| PfWB ElsWB LothWB schiessen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -īs- [Birkf -e-; Wend, Ottw, OSaarl vielfach -ēi-], Part. gəos [auch gəīst, –ost]; Mosfrk -ī:s-, –ē:- [Saarl, Merz u. Bernk (Mos) vielfach -e·i.-], Prät. (so weit geläufig) os, Part. geos(ən), –ǫ-; Rip -ē:s-, du ȳs, hę ȳs [Ahr, NAltk im Diphthongierungsgeb. -øy-], Prät. os (uSieg, LRip auch ozs, ous, –ō-), Part. jəǫsə [-ǫzsə, –ǫusə, –-]; im Rip Imperat. neben ē:s auch ūs; n. der Benr.L. im Berg -ē:t-, –ī:-, –ē- [am ORande -ei-], du yts, hę yt, Prät. ōt, Part. jətən, –ǫt- [Wermelsk -ī:t-, Prät. ǫs, Part. jəǫsən]; SNfrk -ē:t- [Eup-Stdt -eə-, Ld -iə-, Kemp-Dülken, Kref-Stdt -ę·i.-], du yts, hę yt, Prät. ōət, –ūə-, Part. jəətə; Klevld -īt-, he øt, ge it (ihr u. du), Prät. t, Part. γətə [MülhRuhr -ī:t-, dou yts, hę yt, Prät. ōt, Part. xəōtə; Ess -ǫtən] st.: 1. trans. a.α. mit Waffen, Schiessgewehr, Knallbüchse; absol. düser Sonndag hammer Sch. Schiessübung auf die Scheibe; do schüss et em Bösch, de Jäger sen em Gang; do hät et paftech geschosse; met der Flent (met er Kanun, mem Katzekopp »Böller«, met dem Flitschebogen, der Knallbüss) sch.; met Schrott, Kugele, Rihposte sch.; op enen (jet) sch.; drop-, derlangssch.; no enem (jet) sch.; en de Loch (Luft) sch.; Löcher en de L. sch.; enen [Bd. 7, Sp. 1105]
Fehler sch. beim Scheibenschiessen; en et Schwarze sch.; fähl sch.; he kann got (gedicht treffsicher WEif) sch. — Sch. im Bergwerk sprengen; em Stenbruch sen se am sch., auch Sten, Erz sch. — RA.: Die Burschen sch. am Vorabend der Hochzeit, wofür sie vom Brautpaar Wein oder Branntwein erhalten, und am Neujahrsabend. Wenn vill geschousse wiərd, w. och vill gebauz (geweint) vom Sch. bei der Hochzeit Bo-Wesseling. A.: Gef mer dat! B.: Beck (bück) dech, he schiesst! abschl. Antw. Saarbg. Pitter, böck dich, Pastur schüss! Eusk-Commern. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Soldaten u. einem Kornhalm? Der Soldat läd dererscht (zuerst), un dann schiesst er, et Kore sch. d. un dann läd et (es bilden sich die Körner) (im Wortsp. zwischen sch. 1 u. sch. 2) Bernk. Esu schnell sch. de Preusse net! so rasch geht das nicht Rip, Allg. Bat hat de Jäger, wenn e geschoss hat? E stinkig Rohr Koch-Laub. Du mens wahl, wenn Gott well, dann schüss ene Bessemstill! Du bist leichtgläubig Jül. Met der linene (leinen) Flente sch. betteln gehen Siegld. Dat wor, wie se met Spöllompe geschosse han früher, in einer unbestimmten Zeit Ahrw-Bodend. Die Linner Armee (Kref-Linn) schütt möt Keckete (Fröschen) scherzh. Enem op de Kapp sch. ihn verantwortlich machen MGladb-Hockst. He het en et Water geschoten hat einen Fehlgriff, ein missglücktes Unternehmen gemacht NBerg. De hät en de Duve geschosse hat eine reiche Frau bekommen Köln. Schiet niet onder (op, en) andermanns Duwe! entziehe anderen nicht die Kundschaft! Klev, Rees. De schütt nor de Kuhw on tröfft et Kalf Geld-Nieukerk. Su lang der Vugel steht, schüss mer derno man sucht das Erreichbare zu bekommen Dür-Stdt. Su lang der Vugel noch steht, soll mer derno sch. eine Gelegenheit ausnutzen Malm. — Donner schüss! Fluch Sieg, Köln. — Obj. das Geschoss, Kugele, Schrott (u. met K.) sch.; das Ziel, mer john Hase udgl. sch.; etwas (einen) kapot sch.; enem de Knochen em Lief k. sch.; se han alles enənēn (ineinander-) geschosse; enen dut sch.; sech d. sch. (ersetzt das fehlende ersch.) Rip, Allg. RA.: Klocke gesse, Kugele sch. un Düvele banne, de nit dobei hoff (nötig hat) zo sin, de blif dervun! Köln-Stdt. De hät noch ens en Bock geschossen einen Fehler gemacht Wermelsk, Allg. Der micht e poar Auen wie e geschossener B. Wittl-Dörb. He hät e Rengeldüffke (-täubchen) geschoəten ein besonderes Glück gehabt Kemp, Kref. Men mott den Hasen sch., wo he löppt frisch gewagt ist halb gewonnen Ess. Gewist (gezeigte) H. sin net got sch. eine Sache, auf die man hingewiesen wird, ohne sich selbst darum bemüht zu haben, ist doch nicht so leicht zu erreichen Malm-Bütgenb. Gemolte Vügel sin leich zo sch., ävver nit zo genēsse Köln-Stdt. Bal schiesst mer kenen Has dem gesagt, der erzählt: eich hätt bal ... Mosfrk; sihrno (bald) schüss ken Kroh (Krähe) Rip; s. sch. de Blöngk (Blinde) en Kr. Sieg-Hennef. De schesst sech noch et Fett (Oge) von de Zopp (Suppe) er vernachlässigt bei seiner Jagdleidenschaft sein Geschäft u. verarmt Rip, Rhfrk, [Bd. 7, Sp. 1106]
Mosfrk. Wenn e Bauer Hose schiesst, da sch. e sech et Brut vo jem Dösch Prüm-Mürlenb. Hen düht, as wenn hen de halwe Welt inənēnsch. woll so erregt ist er Geld. Do hucken a (auch) lauder: hau mer ne, stech mer ne, schiess mer ne! Lumpenpack Saarbr-Sulzb. Dau kannscht dich dot sch. losse! lass dich doch begraben Rhfrk. Der is geschosse mit der Belzkapp (Pelz-) er ist närrisch, überspannt, macht dummes Zeug; auch er is g. Saarbr, Ottw, Saarl, Simm. Wenn de nit brav bes, krie ich de Wichsbörsch on mak dich schwarz on schess dich dut met en Brotwōsch! Düss-Stdt. Dau herscht (gehörst) en er Kanon no Potsdam geschoss so dumm bist du Nahe. Den soll mer och mar dem Düvel en de Höll ze Neujohr sch.! MGladb-Rheind. — β.αα. stark furzen; der kann der ävver sch.; der hät der ene geschosse Rip, Allg. RA.: Erten (Erbsen) on Bonne sch. wie Kanone Heinsb. — ββ. De Oge schosse glöhnig Für (glühendes Feuer) so leuchtete der Zorn aus seinen Augen Rip. — γγ. dat häste (got) geschoote getroffen; wie hät et g.? wie hat es gegangen; et hät got g. die Gelder sind gut eingegangen; bi hör (ihr) wol et Werk (die Arbeit) net sch. nicht gelingen Heinsb, MGladb, Kref. — δδ. met ow es ok genn Ręcht (u. Recht Richtung) te sch. bei dir bekommt man kein Recht, du bist Vernunftgründen nicht zugänglich Rees, Klev, Geld, Kemp, Heinsb (rēχdər), Bergh-Glesch (rīədər), Sieg-ODollend. — εε. sin Wörtchen en de Wog (Waage) met sch. ein gewichtiges Wort zu sagen haben Sol. — b. schnellen, im Kindersp. α. die Klicker schnellen mit dem Daumen, den man gegen das Mittelglied des gekrümmten Zeigefingers ansetzt u. plötzlich nach oben schnellt; absol. u. (den) Klicker (Ümmer, Kräll usf.) sch.; ich han deinen Kl. (oder dich) geschossen getroffen; auch Knef (Knäufe, Knöpfe) u. Bunge (Bohnen) (als Einsatz) sch. Mosfrk. Das Spiel nennt man auch Schiess-ches Rhfrk, Mosfrk; Knieches sch. vom Knie aus schnellen Birkf; je nach der Einsatzstelle der Klicker nennt man das Spiel Kreis sch., Pärk sch.; Pängke (s. Pfand) sch., Kul (Külche) sch.; Höppske (Häufchen) sch.; Reihke (Strich) sch.; Rengske sch.; Knuze (Knüwkes) sch., Spanne sch. (s. d. W.); schesses mir oder fort sch. m.! Ruf des Spielers, der ihm erlaubt, die Lage seines Schnellklickers zu ändern Bergh, Dür. RA.: He schüsst ut de Hohner-, Entefott, (-gesäss) gesagt, wenn das gebogene Unterglied des Daumens nicht auf die Spitze des Zeigefingers, sondern so gesetzt wird, dass es auf dem Klicker sitzt, der auf dem Mittelglied des Zeigefingers ruht Düss-Ld. — β. iwer't Wasser sch. einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Saarl, Allg. (mit Synon.); Brockel sch. Saarl-Diefflen Guising Pachten Merz-Bietzen; Rauten sch. Saarbg-Weiten; Blut sch. Gummb-Ründeroth; de Braut sch. Merz-Losh. — γ. Pfeile oder Bolzen abdrücken vom Flitschebogen oder der Armbrust Allg. — δ. werfen mit einem Balle oder mit dem mit einem Knoten versehenen Taschentuch Rhfrk. Bretzelen sch. ein Knabensp., wobei die Jungen nach einer aufgehängten [Bd. 7, Sp. 1107]
Brezel werfen; der, der sie entzwei warf, erhielt sie Wermelsk. — ε. Bock sch. Purzelbaum schlagen Trier-Schweich, Wittl-Minh, Bernk-Dhron Neumag. — c. etwas mit Ruck schieben. α. Teigwaren auf einem Schieber in den Backofen sch.; et Brot in de Owe sch., — herensch., — heraussch. Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, MGladb. RA.: Briderchen (Brötchen) sch. flache Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen Bernk-Neumag. Hoult (Holz) schnide, Bröttsche backe, Stüttsche kaupe, schut, sch. in't Backöffke! Mettm. — β. das Weberschiffchen, die Schiessspule durch das Gespinn werfen SNfrk, Aach. De Spönn sch. Fäm (Fäden) MGladb-Rheind. — γ. de Bretter ensch. hineinschieben Aach-Stdt. — δ. in der RA.: De schüss nicks en de Schanz wendet kein Mittel (kein Geld) vergeblich an Köln-Stdt. — d. Geld (jet) derbei-, derzosch. hinzulegen Rip, Allg. — e. Bohnen sch., die Fäden von ihnen abziehen Mörs-Repelen, Trier-Longuich. — 2. intrans. mit »sein«, sich rasch, unwillkürlich bewegen, stürzend laufen. a. von Menschen u. Tieren α. kick es, wat den (öwer de Stroət) schütt! von einer Seite zur andern torkelt, der Betrunkene Geld, Allg.; he kom geschosse; sie schoss de Trapp eraf; he es us der Stuff (herus)geschosse (kunn); er kom en de St. erengeschosse Rip, Allg.; he schüsst drop an Sol-Leichl, Allg.; he schot enēn (ineinander) (zesamen, ze Hof) fuhr zusammen, erschrak Gummb, Allg.; ungersch. untertauchen; unger et Water hersch. Gummb, Geld; der Stussvugel (Habicht) schüss op et Hohn (heronder) Rip, Allg.; en dem Bängt (Wiese) schütt me bös öwwer de Enkele en de Modd (Muər) in den Morast Geld, Kemp; der schüss en de Knee (Knie) vor Schwäche Grevbr-Holz; der Betrunkene schüt van ener Sit op de angere Gummb, Allg.; de Koh es övver der Kot (Fussgelenk) geschoəte geht lahm SNfrk, Klevld, Jül, Dür. RA.: Der schüss (doher, derhin) wie ene Stussvugel Rip, — ene Schnok (Hecht) SNfrk, Klevld, — en Hecht Altk, Gummb. He schoss heraf as wie en Kil, — doher wie en Kugel us der Flent Rip. He kammer zesammesch. (erschrecken), dat mer de Zeddere en de Ben kr(e)it Sieg. Et es tum Sch. zum Lachen, es ist merkwürdig Kref, Allg. De es net op de Kopp geschoten er ist ein gescheiter, durchtriebener Kerl Sol. Dor den Bratsch (Korb) sch. in der Prüfung durchfallen Mörs. He süht ut, wie dur de Stropp geschoəte wie ein Galgenvogel, mager MGladb, Kemp, Kref, Mörs. — Bahn sch. Eisbahn schlagen Köln-Lindenth, MGladb-Viersen Rheind (Is sch.), Kemp-Grefr. Doə woər ne Hahn, deə schoət de Bahn, du broək (brach) e e Ben, du geng e hem usf. Kemp-Grefr. — Gang sch. Ruhrschiff: Eigengeschwindigkeit haben gegenüber der Strömung beim Treibenlassen. — Kopp (Köppken) sch. Purzelbaum schlagen Mörs; Tummelemutz sch. dass. Geld-Veert. — β. schnell in die Höhe wachsen u. schlank bleiben; der Jong es am sch. er wächst zusehends; he schüss arg en de Hühd (Höhe) Rip, Allg. RA.: E schiesst wie en Holänter (Holunder) an (in) [Bd. 7, Sp. 1108]
de Loft Trier-Mehring. Ut de Klüte (Schollen) geschote sin tüchtig gewachsen sein Geld. — Auch von Pflanzen, ausschlagen, Zweige bilden, von Gemüsepflanzen, in die Höhe sch. u. Samen bilden; no dem Ren (Regen) schüss de Schlot (Salat) gern, auch de Eərpel (Kartoffeln) sen dit Johr ärg en et Lof (Laub) geschosse Rip, Allg. RA.: Wann es et gefiehrlech, lans en Heck (en de Gard) te gonn? Em Mai, dann es alles am sch. on am utschlonn MGladb. — γ. in der Wend.: He schütt so langsam op die Viertig an wird bald 40 Jahre alt Geld. Be so Weər sch. we all wit en den Herres (Herbst) eren bei schönem Herbstwetter sind wir nicht durch Regen u. Frost an den Arbeiten in Feld u. Garten behindert Kemp. — b. von Sachen. α. der Stăi(n) schiesst got der Eisenstein wird durch den zur Explosion gebrachten Sprengstoff leicht aus seinem Zusammenhang gelöst, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — β. den Ak (Nachen) schott förüt as ene Schnuk (Hecht) Mörs, Allg.; wat de Steəre sch.! bei Sternschnuppenfall; doə schütt ene St: Kemp, Allg. [e St. hot geschoss statt es g. häufig in Wend, Merz]; et Wasser schüss us dem Rühr, — sch. heronder Rip, Allg.; et Gehir as em weggeschoss bei einem Unfall Trier-Euren; et schiesst durch en wie't ränscht (reinste) Wasser er hat gehörig den Durchfall Saarl-Berus; der Dude fängt an iwersesch. zu tropfen Goar-Weiler; eich schlahn dir uf dei Flänsch (Lippe), dat Maul un Nase dir iwerschiesst! dass das Blut dir aus Mund und Nase kommt Simm; dem scheisst gleich de Gal iwer er wird gleich zornig Bernk, Mosfrk, Rhfrk; de Plog (Pflug) schött drowerhen greift nicht ein Rees; de Flamm schüss huh (en de Hüh) schlägt hoch Rip, Allg.; et Für schüss zischt Bergh, Merz-Reimsb. Loss Koərd (Kordel des Papierdrachens) sch.! gib dem P. Bewegungsfreiheit, übertr. erzähle, berichte! Rip, SNfrk. Pitter, loss Krütz (Kreuz) on Fahn sch. on halt dich an de Wigge (Weiden) fas! zu dem gesagt, der sich flüchten soll Bo; de Klinken sch. loten den Nasenschleim herunterlaufen lassen Gummb; dem Keng (Kinde) send de Mandele geschoəte geschwollen MGladb; de Ängschten woren mer en de Bän geschoss die Angst war mir in die Beine gefahren Merz-Erbring; he löppt, as wenn öm et Hart (Herz) en de Bocks geschoten was Rees, Klevld. — γ. unpersönl. et schütt (net) es geht, glückt (nicht), es geht (nicht) voran SNfrk, Klevld; well et net sch., donn komm (zum Arbeitenden) mar möt, ech schött (schütte) dech ene (einen Schnaps) en Kemp-SPeter; da's em mötgeschoəte geglückt Kemp-Stdt. De Botter schütt nit die Milch buttert nicht Geld, Mörs. Et sch. loəte Reissaus nehmen, sich nicht darum kümmern, etwas verzögern SNfrk; lott mar sch.! spiele auf beim Kartensp., berichte SNfrk, Rip; den ēne let (lässt) et op den ongere (andern) sch. jeder überlässt die Arbeit dem andern Kemp. Et schütt em op de Plagge (Lumpen) die Geduld reisst ihm SNfrk; der löt alles durch de Koərd sch. verschwendet alles MülhRh-Refr; dat is mer ewe dorich de Kopp geschoss plötzlich [Bd. 7, Sp. 1109]
eingefallen Rhfrk, Allg.; dem es et en et Höf (Haupt) geschosse er ist stolz geworden, er hat sich erzürnt Rip, Allg.; et üs üm in de Beine geschoten ein unangenehmes Ereignis hat ihn tief erfasst Mülh-Ruhr, Allg.; da schütt en de Hose es wird nichts draus; lot et nit en de H. sch.! schiebe es nicht auf; dat es öm e jen H. geschoəte ist ihm leid geworden Heinsb, Kemp, Kref, Geld, Mörs. Et es noch genog för dech üəvergeschoəte übriggeblieben Heinsb. — δ. et ös op de Tit geschote es ist hohe Zeit, ist spät geworden Ruhr, Berg; et schütt op Ovend an, — op twelf Uəhren an es geht auf den A., auf 12 Uhr an Kemp, MGladb-Viersen. — ε. angrenzen; mi Langk schüss an der Jann et singt, auch ech sch. met mengem Stöck ovve lans a Möllersch Bände (Wiesen) Rip. — ζ. de Melk schütt, — es geschoəte gerinnt (geronnen); g. Melk Verbr. nach Wk. IV 20 Klevld, Geld, Mörs, SNfrk (nicht Geilk, Erk, Grevbr); de M. es bejenē geschoətə Heinsb-Althaaren Karken. — Abl.: die Schiesserei, dat Geschiess. ab- schiessen: 1. trans. a.α. ein Gewehr (Pistole) a., abdrücken Allg. — β. Den hät sich de Fenger afgeschosse Rip.; aus dem Wildbestand einige Tiere wegsch., auch den W. vernichten, se hon all die Reh im ganze Kreis abgeschoss Rhfrk, Allg. — γ. herabsch., z. B. den Vogel von der Stange, beim Schützenfest Allg. RA.: Du häs der Vuəgel afgeschoəte es am besten gemacht Heinsb, Allg. — b. übertr. α. de Koh hat de Drag (Scheide) afgeschoəte hat Scheidenkatarrh MGladb. — β. einem etwas a., anmerken, dät han ech em afgeschoəte ihm an- oder abgesehen Heinsb, Grevbr, Gummb, Nfrk, Bergh, Allg. Ich hǫuw et em glik aəvgeschoəte Eup. — 2. intrans. a. do schütt ene Steər af bei Sternschnuppenfall Heinsb, Kemp. — b. abrutschen, abgleiten dem sch. de Hoəsen (Strümpfe) of; de's von't Klöf (Abhang) ofgeschoəte Kemp, SNfrk, Klevld, NBerg. RA.: Dem es en Pann afgeschoten er ist nicht richtig im Kopfe NBerg. an -schiessen: 1. trans. a.α. einen a., durch einen Schuss treffen, verwunden, nicht töten; du häs den Has eckersch (nur) angeschosse; der H. es e. a. Rip, Allg. — β. das Neujahr, das Schützen-, Kriegerfest, den Hillich a., durch Schiessen begrüssen Allg. RA.: Dat Fromesch (Fraumensch) soll mer en en Pestol lane (laden) on sch. dem Düvel der Neujoəhr dermöt an so schlecht ist es Kref-Fischeln. — b. übertr. α. das Kleid a., über- oder anziehen; schet dech dat Kled an! SNfrk. — β. das Brot es ongeschoss ohne schöne Kruste, da es zu dicht neben einem andern im Backofen lag u. deshalb mit diesem zusammenbuk Goar-Weiler. — γ. Garben a., anlangen Klev. — δ. zwei Eisenstücke a., aneinanderschweissen Sol-Remschd. — ε. he es angeschoten betrunken Sol. — 2. intrans. a. herankommen; mich dönkt, se motten nau so langsam a. Geld, Mörs, Klevld. — b. et schütt all (schon) an es ist bald getan ebd. — c. angrenzen dat schütt an os Stöck an Kemp-StPeter. PfWB ElsWB auf -schiessen: 1. trans. einen Behälter durch Sch. öffnen; he hät de zogenagelte [Bd. 7, Sp. 1110]
Düər opgeschosse Rip, Allg. — 2. intrans. a. hoch, schlank wachsen; he schüss (huh) op; he es huh opgeschosse; ene (huh) opgeschossene Minsch Rip, Allg. — b. plötzlich auftauchen, von einem, der nicht oder noch nicht erwartet wird; doə kömmp er enen opgeschoəte SNfrk. — c. verlaufen, von einer Arbeit; den Ärbet schütt (nit) op die Arbeit geht (nicht) vorwärts; wenn et Wer (Wetter) so blifft, dann soll et met den Baut (Ernte) opsch. Geld, Mörs, Klevld. aus -schiessen: 1. trans. Teigwaren a., aus dem Backofen mit dem Schieber schieben Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, SNfrk. — 2. intrans. a. auswandern Neuw-Datzeroth. — b. de Kar schütt ut Heu oder Früchte lösen sich vom Erntewagen; übertr. die Frau kommt zu früh in die Wochen Erk-Elmpt. be -schiessen: etwas b., nach dem Nhd.bei -schiessen: 1.Geld b., dazugeben Allg. — 2. Klicker b., gegen eine Wand werfen, dass sie zurückprallen; wessen Kl. einen daliegenden trifft, hat alle gewonnen Köln-Stdt, Klev-Cranenbg. durch -schiessen: in Samen sch., von Gartenpflanzen; der Schlat (Salat) es durgeschoəten SNfrk, Klevld; en dürgeschotene Rüb hoch aufgeschossener Mensch Mörs-Veen.ein -schiessen: 1. trans. Teigwaren e., mit dem Schieber in den Backofen schieben, Verbr. wie aussch. (s. weiter bei Brot); Säl (Seil) esch. die Taue in den Seilkasten ordnen, in der Spr. der Saarschiffer. — 2. intrans. a. die Milch schiesst ein in die Brust der Frau, das Euter der Kuh Simm-Laub. — b. of ebbes enggeschoss sen eingeübt sein Saarbr. er -schiessen: einen (sich) e., wie nhd. WEif [sonst nur nach dem Nhd., in der MA dafür enen (sech) dut sch.]. RA.: Den os net wert, dat he mat Seidrek (Scheissdreck) erschoss get Trier-Mehring, Prüm-Ihren.nach -schiessen: 1. einen Stollen (im Bergbau) n., ihn nachträglich noch erweitern; eine Strosse n., das beim Vortreiben eines Stollens an der Sohle zu wenig abgetragene Gestein noch nachträglich durch Sprengungen entfernen, so dass das auf der Sohle gelegte Gleis der Grubenbahn nur die statthafte Steigung erhält, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — 2. absol. ein Klickersp., Nachwerfen spielen Kemp, Geld, Klev, Rees. ver -schiessen: 1. trans. a.α. Kugeln, Schrott v., durch Sch. verbrauchen; he hät sech verschosse Rip, Allg. RA.: Hean hot sei Polwer (Garn) all verschoss hat seine körperlichen Kräfte, sein Vermögen verschwendet Bitb, Allg. — β. etwas v., durch Sch. zerstören Rhfrk. — b. übertr. α. in der RA.: Wenn et vür Allerhellige wengktert (wintert), hät de Wengkter verschosse seine Kraft verloren Dür-Gey. — β. de Koh hat verschossen zu früh gekalbt Schleid-Heimb, Dür, Jül, Eup (Raeren es v.), Aach, Geilk; e verschoəte Räind Eup; sech v. zu früh kalben Eup. — 2. intrans. a. der Stern verschütt bei Schnuppenfall Klev-Wissel, Mörs-Wardt. — b. bleich werden, verblassen, von der Farbe, unter dem Einfluss von Licht u. Luft; wat dat Kläd verschoss is! Rhfrk, Allg.; die Farf verschüss lech (leicht) Rip, Allg. RA.: He verschütt wie en Lik (Leiche) MGladb-Odenk. Ich haue dich, dat de [Bd. 7, Sp. 1111]
verschüss! Dür-Abenden. He verschot van Klür (Farbe) wurde bleich vor Schrecken Geld-Straelen. — c. sich in einen (etwas) v., verlieben; du häs dech (bes) en dat Mädche verschosse; er es en de Plan v. Rip, Allg. PfWB ElsWB vor -schiessen: einem Geld v., wie nhd., Allg.zer -schiessen: etwas (einen) z., durch Schiessen zerstören; de Fahn wor gonz terschoəte Kemp, Allg. (Rhfrk ver-). PfWB zu -schiessen: nach dem Nhd. Schiess īs, Pl. -sə(n) Saarbr-SJohann m.: dickster Klicker. Schiess-äbbes s. –eidechse. Schiess-ämmels ūsę·m.əlts nach Wk. VII 27 Neuw-Notschd Lorschd; ȳsę·m.əs Sieg-Schönenbg f.: Eidechse. Schiess-angel Wittl-Landschd f.: Wasserjungfer, Libelle. PfWB Schiess-bogen (s. S.) Elbf, Kref, Aach-Alsd m.: Armbrust, Flitschbogen der Knaben. Schiess-brötchen -brī:təs Simm-Buch: Sch. werfe einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen. Schiess-büchse (s. S.) f.: 1. scherzh. Gewehr Schleid-Marmag. — 2. Knallbüchse der Knaben Simm, Goar, Koch, Wittl, Prüm, Schleid (Scheven ūs-), Mörs, Klev. PfWB Schiess-bude (s. S.) f.: nach dem Nhd. auf Jahrmärkten. Schiess-ding -deŋk Heinsb-Erpen n.: Steinschleuder mit Gummizug oder Spiralfeder. Schiess-dose -dū·ə.s Jül-Müntz f.: Knallbüchse der Knaben. Schiess-eidechse nach Wk. VII 27 -dəs Simm-Neuerk, — ębəs Koch-Auderath Düngenh Kaisersesch Lutzerath Masbg Urmersb, May-Ditschd Glees Kretz Kruft Münk Nitz Stdt Volkersf Waldesch Wehr, Aden, Ahrw (-abəs Bachem Fronr); -ęăbəs Wittl-Stdt, -ęrwəs May-Polch Trimbs Kollig (-ęwəs), Neuw-Gönnersd Hüllenbg f., m.: Eidechse. | |