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Rheinisches Wörterbuch 
 
schlaufen bis Schläumert (Bd. 7, Sp. 1269 bis 1272)
 
  PfWB  LothWB schlaufen das auf slûfen zurückgehende Wort ist Rhfrk, Mosfrk an der Saar, im Hochw u. an der Mos in Trier, Bitb, in Bernk-Neunk, Birkf, in Altk-NFischb Wissen verbr., dann noch -ūf- im OBerg in Wippf u. in MülhRh, uWupp [sonst schluffen, schluppen u. kriechen, krauchen, kraufen; s. d. W.], u. zwar -auf-, –ǫu-, –ou- [Birkf-Idar -ō-; im Monophthonggeb. von Saarbr -u-; -øyf- Merz-Losh, Saarbg-Kahren Wellen, Trier-Schweich], Part. gəlof; Berg (s. o.) -ūf-, Part. jəlofən st.: 1. durchschlüpfen, durch eine enge Öffnung kriechen, in gebückter Haltung gehen; durch de Zaun schl.; en e Loch schl.; en et Bett schl. Allg. RA.: De schleift wei en Heihnerdeif (Hühnerdieb) Merz-Mond. Der kemmt geschloff wie e Fuchs of die Henkel (Hühner) Birkf. Der Bäcker es durch et Brot geschloff es sind Höhlungen im Br. Allg. Den lo kennt

[Bd. 7, Sp. 1270]
em Lompenkreimer ganz en de Sak schl. so klein ist er Saarbg-Faha. Änem en den Orsch schl. ihm schmeicheln Merz, Allg. Ich deht en den Uəwe (Ofen) schl.! zu dem, den es fröstelt Merz, Allg. Ös et der kalt, da schlauf en de Wald; es et der wärm, da schl. en den Ärm; böst de bis (böse), da schl. en de Giess (Giesskanne)! Merz-Mond. Änem hinnenēn schl. ihm schmeicheln Allg.; schlauf em Hund h.! wenn dir das nicht gefällt Saarbr-Berschw; do wor de Bäcker erageschloff bei Höhlungen im Brot Allg.; erausschl. herausschlüpfen, z. B. von dem Küchlein aus dem Ei, von den gesetzten Bohnen, Kartoffeln durch die Kruste des Feldes Allg. — 2. durchgehen, ohne zu treffen, von einer Kugel Trier-Geizenbg. — Abl.: die Schlauferei, dat Geschlauf.

aus- schlaufen: ausschlüpfen; de Jonge sein ausgeschloff aus dem Ei Allg.durch -schlaufen: wie nhd. Allg.um -schlaufen: øm- umstürzen Mörs-Xanten.ver -schlaufen: verbummeln; de verschlauft dann emol wat Schichten Altk-NFischb.

 PfWB  ElsWB Schlaufe I -auf usf., Pl. -fə(n) f.: 1.a. Schleife, Schlinge, bes. Aufhängeschlinge an einem Kleidungsstücke Wend-Reichw, Saarbr-Völkl, Saarbg-Besch Wellen, Daun-Ellschd, Prüm-Zendschd; -ō- Birkf-Hettenr Oberst; -ū- Bitb-SThomas; -ǫufə nur südl. u. westl. Siegld neben dem allgem. sgld. Schlenkə; am oberen Ende der Peitsche sitzt eine Schl. aus Leder (meist Gaisəlau genannt), in der der Riemen hängt; am oberen Ende der Flälsrō des Dreschflegelstiels sitzt eine eiserne Schl.; eine hierdurch gehende lederne Schl. verbindet Flälskǫbb und UWilden; s. Schlaufe II, Schläupe, Schlopp.b. schlauchartiger Saum, zum Durchziehen einer Schnur Merz-Merching. — c. -ęifχə Öse am Kleid, in die ein Haken greift Siegld-Eisern. — 2.a. enges, kleines Zimmer, schmaler Raum; et as nummer (nur) en Schl. gross genug, um hineinzuschlüpfen Trier-Mehring, Saarbr-Völkl. — b. enger Raum zwischen zwei Gebäuden Wend-Reichw, Merz-Saarhölzb, Zell-Merl. S. Schluff.

Schlaufe II, Schläufe auf mhd.  Lexer sloufen zurückgehend (s. Schläupe), -f, Pl. -fə(n) f.: 1.a. -ōf Aufhängeschlinge Bitb-Echtershsn Matzen, Prüm-Lützkampen; -øy- Neuw-Ohlenbg, Sieg-Honnef, Köln-Stdt; -fə Altk-Weierseifen, Wippf; -- Lederschlinge, in der der Peitschenriemen befestigt ist Malm-Dürler, Schleid, Monsch-Kalterherbg. — b. -- Öse am Kleide Saarbr-Guichenb Berschw, Saarl-Hüttersd (Pl. -wən) Dilling, Merz-Haustdt Saarhölzb Merching Bachem Steinbg Stdt Wadern, Saarbg-Borg Freudenbg, Bitb-Geichl; -ē- Wittl-GrLittgen; -- Prüm-Willwerath; -ai- Siegld. — 2.a. -ō- Eisen, in das man den Riegel schiebt Prüm-Burb Heckhalenf. — b. -- Türgehänge Neuw-Rengsd. — c. -ō- das längliche Glied der Kette Prüm-Flering.

Schläufer -yf- Sg. u. Pl. Altk-NFischb m.: verächtl. Bummeler.

schlaufern -ūf- Gummb-Hülsenbusch schw.: still einherschleichen; do kümmt e angeschlūfert.

[Bd. 7, Sp. 1271]
Abl.: die Schlufer(er)ei, dat Geschlufer, der Schlufersack, –pitter.

Schlaufert -ǫufərt, Pl. -tə Altk-Wissen m.: verächtl. Herbeischleicher, Schlaumeier.

Schläufse f.: 1. -s Öse am Kleide, in der ein Krampen sich einfügt Saarl-Ensd Saarwelling, Merz-Honzr, Wittl-GrLittgen; -øy- Ahrw-Königsf; Pl. -sən; –ęitsχən, Pl. -χər Altk-Püschd. — 2. übertr. -ais, de Kuh hot e Schl. anhänke Schleimausfluss aus dem Uterus vor dem Kalben Wend-Baumholder Berglangenb.
 
 
Schlauke -auk, Pl. -gə (zur gleichen Wurzel wie Schlaufe, jedoch mit k-Suffix) Meis-Meddersh f.: Eisenhaken mit dem das Sielscheit in den Ring der Schelle oder Waage des Wagens befestigt ist.
 
 
schläukern zu ndl. sluiken »langsam, schleichend gehen«; sluik »schlapp«; -k- Klevld in Mörs, Klev, Rees u. in der Selfk, -øk- Heinsb-Erpen Kirchhv schw.: welken. — Abl.: die Schlöker(er)ei, dat Geschlöker.

ver- schläukern: verwelken; de Blumme sin an't v.; wat sin de Bl. verschlökert!

schläukerig -k- Adj.: welk; den Schlat (Salat) es so schl.
 
 
Schlaukes -augəs, Pl. -əsə Wend-OReidenb m.: verächtl. Schlaumeier.

Schläume s. u. bei schläumen.
 
 
 NRhWB Schlaumen das Wort, aus hebr. Schelomo »Salomon« entstanden, zu vergleichen mit Schalaun, ist Rhfrk, Mosfrk als -aumə, –ǫu- [Bitb-Dudeld -ǫ-; Kreuzn-Bretzenh Heddesh -ō-, in Kreuzn-Bretzenh u. Meis-Sauschd auch -ōmər] Sg. u. Pl. an der uNahe, im Hunsr, Hochw, in Merz, Saarbg, Bernk bis Koch, Daun-Strohn, Aden-Kaltenborn, Ahrw-Sinzig bezeugt m.: verächtl. 1. Spitzn. für den Juden Allg. — 2. übertr. a. schmieriger, nachlässiger Mensch Kreuzn. — b. rurer Schl. Rothaariger Goar-Salzig. — c. verschmitzter, listiger, nur auf seinen Vorteil bedachter Kerl, der sich äusserlich dumm stellt, es aber nicht ist Allg.; Schlaumche Goar-Salzig. — d. e gure Schl. gutmütiger Mensch, der sich alle Arbeit aufhalsen lässt Meis, Kreuzn. — e. langer, steifer Kerl Kreuzn-Heddesh, Bernk-Gonzerath, Ahrw-Sinzig. — f. kleiner, unansehnlicher Junge, Mann Koch-Poltersd. — g. -eimχən n. der Zeigefinger im F.märchen; Deimchen, Schl., Langeläppchen, Vierfess-chen (-fuss), Nekläschen Bitb-Kyllbgw.

Schlaumes -məs, Pl. -əsə(n) m.: verächtl. 1. einer, der wie ein schmieriger Jude herankommt, krummer, schlampiger Kerl Trier-Heidenbg, Bernk-Gonzerath. — 2. verschmitzter, nur auf seinen Vorteil bedachter Kerl Kobl-Winning; -ō- Birkf-Idar.
 
 
schläumen das rip. Wort auf schläumen zurückgehend, zu dem fläm. sluimen »schleichen, still wegnehmen« zu vergleichen ist (man konstruiert auch einen Zusammenhang zwischen schlauchen II »naschen« u. raumen »Rahm abschöpfen«, da das Wort bes. von der Katze gebraucht wird, die am Milchtopf nascht), ist lrhn.

[Bd. 7, Sp. 1272]
abseits May-Trimbs, dann n. einschl. May-Kirchesch, Aden-Weibern Morswiesen Virnebg Kempenich, May-Wassenach Kell, Ahrw, Schleid-Holzmülh Wildenbg, in Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, rrhn. in kurköln. Neuw, Siegld-Freudenbg, Sieg ö. bis zum Sülzt verbr., u. zwar -ø·y.- uAhr, kurköln. Neuw, sonst -:-; südl. dieses um die Ahr kreisenden Geb. noch vereinzelt bis zur Mos, u. zwar -:- Prüm-Steffeln; -ē:- Prüm-Reuth; -:- Daun-Katzwinkel; -ā:- May-Trimbs, Koch-Leienkaul; -ę·i.- Wittl-Hetzerath; -:- Merz-Saarhölzb schw.: an Leckereien, an Flüssigem oder steifflüssigen, weichen Sachen (nicht etwa an Zucker, Kuchen udgl.) heimlich naschen, etwa den Finger in die Milch stecken u. ihn dann ablecken, u. so die Butter, den Käse, den Rahm von der Milch naschen, von Kindern u. Katzen; dat Kend es esu schluchig (feinschmeckerisch), dat schlömp de ganzen Dag, am Desch ess et nöcks; de Katz schlömp gern, — hät de Rom (am R.) g.; he hät et Bes (Beste) fortgeschlömp Allg. — Öm de Mul schl. mit der Zunge die Lippen ablecken Rheinb-Queckenbg. — Abl.: die Schläumerei, dat Geschläum(s), der Schläumer.

Schläume -ø·y.m, –:-, Pl. -mə f.: 1. Sg. t. a.Rahm, Sahne auf gekochter (nicht auf gestandener) Milch, solange er noch nicht bes. fest geworden ist Aden, Schleid (s. o.), Ahrw, Rheinb-Odend, Bo-Berkum Mehlem, Neuw-Erpel Unkel, Sieg (in der Nähe des Rheines); abseits (ohne das Zeitw.) Dür-Bürvenich, Köln-Ehrenf. — b. verächtl. Mund, bes. wenn einer zu schnell oder naschhaft etwas essen wollte; der hät sech de Schl. verbrannt; ech hauen dech en (öm) de Schl.! Rheinb-Queckenbg, Bo-Godesbg Stdt, Sieg-Troisd; de Schl. öm jet schlonn Leckeres essen, schlemmen Köln-Stdt. — 2. verächtl. naschhaftes Mädchen, Weib, Katze; du Schl.! Allg.

Schläumert -mərt, Pl. -tə Neuw-SKatharinen m.: verächtl. naschhafter Junge, Feinschmecker.

schläumig Allg. Adj.: gerne schläumend, naschhaft, von Kindern u. Katzen; en schl. Kend (Katz) Allg.; dat es en schl. Katz einer, der ein Feinschmecker ist, ein schlechter Esser Aden-Virnebg. RA.: Weiche Butter mich de schl.ə Maul alert (munter) Ahrw.

schläumsen -:- ganz abseits in Merz-Britten Saarhölzb schw.: schläumen, naschen.
 
 
schläumern das rip. Wort, mit dem läumern u. lömern (-ø·y.-, –:-, –:-) zu vergleichen sind, ist in Rheinb-Lüftelbg Meckenh, Bo-Stdt als -:mərə, in Sieg-ODollend -mə bezeugt schw.: den Klicker nur so hinrollen lassen, nicht schnellen; du häs geschlömert. — Abl.: die Schlömer(er)ei, dat Geschlömer(sch).

Schläumert,