Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
schmud bis verschmuddeln (Bd. 7, Sp. 1508 bis 1510)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB schmud, schmudd die ganze Gruppe, nd. Zeitw. smudden, –ddeln, ndl. smodderen, mit der Mudd, Muddel zu vergleichen sind, ist Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, SNfrk verbr., u. zwar das Adj. -ūt Hunsr in Simm, Goar, Mos von Bernk bis Kobl-Winning Bisholder, May-Hatzenport [-ut Koch-Moselkern Stdt], Neuw (nicht kurköln.); Siegld

[Bd. 7, Sp. 1509]
Adj.: schwül, drückend warm; et es schm., — schm. warm.

Schmud -ūt Wend-Furschw Sg. t. n.: ein Ziergras.

Schmud(d)-eis -ut- Trier-Börfink Geisf, Bernk (Hunsr), Zell-Hesw Panzw; -ū- Bernk-Etgert Gielert Immert Lückenbg, Zell-Blankenr; -ūl- Simm-Nannhsn, Zell-Grenderich Löffelschd Peterswald; -ur- Trier-Neuhütten Züsch; -uts- Birkf-Eckelhsn n.: Glatteis; s. Schmied-, Schmick-, Schmuckeis. Schmud(d)-halm -ūt- Wend-Werschw; -ūrt- Merz-Thailen; -ūhaləm, meist Pl. -hęləm Birkf m.: das überwinterte, trockene Gras an Hecken u. Rainen, das im Frühjahr angezündet wird. Schmud(d)-haufen (s. S.) m.: 1. -ut- nasser Hobelspanhaufen Kobl. — 2. -ōt- H. abgeschälten Rasens, noch nass, zum Trocknen aufgestellt Zell-Enkirch. schmud(d)-warm -ūt-, –ut-, –ū-  Verbr. wie schmud(d) u. -ūt- Birkf-Idar Herrst; -ū- May-Rieden Adj.: drückend w.

 PfWB Schmuddel I diese Abl. ist am verbreitetsten, u. zwar -ud- Mosfrk in Merz, Saarbg; -ūd- in Bitb, Mos von Trier bis Bernk; -ud- sonst Mosfrk u. Goar-Salzig, Rip u. kurköln. Neuw, NBerg in Sol, Barm, Elbf, Düss, Mettm, Rees-Bislich, Mörs, MGladb, Neuss, Heinsb-Braunsr (-o-), Eup [-u·l. Kreuzn-Langenlonsh, Zell-Pünderich, Koch-Poltersd, Aden-Kaltenborn, ONeuw, NAltk (zur Sieg hin)] Sg. t. m.: Morast, Nasenschleim, an Kleidern u. Körperteilen haftender klebriger Schmutz, schmierig Gekochtes [Schmutzlappen Barm].

Schmuddel II -əl, Pl. -ələ, Demin. -ydəlχən (usf.), -ud- ebd. u. -urəl Meis-Meddersh m. für einen Mann, f. für ein Weib: verächtl. schmutziger, unreinlicher Mensch, auch die Umgebung nicht reinhaltend; das Demin. unsauberes Kind, bes. Mädchen, Weib (-u·l.χə Kemp-Süchteln).

Schmuddel-brühe -urəlbrī Birkf f.: verächtl. unreinliches, fades Getränk. Schmuddel-fass -ūd- Bitb-Betting n.: verächtl. Schmierfink. Schmuddel-grete -γrīt Mörs-Birten n.: verächtl. unreinliches Weib. Schmuddel-hahn (s. S.) Saarbg, Daun m.: Truthahn. Schmuddel-huhn (s. S.) ebd. n.: Truthuhn. Schmuddel-junge (s. S.), auch -əlts- Allg. m.: verächtl. unreinlicher J. Schmuddel-kittel -kīəl MGladb-Rheydt m.: verächtl. grosse Ärmelschürze. Schmuddel-pott Rip, MGladb m.: verächtl. Schmierfink. Schmuddel-putzhäuschen (s. S.) Elbf n.: dass. Schmuddel-sack Allg. m.: Schmierfink. Schmuddel-schürze -u·l.īərts Neuw-Isenbg f.: grobe Arbeitsschürze. schmuddel-warm  Ahrw-Sinzig Adj.: drückend w.

 PfWB  PfWB  ElsWB  LothWB schmuddelig ebd. u. weiter gehend, -ud- Kreuzn, Simm [-ul- Crastel; -url- Reich; -urəl- Birkf-Herrst; -ul- Wend-Urw, Ottw-Landsw, Saarbr (u. -udəl-); -ud- Saarl [-ul- Merz-Haustdt Schweml], Wittl, Grevbr, Geilk, Erk, Kemp, OBerg, Lennep [-ud- u. -ul- Elbf; -ūr- Siegld] Adj.: 1. morastig, schmutzig, kleberig von Flüssigkeiten, Wegen, Küchen- u. Tischgerät, Wäsche, vom Wetter; unreinlich, von Menschen, bes. Kindern u. Weibern. — 2.a. schm. Aier halbgargekocht Trier-Stdt. — b. moderig, übelriechend Merz-Bergen; schwammig, weichlich, zergehend von zu

[Bd. 7, Sp. 1510]
altem Fleisch, namentlich Kalbfleisch Siegld. — c. lauwarm, vom Wasser; drückend warm, schwül, vom Wetter; et es schm. (Werer) Wend-Urw, Ottw, Saarbr, Merz, Bitb, Bernk (Mos), Kobl, Goar, Simm, May, Siegld, Aden, Ahrw, Köln, Sieg, Düss-Stdt; meist schm. warm (und schm. Wedder nasses, schmutziges, hässliches W. davon zu unterscheiden). — d. noch unreif, von Burschen Sieg.

 PfWB  ElsWB schmuddeln lautl. u. verbr. wie Schmuddel I u. schmuddelig schw.: 1. trans. a. absol. im Wasser mit Händen oder Füssen plätschern u. dabei das W. trübe machen u. sich die Kleider nass machen; em Wasser (heröm)schm.; im Essen mantschen, statt voranzuessen; schmutzige, schmierige Arbeit verrichten, etwa beim Spülen, Putzen, auch schlecht waschen, spülen, putzen, auch an jet (heröm)schm.; an etwas (einem) schm., es (ihn) betasten u. dabei besudeln Allg. — b. absol. widerlich schmeicheln u. an enem (eröm)schm. Sieg-Fussh, Siegld-Fernd. — c. sich schm., sich unordentlich kleiden Trier-Stdt. — 2. intrans. a. leicht schmutzig werden; de Stoff schmuddelt lech (leicht); et Wasser schm. wird trübe Rip, Allg. — b. -od- langsam schmoren Dür-Stdt. — Abl.: die Schmuddel(er)ei, dat Geschmuddel(s), der Schmuddeler (Rip auch -yd-) [unreifer Bursche Wittl, Bitb], die Schmuddelersch(e).

an- schmuddeln: sich a., sich bei jmd. anschmeicheln, anbiedern Verbr. wie schm. 1 b. u. Saarbr-Sulzb.auf -schmuddeln: Saarbg-Cahren schw.: den Teich, Wasser a., aufrühren, aufwühlen.be -schmuddeln: etwas b., beschmutzen Verbr. wie schm.ver -schmuddeln: dass. Allg.