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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schlinke bis schlinnig (Bd. 7, Sp. 1350 bis 1352)
 
  PfWB  ElsWB Schlinke das Wort, eine intensive Weiterbildung zu schlingen III, ist für Bed. 1 b (die andere Bed. z. T. im selben Geb. vereinzelt) verbr., nach Wk. IV 21 im Rhfrk, Mosfrk in Saarbr vielfach, Saarl-Wadgassen, Merz-Düppenw Reimsb, Trier-Muhl Klüsserath, Wittl, Wend-Ausw Hammerst NJeckenb Oberk, Mos von Bernk bis Kobl, Birkf w. Idar, Kreuzn-Gutenbg Spabrücken Waldlaubersh, Simm-Holzb Hundh, Zell-Altlay Rödelhsn, Daun-Nerdlen, May u. anschliessend Rip in Aden, Ahrw-Cassel NEsch NZissen Vinxt u. rrhn. Neuw, Altk-Horhsn Burglahr Peterslahr, u. zwar -iŋk, –e-, –ę-, Pl. -ŋgə(n), Demin. -əlχə(n) f.: 1.a. Schlinge. α. Seilschlinge Allg. — β. Aufhängeschlinge an Kleidungsstücken Ottw-Hangard Wiebelsk, Wend-Ausw Grumb Werschw, Birkf-Fischb Hintertiefenb Oberst, Meis-Meckenb, Kreuzn-Bockenau Hochstetten Hoppstädten, Simm-Heinzenb Klosterchumbd Laufersw Rheinböllen Rohrb, Bernk-Allenb Bollenb Hellertshsn Kempf, Koch-Lahr Lückenbg Woppenr. — γ. -ę- Armbinde, in der der gebrochene Arm ruht Saarbr, Birkf. — δ. -e- die ineinandergedrehten Enden einer Bindweide, bes. beim Gürten der Reben; wemmer de ganzen Dag Schl.ən gedreht hot, dann douhn äm (einem) owends de Fingere weh Bernk (Mos). — ε. Drahtöse am Kleide, in die ein Krampen sich fügt Birkf-Herrst, Kreuzn-Merxh Münchwald Rüdesh Windesh, Simm-Rheinböllen, Neuw-Engers, Altk-Horhsn, Siegld-Würgend; Hok, Krampe, Krappen u. Schl. (s. d. W.). — ζ. -i- Schlaufe am Eggenschlitten, in die die Sielen gespannt werden Goar-Morshsn; -- Verschluss an der Brunnenkette Wittl-Binsf. — b. -i-, –e-, –ę- der Ziehriemen oder Daumendrücker, mit dem am alten Türverschluss der innen befindliche Riegel von aussen emporgehoben wurde, dann die neuzeitliche Klinke, Deereschl. Rhfrk, Mosfrk, Aden, Ahrw Verbr. s. Wk. IV 21. RA.: De Schl. ədricke betteln gehen Wend-Schmidthachenb, Kreuzn-Bretzenh, — butze Dörreb dass. Schl.ə schlahn von einem Haus zum andern gehen u. Erzählungen weitertragen; müssig gehen, träge herumbummeln Rhfrk, Allg. Schl.ə schlahn un Missiggangk fehrt uf Deiwels Aushaltbank (Altenteil) nach Rottm. landläufig geworden Hunsr. Dat es jo muarsch wei'n der Schubbasch ihr Schl. Bernk-Stipshsn. Heit (nach dem Schlachten) sen de Schl.ə fedder wie sunscht de Kochdippe Nahe. — 2. in der Wend.: Er kennt all Ränk on Schlänk Ränke u. Schliche Saarbr-Sulzb. Schl.ə mache (u. schlahn) nicht offen u. gerade, hinterhältig sein (auch Schlenze) ebd.

 PfWB Schlinken-butzert -ots- Saarl m.: verächtl. Bettler, Landstreicher. Schlinken-drücker -ig-, –e- Saarbr, Kobl m.: dass. Schlinken-reisser -is- Ottw-Neunk m.: Schnurrenmacher, Witzbold.

[Bd. 7, Sp. 1351]
Schlinken-schläger -lər Wend-Weierb m.: verächtl. Herumlungerer, Tagedieb. Schlinken-schlank m.: verächtl. 1. -iŋgəlaŋk Müssiggänger Saarbr. — 2.a. -eŋglęŋk, mach kä Schl.! keine Winkelzüge Birkf-Stdt; -laŋgə Kreuzn-Bretzenh. — b. -iŋgəlaŋgə schlahn planlos umherschlendern Simm-Schlierschd. schlinken-schlanken -iŋgəlaŋgə Kobl schw.: schl. ginn planlos, müssig umherschlendern.

 PfWB schlinken -i-, –e- Siegld schw.: etwas schl., eine Schlinge hineinmachen, etwas knüpfen. — Abl.: die Schlinkerei, dat Geschlinke.

 PfWB Schlinker -e-, Pl. -ərə Saarl-Saarwelling, Saarbr (-ę-), Wend-Leitersw Aulenb (-ę-), Meis-Abtw Stdt, Kreuzn-Niederhsn, Bernk-Hochschd f.: 1. Aufhängeschlinge an Kleidungsstücken. — 2. -ę- f. u. m. Armbinde, in der der gebrochene Arm ruht Saarbr.

schlinkerig -e- Siegld Adj.: sich schlingend, von rankenden Gewächsen.

Schlinkes -e-, Pl. -əsə Kobl-Bend m.: verächtl. Müssiggänger, Pflastertreter.

schlinken I = knüpfen s. o. bei Schlinke.
 
 
schlinken II -eŋk-, eine Intensivbildung zu schlingen, Düss-Hucking schw.: etwas schl., herunterschlingen, hastig, gierig essen, trinken. — Abl.: die Schlenkerei; dat Geschlenk(s), der Schlenker.

Schlinkert May-Lasserg Sg. t. m.: Schlund, Kehle.
 
 
schlinken III das Zeitw., mnd., ndl. slinken »zusammenschrumpfen«, ags. slincan »kriechen« entsprechend, ist Klevld in Mörs-Marienbaum, Klev, Emmerich, u. zwar -e-, Part. γəloŋkən st.: zusammenschrumpfen, einlaufen, weniger werden, auch bejenschl. (beieinander-), von Stoffen, jungem Gemüse beim Kochen; wat es den Spenasi (Spinat) geschlonke! — Abl.: die Schlenkerei, dat Geschlenk.
 
 
schlinkern -i- (vgl. schlänkern) Dinsl schw.: einen flachen Stein über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft.

schlinks = links s. schlink; Schlinks s. folg.
 
 
schlinksen das Zeitw., eine Intensivbildung zu Schlinge, ist RRip in Sieg, Sol-Leichl verbr., u. zwar -e-, meist -- [-ę- Sieg-ODollend; -ǫ- Bohlschd Süchterschd] schw.: Bohnen schl., die Seitenfasern abziehen; ech han all de Bunne für et Enmache geschlönks. — Abl.: die Schlönkserei, dat Geschlönks.

Schlinkse -eŋks, –- usf., Pl. -ksə ebd. f.: 1. die Seitenfaser der Bohne Allg. — 2. übertr. verächtl. mageres Weib Sieg-Bergh Fussh [-ǫŋkstərər m. Sieg-Süchterschd].

schlinksig ebd. Adj.: 1. eine zähe Faser habend, von Bohnenschoten, die nicht mehr gut zu schneiden u. als Schnippelbohnen nicht mehr verwendbar sind. — 2. mager, abgezehrt, von Menschen, Tieren Sieg-Fussh.

Schlinn I -i-, –e- = Schlehe (s. d.); Schlinn II -i-, –e- = Quecke s. Schlen(e) bei schlenen; schlinnern I -iə- = sich rekeln s. schlenen; schlinnern II -i- = Eisbahn schlagen s. schlindern;

[Bd. 7, Sp. 1352]
schlinnig = ansteigend s. schleunig.