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Rheinisches Wörterbuch 
 
schneiden bis Schneideis (Bd. 7, Sp. 1587 bis 1594)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB schneiden das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -airə, –ęi- [Birkf-Idar -ēr-; Saarbr im Monophthonggeb. -īr-], Part. gənit, –īt; Mosfrk -ęid-, –eid [WBitb -ęd-; OBitb -ęgd-; Prüm -egd-; ONeuw, SOAltk -ęil-], Prät. fehlt (doch Bitb-Wilsecker, Prüm -ū:t], Part. gənīd(ən); Rip, im berg. Mouillierungsgeb. -egə (Köln-Stdt -i-), Prät. -et,

[Bd. 7, Sp. 1588]
Pl. -edə u. -etə, Part. gənidə, –ed- [Neuw-Rheinbreitb -egə]; OBerg im nicht mouillierenden Geb. -īə, du –its, h –it, Prät. -et, Pl. -ēən, Part. jənēən; NBerg -īd-, dū –its, h –it, Prät. -ēt, Part. xənēdən [Wermelsk -egə, Part. jənīdən]; Eup -ijə; Aach, SNfrk -ī·ə., dū -its, h –it, Prät. -īət (-īədə), Part. jənīə, –iəjə, –īənə; Klevld -eə, –īə, Prät. -edə, –enə, –īdə, Part. jənet, –ēə, –īə st. (Klevld vielfach schw.): 1. wie nhd. a. absol. mit persönl. Subj. u. Subj. das Schneidewerkzeug; du schnecks got (net richtig); dat Metz (udgl., doch mehr Beil, Axt) hat goden (kenen) Schnitt, — schneck wie Gef (Gift) Rip, Allg., — Zitz Bitb-Ehlenz, — en Flimm (Aderlassmesser) Mörs, — Fett Heinsb-Haaren, — der (richtige) Deiwel Mosfrk, Allg., — rosen (rasend) sehr gut Saarbg, Allg., — wie e hölze Walz sehr schlecht Aach-Broichweiden, — as ene doje (toter) Hond (Jud) bitt (beisst) Klevld, Nfrk, — wie (kalt) Wasser brennt Rip, — breht Neuw-Niederhsn, — wärmp Kurtschd, — ging (würde) schn., wenn et kinnt Saarbg (s. weiter bei Messer); der Gegenstand schneid sech wie Speck lässt sich gut, zart schn. May, Allg.; wär et Gras gout nass, gäng et sich g. schn. Saar, Allg.; et Gras schneid net lässt sich nicht gut schn., da es zu dünn steht Koch, Allg. — Auch an etwas schn. u. mit Obj.; dat (stumpfe) Metz schneck Botter, wann se wech (weich) ös Sieg, Allg., — Wasser bes of de Grond Mosfrk, Allg., — Botter bes of de Telder on W. b. of de Gr. May, — B. e jen Sonn Aach-Vaelserquartier, — warm Wasser un weiche Käs Rhfrk, Allg. (s. weiter bei Messer). RA.: Blo on rut (geschmiedet) schneck wie de schwer Nut Sieg-ODollend. Zo scharf schnick nit, zo spetz stich nit Köln-Stdt, Rip, Mosfrk, Rhfrk; allze sch. schneid nöt Mosfrk, Allg. En kodde (böse) Zung schnick schärfer als et beste Metz Köln-Stdt. Dreimol geschnedde (den Stoff) on noch ze kuərt (kurz) Dür. Dat es net gesteəke on net geschniə taugt nicht SNfrk. Wen öm Sommer nöt wöll schn. (Getreide), muss öm Wönter Honger leiden Trier-Stdt. Der schnitt op et Glöck an wenn einer das Brot schief anschneidet SNfrk. — b. etwas schn., einen Schnitt in etwas machen, es abschneiden; doch immer mit Schneidwerkzeugen, die mit der Hand nahe an den Gegenstand herangeführt werden, also nicht erst geschwungen werden, für dieses gilt hauen, schlagen; man schneidet Brot, Fleisch, Gemüse mit dem Messer, Stoff, die Haare mit der Schere, den Baum, die Hecke (s. auch schnauen), den Weinstock mit dem Baummesser, mit der Schere, Holz mit der Säge; Stroh mit der Häckselmaschine; man schneidet etwas kaput, — fort, — weg, — heraus, in etwas herin, das geschlachtete Schwein auseinander, schn. die Kartoffeln in Stücker (Scheiben, Dalern), die Bohnen in Döbbelcher; man schneidet eine Kerbe ins Holz; Gras, Getreide wird mit der Sichel, Krumme geschnitten, aber auch gehauen, mit der Mähmaschine wird geschnitten u. gemäht, abgemacht; Getreide wird mit der halblangen Sichte gehauen (gesichtet), da sie geschwungen wird; Gras,

[Bd. 7, Sp. 1589]
Getreide wird mit der langen Sense gemäht u. geschnitten (s. Korn) [im SNfrk, Klevld wird Getreide gemäht, Gras geschnitten]. RA.: Et geiht fort es geschniəm Brot verkauft sich gut MülhRuhr, Nfrk, Rip. Getällt (gezähltes) Geld on geschniə Bruət es rif (leicht weggehendes) Eəte Heinsb (s. weiter bei Brot). Dönn geschnidden on decke geschmert es der schluchigen Schnauze jet wert Altk-Birken. Stell die Ledder (Leiter) an de Wand, holl dat Metzer an de Hand, schnegg en decken Gref (Griebe), dat de Korf iwerläft (überläuft) aus einem Heischelied Prüm-Philippsw. Wenn de Strotumer (Kref-Stratum) Schinke schn., modde de Gellper (Gellep) Honger liən Kref. Speck schn. einen flachen Stein so über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft Lennep-Elbringhsn (s. auch Brot, Wasser schn.). Eich han dem emol de Bire geschnit die Wahrheit gesagt Trier. Du häs widder (das Gemüse) geschnedde, dat en Koh et der andere recke (reichen) kann MülhRh-Heumar. Et (der Stoff) as eso geschniden, et muss och eso geneht gön wie vorbereitet, so auch durchgeführt Trier-Mehring, Wermelsk. Us dem Werrer (stürmischen Wetter) ka mer zwei schn. Siegld. Dem han ich es (einmal) de Hor (de Bart) geschnidde ihm die Wahrheit gesagt Sieg, Allg. (s. Haar, Bart). Enge der Stutz schn. ihn übervorteilen Aach. Dem han se Trappe (Treppe) geschnedden die Haare ungleichmässig geschnitten Rip, Nfrk. Wann duht de Kaiser de Kapp ab? Wann e de Hor geschnid kriet Simm-Reich. Dem mott mer de Flügele (Nägel) schn. ihn kurz halten MGladb, Allg. Schnit mech wie ene Steck, da waəss (wachse) ich wie ene Geck sagt die Dornhecke Eup. De geht Widdsen (Weiden) schn. macht sich aus dem Staube Geld-Nieukerk. An de nächste Hegge schneid mer de beste Stecke bei der Wahl der Frau soll man in der Heimat bleiben Kreuzn. Mer geh schn. im Frühjahr die alten Reben am Weinstock entfernen; der Weinstock of Aue, of Käpp (Köpfe) schn.; es werden Zappe (Zapfen) mit 1—2 Augen oder Käpp mit 3—4 A. oder Bogreben (Biglicker) geschnitten; mer gehn kohl (kahl) schn. Mos, Allg. im Weinbaugeb. Einen Baumstamm en Träve schn.; die Fassdauben rumschn. deren Köpfe abschn. Mos, Allg.; Leisten in Verstek schn. winkelig schn. Klev. Der schnitt et Brett, wo et am dönnsten es drückt sich vor der Arbeit Gummb. Dat es nit et rechte Holz, för Bilder drus zo schn. der Kerl taugt zu der Aufgabe nicht Köln-Stdt. An dem Holz möch (möchte) ich nüs (nichts) ze schn. han mit dem Menschen möchte ich nichts zu tun haben Schleid-Udenbreth. Die sen ut et selve Hot (Holz) geschniə von derselben Art SNfrk, Allg. Ech ben och net ut en dänne Boərd geschniə nicht gefühllos Kemp-STönis. Sech en Kerf (Kerbe) en't Uahr (Ohr) schn. sich etwas merken Elbf. Van anger Löcks (Leuten) Ledder es got Reme schn. Rip, Allg. Dat (Mädchen) moss Tubak schn. es bleibt beim Tanze zurück Zell-Briedel. Esu kalt wie geschniəden Eis Prüm. Esu rut (rot) wie geschnedde Blot (Blut) MüEif. Ich kann et mir doch net us de Rebbe (Rippen) schn.

[Bd. 7, Sp. 1590]
ich habe das Geld nicht Rip, Allg. Der Newel (Luft) es sud eck, mer kann en schn.; dat es en Kaffi (so stark), den kammer schn. Mosfrk, Allg. — Eich hon em de Gerscht (Gerste) geschnit ihm die Wahrheit gesagt; haschte schonn de G. g.? beim Geschäft gut abgeschnitten Rhfrk. Wann et Kor (Korn, Roggen) zeidig es, muss mer et schn man soll nicht die Gelegenheit verpassen Saarl. Se Elzert (Bernk-Elzerath) schn. se grein (grün) de Wäss (Weizen), en Meərtsched (Merschd) weren de Katze gefress Neckspr. Sech et Gras enner de Fiss (Füssen) ewegschn. lossen seinen Vorteil nicht zu wahren wissen Bitb. — Sonst technisch; absol. Bleche auf Länge schn., in der Sägenschmiederei Remschd; absol. u. den Mühlstein schn., die sogen. Schneckkant, die Rippen auf der Fläche des Steines, mit der Bille hauen, schärfen Sieg. Schiefer schn., in Einzelplatten zerlegen; de Gongk es geschniden die Seiten- u. die Deckenwand des Schieferstollens ist gleichmässig bearbeitet Mayf; die Grawe (Entwässerungsgräben in der Wiese) were geschnid (ausgestochen) Hunsr (sonst stechen), Trier-Conz, Wittl-Reil, Zell; dran schn. am Zeug, dranlassen, wenn daraus etwas (Ärmel-, Rockschnitte) zum Nähen geschnitten wird; den Kleərrock an de Talje dr. Gummb-Berghsn. — c. einen Menschen, ein Tier schn. α. von (aus) etwas losschn.; ech schn. mech los gesagt von dem, der bei einer Schlägerei ins Gedränge gerät, ich steche so lange um mich, bis ich herauskomme Altk-Birken; übertr. ene losschn. für jemand Schulden bezahlen, Bürgschaft leisten Rip, Allg. RA.: Du behangelst (-handelst) mek, äs wenn de mek vam Streck (Galgen) geschniəden hätts Elbf, Verbr. He es sinem Vader wie ut dem Geseit (Gesicht) geschniə er gleicht ihm MGladb, Allg.; et ös sei V. wie aus den Awe (Augen) geschniden Mosfrk, Rhfrk, Berg. — β. einen, sich schn., mit einem Schneidwerkzeuge verletzen; he hät mech geschnidde; ech han mech möt (an) dem Metz g., su scharf ös et; sech en de Fenger schn Rip, Allg. Soss en Frau em Keller, wor am Eərpel (Kartoffeln) schelle, schnick sech en de Domme (Daumen), do fängk der an ze bromme Sieg-Meind. So geht et en der Welt, wenn mer E. sch., dann schnitt me sek en den Dumen, dann krit me leckere Prumen (Pflaumen) Berg, — Fenger, dann geht men nor Frauw Denger, en Läppke öm de Fenger. Summ, s., s., schniə dech net en der Dumm, schn. dech net en der klene Fenger, dat donnt bloss de klene Kenger (Kinder), s., s., s., schn. dech net en der D.! Kemp-Breyell. Wenn ich mich en de Fenger schneck, dann schreie ich »au wih«, dann drieh (drehe) ich mich e Läppche dröm, dann deht et net mih wih! Dür-Girbelsr. Die Mau (Ärmel) schneck mich en de Ärm sie ist zu enge Rip, Allg. — γ. einen u. an einem schn., operieren; der Dokter schneck gern; de Döktersch han an em erömgeschnidde Rip, Allg.; einem Kinde de Pocken schn. es impfen (s. Pocke). — δ. ein Tier kastrieren, einen entmannen Allg. RA.: E micht e Gesicht (so finster) wie e geschnidene Bock Mosfrk. He löppt as en geschnienen Hund Berg. Dat

[Bd. 7, Sp. 1591]
geht net, als we mer en Katz schneck, mer blös (bläst) er en et Louch (Loch) on löt (lässt) se lofe das ist keine Kleinigkeit Rheinb-Meckenh. Der unsittliche Mann muss geschnid were Hunsr. — 2. übertr. a. etwas schn. α. in bestimmten Wend.: Gesechter (Fratze, Grimasse) schn. Grimassen schn.; en Gesech schn. das Gesicht verziehen; au (alte) Ape (en alde Ratt) kann me geng Gesechter schn. liəhre einem Alten kann man nichts vormachen, da er es schon besser kann Rip, Allg. En paar Auen schn. wie en Kalf grosse Augen machen; Knäf (Knäufe) schn. dass.; e Poor Kleckerten schn. dass.; äm e Poar Ogen schn. ihn warnend oder strafend ansehen Mosfrk; et Kend schneid e Scheppche verzieht schmollend den Mund Birkf; der schneck er ävver en dass. Dür-Nothbg. Plän schn. dumme Pläne vortragen Rheinb-Kirchh; kahl (kahle) Pl. schn. Neuw-Breitschd. He hät der Fompert geschniə aufgeschnitten, gelogen Kemp-Boish. Ener (enem) de Kur schn. wie nhd. Rip, Eup. Änem de Flabbes schn. einen Verweis erteilen Koch-Lutzerath, — de Topert schn. Trier, Bitb, Wittl; äm de Fast (Furz) schn. ihm den Übermut austreiben Bitb-Geichl; he het de Schnobben (Schnupfen) geschniən kreən ist für seinen Vorwitz bestraft Gummb-Nümbrecht. — β. de Kiəhr (Wegebiegung) tu scharp schn. mit einem Fahrzeuge nehmen Gummb. — γ. Wengd schn. prahlen Gummb-Lobschd. — δ. in der Wend.: Dem hät et ävver geschnedde er hat viel im Spiel gewonnen Rheinb-Wald. — ε. sich romschn. wie e Bret (Brett) sich sehr gut umwenden lassen, vom Pfluge Bitb-NWeis. — b. einen schn. α. einen schmerzen; dat schniət mich (mir) dor et Lif tat mir sehr weh (seelisch) Kemp, Allg.; der Wengk (Wind) schneck enem en et Gesech Rip, Allg.; wie schnitt et mich! ich habe Ekel davor Geld. — β. einen nicht beachten, nicht grüssen Allg. nach dem Nhd. — γ. einen übervorteilen, betrügen, ihm zuviel abfordern; der schneid se och, wo er kann; den as geschnide gen Mosfrk, Allg.; die hong (haben) geschnidd krien Wend. RA.: Den hant se geschniəden ohne Metz (Messer) Elbf; de schnitt se oəhne Schiər (Schere) Erk-Bellinghv; Börg bliwe, dat es nit schlemm, sät de Frau, mär dat Schn. düht so weh Mörs-Rheinbg. — Lügen; de het et Schn. erüs; dat elo es geschnidde Daun-Auel, Merz-Erbring. — δ. einen, sich auffällig kleiden; der schneck ävver wedder; wat der en schneid! Altk-Herdrf, Sieg-Lohmar; kik ens, wat de öhm schnitt Kemp-Bistard, Mörs. RA.: Van buten (aussen) schnitt hei öhm on van bennen (innen) hät hei nit en ganz Hemd an! Mörs. — De Feger schn. sich gross aufspielen Sieg-ODollend. — Schnire ha Bauchgrimmen Siegld. — ε. sich schn., sich täuschen, irren; de wirscht dich schen schn.!; do hott eich mech ebbes geschnide Rhfrk, Allg.; do han ech mech ävver fies geschnidde; schneck dech eckersch (nur) net!, auch du wiərsch dech noch en de Fenger schn. Rip, Allg., — en de Zong (Zunge) schn. Aach-Breinig. Sich a (in) sein eige Flesch schn. sich selbst schädigen Bitb, Allg. — De es geschnidde verlegen, zahm, ruhig Kobl-Güls,

[Bd. 7, Sp. 1592]
Dür-Grevbr. RA.: Wenn de gehirot es, es he geschniə on hel (heil) Grevbr-Jackerath. — ζ. sich schn., Winde ablassen, furzen Altk, Siegld. — Abl.: die Schneiderei, dat Geschneid(s).

ab- schneiden: 1. etwas, einen a., wie nhd. RA.: Der schneck unge (unten) af on setz ovve wedder dran hält sich mit Mühe, Schulden bezahlend, über Wasser Sieg; de Sack bowen a. on onder dermet flecken Mörs. Schneid em de Hals af! Mosfrk, Allg. We sich sing Nas afschnick, de verschängeliert(schimfērt Trier) (verunstaltet) sin Angesech wer über seine eigenen Angehörigen schimpft Trier, Köln, Rip, Berg, Eup, SNfrk (s. Nase). De süht us, als wann e vum Galgen afgeschnedde wör Köln, Allg. Iəhrlech währt et längst, sät de Winwiərt, du schniəten se em de Wasserleitung af Heinsb. Mess hundert mol, ävver schnick nor eimol af sei ehrlich im Messen Köln-Stdt. Drimol afgeschniə on noch te kort (kurz) SNfrk, Sieg, Allg. — 2. übertr. a. bezahlen, blechen (derber Ausdr.) Bitb-Dudeld, Wittl-Binsf, Eup, Aach, Bergh-Blatzh, MGladb, uWupper, SSol. — b. de kreg se vam Vatter afgeschniden er bekam Prügel Wermelsk. — c. de hät got (net got, schlech) afgeschnidde keinen Erfolg, bes. bei einer Prüfung, einem Wettbewerb gehabt, nach dem Nhd. Rip, Allg. — d. imperat. nik af hör auf! Köln-Stdt. Abschneids-metz āfneitsmęs Messer zum Abschn. der beiden Winkelenden, die aus der Form hervorstehen, bei der Zigarrenherstellung Kobl-Bendrf.an -schneiden: 1. Brot, Kuchen, Schinken, Braten, Wurst udgl. a., wie nhd. Allg. RA.: De Kok (Kuchen) es angeschneə die erste Tochter hat sich verlobt Kref. Wer de Botter anschnitt, es met dem Hiroden an der Reih (oder mott noch sibbe Johr waren) Berg, Allg. Schneck en an! trinke an, beim gemeinschaftlichen Schnapstrinken Neuw-Notschd. — 2. der Hund schneid an beisst ein erlegtes Wild an Altk-Birnb. auf -schneiden: 1.a. Brot, Wurst a., ein ganzes Brot (W.) wie nhd. Worum schneid mer dat Brot uf? Wenn e Schlissel dron wär, däht mer et ufdricken Bernk-Wederath. — b. ein Geschwür a., wie nhd., einen, einem den Bauch a., operieren Allg. — c. eine Kordel, einen Sack, Pack, Brief udgl. a., durch Schn. öffnen Allg. [eine verschlossene Sache oəpəschn. im nfrk. oəpen-Geb.] — 2. übertr. Erlogenes erzählen, lügen, prahlen; der schneck gern op; dat es opgeschnedde; den han se noch ens (en) opg. Rip, Allg.  PfWB aus -schneiden: etwas a., z. B. einen Bilderbogen a., ein Bild aus einer Zeitung a. (eine Notiz wird aus der Z. herausgeschnid); den Pferdehuf, den Krebs am Baume a. Allg.; absol. u. den Weinstock a., von überflüssigen Rebzweigen befreien Koch.; dat Kled es (am Hals) ze weck (weit) usjeschnedde; die dreht (hät) en usg. Kled; se es (def) usg. Rip, Allg.; enen Utgeschniəne kleiner Papierdrachen Kref.be -schneiden: 1. etwas b., einen Baum, Huf, die Nägel, ein männl. Tier b. (kastrieren) Allg., dafür mehr das Simpl.; de Benn (Bäjje) b. den Bienen Honig wegnehmen (veralt.); man entnahm den H., indem man den unteren Teil der Waben in den Bickern abschnitt Siegld. —

[Bd. 7, Sp. 1593]
2. einen b., übervorteilen, betrügen; der Jödd beschneckt seng Löck (Leute), wann se noch klen sen, on anger L., wann se gruss sen Schleid-Hellenth.  PfWB durch -schneiden: etwas d., wie nhd. ebbes in der Mitt d. Rhfrk, Allg.; en Brett den kūərte (kurzen) Weig d. der Breite nach Sieg. RA.: Men mott mar net blü (blöde) sin, sät Ülespegel, du schniət er sech der Kok (Kuchen) half duər Heinsb.ein -schneiden: 1.a. wie nhd.; zieh nit so fest zu, sust duht de Farem jo inschn.; de Wiesbam es vor egeschnidd Rhfrk, Allg. — b. Kohl, Gemüse e., in den Topf, in die Einmachtonne Rhfrk, Mosfrk. Schneid Weck in! Nachahmung des Dreidreschertaktes Simm-Riegenr; dau Deckkopp, schn. Sopp an (ein); wen esst se, dau D.? Trier-Welschbillig. — 2. dat Ingeschnej edles Eingeweide des Schlachttieres Geld-Kervenh Mörs-Birten, Klev; det Egeschnē Runkeln-, Rübenstücke in der Viehsaufe Siegld-Dreisb. ver -schneiden: 1.a. etwas v., in kleine Stücke schn. Rhfrk. RA.: Der hot meh se v. wie dau er besitzt mehr als du Saarl-Pachten. — b. die ganz Hand horre sich verschnid zerschnitten Rhfrk. — c. einen Stoff (Kleid) v., beim Schn. verderben Allg. — 2. sich v., falsch schn. Allg.  PfWB vor -schneiden: 1. einem Speisen v., zu Portionen vorschn. Allg. RA.: Fürgeschniən Brot es bal op Gummb. — 2. übertr. einen v., ihm räumlich oder zeitlich zuvorkommen, ihm den Weg abschn.; eich hun e fiərschniden Bitb, Prüm. zer -schneiden: 1. etwas z., in Stücke schn. Allg. (nicht Rhfrk, wo ver-). — 2. einen, sich z., durch Schn. verletzen Allg. (Rhfrk ver-).  PfWB zu -schneiden: 1. einen Stoff zu einem Kleide, Leder zu Schuhen z., wie nhd. Allg. — 2. drauflosschn.; schneck zo! Rip, Allg.

Schneid-apfel -ap- Rheinb m.: A.sorte, Grünapfel mit scharfen Kanten. Schneid-back Geld, Mörs, Klev, Rees m.: Gerät zum Häcksel, Stroh, Bohnen, Rübstiel schneiden, bes. Futterschneidemaschine, Häckselbank mit Back (Kasten, in dem das zu schneidende Stroh liegt), Mess (Messer), Wipp (die das M. hinaufhebt), Trej (Trete), Stokert (Stochert; zum Nachschieben des Strohs), Spanntau. RA.: Hej hät Ben as ene Schn. O-Beine Klev-Asperden. Schneid-backe Sol f.: Greifteil an Zange und Schraubstock, eigentlich Beck, ferner Eisenstück in der Schneidkluppe, das die Gewinde einschneidet. PfWB  LothWB Schneid-bank (s. S.) f.: 1.a. -back, Häckselbank Kreuzn, Bernk-Hunolst, Kobl, May, Westerw, Sieg, MülhRh, OBerg, Eusk, Bo, Heinsb, Ess; Teile: Bank, Schnickmetz, Trettholz, Schwengel, Schwungkrot (-rute), Stochholz so MülhRh-BGladb; Bank (Lade), Metz, Treərspon (auf dem Kolwen liegend), Schwickru (-rute), Schuwtung (Schiebezunge) Gummb-Berghsn. — b. Gerät des Holzarbeiters, eine Art Hobelbank zum Anfertigen der notwendigen Geräte; sie besteht aus einer roh gezimmerten, langen, schmalen Bank, deren Beine aus vier runden Pfosten, sog. Stempeln, bestehen. In der Mitte der Sitzplatte ist ein länglich-schmales, rechteckiges Loch eingeschnitten; quer durch die Sitzplatte ist ein ziemlich dicker Stab aus festem, zähem Holz (Eichenholz) oder Eisen so

[Bd. 7, Sp. 1594]
eingelassen, dass er das rechteckige Loch, u. zwar in dessen Mitte, durchquert; dieser Stab dient als Achse für eine ziemlich dicke u. etwa 20 cm breite Bohle, die unterseits nicht ganz bis auf den Erdboden reicht und etwa ebensolang über die Sitzplatte hinausragt; am unteren Ende ist im rechten Winkel dazu, und zwar nach vorn 15—20 cm vorragend, ein Brett fest eingefügt, der sog. fūs; am oberen Ende der Bohle ist dagegen ein kopfförmiger Klotz fest aufgesetzt; es ist also oben wie ein Kopf halbkugelig geformt, während seine waagerechte Unterfläche so gegen die Bohle vorspringt wie das menschliche Kinn gegen den Hals. Dieser Kopf wird durchweg der neidbankskob genannt; tritt der Arbeiter, der sich rittlings über die Bank vor das rechteckige Loch setzt, mit einem Fuss auf das Fussbrett der Bohle, so weicht diese in ihrem unteren Teil nach hinten zurück; dadurch aber neigt sich der Kopf der Bohle, die als ein zweiarmiger Hebel wirkt, nach vorn, dem Arbeiter zu; zwischen letzterem und der Bohle ist jedoch auf der Sitzplatte ein kleiner Aufbau befestigt, dessen obere Platte nicht ganz bis an den Schneidbankskopf heranreicht. Wird dieser in der erwähnten Weise weit genug vorgedrückt, so kommt er mit seinem vorderen Rand auf die Platte des Aufbaues fest aufzuliegen; das zu bearbeitende Holz, etwa ein Schippen- oder Spatenstiel oder die Speichen oder Felgen eines Rades udgl., werden zwischen Kopf und Platte des Aufbaues so eingeklemmt und dadurch festgehalten, dass man sie bequem mit dem Messer bearbeiten kann Rhfrk, Mosfrk, Rip. — 2. übertr. eine Bank oder auch ein Baumstamm vor dem Hause, auf welchen sich abends die Nachbarn zum Plaudern setzen Bernk-Neumag.  PfWB Schneid-bankskopf (s. S.) Rhfrk, Mosfrk m.: 1. K. an der Schn.bank 1 b, zum Festhalten des zu bearbeitenden Holzes. — 2. übertr. verächtl. a. er hot e Schn. einen aussergewöhnlich dicken, eckigen Schädel mit stark entwickeltem Hinterkopf, hervorstehender Stirn u. einen eigensinnigen K. Allg. — b. sehr eigensinniger Starrkopf Allg. — c. -kęp Pl. α. Mitglieder des Gemeinderates, die zu allem »ja« sagen Allg. — β. Neckn. derer von Simm-Rohrb. Schneid-banks-schwelles Merz m.: verächtl. dicker Kopf. Schneid-banks-stahlen Wippf Pl.: Stempel der Schn.bank 1 a. Schneid-beissel Sol m.: Beissel mit scharfer Schneide zur Bearbeitung harter Gegenstände. PfWB Schneid-bock Siegld, OBerg m.: Gestell, auf dem der Zimmermann einen Baumstamm zu Balken zersägt, auch Dillenschn. Schneid-bohnen (s. S.) Mosfrk, Jül, Aach, Eup, Mörs, Emmerich; -idχəs- Saarbr-Rentrisch Pl.: Stangenbohnen, die in Würfel geschnitten werden. Schneid-brett (s. S.) Verbr. n.: Br., auf dem der Schuster das Leder zuschneidet. Schneid-beutel -ęidəbairə uNahe m.: Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris. Schneid-eis = Glatteis s. Schmied-.