PfWB PfWB LothWB LothWB Schor IX das vom Part. geschoren abgeleitete Subst., ist Rip, Berg u. SNfrk; doch kommt neben :r, –·ə.- auch ūər, –ōə- vor (dies immer für »Schafschur«) Sg. t. f.: 1. die Lage der Fäserchen im Tuch, Strich; Aussenseite des rauhen Tuches, eines Felles; Glanz beim Zylinderhut; van die Botz ös de Sch. ganz van; de Sch. geht af; wann de Sch. van enge Anzog ös, blenkt der Stoff; de Mau (Ärmel) hät ken Sch. mih op Aach, Allg.; de Sch. es verschlitten Wippf; du büərsch noch de Sch. af; he hät de Sch. blank geschleffe; du moss net gegen de Sch. büərschte Rip, Allg. RA.: Du friss mer de Sch. vam Rock du isst mich arm MülhRh. Wan ich dich a Sch. krege, da geht et der net gott! Malm-Büttgenb. Dat geht dem gegen de Sch. gegen den Strich, seine Absicht Allg. — 2. übertr. a. die angerauchte Kruste im Pfeifenkopf Schleid-Marmag; das Verbrannte am Docht Malm-Mürring. — b. Schorf, Grind Waldbr-Wildbg. — c. Aststumpf, Knoten an einem Baum, von abgehauenem Aste herrührend, e Bam mit zwei Sch.ə (diese Bed. also auch mit Pl.) Zell-Traben. Schor-baum (s. S.) Bernk-Dhron m.: 1. alter Eichbaum mit vielen Knoten, da ihm die Äste abgehauen sind. Schor-eiche :rāχ Koch; ōrχ Mos Bernk u. Trier f.: E., im Schüffellande stehen geblieben, die beim jedesmaligen Schüffeln (s. d.) immer wieder geschoren wurde; die jungen Büschel wurden als Schaffutter verwendet, die stärkern beim Verbrennen des Rasens verwertet. Schor-fass :rfās Bitb-Geichl n.: Korb, aus Streifen junger Eichenloden verfertigt. PfWB Schor-kopf :rkop m.: 1. der geschorene Baum, im Rätsel von Bach u. g. B.: Du Kromme, du Lange, wo küs du hergegange? Du Sch., wat geht et dich an? Dür, Verbr. — 2. Barhäuptiger Prüm-Habschd. Schor-korb :rkǫrəf Schleid-Reifferschd m.: -fass, als Sieb dienend. Schor-maus ōr- Trier-Mehring, Bernk-Neumag, Koch-Lutzerath, Daun-Strohn ff.: Scher-, Springmaus.
PfWB PfWB schoren schw.: 1. trans. a. -ōr- etwas sch., scheren Rhfrk in Ottw, Saarl; -- SNfrk in NErk, Kemp. RA.: Was der März grint (grünt), schort der Aprel Ottw. — b. übertr. einen sch. α. prügeln Kemp-Grefr. — β. huckepack tragen Kemp-Hehler. — 2. intrans. schnell laufen; wen kimmt denn lo geschort? WBitb, Trier-Kenn Schleidw, Bernk-Maring, uMos. — Abl.: die Schorerei, dat Geschor.
ver- schoren: sech fərōārn mache Widerworte geben, von Kindern Eltern gegenüber Siegld.[Bd. 7, Sp. 1723]
Schörer -ə- Aach-Stdt Sg. u. Pl. m.: Tuchscherer. — Die Schöərerei Tuchschererhandwerk, –schererei.
PfWB Schor X das Wort, derselben Ableitung wie Schor IX, aber stets ōər, –·ə.r u. mit Pl. ist als ōər, –ə- Rhfrk in Birkf, Kreuzn, im Hunsr allg.; als ·ə.r Mosfrk an der Saar von Saarl-Pachten an, an der Mos, in der Eif, im Westerw, dann Rip in Malm, Bo, Sieg, Köln-Ld, Bergh, Aach, im NBerg in Sol, Düss, in Eup, im SNfrk in Heinsb, Erk, MGladb, Kref, Kemp, in Geld u. Mörs, in Klev-Goch Hassum Pfalzf als ar [Bitb-Rittersd -ū·ă.-; Trier-Zemmer ǫ·r.; Malm :r u. -ā:-; Aach-Merkst ǫ·r.], Pl. -rə(n) f. [Mosfrk hier u. da auch m.]: 1.a. der jährliche Ernteertrag eines einzelnen Stückes (Ackers an Getreide, Futterkräutern), der Wiese, auch die Gesamternte eines Jahres; en Sch. Korn, Hawer, Grombern, Gras, Kli, Heu, Grom udgl. (de Sch. Drauwen Mos) Mosfrk, Allg.; de irschte Sch. erster Grasschnitt; de Korn-, Haver-, Wess-, Sommersch. Rip, Allg.; we häbben twiə Sch.ə gehot von det Feld, en iərschte on en twedde Sch.; en enkel Sch. wenn in einem Jahre ein Stück Land oder Garten nur eine einzige Ernte derselben Art trägt, en dubbel Sch. eine doppelte E. verschiedener Art, z. B. frühe Kartoffeln u. nachher Kohl Kemp, Allg.; eine Wiese kann en iərschte Sch. (Gras, Heu), en zweite Sch. (Grummet) u. sogar en dritte Sch. (dritten Schnitt) gen Rip, Allg.; ose Garde es su got; jed Fellche (Beet) get en zweide Sch. uMos, Allg.; en got Sch. Heu; zwu Sch.ə Grom Bitb, Allg. [oft bezeichnet man nur die zweite Ernte, den zweiten Schnitt mit Sch., z. B. in Kobl-Bend, Kref-Willich; dubbel Sch. Doppelähre Kemp-SHubert, Mörs-Wallach Xanten); dat Joəhr habbe we en gou Sch. (gute Ernte) gehat, — gemacht, — gehalde, — en g. Sch. von der Wei (Wiese) gehat Kemp, Allg.; dat wor en got Sch. op dem Stöck; de Wis git e g. Sch. Rip, Allg.; e kriet de Sch. Mosfrk. RA.: En drecke (trockenes) Johr, en gamer Sch. gute Ernte Trier-Mehring. Noə e Musjoəhr (Mäusejahr) kömmt en go Sch. Heinsb-Karken. Mer welle Sch. tusche (tauschen) sagen zwei Nachbarn, wenn der eine das Gras der ihm näher gelegenen Wiese des andern ernten will, übertr. wir wollen im Einzelfalle im Hause des andern essen Bo-Liessem. He hält en Sch. bekommt Schimpfe; de Sch. ös all gehalde er hat die Sch. schon weg Kemp-SPeter. Mäncherein geiht op Sch. erus un küt selfs geschorre no Hus Köln-Stdt. Hei hät den Hof met de ganze Sch. gekoch (gekauft) einschliesslich der Saat u. was auf dem Felde steht Mörs, Geld. Dat staht mer net ze Sch. nicht zur Hand May-Kollig. — b. Die Saat, mehr die Saatzeit; no der Sch. wenn man mit Säen fertig ist; et wor en got Sch. die Zeit zum S. war geeignet, aber mer sen mat Sieən ferdig; diese Anwendung wird allg. seltener (Sch. 1 a besteht daneben), auch mehr von der Frühjahrs- als Herbstsaat; in der Zs. nur Howersch. (nie Wässesch.) WBitb. — c. Ackergewann, die Fruchtfolge im Felde; uf der Sch. hommer sechs Verdel Land ( Morgen); uf alle [Bd. 7, Sp. 1724]
Sch.ə runderim; de Sch. inhalle d. h. wenn die Flur mit Gemüse bestellt ist, muss man sein Feld auch mit G. bestellen, also auf derselben Flur dieselbe Fruchtart; bei der Folge: Gemüse, Gerste, Roggen wird die Sch. streng ingehalle; bei der Folge: Kartoffeln, Roggen, Hafer nicht so streng Rhfrk (u. 1 a). — d. Privatwaldung, im Gegens. zum Schlag »Gemeindewaldung« Koch-Eller, May-Kollig. — 2.a. Reihe gedörrten Heus, im Gegens. zur Schlacht »R. frisch gemähten Grases«; das Heu wird of Schore gemacht Saarbr-Fürstenhsn Geislautern GrRosseln (-u-) Ludw Sulzb, Ottw-Spiesen Uchtelfang; de Hawer uf Schorre reche zum Binden auf Häufchen bringen Saarbr-Feching. — b. eine unbestimmte Menge Menschen oder Tiere; do hinne kimmt e Sch. Buə, wo wulle die dann hin?; die hatte en ganz Sch. Hinkel (Hühner) Simm. — c. m.: eine gewisse Menge Kohlen udgl. Aach-Stdt 1836. — d. Gerümpel Schleid-Eicks. — e. n.: Ausrüstung eines Geschäftes Mörs-Neuk.
Schor-land Kobl n.: Brachland. Schor-stück -ø- Rees-Haldern n.: neu gebrochenes, gerodetes Feldstück. Schor-trift -drēf ebd. f.: dass.
schoren-weise -węis Ottw-Uchtelfang Adv.: schichtweise; das Heu wird sch. auf den Wagen geladen.
schoren -r-, –·ə.- schw.: 1. ernten Goar-Morshsn. — 2. vielen Ertrag geben, vom Getreide; et Korn schorrt guət Mettm, Ess-Werden, — schört g. Altk-Wissen, — schort u. -ö- g. Gummb-Schwarzenbergisch (Part. jəōrt, –ø- u. jəōrən) (Belege abseits vom Schor-Geb.). RA.: Mai nat on küəhl, dann schorrt et wie'n Donnerkiel Mettm.
um- schoren: Fruchtwechsel durchführen Mörs-Wallach, Wend-Offenb.
schorig gut-riχ Kreuzn-Hergenf Adj.: ertragreich; aischoarig ist eine unergiebige Wiese Siegld; eschüərig MüEif.
Schor XI das Wort, entsprechend mnd. schorn, mndl. scorn, ndl. schoor, engl. shorn, zu dem auch Schor(n)stein gehört, wahrscheinlich auch ein Abl. zu scheren, ist in ursprüngl. Bed. n. der Ruhr, in Klev, Geld, Kemp-Waldniel, WSelfk, u. in übertr. Bed. in Mörs, im Berg bezeugt, u. zwar r, –·ə.-, Pl. -rə(n) f. (WSelfk auch n.): 1.a. Stütze, Strebe, z. B. Balkenstrebe zum Abstützen des Daches, Str. am Zaun; en Sch. sette n. Ruhr, Klev, Geld, Kemp-Waldniel, WSelfk. Sch. kömmt alleneg (allein) an! Kindersp., wobei ein Kind hinkend die andern zu ergreifen sucht; hat es einige erhascht, so müssen diese mit ihm auch hinkend die andern ergreifen; dann ruft das erste K.: Sch. met all sinn Volk! Geld. — b. Zwänge, bei der die Winde angelegt wird Heinsb-Karken 1880; Stück Holz oder Stein, zum Sperren des Karrenrades MGladb-Rheind. — 2. Schräges: a. Abschüssigkeit Sieg-Much (schon 1900 veralt.). — b. die Schräge einer Klinge, durch Schleifen u. Plisten eingeschnittene Abschrägung, die in eine Spitze ausläuft, im Gegens. zur Fase, bei der eine Kante in gleichbleibender Breite abgeschrägt ist; [Bd. 7, Sp. 1725]
als Verzierung an Messer, Schere u. grösseren Klingen angebracht; die Ansatzstelle kann scharfkantig, rund oder auslaufend sein; Arten: breite, schmale, eingesetzte Sch., Hohl-, Kaulen-, Rücken-, Schleif-, Watesch. NBerg; bei Meisseln, Hobeleisen die schräge Seite Wate, die kleinere W. heisst Sch. Mettm; Schneide bei der Sense Wippf-Thier, MülhRh-Federath Herrenstrunden Katterb Schildgen Vilkr Waldbr. — c. Widerrist, breite Brust des Pferdes u. Rindes Mettm, Mörs (Repelen n.). — d. Karrengeleise Geld-Stdt. — e. Lehm-, Schutzdecke, bestehend aus schweren mit Lehmstroh umwickelten Eisenstäben, unter dem Fussboden u. Gang, Strohlage des Strohdaches Sieg-Fussh Süchterschd, Waldbr, Gummb-Homburgisch. RA.: De likt op de Sch. Leichenbett (ursprüngl. Strohschütte auf dem Boden) Kref-Willich.
schor r uWupp, Sol u. abseits am WRande Malm-Amel Adj.: schräg, abschüssig.
Schor-balken (veralt.) Wittl, Bitb m.: B., quer an der Herdwand unter dem offenen Sch.stein, woran der Hahl hing. Schor-bank Mettm-Cronenbg f.: B. oder Tisch, zum Auflegen der angeschliffenen Waren. Schor-blech Aden-Borler n.: -mantel (s. d.), dessen Wandungen aus Bl. besteht. Schor-brett Sieg-Fussh n.: geripptes Br., zum Gleichdrücken eines Strohganges des Str.daches. Schor-dach -ǫ- ebd. n.: Strohdach, aus vielen Str.gängen bestehend. Schor-gat ǫrxat Ruhr n.: unteres Ofenloch, durch das man das Feuer aufrührt, schürt.