| PfWB ElsWB LothWB Schinke II, Schinken, mit Sch. I gleicher Herkunft, fehlt in dem für Sch. I geltenden wmosfrk. Geb., dafür hier nach Wk. VII 28 Hamm, an der Saar auch Schambo; doch eine zu Sch. II in Ablaut stehende Bildung uŋk, –o-, Pl. -ŋgə f. begegnet neben Hamm in diesem Geb., Trier-Eisenach Geizenbg (-ō-) Gilzem Kenn Mehring Schleidw, Wittl-Eisenschmitt (-ō-) Landschd Schwarzenborn, Bitb-Betting Ehlenz, Prüm-Burb Flering Stdt, u. an der Saar in Saarl-Berus, Merz-Stdt [oŋgə(n), –u- Wend-Ulmet, Saarbr, Saarl-Diefflen, Merz-Mond, Simm-Schlierschd]; Trier -a-; im übrigen Geb. ist das Wort allg.; wir unterscheiden drei Geb. hinsichtl. Form u. Geschlecht: α. iŋgən Sg. u. Pl. m. Rhfrk, im übrigen Teil des Mosfrk, Westerw, Siegld [eŋk f. Koch-Urschmitt; Trier-Fell, Koch vielfach ē:ŋgən m.; May-Kollig eŋgər; Koch-Lutzerath uŋgə]; –iŋkə(n) anschliessend im RRip u. Berg [in Neuw, Altk -ę-, –-; in Sieg vielfach --; Sieg-Süchterschd -ǫ-; Sieg-Honnef øŋk m.]; β. ein Geb. an der Nahe (u. Bernk-Rhaunen) u. im Saargeb. u. Saarl bis Merz-Mond, das neben jüngerm iŋgə noch älteres uŋgə, –o- Sg. u. Pl. hat, an das sich an der Saar abwärts oŋk f. (s. o.) anschliesst [Saarl i·ŋ.gə u. -o-; Merz-Harling, Saarbg-Freudenbg, Trier-Heidenbg, Wittl-Binsf, Prüm-Willwerath -o-; Prüm-Schönecken -u-; Trier-Stdt auch o·ŋ.ən m.]; γ. LRip von einschl. Malm, Schleid, Aden an, Eup, SNfrk (im RRip u. SNfrk vielfach auch eŋkə, –ø-, -ē- m.), Klevld, rrhn. n. einschl. Ruhr u. Düss-Rating Serm eŋk, Pl. -kə(n) f. [Monsch, Eusk, Rheinb, Bo vielfach -ø-; Eup-Stdt -ę-; WSelfk, MülhRuhr -i-; Köln-Stdt iŋk f. u. iŋkə m.]; Demin. -kəlχə(n), -kskə(n): 1. Schinken vom [Bd. 7, Sp. 1142]
Schwein; man unterscheidet die Vereschinke (Vorder-) u. die Hinnersch. Simm, Allg. [Wittl-Landschd uŋk Schinken; aber Steiphamm Vordersch.; Hiəsth. (Hächsen-) Hintersch.]; de Sch. ensalze (en de Solper dohn), — röche (räuchern); rühe on gekochte Sch.; en Botterramm met Sch. Rip, Allg.; decke Bonne met Sch. es en got Eəte MGladb, Allg.; am Sch. säwele (schneiden) Birkf, Allg. RA.: En Sch., dat is en schön Dingk Kref. Dat Beste vom Ferke send de Sch.ə MGladb, Allg. Je beəter gefurt (gefüttert), je saftiger de Sch. Kemp-STönis. De Sch.ən hange huh! es ist nicht mehr viel Fleisch im Schornstein Prüm-Burb. Sch. es ke Flesch also etwas manierlich damit umgehen Jül. En Sch. mott grine (weinen) beim Anschnitt eines gekochten Sch. zeigt das reichlich triefende Fett die Güte an Kref. Klatschkies (Quarkkäse), dat deht et net, ävvel Sch., dat geht flenk vom Nährwert des Sch. MGladb-Hockstein; de weks (weichste) Kies, de deht et net; die Sch., die klenk Neuss-Kaarst. Fett on Krut (Obstkraut) deht et net; die Sch., die kl. Grevbr-Otzenr. Wann de Sch. dervan es, dann stenkt de Wets (Weidenstock, woran er im Schornstein hing) der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen Heinsb. Wer de Sch. ömmer op gene Desch steiht, et nömmer en de Huschert (Haushaltung) gout geiht Eup. Wenn der Guguck röft, moss mer der Sch. aschnire (anschneiden) Siegld, Koch. Wenn de Bure Sch. schnegge (schneiden), mosse de Börger Honger legge (leiden) Dür, Jül, Aach, Eup. Heinsb, MGladb, Grevbr, Neuss; wenn de Strotumer (Kref-Stratum) Sch. schn., mode de Gellper H. l. Du äts (ässest) so gern Sch. un mēns, du könns nich der on ferdig weəren; dann hang en dir doch öm den Hals! Gummb-Wiehl. Kengk (Kind), wehr mir ens dat Rengk (Rind), da kris de och e Stöck Sch.! Monsch-Rollesbr. Op dēs Vijjelin (Geige) lött sech gut spelen, sät den Awwekat, do kreg hej enne Sch. Mörs. No de V. löt sik got danzen, sag de A., do kreg he de Sch. Ess. Men mott all es (einmal) en Og tuknippe, säj den Börgermeister, duw hinge (bonde) sej öhm en Sch. op de Röck Rees, Geld. We be ons well eəte, dörf de Sch. net vergeəte MGladb. Besser es b., hatt den annern gesat, on schmiert sech Botter op Sch. Malm. Mit er Brotworscht (Wuərsch, Mettworst, Knochen) no em Sch. werfe ein Geschenk machen, um ein grösseres zu erhalten Simm, Allg. Se Morbach (Bernk) schlähn se sech met Sch. dot! — Im Heischeld zu Fastnacht: Hanäbbelche, Han, die Fasenacht geht an; stellt die Leider an de Wand, nemmt dat Messer in de Hand, losst dat M. blinke; schneid e Stick vom Sch. usf. Goar, Verbr. — Enn Dahl (Gummb-Dahl) fressen se de Erpel (Kartoffeln) met der Schal; enn Ömmen (Immen) konnen se got klemmen; en Jennecken hängt de ganze Hoff voll Sch.; em Niərhoff (Niederhof), do biəft (bebt) der Hoff, do fressen se us dem Saustrog Neckspr. auf diese Dörfer. — Rätsel. Of dem Schwarz setzt dat Sch., denkt, hätt ich dat Sch. aus dem Sch. dorch dat Sch. on dem Sch.? Eine Krähe sitzt auf dem Schornstein u. [Bd. 7, Sp. 1143]
[Bd. 7, Sp. 1145]
sieht darin einen Sch. Koch, Verbr. — 2. übertr. a. Oberschenkel des Menschen; der hät decke (fette) Sch.ə Rip, Allg. RA.: Sech de Sch.ə kloppe als Zeichen der Zufriedenheit Kref. Nen Sch. met anlegen mit Platz nehmen Gummb-Berghsn. Mer han gesende (gesegnete) Sch.ə em Hus! sagt scherzh. der Ehemann, wenn seine Frau von der Aussegnung aus der Kirche heimkehrt Grevbr; də Schenke sähne die Frau aussegnen (scherzh.) Sieg-Honnef. Holz hacke on Bruət backe, dat geəve schmale Backe; ävver got Eəte on Drenke, dat g. decke Sch.ə MGladb, Heinsb. — Sch. kloppe ein ziemlich rohes Spiel männl. Personen, bei dem einem Mitspieler, dem die Augen verbunden oder zugehalten werden, oder der sich mit dem Kopfe gegen eine Wand bückt, von den andern Spielern der Reihe nach mit der flachen Hand auf das Gesäss geschlagen wird, wobei der erste zu erraten hat, wer der Schlagende war; glückt ihm dies, so muss der Erratene an seine Stelle treten. Verbr. — Sch. schniən (schneiden) im Pfändersp.; der Betreffende stellt sich in eine Ecke u. tut so, als ob er von seinem eignen Oberschenkel ein Stück abschneidet, er sagt dabei: Hi stonn ek un schniə Sch., wen ich lieb hab, dem tu ich winken Gummb-Berghsn. — b. ein Viertel des Baumnusskerns; en Nuət hat veer Sch.ə MGladb, Grevbr. — c. Pl. Birnenschnitzel, beim Krautkochen in den Obstsaft eingebrockt Sieg-Rhönd. — d. aller Sch. scherzh. altes, stumpfes Messer Zell-Bärenb, Koch-Lutzerath; alte Scharteke Trier-Stdt. — e. Schinkelche Samenkapseln der Herbstzeitlose Goar-Niederbg. Schinken-arm, meist Pl. -ę·r.m Köln-Stdt m.: Ärmel, oben sehr breit. PfWB Schinken-ärmel Verbr. m.: dass. Schinken-bändel -bę·ŋ.əl Sol-Ohligs m.: B., mit dem der Schinken aufgehängt wird. Schinken-bauer -būr NBerg, Grevbr-Wickr m.: ein Nachhüpfsp.; alle müssen wechselseitig rechts oder links hüpfen; einer hüpft hinterher; wen er erhascht u. anschlägt, hat ihn abzulösen. Schinken-bein -bēn MGladb-Viersen n.: in dem Kinderspr.: Pater noster, Sch., sett die Schottel op den Dösch; nicks dren, n. drut, Klos (Klas), marscheer dich der Dür (Türe) erut! Schinken-beissel -bēsəl uWupp, Grevbr (rip); -beitəl Neuss, Mörs-Rheinbg m.: das lange, breite Stück Speck, das vom frischen Hinterschenkel eines geschlachteten Schweines abgeschnitten wird, um dem Schinken die rechte Form zu geben. Schinken-blume -blū:m Geld-Schravelen f.: Hirtentäschelkraut, auch Düwelsschenke, capsella bursa pastoris. Schinken-braten -brrə Goar-Trechtingshsn m.: im Bastlösespr.: Saft, S., File, Korn in de Mihle, Stan in de Bach, dass die Peif kracht; will se nit gerore (geraten), schneid ich Sch.! Schinken-brühe -brī, –br:t (s. S.) Allg. f.: wie nhd. Schinken-butt -o- Klev, Rees m.: Knochen im Schinken. Schinken-butter m., n., Schinken-butterramme f. (s. S.): -butterbrot. Schinken-dopp Düss-Serm m.: -knochen. PfWB Schinken-fleisch (s. S.) Allg. n.: wie nhd. PfWB Schinken-fresser Koch-Moselkern m.: in dem Kinderspr.: A.: So (sage) mol Messer! B.: M. A.: [Bd. 7, Sp. 1146]
Dei Vadder es en Sch.! PfWB Schinken-hächse -h:s Zell, Koch, May-Mertloch f.: 1. –knochen. — 2. übertr. das hintere Ende des Fusses über der Ferse. Schinken-haken (s. S.) Allg. m.: H., an dem der Schinken aufgehängt wird. RA.: Hej leggt do wie enne Sch. krumm, mit angezogenen Beinen Mörs-Rheurdt. Schinken-ham Bitb-Kyllbg m.: Schinken. Schinken-händler, Schinken-handelsmann -hęŋələr, –haŋəltsman OBerg m.: H., der (etwa bis 1860) im Herbst u. Winter Schinken aufkaufte u. sie mit seinem Fuhrwerk in die Stadt brachte u. an Privatkunden verkaufte, bes. ins NBerg. Schinken-kessel Köln-Stdt Anfang XIX m.: K., in dem der Sch. gekocht wurde. Schinken-klöpfer -kløpər Köln-Stdt, Ess-Frintrop m.: verächtl. Lehrer. Schinken-klüppel -ø- Dür-Stdt m.: -brötchen. PfWB Schinken-knochen (s. S.) Allg. m.: 1. wie nhd. Get us och en Sch., de donn mer en dem Döppe koche! aus dem berg. Pfingstheischelied. — 2. übertr. scherzh. Geige, Gitarre Elbf. Schinken-kopf -kǫp Eusk-Zülp m.: verächtl. K., nach oben sehr breit auslaufend. | |