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Rheinisches Wörterbuch 
 
rack II bis Rackerpack (Bd. 7, Sp. 14 bis 16)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB rack II das Wort, mit dem ratsch III, ratz zu vergleichen sind, u. das mit rack I gleichen Stammes ist, ist mit seinen Abl. an der Saar, an der Mos, in Goar, in der Eif, im Rip bis Heinsb-Breberen Karken, Grevbr, uWupp verbr. (rrhn. von Neuw-Rengsd, Altk-Horhsn an), u. zwar raks Wend, Saar, Mos bis Bernk, Bitb, Daun, mit der danebenstehenden Nebenform ragsdiχ Saar, Trier, Bitb [-ā- Saarbg-Tawern; rāgsiχ Merz-Saarhölzb] u. Birkf; rak Wittl, Bernk, Koch, Kobl, Goar, May, Rip bis zu der o. genannten NGrenze u. NWesterw u. abseits Dinsl-Hünxe, Rees-Wesel, mit der danebenstehenden Nebenform rakər Sieg, Mülh-Rh, uWupp, Grevbr-Wickr u. raktĭχ Eusk-Zülp, Bo-Volmershv, Sieg-Eudenb ODollend Troisd, Köln, Bergh, Grevbr Adv.: 1. vollständig, völlig; der Hund hat alles r. weggefress; de Grombire faule r.; de Kord (Kordel) ress r. af; et broch (brach) r. dorch; der Foss (Fuss) es em r. afgefahre; der Hagel hat r. alles zerschlohn; ech han et r. vergesse; he es r. zesammegefalle; der hat sich et Gebleit (Geblüte) r. erkalt; dat Haus as r. obgebrannt; net r. gemäht (MülhRh-Marialinden); r. ös et kapot (r. o k. Trier); r. am Eng (Ende); r. nüs (nichts) [gor racks net, neischt durchaus nicht Saar]; r. af völlig, mit einem Male ab; r. aus; r. ferdig (af) sen erschöpft sein; des Ovends hät he se r. af (Dür); he es r. doll (geck) völlig verrückt; r. dut (r. musdut uWupp); r. vanənen voneinander; r. eweg völlig weg; hen as r. op neist kunn wirtschaftl. heruntergekommen; man geht r. eweg geradeaus, geraden Weges, über ein Feld; man sagt r. eweg de Wohrhet Allg.; sonst seltener zur Verstärkung von Adj. u. Adv., r. düər sehr teuer Altk-Horhsn; r. stell Westerw; r. klein Ahrw-Sinzig; racketül allerletzt in der Reihenfolge der Klickerspieler Sülzt; geracktvoll ganz angefüllt Wittl-Binsf. — Racktemang  ganz u. gar Köln-Stdt, Jül-Inden; -ktəmęnt Dür-Winden. — 2. nur Mosfrk a. plötzlich, gänzlich unerwartet Bitb (u. rackstich), Daun, Eup. — Sofort, sogleich (bei einem Befehl) Trier-Krettnich. — b. immer, fortwährend, dauernd; en as r. krank; en hot r. Streit; den däht dat r.; et rent (regnet) r. Trier (Mos), Wittl (Mos), Bernk (Mos), Zell (Mos).
 
 
rackediplang  Barm: Nachahmung des Trommelwirbels. R., r. die Heider Jonges sind nit bang; wenn die Bredder us wat wellen, schloffe se (schlagen wir sie) met de Bessemstellen; r., r.!
 
 
Räckel -ęk-, Pl. -ələ vereinzelt OMosfrk in May-OMendig m.: die geflochtene Peitschenschnur, an die die Schmiss, die Schlagkordel, sich schliesst.

rackeln I = abarbeiten s. rackern.
 
 
rackeln II -ak- nur vereinzelt, Abl. gehen

[Bd. 7, Sp. 15]
weiter, u. zwar Rip in Altk-Reckelb, Sieg-Ägid ODollend (-ag-), Dür (-ag-) schw.: 1. intrans. wackeln, im Gefüge locker sein, von altersschwachen Gegenständen; der ale Stohl rackelt.2. trans. etwa den Stohl usənanderr. durch Hin- u. Herbewegen im Gefüge lockern; der Wend raggelt rüttelt etwa am Fensterladen. — Abl.: die Rackel(er)ei, dat Gerackels.

aus- rackeln: 1. das Metz (Messer udgl.) ös usgeraggelt ausgeschlissen, wackelig Sieg-ODollend; dat Langk ös ganz usgerackelt erschöpft, ohne Dünger Monsch, Eup. — 2. sich a., sich in Arbeit, auch bei geschlechtl. Verkehr überanstrengen Rip; -rakə Sieg-Fussh. zer -rackeln: 1. de Säg wiərd all zerraggelt verbogen, stumpf gemacht Sieg-Rhönd, — 2. sich z., sich abarbeiten Dür.

Rackel -ag-, Pl. -ələ Dür f.: verächtl. eine Frau, die immer jagen u. rennen muss.

Rackel-haus ragələs Monsch-Kalterherbg n.: verächtl. en alt R. altes, baufälliges Haus; altersschwacher Gegenstand schlechthin. Rackel-karre ragəltskā·ə.r Aach f.: verächtl. Schubkarren für Lehm oder Steine.

Rackels-pfeife -əltspīf Dür-Bürvenich f.: Pflanze, zum Krautwisch gehörig.

rackelig -ag- Merz-Reimsb, Rheinb-Wald, Köln-Pingsd, Dür Adj.: 1. baufällig, altersschwach, holperig, von Wegen. — 2. -ak- streitsüchtig Sol-Langenfg.

Rackendack ragədak  Eup-Stdt Sg. t. m.: verächtl. altes, abgenütztes Möbelstück.

räckeln I -ę- auf dem Stuhle schaukeln s. rekeln.
 
 
räckeln II -ęg- vereinzelt OMosfrk in Kobl-Metternich schw.: sich gern zanken, streitsüchtig sein; der räckelt ger. — Abl.: die Räckel(er)ei, dat Geräckel(s), der Räckeler.
 
 
räckeln III -ęk- OBerg in Waldbr schw.: viel Nasenschleim auswerfen. — Dieselbe Abl. wie bei r. II.

racken I = anrühren, treffen s. raken.
 
 
racken II nur vereinzelt, zu rack I ‘steif’, mnd. racken ‘recken’ schw.: 1. -ak-, etwas r. strecken Sieg-Fussh; sich r., sich recken u. strecken nach Schlaf Mörs-Gerdt. — 2. übertr. a. -ak-, sich r., sich anstrengen ebd. u. Köln-Stdt; sek afr. sich abrackern Gummb-Berghsn, Köln-Stdt. — b. -ag- einen r., ärgern; dat hot en awwer arig gerackt Simm-Laub. — Abl.: die Rackerei, dat Gerack(s).
 
 
racken III -ak- vereinzelt Klevld in Dinsl-Sterkr schw.: wiehern, vom Pferde. — Abl.: die Rackerei, dat Gerack.

racker I = aller Klicker verlustig s. rack I; racker = völlig s. rack II.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Racker das Wort ndl., nd., mnd. racker ‘Abdecker, Schinder, Grubenräumer, Scharfrichter’, zu mnd. racken ‘recken, zusammenfegen’ ist allg. u. war Rhfrk, Mosfrk ragər, sonst -ak- Sg. u. Pl. [Pl. SNfrk -kər, Klevld -kərs] m.: verächtl. 1.a. altes, abgetriebenes

[Bd. 7, Sp. 16]
Pferd; ausgemergeltes, oder sonst unnützes Stück Vieh; der R. kann jo nicks mih; den hot de Hannes schunn of de Hund gefohre gehat, wie eich en kret hon Westerw, Allg. — b. Rufn. eines männl. Hundes Merz-Bergen. — c. Dohle, colacus monedula Bitb-Wiersd. — 2.a. Taugenichts, Bengel; die R. vun Bue (Buben) hon wiere dat Schelmestick anggestallt Simm, Allg. — Aber auch widerwillig anerkennend, durchtriebener, schlauer, verschmitzter Kerl, Teufelskerl; de R. hät mech geköllt betrogen Rip, Allg. — b. zänkisches, streitsüchtiges Weib Sieg-Fussh, Erk-Wegbg, Kemp-SHubert, Geld-Pont; al R. altes Weib Wermelsk; plumpes Weib Bo-Lannesd (n.). — Widerwillig anerkennend, pfiffiger, unruhiger Junge, der es versteht, die Leute zu ärgern Siegld; Mädchen, Weib, den Burschen, Männern überlegen Allg. — c. Pl. Gesindel, Pack Bitb-Dudeld, MüEif. — d. Pl. Neckn. derer von Bernk-Osann. Ödingsche (Düss-Ürdingen) R., met Botter gebacke, met Mehl gerührt, tom Deuwel geführt!e. Rackersch vor Subst., die meinen Ärger erregen, z. B. dat Rackersch Wech lästiges, ungezogenes Kind; de R. Fleg die ‘verdammte, Fliege RRip, Düss. — f. sachl. α. altersschwacher Gegenstand Goar-NGondershsn, Zell-Senh, Wittl-Reil; schlechtes, stumpfes Messer Kobl-Kesselh. — β. scherzh. Schnaps Kobl-Rübenach; Ahrw-Gönnersd.

Racker-bas Duisb, Dinsl m.: verächtl. (u. so alle Zs.) Racker, Bengel. Racker-kärrchen Wittl-Bengel n.: verächtl. Schiebkarre. Racker-kinder -kərs- Geld Pl.: verächtl. ungezogene K. Racker-pack Köln-Stdt n.: Gesindel, gemeines Volk.