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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schnak bis Schnakenfutz (Bd. 7, Sp. 1537 bis 1539)
 
 Schnak diese Gruppe, ndl., nd. snaak, mnd, mndl. snack, ist in unserm Geb. folgendermassen verbr. α. -āk, –ā:- m. »Schnurre« nur noch selten, Nfrk, Köln-Stdt; -ākən Sg. u. Pl. Gummb-Berghsn; β. dass. m. »Witzbold« Nfrk, Rip; γ. -k, –:- f. »Schnurre« WEif; δ. in den Zs. Schnakenfänger, –mächer m. usf. »Witzbold« n. einschl. Mos, Westerw, auch in Geb., wo das Simpl. nicht vorkommt.

[Bd. 7, Sp. 1538]
— Geb. α., β. m.: 1. -āk Klevld; -ā:- SNfrk; -āk, –ā:- NBerg [-ā:- u. -- Düss-Unterb; -ō-, Pl. -kə Gummb-Berghsn; dann noch -ā:kən Pl. MülhRh-UEschb, Altk-Michelb; -ǫ- Sieg-Fussh], meist Pl. -kə(n) Schwank, Anekdote, drolliger Einfall, Ulkerei, Fopperei, Schnurre, Witz harmloser Art; ek sall öm es (einmal) ene Schn. spöle ihn foppen Klevld; ene Schn., meist Schn.ə vertälle, make Allg.; Schnuəterschn. läppischer Witz Heinsb. — 2. -āk, –ā:-, Pl. -kə(n) einer, der gerne foppt (meist nur von Frauen) Klevld; harmloser Schalk, Witzbold, Schnurrenmacher, Spassvogel, zu lustigen Streichen geneigt, mit Mutterwitz begabt Klevld, SNfrk, Eup, Aach-Merkst Stdt, Jül-Inden Linnich, Dür-Stdt, Monsch-Stdt, Sieg-Honnef, Gummb-Stdt, Remschd; jo, den es enen Schn., den hät et achter de Ohren Klev, Allg.; hei hät de Schn. in de Nack sette Mörs, Allg. [Knabe, zu Streichen geneigt, von 12—15 Jahren Heinsb-Breberen].

Schnake -k, –:k, Pl. -gən Saarbr-Stdt, Trier, Wittl, Bitb, Daun, Prüm, Malm-Vith, Schleid-Baasem, Kobl-Stdt, Bernk-Crummenau f.: Schnack 1; Schn.ə verzählen, — machen, — reissen. RA.: Man tut (erhält) etwas fir en Schn. on en schef (schiefes) Maul gegen geringstes Entgelt Prüm-Ihren.

Schnaken-fänger -gə- Merz-Bergen; -:kə- Schleid-Lommersd Schmidth, Ahrw-Sinzig, Eusk, Rheinb, Köln-Braunsf Frechen Weiss, Bergh-Glesch Heppend, Sieg-Ägid ODollend Siegbg, MülhRh-BGladb; -ākə-, –ā:kə- Ahrw, Bo, Köln, Bergh, Dür, Sieg, MülhRh, Sol, Mettm, Düss m.: scherzh. harmloser Possenreisser, Witzbold. Schnaken-fresser -gə- May-Stdt m.: dass. Schnaken-geck ebd. m.: dass. Schnaken-krämer -gəgrī:mər Saarbg-Serrig, Bitb m.: dass. Schnaken-mächer -gə- Verbr. wie Schnake Malm, Schleid, May-Hatzenport NMendig, Ahrw-Neuenahr, Neuw-Datzeroth Marienbg Steimel, Bergh-Kerpen, MülhRh-BGladb; -ā:kə- Bergh, Dür, Grevbr, Neuss, MGladb, Heinsb, Gummb, NBerg; -- Altk-Hilgenr Mehren OIngelb; -ǫkə- Sieg-Fussh m.: dass. Schnaken-reisser, Schnaken-risser -gəre(i)sər Koch, Kobl, May-Kollig Stdt m.: dass. Schnaken-schnüsse -ā:kənys Bergh-Hüchelhv f.: verächtl. Mund mit Hängelippe. Schnaken-sonntag -ākəzundāx Ess-Byfang m.: S. nach Fastnacht. Schnaken-stück -ā:kətøk, –āk- n.: scherzh. Posse, Witz, lustige Erzählung Aach-Stdt.

schnaken -āk- selten Gummb-Berghsn, Köln-Stdt, Elbf, Mörs-Asbg schw.: 1. Possen treiben, Schnurren erzählen. — 2.a. -ak- lügen (harmlos) MGladb-Rheind. — b. -āk- hörbar kauen; schn. wie Pogge (Schweine) Emmerich u. Köln-Brauw. — Abl.: die Schnakerei (dies auch Heinsb, Aach-Stdt, Köln-Stdt).

an- schnaken: jem. anführen Klev-Kalkar.

Schnak-kall -ak- MGladb-Rheind m.: verächtl. Lüge. Schnak-kopf -kǫp ebd. m.: verächtl. Lügner.

Schnaker(t) m.: 1. -kər Sg. u. Pl. Spassmacher

[Bd. 7, Sp. 1539]
Malm-Vith; -a- Gummb-Osbghsn; -gərt, Pl. -dən Bitb-Wallend Wiersd; -:k-, Pl. -tə Rheinb-Flamersh. — 2. -gərt, Pl. -dən Schmierfink Wittl-Meerf.

 PfWB Schnakes I -ā:kəs, Pl. -əsə Monsch-Witzerath m.: verächtl. einer, der grob ist u. dabei alles spricht, was er denkt.

 PfWB  ElsWB  LothWB Schnakes II -gəs Kreuzn-Warmsr Sg. t. m.: Anekdote, Scherz, Witz.

schnakig Adj.: 1. -g- voller lustiger Streiche, witzig Bitb, Prüm; -ā:k- Köln-Stdt, Kemp; -āk- Ess; -a- Mörs-Veen. — 2. -g- schmierig Wittl-Meerf.

Schnake I s. o. bei Schnak.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Schnake II das Wort, auf snake zurückgehend, ist als -g, Pl. -gə Rhfrk u. als -:k, Pl. -gə(n) Mosfrk an der Saar, Trier-Hochw Stdt, Wittl-Binsf, Prüm-Mürlenb 1860, Prüm-Ihren, Koch, Kobl, May, Neuw-Heimb Weis, dann Rip in Aden, uAhr, Bo-Poppelsd Beuel [-ǫ- Aden-Siebenb]; dann ist -ā:k, Pl. -kə noch im Rip hier u. da aus dem Nhd. entlehnt; -ākə, Pl. -kən OBerg f.: 1. langbeinige Fliege, Mücke, Pferdebremse, Stechmücke jeder Art (die Pferdebremse auch dick, gross, giftig Schn. Rhfrk; in Birkf-Fischb, Wend-Grünb Sienhachenb Wieselb auch die Stubenfliege, die sonst Rhfrk Mick heisst); es get e Gewidder, die Schn.ə sen so widig (wütend); de Schn.ə dowe (toben) su arg, es get e G. Rhfrk. RA.: Wenn de Schn.ə oweds danze, dann git's am annere Dag schen Were Simm, Allg. Wenn Lechtmess de Schn.ə d., kräucht de Fuchs noch sechs Woche en de Höll (Höhle) May. Wann em Januar de Schn.ə geije (geigen), messe se em März näs (noch einmal) schweije Trier-Mettnich. Wann us de Schn.ə kruche (kriechen) en de Bart, drage mer net vill Makriele (Fische) op de Mart (Markt) Bo-Beuel. Der lo (der Überkluge) hert de Schn.ən schwätzen Saarl-Wadgassen. Dar is grad so viel, wie wann e Wolf e Schn. frisst Simm-Horn. Der wäss, wei mər den Schn. də Zänn reppt (auszieht) der Überkluge Saarl-Diefflen. — 2.a. persönl. α. ein mit Ginster u. Blumen vermummtes Kind (die Pengstschn.), zu seiner Seite ein K. mit Blumen geschmückt als Engel; der Zug mit diesen geht dreimal um die Kirche u. dann durchs ganze Dorf Koch-Dohr. — β. verächtl. αα. Neckn. derer von Simm-Gödenr, Saarbr-Wehrden; W.ər Schn.ə mit de longe Hoke, mit de krumme Hickehacke, mit de dicke Arschbacke!ββ. hoch aufgeschossenes, hageres Weib, das körperlich wenig zu leisten vermag Saarbr, Trier-Mettnich, Simm, — b. sachl. Pl. Buchenreiser Saarbg-Orscholz, Bernk-Veldenz (-ǫ-).

 PfWB Schnaken-balsam -paltsəm uNahe, Simm-Laub m.: eine Minzenart, mentha aquatica u. pulegium. Schnaken-beiessen (-ragout) Koch-Lutzerath n.: in der ausweichenden Antw. auf die Frage: was haben wir gekocht? Häringskäpp (-köpfe) un Schn. PfWB Schnaken-fänger Kreuzn m.: der graue Fliegenschnäpper, der Vogel. PfWB Schnaken-futz Simm-Laub f.: in der scherzh. RA.: De duht en Schn. iwer en Bauchbit

[Bd. 7, Sp. 1540]
(Waschbütte) spanne er macht Unmögliches möglich, von einem übergeschickten Menschen.