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Rheinisches Wörterbuch 
 
schnack II bis Schnackenblatt (Bd. 7, Sp. 1527 bis 1530)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB schnack II das Wort (urkundl. schnacken heister MüEif 1665), zu schnacken (Ablaut schnicken, schnucken) »schnellen«, in ursprüngl. Bed. also »schnellend das Ziel erreichend«, ist Rip, Berg, SNfrk lrhn. n. einschl. NPrüm, Malm, Schleid, Daun-Wiesbaum, Aden, bis einschl. Geld-Straelen Sevelen Aldekerk, Mörs, rrhn. n. einschl. Neuw-Dattenbg, Sieg, berg. Süd-Grenze bis Wermelsk, Elbf, Sol u. Duisb allg. [südl. der Süd-Grenze abseits Daun-Strohn, Wittl-Binsf, Trier-Mehring (schn. richt), Goar-Lamschd (schn. weg), Neuw-Datzeroth, Altk-Bachenbg], u. zwar -a- [im snfrk. Trübungsgeb. -ǫ-] Adj., Adv.: 1. Adj. a. schlank, gerade gewachsen, aufrecht, stramm, von Menschen,

[Bd. 7, Sp. 1528]
Bäumen; ene schn.ə Jong; de Bom es (steht) schn.; do küt he met senge schn.ə Döchter Rip, Allg. RA.: Su schn. wie en Kerz, — en Pohl (Pfahl), — en Bunnegert Allg. We en schn.ə Frau wellt habbe, de geht mar (nur) na Moppe Tres (Therese); schn. send de Hosse (Strümpfe), kromp send de Ben! Kemp-AmernSAnton. — b. gerade, geradlinig, in gerader Richtung, im Gegens. zu krumm (daneben grad, strack); ene schn.ə Weg; en schn.ə Fur (Furche); ene schn.ə Strich (Schrom); ene schn.ə Bom (Ech, Gert); en schn.ə Büsch Strohbausch nach Flegeldrusch; en schn.ə Nas udgl. Allg.; en schn.ə Mess eine kurze Messe ohne Predigt Aach-Stdt; ene schn.ə Mann aufrechter, nicht heimtückischer M. Bergh; die schn.ə Zehn hat der, der beim Solospiel z. B. von Eckstein nur die Zehn hat Sieg-Felderhoferbrücke; der Schn. Waldschneise Geilk-Ütterath; mageres Stück Vieh Heinsb (o. O.); der Weg es schn. Allg.; der Rock ös schn. ohne Falten (u. so von jedem Kleidungsstück) Kemp. RA.: He lett (lässt) fönef schn. sen Aach-Berensbg (sonst grad). Schn. sen kein Geld haben Sieg-ODollend. De Bach schn. lege den Bachlauf regulieren Allg. Jet schn. mache gerade machen, ebnen Allg.; übertr. etwas (viel) verzehren Dür. He hät sech schn. gemat ist gestorben uWupp. — c. sachl. nə schnacke Plōg gerader eiserner Pflug Schleid-Nöthen. — 2. Adv. a. aufrecht; he es schn. gewasse; de Bom geht schn. en de Hüh; de Jong geht schün schn.; sech schn. (hin)setze Rip, Allg. RA.: He dangzt (tanzt) esu schn. äs we enne Kuhl (Kohl) Heinsb. Je mih mer de Katz strich (streicht), je schn.ər rech (richtet) se de Stetz (Sterz) Köln-Stdt. — b. geradlinig, nicht krumm; ühr mott schn. den Berg eropgohn; die Stross geht (löf) van he schn. bes no Kölle, — schn. an usem Dorf derlangs; et Feld schn. ege (eggen) usf. Rip, Allg. RA.: Et riss (reisst) em net schn. es geht nicht so, wie er wünscht MüEif. Alle schn. mech! Zuruf beim Klickersp.; dies ruft der Spieler, der zwei Klicker aus dem Einsatzkreise geschnellt hat u. nie zum Malstrich geht u. mit aller Macht weit über den Kreis hinausschnellt Grevbr-Hochneuk. Ech sag et em (em dat) schn. für de Schnute (de Schwart, de Schröm, de Bind, en et Gesech) sage es ihm ohne Umschweife gerade heraus, wie ich es meine Berg, Allg. A.: Wohin gehst du? B.: (ausweichend): Schn. de Nas (Stross) no Rip, Allg. — S. auch die Zs. schnackab, schnackauf, schnackaus, schnackherab usf. — c. -aks dicht dabei Duisb. — d. sofort, schnell; lop schn.; de es schn. ovven erut schnell beleidigt, — op der Start getreə Heinsb, Geilk; -ak u. -aks Eup.

schnack- in der Zs. mit andern Adv., wobei das zweite Adv. den Hauptton trägt : schnack-ab (s. S.) Allg.: 1. et rent (regnet) schn. in Strömen Jül, Erk. — 2. enem jet schn. sage ohne Umschweife, geradeheraus seine Meinung sagen; auch he es schn. kurz angebunden Allg.; ne Schn. ein grober Kerl Eusk-Zülpich. schnack-auf (s. S.): de Berg geht schn. gerade aus in die Höhe Allg. schnack-aus (s. S.): 1. geradeaus in der Richtung; gangk ens hondert

[Bd. 7, Sp. 1529]
Schrett schn.2. de es schn. sagt seine Meinung geradeheraus. schnack-durch (s. S.) Allg. geradedurch; gangk he schn.! schnack-fort Monsch, Schleid, Rheinb: 1. in gerader Richtung; all Säu secke (seichen) schn.2. gerade heraussprechend, offen seine Meinung äussernd, grob; he sät et enem schn. für de Schnüss; he es schn.; dat ös ene Schn. ein rücksichtslos redender Mensch, Grobian. schnack-herab (s. S.) Allg.: 1. von oben herab; et rent (regnet) schn. in Strömen Allg. — 2. he sät et enem schn. (för de Kopp) frei heraus, ohne Umschweife, in grober Weise; he ös schn. barsch; ene Schn. ein Grobian Monsch, Eusk, Rheinb. schnack-herauf (s. S.) Allg.: in gerader Richtung aufwärts steigend; der Weg geht schn. schnack-langs (s. S.) Allg.: immer geradeaus. schnack-richt -ī- Trier-Mehring: schnurgerade. schnack-weg -(ə)węχ (s. S.) Allg.: 1. etwas schn. schneiden, ganz wegschn.; schn. konn ungeschoren davonkommen. — 2.a. geradeaus; emmer schn.; der Weg geht schn. drop an.b. he es ömmer schn. sagt seine Meinung frei heraus; ech seit et öm schn. en't Gesech SNfrk, Allg. schnack-zu (s. S.) Monsch, Eup, Aach: 1.a. geradezu; schn. dörch e Feld gonn.b. frei heraus seine Meinung sagend; he sät et enem schn.; he äs ene Schn.2. sogleich, bald Eup.

schnack in der Verb. mit Nomen, wobei schn. den Hauptton trägt: Schnack-balken Rheinb, Bo-Beuel, Köln-Brühl, MülhRh-BGladb Linde m.: senkrechtes Flechtholz im Lehmfachwerk. Schnack-brett Bo-Muffend n.: Br., zum Plattschlagen des Mistes auf der Karre. schnack-härig -:- Köln Adj.: straffhaarig. Schnack-ohr -ū:r Ahrw-Sinzig n.: scherzh. einer, der in wenigen drolligen Worten eine treffende Bemerkung macht, die aber deutlich zu verstehen ist. schnack-rissig -e- Sieg-ODollend Adj.: gerade beim Spleissen reissend, von Holz. Schnack-scheit Aden-Reifferschd Rodder n.: Lineal. schnack-schnäusig -ø·y.z- Aach-Stdt Adj.: schn. ussiehn schmalwangig, armselig. Schnack-stroh (s. S.) Aden-Marthel, Ahrw-Hepping, Schleid-Engelgau, Monsch-Vossenack, Köln-Worring, Bergh-Blatzh, Dür-Pier, Jül-Hamb, Grevbr-Aldenhv n.: Flegeldruschstroh, im Gegens. zum Wirrstroh bei Maschinendrusch.

Schnack s. bei folgendem.

Schnacke f.: 1.a. -akən Pl. t. dünne Seitenäste u. –zweige von Waldbäumen u. –sträuchern; de Schn.ən afhauen; Schn.ən leəsen Waldbr-Bladersb Dattenf, Sieg-Fussh Süchterschd, MGladb-Viersen. — b. -ak(ə), Pl. -kən die gesamte Peitsche mit Stiel u. Riemen Verbr. nach Wk. VI 13 im Siegld, Berg, Ruhr; de Öngerschn. Schlagkordel der Peitsche Gummb, Wippf. RA.: He löppt, äs wenn se met der Schn. henger em wören Wermelsk, Allg. Wat för de Schn. nehmen schnell verbrauchen Remschd. Des Näts (Nachts) hängt et wie en Schlang (h. et schlankeweg) an der Wand (lit et ... em Zacken »Ofennische«), un den Dag üəwer häut et Flesch? Rätsel Waldbr, Allg. — 2. übertr. -ak, Pl. -kə derjenige, der wählerisch im Essen ist Neuw-Leubsd.

Schnacken-bändel Lennep-Bliedinghsn m.:

[Bd. 7, Sp. 1530]
Peitschenriemen. Schnacken-blatt uWupp 1870 n.: 1. Bl. von Pflanzen, zwischen zwei Finger gelegt u. darauf zur Erzeugung eines klatschenden Tones geschlagen. — 2. besondere Pfl. a. stumpfblätteriger Ampfer, rumex obtusifolius. — b. roter Fingerhut, digitalis purp.