Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Schmeize bis Schmelz-löffel (Bd. 7, Sp. 1457 bis 1459)
 
  PfWB  ElsWB Schmeize das Wort, mit dem das seltene Schmeisse zu vergleichen ist, ist Rhfrk an der uNahe von Birkf an, im Hunsr, Mosfrk an der Saar, Mos u. in der Eif u. anschliessend im Rip in Malm, Schleid, Aden, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, rrhn. in Neuw, Sieg, Waldbr verbr., u. zwar, je nach der Entwicklung von ei -ts, –ā-, –ei-, –ē-, Pl. -tsə(n) f.: 1. Schmeissfliege. RA.: Diər (dürr, mager) bie en Schm. Kobl-SSebastian. En Tallje we en Schm. Sieg-Honnef. [Pl. Würmer, Larven u. Käse, Fleisch Sieg-Eudenb; Wespe Sieg-Honnef; Milbe an Pflanzen Merz-Erbring Losh Wadern, Trier-Olewig, Saarl-Eimersd]. — 2. Maden, Larven von Bienen u. Hummeln Sieg-Eudenb. — 3. übertr. a. verächtl. magere, erbärmliche kleine Person, meist Frau, Mädchen Merz-Saarhölzb, Kobl; jmd., der über jede Kleinigkeit beleidigt ist Bernk-Wintrich; weinerlich veranlagte Person Neuw-Datzeroth. — b. Pl. Sommersprossen (selten) Merz-Saarhölzb. — c. Sg. t. Froschlaich Simm-Castellaun.

Schmeiz-arbeit -ātsarəwət Koch-Laub f.: verächtl. Schmutzarbeit. PfWB Schmeiz-fliege -ētsflē:χ Wippf-Bechen, Bo-Küdinghv, Bergh-Heppend f.: Schmeissfl. PfWB Schmeiz-mücke -ts-, –ātsmek Verbr. in Simm, Goar, Zell, Koch, Kobl, May, Trier-Föhren, Merz-Wadern f.: dass. PfWB Schmeiz-schnake -tsnk Kreuzn-Windesh f.: dass.

Schmeizen-schisser -ętsəøsər, –e- m.: 1. Schmeissfliege Bernk-Wintrich. — 2.a. kleiner,

[Bd. 7, Sp. 1458]
schwächlicher Mensch Trier-Thomm. — b. banger, feiger M. Trier-Gutw.

Ge-schmeize -ts Sg. t. n.: 1. verächtl. a. Ungeziefer Kreuzn-Weinsh, Saarl-Hüttersd. — b. Milben an Pflanzen Merz-Büschf Hargarten Krettnich Nunk Oppen Rappw Wadern (vgl. Wk. VII 39). — 2.a. Schlamm, Wasserpest auf Teichen Simm-Stdt Wohnr. — b. in der Zs. Krodde-, Fräschegeschmäz Froschlaich Meis, Kreuzn, Simm, Goar, Zell-Sohren, Bernk-Crummenau.

schmeizen -ēts- schw.: 1. den as geschmezt hat Insektenstiche, Narben, Schrammen Bitb-Sefferweich. — 2. übertr. a. et schmezt brennt in der Haut Sieg-Eudenb. — b. einen schm., ihn durch Geschenke günstig stimmen Daun-Strohn.

schmeizerig -ts- Merz-Bergen Nunk Adj.: mager, hager, schlank; dar is so e langk, schm. Gestell.

Schmeizert -tsərt, Pl. -dən ebd. m.: verächtl. magerer, hagerer Mensch.

schmeizig -ts- Merz-Saarhölzb; -aits-, –ā-, –- geschlossen an der uMos von Zell an, Goar-NGondershsn, May, Ahrw-Sinzig Adj.: mager, hager, schmächtig, armselig von Menschen, Tieren, Pflanzen; dei Fra elo bleift esou e schm. Dengen, wei et äs Mädche wor; mer mant (meint), et kreng (kriegte) net genoch ze essen Merz-Saarhölzb, Allg.

schmejen -ē- = schmieden (s. d.); schmeken -ē-, –ē:- = mit der Peitsche knallen s. bei Schmicke; Schmel = lange Grasart s. Schmiele; Schmelb, Schmelber, Schmelf I -e- = dass. u. Zwinge s. Schmiele; Schmelf II -e- = Schwalbe (s. d.).
 
 
Schmelger -ę- Simm-Eller Sg. t. m.: Fettschicht des Schweines, in der die Nieren liegen; de Niere leie im Schm.

Schmell, Schmelm, Schmelp -ē- = lange Grasart, Zwinge s. Schmiele.
 
 
 PfWB  PfWB  ElsWB  ElsWB  LothWB  LothWB schmelzen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ęlts-, –e-, Part. gəmǫlts, –o-; Mosfrk -elts- [Trier-Stdt, Zell -ę-; NWSaarbg, WBitb -ø-; Wittl-Dodenbg -ē-], Part. gəmolts(ən) [NWSaarbg, WBitb -molt], Siegld -e- [Eiserf -ęa-], -olts, gəmoltsə, Rip -e-, seltener -i- [mErft, uWupp -ēlts-, –-; SMonsch -ei(ə)lts-]; OBerg auch -ilt-, Prät. -olts, Part. jəmoltsə [SMonsch -ou(ə)eltsə]; n. Benr.-L. -eltə(n); die dritte Pers. Sg. Präs. oft ət –ilts, OBerg -ilt beim Inf. -eltsə, -eltən; NBerg, MülhRuhr -eilt-; WSelfk -eltə; Mörs -ēltə, Prät. -olt, Part. jəmoltə(n) [-oult-, –ō-] st.: 1. intrans. a. flüssig werden, wie nhd., von Fett, Zucker, Schnee, Eis; von letztern meist nur bei raschem Zuwasserwerden, wenn diese aus dem Freien in die warme Stube oder gar in die Nähe des heissen Ofens oder in einem Gefäss auf diesen gebracht werden; das langsame Schm. von Eis u. Schnee im Freien infolge der Einwirkung der Sonne, des Tauwetters wird mit af-, vergehn bezeichnet; der Schni geht af, et Wedder g. af; et g. af; et läpscht of; et lätscht (of), et schlosst, et (der Bodem) daut op, et dy:t, — entticht, et winnt of (s. d. W.); et schmelzt Birkf-Eckelhsn Griebelschd

[Bd. 7, Sp. 1459]
NWörres; et tehrt (zehrt) das Eis auf dem Teiche taut Selfk); et Eis, de Schni as geschmolt WBitb, Allg. RA.: Dat schmelt wie Fett Heinsb. De Bir schmilt enem op der Tong so saftig ist sie Gummb, Allg.; der Brode (braten) es esu feng (fein, zart), e schmelz enem bal op de Zong Rip, Allg. Dat schmeilt es Butter an der Sunn Ruhr, Allg., — üch e jene Mongk (Mund) Aach, Allg., — ene Mul wie Kuk (Kuchen) eten Mörs. Et Geld schmelzt zesamme wie Botter fir de Sonn Trier, Allg. — b. im Ofen ohne Flamme verkohlen, langsam u. qualmend fortbrennen, vom Holz uWupp 1870 (-ęlts-).c. die Gicht schmilzt der in den Hochofen aufgegebene Möller geht in flüssigen Zustand über, in der Spr. der Hüttenarbeiter. — 2. trans. [Trier unterscheidet trans. -ęltsən, –ęltst, Part. gəmęltst von intrans. -ęltsən, –øltst; Part. gəmolts; s. schmälzen bei Schmalz]; flüssig machen, wie nhd. a. von Fett (hierhin mehr auslassen), Butter, Fett schm.; von Schnee, Eis, de Sonn schmelz (-i-) et Is Rip, Allg. — b. Erze schm., in der Spr. der Hüttenarbeiter. — Abl.: die Schmelzerei, dat Geschmelz.

 PfWB aus- schmelzen: das Fett a., wie nhd. Allg. PfWB ver -schmelzen: intrans. 1. auftauen; et Eis verschmelzt, — es am v. Saar, Rhfrk. — 2. de Botter (udgl.) verschmelz Rip, Allg.

Schmelz-löffel (s. S.) Verbr. m.: Giessinstrument des Klempners.