PfWB LothWB Schelee das Wort (frz. gelée) ist nach dem Nhd., bes. in den Städten, allg., auf dem Lande bes. für Himbeergelee, u. zwar əlē: u. lē:, im Rhfrk u. Mosfrk ęli, ili, –lə; doch fehlt Bed. 1. in dem bei Bed. 2 angegebenen wmosfrk. Geb., wo Gebeize gilt Sg. t. n. (m.): 1. Sch., aus Fruchtsäften eingekocht, Johanneskirschen-, Himpelten-, Bromelten-, Höllertensch. (Holunder-), Sch. van Äppeln OBerg, Allg.; in Geb. 2 dafür Gebeize. — 2. ili, –lə m.: Sülze von Schweinefüssen, –ohren, –schnauze, Ferkel en Sch., auch Verstand Merz, Saarbg, Trier bis Bernk, Zell-Briedel, Bitb (Ehlenz auch iliŋ) Daun-Müllenborn, Neroth, May-Plaidt, Schleid-Scheven, Jül-Stetternich, Kemp-Stdt. — Scheleeschwardemagen dass. MülhRh-BGladb. schelen -ē- = schälen (s. d.).
Schelf I -e- = Schale, Kopfschuppe, Eisscholle s. Schülbe.
Schelf II ęl(ə)f, Pl. -vər, das Wort, mnd., ndl. schelf, zweimal bezeugt n.: 1. Bücherbrett Aach-Stdt 1836. — 2. Klotz, zum Einsetzen der hintern Rungen in die Karre Mörs-Pelden.
Ge-schelfs Sg. t. n.: 1. hochwasserfreier Raum für das Vieh; Podium im Keller für Kartoffeln (udgl.), wo Grundwasser zu befürchten ist Dinsl, Duisbg, Mörs [Binsh Schwafh --]. — 2. erhöhte Nebentenne Mörs-Orsoy, Ess-Karnap.
auf-schelfen opęlwən Mörs-Binsh schw.: Holz opsch. aufschichten.
schelfern -ę- Klev-Warbeyen schw.: 1. den Viehstall sch., mittels Reiser u. Stroh höher legen, gegen Hochwasser. — 2. mit einem flachen Stein über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft.
Schelke das Wort, im Ablaut zu Schülke [Bd. 7, Sp. 1029]
»Scholle«, Schülbe u. Schülpe, ist eine suffixale Abl. zu Schelle I, das hinwiederum eine Abl. zu Schale II ist; es ist als ęlək, Pl. -kə verbr. Rip in Altk-Birken (Sieg), Sieg-Eischd Felderhoferbrücke Fussh, Bergh-Frauw f.: Schwiele, Blase, bes. abgerissene, an Händen u. Füssen.
schell = schielend s. scheel; Schell I = Schale II (s. d.); Schell II = Wagenschämel s. Schämel; Schell III = Maulwurf s. Schel III; Schell IV s. folg. Schelle I u. II.
Schellack in den Städten Sg. t. m.: nach dem Nhd.
Schellasch = Rippenstück des Schweines s. bei schälen, Schale II.
PfWB Schellatin in den Städten Sg. t. f. (n.): nach dem frz.-nhd. Gelatine.
Schelle I das Wort, vom Volke mit Schelle II in Verbindung gebracht (vgl. auch Schelke), ist Rhfrk, Mosfrk in Saarbr-Holz, Merz, Trier, Wittl, Bernk, Kobl, Prüm, Neuw, Altk, Rip in Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Neuss, Sieg, MülhRh, uWupp, Wippf (rip.), NBerg verbr., u. zwar ęl, im Geb. der Schärfung ę·l., in Trier, Wittl, Bernk l; Pl.-lə(n), f.: weisse Hautblase mit wässerigem Inhalt, infolge Drucks, bes. in den Händen derer, die keine Arbeit mit Schaufel oder Hacke (udgl.) gewohnt sind, infolge von Brandwunden, Insektenstichen, beutelartige Ringe unter den Augen Köln-Stdt; ech han mer en Sch. an de Feərsch (Ferse) gelofe Rip, Allg.; fies harr he sech sing ganze Puəte (Pfoten) verbrangt, on glik drop liepen (liefen) en paar decke Sch.ən an Remschd, Allg. RA.: En de Ecken henger'm Ovven kam mer sech genn Sch.ə lofe on gene Verstehstemich (Verstand) kofe MülhRh. Mer sol menen (meinen), he kreg Sch.ən an de Mul van allen Blatschen (Schwätzen) Sol-Leichl.
Schellen-rotlauf -lāf Saarbr-Völkl m.: Gesichtsrose mit Blasen.
PfWB ElsWB LothWB Schelle II das Wort ist allg. [Selfk, Klevld auch daneben Bell], lautend wie Schelle I, Demin. ęlχə(n), –ę·l.-, –ęl-, ęl(ə)kə, ęltjə f.: 1. wie nhd.; Hausklingel (in den Städten), Husdürsch.; an der Sch. trecken; met der Sch. bimmeln; de Sch. bimmelte OBerg, Allg.; Schelləkes make (trecke) an den Häusern schellen, um die Bewohner zu foppen Nfrk; Schellche(r) trecke Rip; die Dorfschelle, vor Bekanntmachungen geläutet Allg.; de Perd hant Sch.ən an den Hamenspönen (Kumt) OBerg (Schwarzenb), Allg.; im Siegld trägt das Weidevieh Schellen, je nach der Grösse growe, hiere (feine) Sch.ən; de Aischell die grösste Glocke, die die stattlichste Kuh der Herde trägt (vielfach auch die Sch. des Leithammels, Ai = Schaf-); sie besteht aus Bronze, der an einem Lederstück darin schwebende Klöbbl aus Eisen. Die Schäll hängt mit einem flachen Bronzebügel in zwei Lederriemen, die beiderseits am (Schälln-)Bäjjl festsitzen. Die Schellen gehören samt den Bügeln dem Hirten; wird er am Mechlsdāch in eine neue Gemeinde eingeholt, so hängt sich die begleitende Dorfjugend die Schellen um, dazu blatz ältere Burschen mit der Renggaisl. [Bd. 7, Sp. 1030]
Das Herdengeläut hat für das Siegerland eine besondere Bedeutung, weil die Herden zum Weidegang in die Hauberge getrieben werden und die Schälln allein es ermöglichen, die Herde in dem dichten Gehölz zusammenzuhalten. — Die kleinste Glocke, mit der zuletzt zu Beginn der Messe geläutet wird, ist die Sch. Erk-Elmpt; de Gottschell das Versehglöckchen SNfrk, RA.: Et löck (läutet) de Sch. verächtl. vom Glockengeläut der Nachbardörfer Dür. Die Dorfschelle klingt: Brengt Geld, br. G.! Neuw. Der hät en Stemm wie en gebarschte (geborstene) Sch. Rip. He hängt em Rock (der zu weit ist) wie en Kläpper en der Sch. Waldbr-Wildbg, Gummb-Hombg. Der Katz de Sch. anhange wie nhd. Allg. Gih, hängk et on de Sch.! plaudere es aus Mosfrk. Et kömmt noch an de grote Sch. wird noch allgemein bekannt Klev. Der Katze, de Müs fangen sall, darf mer ken Sch. an den Sterz hangen Wermelsk. De Männer send all gout, häbben ävver all en Sch. anger (unter) dem Hot im Grunde taugen sie alle nicht Kref. Wer es et stärks en de Kerchen? De Sch.; se reckt (zieht) all op de Kne (Knie) Rip, Nfrk. — Dä geht op de Schell arbeitet an einem Platze, wo Arbeitsanfang u. -ende durch Klingeln angezeigt wird Aach-Breinig. — 2. übertr. a. et Schellche Klingelbeutel in der Kirche; et Sch. hewe Almosen einsammeln Neuw-Datzeroth, Siegld [die Bezeichnung ist in Siegen auch übertragen auf den Sammelteller aus Zinn, der am Kirchenausgang hingehalten wird]. — b. Pflanzen. α. blo Schellekes rundblätterige Glockenblume Saarbr-Püttl, Klev-Üdem. — β. Schellcher Zittergras Birkf-OHamb, Eusk-Rheder Weingarten, Schleid-Berg; Schellekes Mörs-OMörmter. — γ. Schealn Grashalme mit aufgefädelten Erdbeeren. — c. Geräte: schellenartig. α. Schrappblech, zum Abschrappen der Borsten des geschlachteten u. gebrühten Schweines May-Kehrig, Siegld, Aden-Nohn, Dür-Merzenich, Aach-Bardenbg, Eup, NErk, Kemp (neuer, alt drøŋk), MülhRh, Düss-Rating. — β. der Eisenteil in der Mitte der Wagenwaage (Wo), an dem diese befestigt wird Meis-Meddersh, Simm-Laub, Neuw-Dierd; Verstellvorrichtung am Pfluge Altk-Dickend; Rungenstütze am Wagen Bo-Keldenich. — d. Schellche werpe einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Monsch-Witzerath, Bo-Waldrf, Köln-GrKönigsd, Bergh-Balkhs Harff. — e. e Schellche halbes Anrecht am Spiel; wenn ein Spieler im Sausp. zum ersten Male nicht in die Kaule trifft, hat er nur mehr e Sch.; wirft er zum zweiten Male vorbei, hat er et Würmche (letztes Anrecht); beim dritten Fehlwurf wird er vom Spiel ausgeschlossen Schleid-Dollend. — f. Schlag auf den Kopf, auch Koppsch. Bernk-Morb, Schleid-Dahlem. — g. et Schellche die Orte Neuw-Siebenmorgen Nassen Desb, auch die Schellcheshüh (-höhe).
PfWB Schellen-band (s. S.) Berg, Nfrk n.: -riemen, am Pferdegeschirr. Schellen-baum (s. S.) m.: wie nhd., bes. der Sch. der Schützen. Schellen-belle ę·l.əbę·l.(χə) Aach-Stdt, Eup f. (n.): Schellengeläute, Kinderspielzeug, [Bd. 7, Sp. 1031]
mit Schellen gefüllte Rassel. Schellen-blech ęl- Simm-Laub n.: Schelle 2 c β an Wagen u. Pflug. PfWB Schellen-blume (s. S.) f.: 1. Glockenblume, campanula rotundifolia u. rapunculoides uNahe, Bo-Pech. — 2. weisse Zaunwinde, convolvulus sepium Heinsb-Dremmen. — 3. Gundermann, glechoma hederacea uNahe. — 4. Eisenkraut, verbena offic. MGladb-Odenk. — 5. ęl- Löwenzahn, taraxacum offic. Siegld-Dielfen; -lə- Johannld Nenkersd. — 6. ęl- Feuerlilie Siegld-Häuslingsgrund. Schellen-bock ę·l.- Ahrw-Löhnd m.: in der ausweichenden Antw. auf die Frage: wohin gehst du? Op de Sch. Schellen-brett (s. S.) n.: 1. ęl- die Querverbindungsstange zwischen den Leitern des Wagens Simm-Gehlw, Zell-Raversbeuren, Bernk-Monzelf; Verstellvorrichtung des Pfluges Birkf-Schwollen. — 2. e·l.ə- verächtl. ot Sch. alte, magere Kuh Eup-Raeren.