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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schlutzer bis Schmachtsuppe (Bd. 7, Sp. 1418 bis 1420)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Schlutzer -ots- (eine Weiterbildung zu schlucken) Saarbr-Clarenth; -u- Waldbr-Bergerhf, Pl. wie Sg. u. -tsər(ə(n); -otsərt, Pl. -dən Saarbr-Völkl, Saarl-Bous Schaffhsn m.: Saugpfropfen auf der Säuglingsflasche u. diese selber.

 PfWB schlutzern -uts- Kreuzn-Bingerbrück, Goar-Weiler schw.: eine Flüssigkeit, bes. Wein schl., schlürfend trinken. — Abl.: die Schlutzer(er)ei, dat Geschlutzer.

schma-bäucheln = ganz ausser Atem sein s. schlag-.

Schmach I -a- Hunger s. Schmacht; Schmach II -ā- = Geschmack s. bei schmacken II.
 
 
Schmach III -āx, Pl. -xə, Demin. -χəlχə Grevbr-Priesterath f.: Weidengerte.
 
 
 PfWB  PfWB  ElsWB Schmach IV das Wort ist nach dem Nhd. südl. der Benr.-L. verbr. als -āx u. -ā:x; doch Mosfrk u. SRip auch -:-; Siegld --; Simm-Horn -āxt; Eup, Aach-Stdt, Heinsb-Karken -:t, –·ə.-; Elbf -āk, im übrigen herrscht allg. Schande vor Sg. t. f.: 1. wie nhd.; et es en Schm., wie der et met sengen Lögge (Leute) drif; denk dir emol, die Schm.; enem (die) Schm. andohn Rip, Allg.; dat es mer en Schm. sehr unangenehm, tue ich sehr ungern Siegld. RA.: Wer dem Bur ene Gefalle deht, d. dem Herregott en Schm. an MüEif. Da's der en Schm. ugedohn ironisch, das wird dir sicher nicht zur Unehre gereichen; dat wor em en Schm. u. das

[Bd. 7, Sp. 1419]
hat ihm schwer gefallen Merz. — 2. Qual, Schmerz, Unbehagen, Leid Siegld (nur in dieser Bed.), Eup, Aach, Heinsb-Karken. Der hot die Schm. gesteit (gesteigert) er schmarotzt überall herum Simm-Horn.

Schmaches -āxdəs, Pl. -əsə Simm-Horn m.: verächtl. elender, charakterloser, zu verachtender Mensch.

schmachig -:dəχ u. -iχtəχ Bitb-Geichl Adj.: he kuckt so schm. dran (drein) traurig, betrübt.

 PfWB Schmach-heit -xtht Nahe Sg. t. f.: Schande; wat duhr eso e Bu eim doch e Sch. an! S. oben auch die Formen māxt, –:t.

schmacheln, schmächeln -ā-, –- = schmeicheln (s. d.); schmachen = schmecken s. schmacken II.
 
 
Schmacht das nd. Wort ist im Berg u. anschliessend an der uWupp u. in MülhRh u. im Klevld, rrhn. n. einschl. Ruhr, lrhn. n. einschl. Geld-Sevelen Winnekendonk, Mörs verbr. (in der Zs. Schm.lappen geht es weiter nach Süd.), u. zwar OBerg in Gummb-Schwarzenbergisch, nfrk. Wippf -āxt, –a-; Gummb-Homburgisch, Waldbr (hier auch -χt) -t, dies auch uWupp; NBerg -ęit; Sol (rip.), MülhRh -āx; MülhRuhr -āx; sonst n. Ruhr -ax, –axt; Klev -axt; Mörs -āx, –a- Sg. t. m.: starker Hunger (weniger st. Honger); Schm. (op wat) häbben; Schm. no wat h. starkes Verlangen Allg. RA.: Den hät Schm. wie en Wolf, — en Hond (Jagdh.), — en Lus Allg., — för dri (sess) Klevld, — bes onger de Ärmen Wippf, Allg., — Schm. langes de Backe MülhRuhr. Den löpp van Schm. de Wänn (Wände) herop Meiderich, — flög van Schm. tege (gegen) de Wänd an Mörs-Wallach, — süht va Schm. grad ut Sol-Höhschd, — kann för Schm. nich grade ut kiken Barm. Schm. es en Meit (Macht) Barm. Fischen un Jagen gif Schm. im Magen MülhRuhr. Wenn den Bur düht Schenke schnije (schneiden), mott de Börger Schm. lije (leiden) Mörs. Op de Schm. lope zu andern Leuten gehen, um da etwas zu bekommen Geld-Schravelen. Enen met Schm. fūəren (füttern) hungern lassen Gummb.

Schmacht-balg uWupp, Sol m.: verächtl. 1. Hungerleider. — 2. Schmarotzer. Schmacht-band Mörs-Wallach m.: scherzh. Leibgurt; den Schm. enger trecke. Schmacht-dreck -ǫut- Heinsb-Hillensbg m.: verächtl. an Körperteilen, Kleidern klebender Kot. Schmacht-kamp Klev-Warbeyen m.: verächtl. Hungerweide fürs Vieh. Schmacht-korn Klev-Donsbrüggen n.: verächtl. dünnes Getreidekorn; de decke en de blanke Körn sin de beste, de andere sin mar (nur) Schm.körn. Schmacht-lappen -lap(ən) (s. S.) Verbr. wie Schmacht u. -ax(t)- Kemp, Kref, MGladb, Aach-Stdt; -āx- Dür-Stdt; -ax- Bo-Bechlinghv Walberbg, Eusk-Friesh, Ahrw-Brohl; -āx- Sieg, Mülh-Rh [Sieg-Fussh -χ-]; -axt- Altk-Wissen, Siegld, Kobl, Koch, Bernk u. Trier (Mos) [-āxt-] Trier-Mehring, Wittl-Spangdahlem, Prüm-Mürlenb Waxw, Bitb-Hütting Mettend Rittersd Wolsf, Saarbg-Wellen, Merz-Saarhölzb Nunk Stdt, Saarl-Dilling Hostenb, Ottw-Schiffw, Saarbr, Nahe, Simm-Laub m.: verächtl. 1. Hungerleider, der sich

[Bd. 7, Sp. 1420]
gerne traktieren lässt, der unverschämt um etwas bettelt; magerer Mensch, Schwächling Allg. — 2.a. Schmarotzer Allg. — b. einer, der andere bei jmd. anklatscht, um sich bei diesem einzuschmeicheln Mosfrk (s. o.). — c. verliebtes Mädchen, -axt- im Gegens. zu -āxt- 1 Gummb-Berghsn. — d. Santesche Schm.läpp Pl. Neckn. derer von Mörs-Xanten.  PfWB  LothWB schmacht-lappen -axtlabən Bernk-Neumag, Trier-Köwerich Welschbillig, Wittl-Dreis Neuerbg, Merz-Stdt schw.: bei jmd. über andere klatschen, um sich bei diesem einzuschmeicheln u. zu schmarotzen. Schmacht-lapperei f.: verächtl. 1. Hungerleiderei Klevld. — 2. das Antragen, das Umschmeicheln, Schmarotzen Verbr. Mosfrk wie schm.lappen. Schmacht-lappert -ā- Bitb-Rittersd m.: verächtl. Schmeichler, Schmarotzer. schmacht-lappig Adj.: 1. hungerig, bettelig, sehr arm, schwächlich, elend; schm. Volk Verbr. wie Schmacht im Kerngeb. u. Saarbr-Dudw, Zell. — 2. schmeichlerisch Verbr. Mosfrk wie schm.lappen.  PfWB Schmacht-locke (s. S.) nach dem Nhd. verbr. f.: frei auf die Schultern herabhängende u. durch ein Band lose zusammengehaltene L. der Mädchen (früher). PfWB Schmacht-riemen (s. S.) Verbr. wie Schmacht im Kerngeb u. -axt- MGladb, Eup (-x-); -āx- Köln-Stdt, Sieg-Lohmar Fussh (-χ-); -axt- Prüm-Mürlenb, Bitb-Dudeld, Trier-Geizenbg, Saarbr-Sulzb, Birkf-Stdt m.: 1. Leibgurt; de Schm. enger (faster) schnallen, — antrecke fasten müssen, weniger essen, hungern müssen, — wider (weiter) maken zuviel gegessen haben Nfrk, Allg. — 2. übertr. schmächtiger, hagerer, schwächlicher Mensch Sol, Köln-Stdt. Schmacht-suppe -āətsop Neuw-SKatharinen f.: dünne, fettlose S.