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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schiss bis Schissmücke (Bd. 7, Sp. 1155 bis 1156)
 
  PfWB  LothWB Schiss das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk is, –e-; Mosfrk -e- [in Geb. tiefster Senkung des -i- in der Eif, auf dem Westerw -a-, –ǫ-, –u-, –ę-, --]; Rip -e-, –ø- [uSieg, LRip auch ezs, –ø-, eis, –øy-, –ē-, –-]; Berg (auch n. Benr.-L.) -i-, –e-; SNfrk (ebenso) ēs [Kemp ēt]; Klevld ēt Sg. t. m.: 1. Kot von Mensch u. Tier; Furz, Durchfall; do lig ene Sch.; en de Sch. tredde; ne gode Sch. gehale han guten Stuhlgang gehabt haben; ene Sch. losse stark furzen; den Sch. (Dönnsch.) han Durchfall; Katzen-, Hohnersch. Rip, Allg. RA.: De Botter as (im Sommer) esu mell (milde, weich) we Sch. Daun-Neroth. Der Appel es so gel (gelb) wie Sch. Westerw. Jo, Sch.! abschläg. Antw. Saarl; Schissi-Marokko Kobl-Stdt. Dat as gewass ne Hof Schass so spotten die von Daun-Brockschd über die Ausspr. derer von Daun-Eckf. En Hihnerschass (Hühner-) (ein Ei) as e Mausbass (-biss) Trier-Mehring. Weil es de Sch. geloss die Sache ist verfehlt Prüm-Stdt. De hät noch ens en kloken (klugen) Sch. gemat hat sich einen Vorteil gesichert Rip, Berg, MGladb; Kobl-Bend; — gedohn Trier-Karths. Dor es necks schwörder te drage as en Kont voll rippe Sch. Geld. Hej meckt van ne Schet enen Donderschlag Klevld. De hät en Schniss, do kammer Sch. met fresse ein freches Maulwerk Kobl-Bend. Der kann net ze Sch. kumme mit etwas nicht zu Rande k. May-Trimbs. Jet te Sch. habbe bereitliegen haben Kemp-AmernSAnton. — Sch. och! abschl. Antw.; Sch. met Limm! Siegld. — 2. übertr. a. sachl. α. in der Wend.: Sch. (en der Botz) han Angst; he hät für dem (für der Sach) Sch.; de hät für kenem Düvel Sch.; em Sch. sen Rip, Allg. (Klevld it »Scheiss«). RA.: Du has och mih Sch. wie jet angersch Monsch. Der hat mih Sch. wie Vaterlandslieb Kobl. — β. Wertloses, Kleinigkeit; kenen Sch. hat et genotzt; k. Sch. kreiste rein nichts Wittl, Allg.; de bekemmert sich och em jede Sch., — reg sich of em (fer) jede Sch. Kobl, Allg.; vam Sch. her sen von niederer Herkunft Schleid-Hellent. RA.: Wie (wer) niet beter en wet (weiss), den lacht öm en Schet Emmerich. Wen lacht öwer ne Sch., es ni wert, dat e geht Geld, Mörs. — γ. Betrug; Sch. bedreiwe Rhfrk. RA.: Sch. befind sich weist sich aus, rächt sich Rhfrk, — bədeit (bedeutet) sich Bitb-Speicher. — b. persönl. verächtl. kleiner Junge; du bes ene klenge Sch. Aach.

An- schiss: uas Anpfiff Trier-Schleidw.Be -schiss

[Bd. 7, Sp. 1156]
: Betrug, in der RA.: B. befind sich kommt ans Tageslicht Kreuzn, Neuw.Ge -schiss: 1. Kot Allg. RA.: Die Mus, die sät: Wis (willst) dou nit frete min Gebet (Gebissenes), dann sas dou doch fr. min G. Meiderich, Verbr. Et as enes G. mat denen sie sind eng befreundet Bitb-Dudeld. Die han e G. zesamme dass. Kobl-Bend. — 2. verächtl. langes Gerede, lange Umschweife, Getue, Aufwand; dat Mensch mecht dann e G. derher; mach kä G. Saarbr, Saarl, Merz. Et geft net vill G. gemach, da mouss sein! Abzählr. Bernk-Wehlen.  PfWB  ElsWB Ver -schiss: in V. komme in Ungnade fallen Rhfrk.

schiss-aus as-  Trier-Mehring Adj.: völlig verlöscht; et Feier as sch. schiss-besoffen es-  Siegld-Eisern Adj.: völlig bezecht. Schiss-brände (s. S.) Siegld, Altk Pl.: die im Holzmeiler nicht ganz verkohlten Holzteile. schiss-breimilde asbreime·l.  Wittl-Meerf Adj.: breiweich. Schiss-brummel es- Koch-Kaisersesch f.: Mistkäfer. Schiss-din isədēn Meis: fingierter ON, in der Antw. auf die Frage: wohin gehst du? Uf Sch. schiss-düster asdeisdər  Trier-Mehring Adj.: stockdunkel. Schiss-fink as- Wittl-Bergw m.: Flachsfink. schiss-geckig ęəs-  Merz-Losh Adj.: völlig vernarrt. schiss-gelb asgl  Trier, Zell, Bitb Adj.: ganz g. Schiss-hauf Koch, Daun, May, Neuw (sonst eis-) m.: Kothaufen. Schiss-huppchen ishubχə Neuw-Hümmerich n.: Goldammer. Schiss-käfer iskēwər Ottw-Wiebelsh, Neuw-Sayn m.: Mistkäfer. Schiss-kerl is- Lennep-Hückeswg (sonst eis-) m.: Angsthase. Schiss-kraut n.: 1. eās- jähriges Bingelkraut, mercurialis annua May-Trimbs. — 2. krauser Ampfer, rumex obtusifolius Ottw. Schiss-kugel as- Wittl-Bergw f.: Muttermal im Gesicht. Schiss-lappen m.: 1. islabə, in der Wend.: De Sch. guckt nem raus! der Hemdenzipfel aus dem Loch der Hose Ottw-Wiebelsk. — 2. islap Angsthase Ess-Borbeck. Schiss-lumpen m.: verächtl. 1. Spültuch Saarl-Bubrich; de Sch. hängt em henner raus! das Hemd aus der zerrissenen Hose Saarbr-Sulzb. — 2. übertr. Angsthase Saarbr.  PfWB  ElsWB  LothWB Schiss-melde -męl, –i-, –- (s. S.) Rhfrk, Saar, Mos, May, Daun, dann Rip in Sieg-Rhönd, Dür (s. Scheiss-, Schiess-) f.: Gänsefuss, chenopodium album, u. Meldearten atriplex patulum, hastatum. schiss-milde asme·l.  Bitb-Kyllbg; øsmil Siegld-Freudenbg Lützeln Adj.: ganz weich; wie wollt ihr de Aijer, hort oder sch.? Schiss-mücke esmek Neuw-NBieber f.: Mistkäfer.