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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schnake II bis Schnal I (Bd. 7, Sp. 1539 bis 1540)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Schnake II das Wort, auf snake zurückgehend, ist als -g, Pl. -gə Rhfrk u. als -:k, Pl. -gə(n) Mosfrk an der Saar, Trier-Hochw Stdt, Wittl-Binsf, Prüm-Mürlenb 1860, Prüm-Ihren, Koch, Kobl, May, Neuw-Heimb Weis, dann Rip in Aden, uAhr, Bo-Poppelsd Beuel [-ǫ- Aden-Siebenb]; dann ist -ā:k, Pl. -kə noch im Rip hier u. da aus dem Nhd. entlehnt; -ākə, Pl. -kən OBerg f.: 1. langbeinige Fliege, Mücke, Pferdebremse, Stechmücke jeder Art (die Pferdebremse auch dick, gross, giftig Schn. Rhfrk; in Birkf-Fischb, Wend-Grünb Sienhachenb Wieselb auch die Stubenfliege, die sonst Rhfrk Mick heisst); es get e Gewidder, die Schn.ə sen so widig (wütend); de Schn.ə dowe (toben) su arg, es get e G. Rhfrk. RA.: Wenn de Schn.ə oweds danze, dann git's am annere Dag schen Were Simm, Allg. Wenn Lechtmess de Schn.ə d., kräucht de Fuchs noch sechs Woche en de Höll (Höhle) May. Wann em Januar de Schn.ə geije (geigen), messe se em März näs (noch einmal) schweije Trier-Mettnich. Wann us de Schn.ə kruche (kriechen) en de Bart, drage mer net vill Makriele (Fische) op de Mart (Markt) Bo-Beuel. Der lo (der Überkluge) hert de Schn.ən schwätzen Saarl-Wadgassen. Dar is grad so viel, wie wann e Wolf e Schn. frisst Simm-Horn. Der wäss, wei mər den Schn. də Zänn reppt (auszieht) der Überkluge Saarl-Diefflen. — 2.a. persönl. α. ein mit Ginster u. Blumen vermummtes Kind (die Pengstschn.), zu seiner Seite ein K. mit Blumen geschmückt als Engel; der Zug mit diesen geht dreimal um die Kirche u. dann durchs ganze Dorf Koch-Dohr. — β. verächtl. αα. Neckn. derer von Simm-Gödenr, Saarbr-Wehrden; W.ər Schn.ə mit de longe Hoke, mit de krumme Hickehacke, mit de dicke Arschbacke!ββ. hoch aufgeschossenes, hageres Weib, das körperlich wenig zu leisten vermag Saarbr, Trier-Mettnich, Simm, — b. sachl. Pl. Buchenreiser Saarbg-Orscholz, Bernk-Veldenz (-ǫ-).

 PfWB Schnaken-balsam -paltsəm uNahe, Simm-Laub m.: eine Minzenart, mentha aquatica u. pulegium. Schnaken-beiessen (-ragout) Koch-Lutzerath n.: in der ausweichenden Antw. auf die Frage: was haben wir gekocht? Häringskäpp (-köpfe) un Schn. PfWB Schnaken-fänger Kreuzn m.: der graue Fliegenschnäpper, der Vogel. PfWB Schnaken-futz Simm-Laub f.: in der scherzh. RA.: De duht en Schn. iwer en Bauchbit

[Bd. 7, Sp. 1540]
(Waschbütte) spanne er macht Unmögliches möglich, von einem übergeschickten Menschen. Schnaken-häus-chen -χər Meis-Lauschd Pl.: breitblätteriger Wegerich plantago major. PfWB Schnaken-kappe -kap Rhfrk f.: Schutzgeflecht um den Kopf der Zugtiere. Schnaken-mulles -o- m.: verächtl. Neckn. für einen aus Simm-Riesw (Pl. -meləsər). Schnaken-netz Rhfrk n.: -kappe. Schnaken-palm Kreuzn, Simm-Laub m.: -balsam. PfWB Schnaken-suppe -sop May-Kollig f.: in der ausweichenden Antw. auf die Frage: was haben wir gekocht? Schn. on Meckebeiesse. PfWB Schnaken-stich Allg. n.: wie nhd. Schnaken-stock : -stkər Pl. verächtl. wadenlose Beine Ess-Werden.

Schnakel -:g-, Pl. -əln Merz f.: Schnake 1.

schnaken -:g- Merz-Haustdt schw.: den siebenzehnten Gang beim Fangsteinsp. spielen, wobei die in die Höhe geworfenen Steine sofort wie Schnaken gehascht, nicht erst nach fast beendetem Falle aufgefangen werden.

Schnakert -:gərt, Pl. -dən Trier-Braunshsn m.: verächtl. hoch aufgeschossener, hagerer Mann.

Schnakes m.: 1. -:gəs, Pl. -əsən verächtl. dass. Trier-Mettnich. — 2. Sg. t. Schnaken (s. d.), beim Fangsteinsp. Merz-Büschf.

schnakig 1. -ōg- schnell, hoch aufgeschossen Kreuzn-Hahnenb. — 2. -:g- überall gleich dick, z. B. von einem Baume, der nicht fest steht Trier-Mettnich.

schnaken I -ā- s. o. bei Schnak; schnaken II -:g- s. o. bei Schnake; schnaken III, schnäken -ā-, –- = naschen s. schnäuken; schnakig I -ā:k-, –ā- = witzig s. bei Schnak; schnakig II -:- s. o. bei Schnake; schnaksen -ā- = schnarchen s. schnarksen.

Schnal I -ā:- = Striemen s. bei Schnade;