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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schoppen II bis Schopp-stein (Bd. 7, Sp. 1720 bis 1721)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Schoppen II das Wort ist allg., u. zwar ǫbə(n) [-ō-, –-, –a-, s. o. bei Schopp V], auch im Rip, Nfrk meist -ǫb-, sehr selten -ǫp- Sg. u. Pl. (Pl. -b- Bergh-Hüchelhv), Demin. ębχə(n) (> -ē-, –-) pχə, –kə; [vereinzelt ǫbəl, Pl. -ələ Koch-Lahr; ǫbər, Pl. -rə Neuw-Gönnersd, Bo-Lannesd, Erckofferen; -ǫp- Mörs-Birten; -ab- Heinsb-Brüggelchen] m.: 1. wie nhd., ein Massgefäss a. für Flüssigkeiten, Milch, Öl, bes. für alkoholische Getränke, noch durchaus gebräuchlich. 1 Sch. = ½ l (0,3523 l) [1 aller Sch. = ¾ l, 1 nauer Sch. = ½ l Birkf]; e halwer Sch. oder 1 Schäppchen = ¼ l Rhfrk, Mosfrk [doch unterscheidet man 1 Sch. Branntwein = ¼ l, 1 Schäppchen = ⅛ l; 1 Sch. Wein = ½ l, 1 halwen Sch. (1 Schäppchen) = ¼ l Allg.; en jong Sch. = ⅛ l Wittl-Meerf]; sonst ene ale Sch. = ½ l, jetzt ene (neue) Sch. = ¼ l, e halve Sch. (1 Schöppche) = ⅛ l Rip, Nfrk [1 Sch. = ¼ Mot = 1 Ort = ¼ l Gummb; 1 Kännche = ¼ Sch.; 1 Moss = 4 Sch. Sieg-Bergh]; nicht nur die gemessene Flüssigkeit (e Sch. Milch, Wein usf.), sondern auch das Gefäss bezeichnet man mit Sch., e bleche, koffere Sch.; die halbe Flasche Wein bezeichnet man mit Sch. Allg.; e Schöppken kleines Glas =  l Selfk; mit Schäppche Wein wird in der Regel nur die Kleinheit u. Unbedeutendheit bezeichnet, mer hare nore en Sch. W. gedronk Rhfrk, Allg.; noch en Schöppke tuw Zugabe bei Milchverkauf Emmerich; loss mer noch ene Sch. (Wein) drenke (gohn) Rip, Allg., — krache Koch, Kobl. RA.: Der es so hoch wie e Sch. Melch imme (in einem) bräre (breiten) Häbche (Topf) Ottw. Am Künnikowend (Dreikönigenabend) moss mer su vill Sch. (Wein) drenke, wie mer Sterne dorch de Kamin sehn kann Neuw-Ockenfels. Pitter, loss de Mut nöt sinken, l. ons noch e Sch. drinken! Trier-Stdt, Verbr. Reire (reite), r., Ross, do uwe stehr e Schloss, do u. st. e Wertshaus, langt mer emol e Sch. raus! Kreuzn-Dörreb. An de Strickspön (Streichhölzern) sparen se on ene halwe Sch. supen se op eimol ut Mörs-Hombg. En Hafel (Handvoll) Gleck es meh wert wie än Sch. Verstand Saarl-Kerprich-Hemmersd. För en halwen Sch. döht he alles Barm, Allg. — b. Hohlmass für Getreide: 1 Viertel = 8 Moss

[Bd. 7, Sp. 1721]
(13 Pfund); 1 M. = 2 Hälfchen, 1 H. = 2 Sch. MülhRh-BGladb. — 2. übertr. a. en gode Sch. gutes Getränk; auch wenn eine Frau beim Grassuchen eine gute Stelle gefunden hat, sagt sie: ich han en gode Sch. gefonne Ahrw-Bengen. — b. Schäppcher Neckn. derer von Wittl-Rievenich.

 PfWB Schoppen-blech Rhfrk n.: blechernes Massgefäss, ½ l fassend. Schoppen-düppchen (s. S.) Allg. n.: 1. Milchtöpfchen, ½ (¼) l fassend. RA.: Dem könnt mer em Sch. kouche (kochen) so wenig isst er Sieg-ODollend. Der kann sech op en Sch. möd (müde) danze er kommt mit seiner Arbeit nicht vom Fleck Ahrw-Sinzig. — 2. übertr. verächtl. kleine, armselige Person Simm-Laub. Schoppen-flasche (s. S.) Allg. [ǫbəs- Bergh] f.: Fl., 1 Schoppen fassend. PfWB  ElsWB  LothWB Schoppen-glas ǫbəs- Bergh n.: Gl., 1 Schoppen fassend. PfWB Schoppen-kanne Neuw (Rhein) f.: im Spr. über die Traubenreife: Jakob (25. VII.) on Anne (26. VII.) solle de Drauwe hange wie Sch.ə. Schoppen-krügelchen ębχəskrē:jəlχə Koch n.: Kr., ¼ Schoppen fassend. Schoppen-maul ǫbəsmu·l. Kref, MGladb-Viersen f. (n.): verächtl. grosser Mund zum Trinken. Schoppen-nähz Saarbr n.: scherzh. Branntwein. PfWB Schoppen-stecher (s. S.) Verbr., bes. in den Städten m.: verächtl. scherzh. leidenschaftlicher Wein-, Biertrinker.

 PfWB schöppeln -ęb- Saarl-Berus schw.: gern u. viel Wein (Bier) trinken.

schoppen -ǫb- schw.: 1. dass. Bernk-Dhron. — 2. got (schleət) sch. viel (wenig) einbringen, von Getreide, Kartoffeln, Baumfrüchten Erk-Körrenz.

 PfWB schöppig in dreiębĭχ Bernk-Neumag Adj.: en dr. Flasch ¾-l-Flasche.

schoppen I -ǫ- s. o. bei Schopp V; schoppen II, schöppen I -o-, –ø- = stossen s. schuppen IV; schoppen III -o- = sich jucken s. schubben; schöppen II -- = schöpfen s. scheppen; schöppen III -ø- = schaufeln s. schüppen bei Schüppe; Schopper I -ǫ- = Schuppen s. Schopp V; Schopper II -ǫ- = Schoppen II (s. d.); Schöpper -ø- = Schafhirt s. Schäfer.
 
 
schoppig -ǫp- Prüm-Ihren Adj.: krank, bergabgehend mit ihm; hen os sch.

schöppig s. o. bei Schoppen II; Schoppleibchen op- = Kinderjäckchen s. Schupp-; Schopp-stein op-, –u-, –ø-, –e- = Prellstein s. Schupp-.