pl. -əln Siegld-Siegen (veralt.) f.: verächtl. en āl Schr. etwas unangenehme, alte Frau.

Schrunne = Eisenschrot s. Schrot.
 
 
Schrünte -y- Ess Sg. t. f.: auffallende Magerkeit.

Schruntel -o-, Pl. -ələ SNfrk in Heinsb f.: verächtl. alte Kuh.
 
 
Schrunz das Wort, mit dem das ablautende Schrinz, nd. Schrunz zu vergleichen ist u. das zur Wurzel schru- gehört, ist lrhn. im Rip in Köln-Kalk, Grevbr-Wevelinghv, SNfrk in MGladb-Mülfort, Mörs, rrhn. RRip in Sieg-Fussh, NBerg in Düss-Erkr Serm Stdt, Mettm verbr., u. zwar -onts, Pl. -ø-, in Mörs -ō-, Pl. --; Demin. -tsχə(n), –tskə m.: verächtl. Verschrumpftes 1. persönl. kleiner, unansehnlicher, schwächlicher Mensch, bes. Kind, Mädchen, mageres Vieh. — 2. sachl. a. kleine, verkrüppelte Frucht (Apfel, Kartoffel); dat sind marr Schrönz Allg. — b. en Schrönzke winziges Stückchen Düss-Serm.

 PfWB Schrunzel das Wort ist Rhfrk verstreut in Saarbr, Birkf, Kreuzn-Waldalgesh, Simm-Castellaun, Goar-Weiler verbr., Mosfrk vereinzelt in Wittl-Spangdahlem u. dann geschlossen an der uMos in Koch, Kobl, weiterhin Neuw, Altk, Siegld-Eiserf Kredenb, Sieg, Berg in Gummb, Remschd, Barm, Elbf, Mettm, Sol, u. zwar -u-, meist -o- [-ø- Gummb-KlFischb Wiehl, Sieg-Ruppichteroth], Pl. -tsələ f.: 1. Runzel im Gesicht Allg. — 2. verächtl. a. kleine verkümmerte Frucht (Obst, Kartoffel), auch Schrönzelchen (-kən) Altk-OLahr, Sieg, Gummb, Barm, Elbf, Mettm. — b. alte, abgemagerte, runzelige Frau Saarbr, Neuw, Altk, Siegld (s. o.), Schwarzenbg., abseits Heinsb-Lümb (-o-, –ǫ-, s. Schranzel), Jül-Linnich.

 PfWB schrunzelig Verbr. wie Schrunzel, dazu Kreuzn allg., Simm-Buch Laub, Goar-Carb NSpay Trechtingshsn, Trier-Neuhütten Clüsserath, Aden-Kaltenborn Rodder, Ahrw-Kirchsahr, Siegld-Weidenau, Waldbr (-ø- Eckenhg, dies auch neben -o- Gummb-Berghsn) Adj.: eingeschrumpft, runzelig, von der Haut, vom Obst.

 PfWB schrunzeln Verbr. wie Schrunzel u. schrunzelig, dazu -ø- Schleid-Holzh, dies auch Remschd schw.: schrumpfen, vom Menschen u. Obst; auch zesammenschr. Abl.: die Schronzel(er)ei, dat Geschronzel(s).

ver- schrunzeln: dass.; en verschronzelte al Frau; v. Äppel ebd.

schrunzen -o- LRip in Ahrw-Hönning schw.: schrunzeln.

[Bd. 7, Sp. 1829]

schrunzig -u- NBerg in Düss-Serm Adj.: klein, winzig.

schrunzen I s. o. bei Schrunz.
 
 
schrunzen II -o- s. strunzen, OMosfrk vereinzelt in Kobl-Stdt, Siegld-Heisb schw.: prahlen. — Abl.: die Schronzerei, dat Geschronz(e), der Schronzer.

Schrupp I = Spatz s. Schruppe; Schrupp II,