Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
schmeicheln bis Schmeichelchen (Bd. 7, Sp. 1449 bis 1450)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB schmeicheln das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -aiχ-, –ęi- [an der Nahe vielfach -χ-]; Mosfrk in Saarl -ęiχ-, sonst an der Saar --; Mos -- [Trier-Stdt, Bernk-Stdt, uMos -ā-; Koch-Bremm -ailə]; Eif -ē- [WBitb auch -; OEif --; Neuw, Altk -ai-, –ęi-, --]; Siegld -āj- u. -aiχ-; sonst -ēχ- [in Aden u. Schleid vielfach, uAhr, Siebengeb., Köln-Stdt, NBerg -ei-]; auch n. der Benr.-L. -eiχ- [Erk-Wegbg -īχ-; Grevbr, Neuss, MGladb -ēχ-; Mettm-Neviges -eik-]; in der Bed. unterscheidet sich das Rhfrk von den übrigen Geb. schw.: 1. einen (ein Kind, die Geliebte, ein Tier) schm., liebkosen, streicheln, drücken; e Kind schm.; dat Kroppich (kleine Kind) will immer e biss-che geschmeichelt sin; äm de Bart schm. Rhfrk, auch änem schm. in derselben Bed. in Koch-Moselkern, Wittl-Neuerbg, Daun-OStadtf, Bitb-Kyllbgw Metterich, Prüm-Stadtkyll Zendschd. — 2. einem schm., wie nhd.; enem (got) schm.; öm enen (heröm)schm.; enem öm de Bart schm.; der well geschmechelt han (u. sen); sech

[Bd. 7, Sp. 1450]
geschmechelt föhlen Verbr. im übrigen Geb. (dafür mdl. lieber enem so lef dohn; enem öm den Bart gohn, — Hunnig öm den B. schmeren, — no de Oge kicke; de es gern jet gehovve). RA.: Vell Fraulöck (-leute) sen wie de Katze; für schm. on hönge (hinten) kratze Rip. De Katz es ger, wo mer se strickt (streicht), on de Mensch, wo mer em schmeichelt Kref. — Abl.: die Schmeichel(er)ei (Schm.ə komme döcker [öfter] us leddigem Mage als us vollem Herz Bo-Dransd); dat Geschmeichel(s), der Schmeicheler [de Schm. hät bedroge odder well bedrege (-trügen) Bo-Dransd]; Schm. sin we de Katze, för dunn se lecke un hinger kratze Köln, Rip; mer soll kenem Schm. traue MGladb; die Schmeichelersch(e).

ab- schmeicheln: einem etwas a., wie nhd. Verbr. wie schm. 2.an -schmeicheln: sich a., wie nhd. Verbr. ebd., aber auch 1. PfWB ein -schmeicheln: sich e., wie nhd. Verbr. wie schm. 2.

Schmeichel-buckse -boks Kemp-STönis, Mörs f.: kosend, verächtl. –katze. Schmeichel-ding -əlts- Jül-Calr n.: dass. Schmeichel-dose -d:s MülhRh-Hoffnungsth f.: dass. Schmeichel-futte -vot Heinsb-Kempen f.: dass. NRhWB Schmeichel-gras Saarl-Bous m.: Schmiele. NRhWB Schmeichel-hafer ebd. m.: dass. Schmeichel-hannes Ahrw-Böling m.: -katze. Schmeichel-hexe -hęks u. -əlts- Rip, MGladb-Neersen, MülhRuhr f.: dass. Schmeichel-hündchen -hø·ŋ.kχə Dür-Bürvenich n.: dass. Schmeichel-kater -d- Merz-Bachem m.: dass. PfWB Schmeichel-katze , gern PfWB Schmeichel-kätzchen (s. S.) f. (n.): 1. K., bes. das junge Tier, das sich gern streicheln lässt Rhfrk. — 2. übertr. a. kosend, Kind, das sich gern str. lässt Rhfrk. — b. kosend u. verächtl. wie nhd. Verbr. wie schm. 2 u. auch 1. Schmeichel-köpfchen -kpkən Dinsl-Hiesf n.: -katze. Schmeichel-krade -krā:t Köln-Stdt f.: dass. Schmeichel-maul (s. S.) f. (verächtl. n.) Verbr. wie schm. 2: 1. he hät en Schm. schmeichelt gern. — 2. übertr. –katze, kosend -mȳ:lχə. Schmeichel-name Daun-Neroth m.: Kosename. Schmeichel-püppchen -eb- Saarbr-Hilschb n.: -katze. Schmeichel-sack , kosend Schmeichel-säckchen Verbr. wie schm. 2, m. (n.): dass. Schmeichel-tier -dī·ə.r Altk-OLahr, Eusk-Weilerswist, Sol n.: dass. Schmeichel-tützchen Jül-Müntz n.: dass.

Schmeichelchen n.: 1. im Handkitzelvers: Aijelche (ai — streichen), Schmājelche, Dälerche usf. Siegld. — 2. -aiχ-, Pl. -χər Blütenkätzchen der Weide Simm-Schnellb.