Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Schnaraffel bis Schnärpelte (Bd. 7, Sp. 1553 bis 1554)
 
  PfWB  ElsWB Schnaraffel  Rhfrk in Simm-Sabershsn, Goar u. Kobl-Waldesch f.: 1. verächtl. Maulwerk Sg. t.; dem sei Schn. kann net stell stehn.2. -əl, Pl. -ələ Viel- u. Schnellschwätzerin.

schnaraffeln -fələ  ebd. schw.: verächtl. viel u. schnell schwätzen. — Abl.: die Schnaraffel(er)ei, dat Geschnaraffel, der Schnaraffeler.
 
 
schnärbeln -ę·r.w-, eine Weiterbildung zu schnarren NBerg in Elbf, Mettm-Velbert schw.: verächtl. viel u. schnell schwätzen. — Abl.: die Schnärwel(er)ei, dat Geschnärwel, der Schnärweler.

Schnärbelte -wəltə, Pl. -tən ebd. f.: verächtl. 1. Sg. t. Maulwerk. — 2. Klatschbase.

Schnärch -ę- = Schwiegertochter s. Schnur.
 
 
 PfWB  ElsWB schnarchen in echter MA. Rhfrk, Mosfrk schnarksen, Rip, Nfrk schnorken, schnorksen, –ö-; doch dringt nhd. -areχə(n) schon stark durch. [Siegld -arχ-, südl. -ā-; Eiserf Gosenb -ārk-; Eusk-Friesh -rəχ-; uWupp, MülhRh-Bensbg -ǫrək- u. -ǫrəχ-; Mörs-Xanten -rk- u. -rχ-, Merz-Krettnich -arəgs- u. -arχs-; Jül-Aldenhv, Kref-Traar -ārk-] schw.: nach dem Nhd. — Dat Geschnariəlts Bitb-Speicher.

an- schnarchen --: anschreien, anfahren Mörs-Xanten.

schnarern -ā- = schnattern s. schnaddern.
 
 
schnärfen -ęrf- Siegld schw.: verschnaufen, rasten. — Abl.: die Schnärferei, dat Geschnärfe.
 
 
Schnargel-risser -a·r.jəlresər Koch-Bruttig m.: Witzbold.
 
 
Schnark, Schnärke (zu schnarken = schnarchen) m., f.: 1. -arək m. u. -ęrək, Pl. -kə f. der elastische Teil der Tabakpfeife zwischen Spitze u. Rohr Eup. — 2. f.: a. -ęrkə, Pl. -kən Misteldrossel uWupp 1870. — b. -ęrək, Pl. -kə schnippiges, freches Mädchen Grevbr-Wickr, Heinsb-Dremmen. — Geschnärks Knochen, Nasenbein Wittl-Binsf.

Schnarkel -arg-, Pl. -əln Merz-Becking m.: Rotzfaden, Nasenpopel.

Schnärkel-mächer -ęrgəl- Saarbr-Nassw; -ęgələ- Wend-OReidenb m.: Witzbold; s. Schnargelrisser.

Schnärkel -ę- = Schnörkel II (s. d.).
 
 
schnärken das Wort, fläm. snerken, ist als -ęrək- LRip in Eusk, Schleid, Aach, Jül, Dür, Bergh-Blatzh, Köln-Stdt, dann in Eup, in Geilk, Heinsb, MGladb, Erk-Körrenz Rurich verbr. [--

[Bd. 7, Sp. 1554]
Monsch, Eusk-Eschw Schwerfen, Köln-Stdt (u. -y-, –ę-), Bergh-Bedbg, Jül hier u. da; -i- Heinsb-Süsterseel, MGladb] schw.: versengen, leicht anbrennen, verkohlen, nur von Stoffen, Haaren, so dass es muffig qualmt, riecht; et schnärk(t) es riecht, wie wenn Stoffteile dem Feuer zu nahe gekommen wären; et rücht, als wa jet am Schn. wiər; ming Botz (Hose) ös am Schn.; de Hor (Kleder) schn. — Abl.: die Schnärkerei, dat Geschnärk(s).

an- schnärken: leicht anbrennen Allg.ver -schnärken: versengen; du has de Weisch (Wäsche) ze noh a je Für gehänge, de ös ganz verschnärk(t); die Kleder v. am Ovve; sech de Bockse am O. v. Allg.

Schnärke -ęrək, Pl. -kə Köln-Widdersd f.: verkohltes Ende des Dochtes.

schnärksen -ęrəks- Daun-Wiesbaum, Rheinb-NKastenholz schw.: schnärken, auch ver-.
 
 
schnarksen das Wort ist Rhfrk, Mosfrk an der Saar, Mos, in May, Aden-Antw, Schleid-Nöthen, Neuw-Datzeroth, Köln-Stdt, n. davon schnork(s)en (WEif runken; schnorksen hier »räuspernd auswerfen«), u. zwar -arĭgs, –arəgs- [Saarbr -arəgs- u. -āăgs-; Nahe -ārəgs-, -āgsə; Hunsr u. vielfach Koch -ārĭgs; Saarbg-Wehing -ęr(ə)gs-] schw.: 1. schnarchen, beim Schlafen; den schnarkst, en sägt e Knuden (Knoten) dorch, — hat e Kn. am (im) Bret, — duht Bord schneire Allg. RA.: Er schnarkst wie e Lokomotiv Birkf, — e Sämaschin (Säge-) Saarbr-Krughütte. Holzpitter, Jickjackschnider, schneid et Holz em Boəcht (Stalle) durch de ganze Noəcht! Spottr. hinter einem, der viel schnarcht Koch-Lutzerath. — 2. von andern Lauten. a. röcheln Allg. (auch Prüm-Rommersh). — b. grunzen, vom Schwein Schleid-Ripsd (abseits). — c. das R schnarrend sprechen Bernk-Zelting; durch die Nase spr. Rheinb (abseits). — d. knurren, vom Magen Saarbr-Völkl. — e. de Peif schnarkst die versuderte Tabakpfeife schnurrt Allg. — f. sich unter Geräusch schnell bewegen, von Dingen u. Menschen Koch-Poltersd. — Abl.: die Schnarkserei, dat Geschnarks, der Schnarkser(t).

Schnarkse -ks, Pl. -gsə(n) Allg. f.: verächtl. die schnurrende versuderte Tabakspfeife.

schnarksig Bernk-Zelting, Rheinb Adv.: schn. schwätzen schnarksen 2 c.
 
 
Schnärpe -ęrp, Pl. -pə (Weiterbildung zu schnarven, vgl. ndl. snerpen) Nfrk in Mörs, Geld, Heinsb f.: 1. geschwätziges Weib Mörs, Geld. — 2. vorlautes, schnippisches Mädchen Allg. S. Schnirpe.

schnärpe(l)n -ęrp- Barm (s. schnärbeln), Mettm schw.: schnell, viel, gehaltlos, ungebührlich schwatzen, bes. von Frauen, Mädchen. — Abl.: die Schnärpel(er)ei, dat Geschnärpel(s).

nach- schnärpe(l)n nōnęrpən Mettm-Stdt: spottend nachschwätzen.

Schnärpelte -tə, Pl. -tən ebd. f.: verächtl. Weib, Mädchen, das schnärpelt.