| PfWB ElsWB LothWB scheissen II das Wort ist allg., doch nur allein herrschend im Rhfrk u. Mosfrk u. in der Selfk, neben drītə, ītə Geld, Mörs, Klevld; im Rip u. [Bd. 7, Sp. 1015]
Berg (nur Sol, Mettm hat ītən), SNfrk ist das Hauptwort drīsə, –īt-, u. sch. in nhd. Lautung als derberes Wort aus dem Nhd. entlehnt als eisə(n), –ęi- [Einlautung des Vokals als -īs- bes. in Monsch, Eup-Raeren, Dür, Jül, Aach, vereinzelt in Schleid, Sieg; -ēs- Eusk; Gummb-Schwarzenbergisch -eis-, Part. alt jəitən]; Rhfrk aisə, –ęi- [Birkf-Idar -ē-], Part. geschis, –e-; Mosfrk ęisə, –ei-, Prät. es, Part. gəes(ən); im Geb. der Eif, des Westerw -a-, –ę-, –ai-, –o-, –ǫ-; Siegld -is-, Prät. es, Part. jəesə [NSiegld daneben zuweilen beschönigend drisə]; Rip eisə, –ęi-, Prät. es [LRip, uSieg auch ezs, seis, –ē-, Part. jəesə (-ezs, –ei-, –ē-), –øs-, –-, –ǫ-, –ę-; Eup, SNfrk ītə, Prät. īət, –ēə-, Part. jəīətə, –ēə-, Klevld ītə, –i-, Prät. ēt, Part. γəētə(n) st.: 1.a. derb für cacare (wo drissen daneben steht (s. o.), ist sch. stets das derbste Wort; Reihenfolge: kacke, puppen, dr., sch.) (bei Tieren ohne derben Nebensinn, meist aber kütteln, knütteln, drümmeln; nur die Kuh [u. misten, flatschen], das Huhn scheisst immer); in verhüllender Redeweise: ech moss es op der Hoff (op et Hüs-che) gohn, — e gruss Geschäf mache, — de Botz eronnermache, — losschnalle, — wende usf. Rip, Allg. RA.: Schenken u. Sch. schrif mer met einem Buchstabe! Ich schenke dir nichts Köln. Dat fällt mer su schwor wie em dude Mann et Sch. Wittl-Binsf. De friss wie ne Schüredrescher un scheiss wie e Ackerperd Rip; ne Kerl wie en Merl (Amsel), kann flöte wie en Mösch (Spatz) on sch. wie en A. Bergh. De frett wie en Koh on schitt wie en Mösch für einen, der beim Kartensp. grosse Spiele gewinnt u. kleine verliert Heinsb-Erpen. Er scheisst wie en Reiher hat das Abführen Simm, — e R. zihn Meder weit ön en Flasch ohnen Trichter Trier-Stdt. Wenn mer Erwessesopp (Erbsen-) isst, kann mer sch. bie en Türk Kobl-Rübenach. Hej schett as en Eckster (Elster) Rees-Hüthum. Er scheisst wie en Borerehr (Brunnenrohr) bei Durchfall Simm. Schinken (schenken) a (u.) sch. get mat am (einem) Ufangsbochstaf geschriewen beides taugt nicht Bitb-NWeis, Monsch-Witzerath, Rheinb-Queckenbg, Dür-Birkesd. Sch. brengt Hunger, forze br. Kommer Bitb-NWeis. De kann fir lauder H. net sch. Kobl-Bendrf; de grusst Nuckt (Not) as, wa mer von H. net sch. kan Bitb. Sch., sat der N., do harr e geschiss bis du mit deinem guten Rat (Einfall) kommst, ist die Sache schon erledigt Simm-Laub. Dau hascht gutt sch.! gut reden Saarl-Berus. Dat es emol geschesse ist dir mal nicht geraten Kobl-Bendrf. Der es ze domm för ze sch. Waldbr-Dattenf, — vor de Deiwel sch. se fihren Saarl-Hülzw; den es noch ze faul, fir sch. ze gehn Saarbg, Allg. Dat sall sich bej et Sch. wäll wise (zeigen), wen die Schermesser gefreten hätt wer die Tat begangen hat Geld, Mörs. Et es tum sch.! es erregt Staunen, Heiterkeit Düss. Ich haən dich, dät de scheischt! Saarl-Diefflen, Merz. Lehr ken ale Schösser sch.! Trier-Mehring. De gäht (left läuft) weit (mit dem Munde) a scheisst no (nahe) er ist ein Prahler Bitb, Prüm. Dat Holz reisst (beim Spalten), bie der Michel scheisst (von oben nach unten) Neuw-Dierd. [Bd. 7, Sp. 1016]
Mer geht besser no (nahe) an änen beim Sch. als wie beim Holz reissen Saarl-Niedaltorf. Et os enes (von einer Sorte), sot de Frau, un schoss zweimol Daun-Tettschd. Der Kerl micht e Gesicht wie en Nachtseil, die am sch. es Kobl-Bend, — als wenn en noch net geschösse hät fir heit (heute) Trier. Gut geschöss, awer e wenig ze dinn! gut gemeint, aber nicht getroffen Trier-Stdt. Dat gehr in äm Sch. hin kann zu gleicher Zeit geschehen Birkf-Oberst. Et könnt döck (dick) hannen (hinten) eraus, sot der Man, du soss en hanner er Hek ze sch. Bitb-Dahlem. Wan Hans net geschass hät, wär hen noch an (in) den Nache kommen gesagt, wenn einer zu spät kommt Bitb-Hütting. Wann et Bäbbchen (Barbara) sch. geht, g. et hanner't Haus, wann et ke Papeier hot, wöscht et mat der Faust ihm ist alles einerlei Trier-Schleidw. A.: Eich wull, eich hett hunnertdausend Daler! B.: Dann wull eich, de kenst nit sch., un eich kennt der helfe, dann misste mer alles gen! Simm-Horn. — Dat as geschass un gemolt nicht wahr Bitb — De es noch te ful, dat e däut, wann e schitt Heinsb-Dremmen. Ersen (Erbsen), Bungen (Bohnen), Linsen, Wecken, we sch. well, moss drecken Bitb-Wiersd. Mänch ene schitt em Schlop (Schlaf), angere modde däue, dat en den Trohne (Träne) de Backen eraflope Heinsb. Bem (wem) et sall glecke, der scheisst em Schlof un brauch nemol ze drecke Neuw-Datzeroth. Wann de geschass hot, as en noch ze faul, fir den Hinnere zozepetschen Wittl-Binsf. Der Kres (Chritian) soss op ene Mes (Mist) on schess, dat em de Fott spless (spliss) Aach-Walh. De scheisst sich noch de Arsch franzelig (bei Durchfall), — sich noch aus der Haut eraus Kobl-Bendrf. — Deck, dönn sch. Allg. De wellt decker sch., äs et Louch et verdräht (-trägt) er will höher hinaus, als seine Mittel gestatten Eup-Raeren. He schet hell (hart) on weik (weich) van Angs Selfk. Du liəhrsch noch schmal sch. lernst dich noch einschränken Sieg, Westerw, Kobl. A.: Bat (was)? B. (ausweichend antwortend): De Koh scheisst platt, et Perd sch. rond, dat es deiner Nas net gesond! Koch, May. Der hät son spitzen Arsch, domet kann he käntig sch. Gummb-Berghsn. — Der friss sich fett on scheiss sich mager Rip, Nfrk. — Wann de Hond net geschess hät, härr e den Has gefang Verspottung des »wenn« Ottw, Saarl, Verbr. De es esu bang wie schitend H. Kemp-Breyell (s. weiter bei Hund). Wart dau, bis de Kuh scheisst, dann säs de: flatsch, de Haf (Haufen) is mein! ein vorlautes Kind wird mit diesen Worten abgewiesen Simm-Laub (s. weiter bei Kuh). Nouw häij (hast du) et Schop (Schaf) an't sch. die Sache durchgesetzt, dir Unangenehmes eingebrockt Klevld. Bis dohin scheisst noch mannig Velche (Vögelchen), wo haut (heute) noch käne Arsch hot das hat noch Zeit Rhfrk, Mosfrk. — En hat neist ze beissen, n. ze sch. ist bettelarm Trier-Mehring. Wer viel gläbt (glaubt), werd selig, w. v. scheisst, werd nälig Simm-Laub. De Jonge welle mehr wete (wissen), mar de Alde häbbe m. geschete Geld, Kemp, Selfk. Weje (wollt ihr) nit frete, wat [Bd. 7, Sp. 1017]
ek bitt (beisse), so frett, wat ek schitt sagt die Maus Geld. Wat de scheisst, dat is so fett, dat kammer noch ēmol koche von einem, der gut isst u. trinkt Simm-Horn. De kann Höp (Haufen) sch., dät men sech drochter (dahinter) verberge kann Heinsb. Eich kann grad so gut e Haf sch., de siehn ich doch noch rauche gesagt, wenn unartige Kinder gar nicht gehorchen wollen Simm-Horn. E Kerl wie en Märl (Amsel), scheisst Kuppen wie Buchfönk ein armseliger Kerl Trier. De Urwer (Trier-Orenhf) Juden sch. Struden sou langk wie Echenböm (Eichenbäume), rappeln am Orsch wie Kieselsten! Neckspr. Das Tier, das geschlachtet wird, hat (bal) den letzten Dreck geschass Trier-Mehring, Mosfrk. Der (über seine Verhältnisse Lebende) könnt noch a schmal Ströngs-cheren an et sch. Aach-Stdt. Der seiht aus, me mant (meint), er schess de Gerscht ganz May-Trimbs. Dat Kengk sieht üt, as of et de Erte (Erbsen) ganz schitt Mörs-Alpen. Dat is en Mordskerl, frisst Brot und scheisst Worscht Hunsr. Wa mer den Issel kriwelt önner den Schwanz, da scheisst er am (einem) Frehbiren wenn man gewissen Leuten schmeichelt, sind sie zu allen Gefälligkeiten bereit WBitb. An (in) der Keschenzeit (Kirschen-) sch. de Kanner Rosenkränz Trier, Allg. Gehschde weit furt, dann haschde w. hämm (heim), eschde (isst du) vill Kirschen, dann scheisste vill Stän Saarl-Roden. Der (Ängstl.) duht vor Ängst bal e Hangeise sch. Simm. Schwätz oder scheiss Buchstawen! sprich dich doch aus Merz, uMos, May. Wann ech Lompen friess (frässe) a Scheider (Holzscheite) schess, da wär ech eier Man so sagte der Knecht zum geizigen Dienstherrn Bitb-Geichl. Den ment (meint), me kos (könnte) Krölle (Hobelspäne) frete en Plänk (Bretter) sch. Emmerich. De mecht (möchte) en Fra, die Wakestan frisst un Knubbe (Holzklötze) scheisst Goar-Weiler, — de Stencher friss on Spön schiss Schleid-Hellenth. Eich treden dir ēn of de Panz, datsde Drohtnäl scheiss Trier-Mehring, — dat gej Für schitt! Geld. E scheisst Gaft (Gift), su as en an (in) der Rasch (Wut) WMosfrk. Här, scheiss dir en Diener! mach deine Arbeit selber Trier-Mehring. En duw, en duw, du schet de Katt en Kuhw, en duer de K. geschete hatt, du miek (macht) se't Gatt (Loch) wer tuw! derbe Verulkung dessen, der in seiner Rede nicht weiter kann Klev. — Er sieht aus wie geschessener Äppelbrei sieht sehr schlecht aus Rhfrk. Geschesse Prumme (Pflaumen) (Krekele) ös wech (weich) Obs! abschl. Antw. LRip. — In abschl. Antw.: Ech scheiss der jet; scheiss der jet, dann häste jet; du kanns mech jet sch.; scheiss dech (jet) voll; ech scheiss der drop; jo, geschesse! Rip; Allg.; bat (was), sch.! Koch-Eller, Mosfrk; geschesse och! Rip; geschete, min Herzke! Rees, Geld, Grevbr; g., Herr Richter! Gummb-Wiehl; geschiss ös net gemolt! Trier-Stdt, Bitb. Eich sch. ebbes drin, — der drop! ich mache mir nichts draus, verschmähe es Trier, Allg.; der sall mer kumme mit seinem Plänche, dann duhn ich en vollsch.! Simm. — Nu scheiss doch wat in dat Gedrittene! Ausr. der Enttäuschung Gummb. — Et [Bd. 7, Sp. 1018]
os vermat (vermacht, übertrieben), sot de Frau, du schoss se en Emer voll Prüm-Ihren. Mer mänt (meint), en (der steife Arbeiter) hätt de Bocks (Hose) voll geschess Merz, Allg. Et sall sech wahl fenge (finden), sogt der Resende, du hau (hatte) er siəve Lakes (Bettücher) v. geschiəte Heinsb. Den hot e Maul (ist ein Prahler), en Koh kinnt et net v. sch.; dem sei M. as net v. ze sch. Wittl, Bitb. — Gej hät an de Weg geschete wer ein Gerstenkorn am Augenlid hat Klevld; dieses auch Schitt an de W. genannt Emmerich. De Deiwel scheisst of kä kläne Kuppen (Haufen) — emmer of de grisste K. gesagt, wenn ein Reicher eine Erbschaft macht Mosfrk, Allg., — well ken Plaz drop es Prüm-Ihren. Die sch. op ēn Stell handeln einträchtig Sieg. Dat han ich schonn lang uf die Mischt geschess ist eine alte Geschichte Wend-Urw. De lett (lässt) sech och net op de Näre (Platz vor dem Viehstand) sch. lässt sich nicht alles gefallen. Eich dohn et net, on wannste op e Bret scheiss! Trier, Bitb. A.: Wer wor dat? B. (ausweichend): Der gester uf de Stein geschess hot Goar-Salzig. De (listige, heuchlerische Mensch) kann op e Fönfpennekstöck sch., dat mer de Johrschzahl noch drop lese ka Rheinb-Miel. Kreck (genau), säj den Eckster (Elster), duw schet en op de Stęk (Poss, et Pöhltje) Klevld. Et Schwein ze fehren wissen, dat et am (einem) nöt op de Ströck scheisst seine Sache so verstehen, dass man nicht von jmd. hintergangen wird Bitb; mer mott der Hongk (Hund) su ledden (leiten), dat he nit op de Ling (Leine) schitt Mettm. Eich scheisse der uf de Kopp, dann hoste (krieste) e Mitsch ohne Noht (Naht)! Drohung Rhfrk, uMos, May. A.: Ich sch. der op de K. B.: Dat gef en Hauf (Haube) ohne Noht Saarbg-Soest. Eich sch. dir of de Nos! abschl. Antw. Trier, Bitb (s. weiter b. Nase). Dem scheisst kan Meck of et Maul er redet die ganze Zeit Kobl. Dem ka mer och op de Mul sch., dann sät he noch necks Jül-Linnich. Eich sch. der uf et Herz, dann werd der ach (auch) de Brustlappe (Weste) warm! Simm. Die sch. ut (dur) ēn Fott handeln einträchtig Heinsb, — dorch ēne Arsch Prüm-Burb. Wej de Kont (Gesäss) ütlehnt, mott dör de Rebbe sch. Klevld, Simm. Durch de Zähn sch. scherzh. sich übergeben Trier, Bitb, Schleid-Reifferschd. Halt Ordenong en dengem Levve, scheiss en et Loch (des Abortes) on net dernevve! Bo. De is so geschickt, de kann in e Bauchbit (Waschfass) sch. ohne Trichter Hunsr, — gedicht (zielsicher), e kan durch en Tr. an (in) en B. sch. Saarbg, Trier. Gritt (Grete), scheiss ean de Bitt, sach (seiche) ean de Boar (Nachttopf), da kriste greis Hor! May-Trimbs. Der is so dinn (mager), e kann in en Budell sch. Saarl, Trier. Eich kann of zihn Meter en en waərecht (waage-) gehal Flasch sch.! sagt der, der an Durchfall leidet Trier-Stdt. Die sch. en ēne Pott handeln einträchtig Heinsb. Besser ean't Deppen gescheass wie klor (fresch) Wasser besser etwas als nichts Merz, Saarl. Spass is Sp., awer der Frau in't Botterfass geschiss, is kä Sp. Simm-Horn. Geh häm un scheiss deiner Mutter in't Nähkärbche, da kriet [Bd. 7, Sp. 1019]
se ach (auch) Wachs! zu lästigen Kindern Nahe, Saar bis Merz. Geh häm un sch. d. M. en die Äschekaul! Birkf-Idar. Et is immer noch besser wie in't Bett geschiss besser als gar nichts Saarl. De vertallt (erzählt) och noch, wenn en e je B. geschiəte hät er schwatzt alles aus Heinsb-Erpen (s. weiter bei Bett). Krak, saij den Eckster (Elster), duw schet en in't Nest Geld-Kevelaer. Alles es möglik, mar niet ene nackse Jöd in de Täss (Tasche) tu sch. Klev. Scheiss jet en de Hot (Hut), de Rangk (Rand) es jo noch got! sei auch mit Nebensächlichem zufrieden Dür-Gürzenich. Hean as en Prophet, dean an de Schuhn scheisst Bitb-Rittersd. A.: Wer war das? B. (ausweichend): Lof em no un seheiss em en de Schouh (Schuhe)! Bernk-Dhron. Scheiss en de Wichs, se ös doch schwarz! es ist mir alles gleich Rheinb-Meckenh. Leck mich doch en der Kapp geschess! abschl. Antw. Kobl-Bend. Der scheisst noch fir Angst en de Bocks Allg. Hondert, scheiss en de B., dat et donndert! Klevld. Pralle (prahlen) un in de B. sch. kann jeder Goar-Weiler. Bat es egal? Wemmer en de B. scheisst, on die Breh läft et rechte oder et linke Bain eronner Kobl-Bend (s. weiter bei Buckse). Besser bie en't Hembd geschesse Trost über das Nichterreichen eines Zieles Neuw-Dierd (s. weiter bei Hemd). Ich konn em necks Schlechtes nosān: er esst gere gut on scheisst net en die Kerch Saarbr-Sulzb. Der Bettler, oder der kein Bauer ist, sagt: et scheisst mir ken Kaz an't Kor, et bricht mir och ken Ochs en Hor Mosfrk, Rhfrk. Scheisst mer nit in meine Krom, ehb (ehe) ich en ausgelagt hon! Simm, May, Prüm, Rheinb. Wann ich dene im Arsch hätt, dähr ich en in de Rhein sch.! so verachte ich ihn Simm, Kobl, Bo-Stdt. Besser on (in) de Briht (Brühe) geschossen os klor Wasser man soll auch den kleinsten Vorteil nicht versäumen Prüm-Ihren. En de Hänn (Hände) gespuckt on en de Arweit geschess trotz der Vorbereitung die Arbeit vernachlässigen Goar, Kobl, May. Scheiss an (in) de Reis! lass dein Vorhaben fahren Wittl-Meerf. Scheiss en de Welt on lef geislich! Elbf. Schitt en't Für! Ruf der Grasmücke, Meise, des Zaunkönigs, u. diese Vögel selber Klevld. Dat as an (in) en Hand geschass un an de aner geschmess (geschmissen) man kann es anfassen, wie man will, es ist gleich Wittl, WMosfrk. Wat os egal? Wo mer on ēn H. scheisst on klatscht (schmeisst) et on de anner Prüm, Bitb. Mar männt (meint), et wäər der en die Hänn geschess fasst etwas ungeschickt an Birkf, Hunsr; er stellt sich an, als wenn er en de Fingere geschess hät Goar-NFell. Dem hon de Micke en't Gesicht geschesse er hat Sommersprossen Westerw. Mer männt (meint), dir wär en de Hals geschess du sprichst ja nur Unsinn Rhfrk. Er hat en Stimm (singt so schlecht), mer mänt (meint), er hätt en de H. (en't Maul) geschess Saarl-Lisd (s. weiter bei Hals). Alles kann se, säi Jann, du schet öm de Frau in dem Bart Mörs-Xanten. Mer ment, dau hätts dir an't (in's) Gehēr geschass du bist verrückt Wittl-Eisenschmitt. Der es iwer en Kneppel geschess er ist nicht gescheit Kobl-Bendrf. De hät de Arsch [Bd. 7, Sp. 1020]
bedroge on scheiss üvver de Zong (Zunge) er übergibt sich Rip. De scheisst och ongerm (unter) Kas (Kasten, Schrank) er hat einen Höcker Kref, Rees. He schitt onger sich von klor Angs Selfk, Allg. Dene micht (möchte) ich net vor de Diər (Türe) geschess so verachte ich ihn Birkf-Oberst. Den os esou jest (jüst, genau), mer hätt hem nigdig (nötig) tesche (zwischen) Mond on Nas zu sch. on noch zu machen, dat et net stenk Prüm-Ihren. Do scheiss de Hongk (Hund) drop er ist missachtet Rip. De Kob (Krähe) hat drof geschess er hat Kopfgrind Saarl. Gehste mit, in die Dobbel-Schmidd, wo de alde Weiwer hinsch., do muss dau ninbeisse! Simm-Schlierschd. Hottenbach, H., ringeschiss un zugemach! Neckspruch Bernk-Hottenb. — Rätsel u. Scherzfrage: Et ging en Mann heanneg (hinter) et Haus on wurf en Stomp aus on brocht (brachte) et Loch meat ham (heim)? einer, der seine Notdurft verrichtet hatte May-Trimbs. Ochter (hinten) frett et on füre schitt et? Die Häckselmaschine Heinsb, Kemp. En der Summer fr. et on en der Wenter sch. et? der Heustall Heinsb. Was ist eine handgreifliche Lüge? Wann sich ene en de Hand scheiss on sät, et wäre ene Kanarievuəl (-vogel) Rhein-Meckenh. — Dat Geschess(e) Kot Rip, Berg; dat Geschiəte Selfk. RA.: Wellste net eisse me Gebess, mosste e. me G. sagt die Maus Rip, Allg. — En Schitt-en-de-Bocks Feigling Emmerich. — b. sehr derb, stark furzen, do hat awer äner geschiss, das stinkt om (am) ganze Disch Rhfrk, Allg. RA.: He scheiss wie e Perd, — Ackerpärd Rip. — as wann et Pongk (Pfund) Bruət e Fettmännche (Münze) gölt Rheinb-Queckenbg. Zum Wohlsein, wann et geniest war; w. et awer geschiss war, soll der de Deiwel in de Maə (Magen) fahre! Simm-Horn. — 2. übertr. a. klok (klug) sch. schön reden, schmeicheln, besser wissen Rip, Allg. — b. Schmiergelder geben Bitb-Mettend. — c. in der Wend.: Bat scheisst mech dat? was nützt mir das? May-Trimbs. — d. in der Wend.: Den es sei Papp geschess o gemolt gleicht seinem Vater vollkommen Saarl, Merz. — Abl.: die Scheisserei; dat Gescheiss. an- scheissen: einen a. 1. mit Kot beschmutzen (selten) Allg. — 2.a. heimtückisch (bei einem) anzeigen Simm, Birkf, Saarl, Wittl, Zell-Trarb, Eusk, Aach, Geilk, MGladb, Kref, Wesel. — b. betrügen, anschmieren Allg. PfWB aus -scheissen: absol. u. sich a., fertig werden mit Scheissen. RA.: Scheiss dech emol us! zu dem, der zuviel verlangt Düss-Stdt, Kreuzn-Bretzenh. Zum Zornigen: Scheiss dich aus, dat de en anner Kulēr kriest! Simm. Den hot bal ausgeschöss er geht körperlich zurück Trier, Geilk-Üb.be -scheissen: 1. etwas, einen b., mit Kot besudeln; he hät et Bett, et Hemb usf. beschesse Rip, Allg.; beschesse Mespel Mispel Jül. RA.: Deste mih en Koh de Schwanz beschass hot, deste rosener (rasender) schlieht se öm sech übertr. von einem Verleumder Bitb-Seimerich. Bescheiss dich nit, et is noch kä Wasser warm! zu dem, der vorzeitig Pläne macht Simm. Den ös nöt vir (vorne) wie hönnen, sos diht hen sich de Knie b. Trier, Saar. Die dünn mistende Kuh bescheisst [Bd. 7, Sp. 1021]
Land un Leit (Leute) Daun-Strohn. Et (das Leben) as beschass wie en Hihnersedel Mosfrk. 's Lewe is e Hinkelslaarer (-leiter), von unne bis owe beschiss Ostertal (Saar). En stiht elo wie e beschösse Könd hilflos Trier. Hätt dat Mädchen de Jong gut on (in) er beschossener Lomp! es würde gerne etwas Unangenehmes mit in Kauf nehmen Prüm-Ihren. Ek woll, ek hatt min Geld noch, en wenn et ock in en beschete Dückske satt! Klev-Warbeyen. Er sieht aus wie en beschessener Äppelbrei sehr blass Goar. Der es net weərt, dat en en Hond bescheiss Rip, Allg. Hean hat sich besecht (bepisst) on beschass (vor Angst) Bitb, Allg. Ek hauen ow, dat gej ow beschitt! Rees, Allg. We Glöck hat, beschisst sich em Schlof Aach-Merkst, Verbr. — De Reif bescheisst sich er geht in Regen über Trier-Mehring. — 2. übertr. a. einen b., betrügen Allg. RA.: Der Teufel sagt: Der hat de ganze Welt beschisse, der soll uns de Hell net b. Altk-NFischb. — Er es beschesse betrogen, weiss sich keinen Rat Rip, Allg.; en as beschassen (wie e Jud) betrügerisch angelegt; b. klug auf den Betrug eines andern bedacht Trier-Mehring. — b. beschasse Weder regnerisches Wetter; en beschassene Forf verschossene Farbe Trier-Mehring. — Dat es ene beschessene Krom (Kram) (Sach); de S. es b. eine unglückliche, nicht zu entwirrende Angelegenheit, die nicht gelingt Rip, Allg. durch -scheissen: etwas d., etwa eine Erbse Allg. RA.: Gej kickt nes (nett als) en dörgeschete Ert so betrübt Klev-Frasselt.nach -scheissen: nogeschess komme langsam hinterherkommen Kobl-Bendrf. Vielleicht aber zu schäsen, s. d.ver -scheissen: 1. das Bett, Hemd v., durch Kot besudeln Saarl-Bous Diefflen. — 2. übertr. er hot's bei em verschiss sich bei ihm missliebig gemacht Rhfrk, Neuw-Datzeroth. Scheiss -ais, –ęi-, –ī- usf., -īt, –i-, mehr dafür Schiss (s. d.) Sg. t. m.: 1. der Durchfall; de Koh hat der Sch. MGladb, Allg. Sch.! ach was, dummes Zeug Goar. RA.: Siaker (sicher) wie ne Sch. en e Netz sehr unsicher Heinsb. Fröhch opstoəhn es gene Profit; et gef fr. Honger on och fr. Sch. Heinsb-Erpen, Geld-Kevelaer. Alles, wenn't Tit (Zeit) es, on Mespele, wenn't Sch. es Mörs-Xanten. Ronge, r., ris, weə hat Sch.? Enge aue (alter) Mann, de got fotze (furzen) kann Abzählr. Aach. Fir Jokobsdag de Preis (beim Setzen der Kohlpflanzen), derno de Sch. Bitb-Dudeld. — 2. übertr. Angst; Schit (-ī-, –i-) en de Bocks häbbe; ek häbb der Sch. an, — för dem Klevld (sonst Schiss). Ge- scheiss: gəaęs n. Saarbr, Saarl-Diefflen, 'n Gesch. machen viel drum herummachen. Scheiss-beinchen -səbai:nχəs Kobl-Stdt Sg. t. n.: in der Wend.: E Kend Sch. drinn zwei Kinder nehmen ein drittes auf die kreuzweise zusammengefügten Hände. scheiss-besoffen Rip Part.: völlig bezecht. Scheiss-bock Jül-Gereonsw m.: verächtl. banger Kerl, Angsthase. Scheiss-bratschen -ats- Mörs-Alpen Pl.: Schmutzkruste am Hintern des Stallviehes. Scheiss-brummel Koch-Urschmitt m.: Mistkäfer. Scheiss-buckse -boks (s. S.) Selfk, NWErk, Klevld f.: verächtl. banger, feiger Mensch.[Bd. 7, Sp. 1022]
Scheiss-budick Simm m.: Abort. Scheiss-bühn -byn Gummb-Berghsn m.: in der verächtl. ausweichenden Antw. auf die Frage: Wo gehste hin? Nom Sch. (Abort). Scheiss-ding (s. S.) Selfk n.: verächtl. unbedeutende, wertlose Sache. PfWB LothWB Scheiss-dreck Allg. m.: 1. menschl. Kothaufen. RA.: Frech wie Sch. Aach-Stdt, Eup-Raeren. Dat brecht (fliet ausenaner) wie Sch. bricht leicht entzwei Trier, Bitb. (Jo), Sch.! abschl. Antw. Bitb, Rhfrk, Mosfrk; Sch. gen ech dofür! Sieg. Der Geizige frisst sengen eigenen Sch. Bitb. Der hat iwerall Glick; wann er Sch. anfasst, werd er ze Gold Saarl-Berus. En hot möm Deiwel Sch. gedresch er hat Sommersprossen Trier-Stdt. Eich fel (fiele) lewer an (in) e Sch. wie dem an't Maul als in dessen Gespräch Bitb-Mettend, Merz-Nunk. De left (lebt) wie de Hinkel (Küken) im Sch. unordentlich Bernk. Aprelsgek, steck de Fanger (Nas) an de Sch.! Bitb, WMosfrk. So e Kerl hert (gehört) mit Sch. dot geschoss Saarbr, WEif. Johannes, Klapphannes mot em kromme Bocksenbēn, wirft seng Frau mot Sch. hem! Neckspr. auf Johann Prüm-Elchr. Ze Sch. verfriere so unter Frost leiden, dass man blau wird Goar-Weiler. — 2. übertr. das Geringste, Wertloseste; mer soll nit vor jedden Sch. of et Gericht läfen (laufen); den ärgert sich iwer j. Sch.; ich froə (frage) e Sch. no em Mosfrk, Allg. Wat os der Ongersched mot Groschen on Gröss (Grüssen)? Mot Gr. gelt (kauft) mer sech jet, mot Gröss g. mer sich ne Sch. Schleid-Hellenth. Scheiss-dreckshahn Kreuzn-Oberhsn m.: Wiedehopf. Scheiss-dreckshaufen (s. S.) Allg. m.: Kothaufen. Scheiss-drecks-geschirr -ēr Trier-Mehring n.: verächtl. minderwertige Ware. Scheiss-drecks-krämer Kreuzn-Hahnenb m.: Mistkäfer. PfWB Scheiss-drecks-kriebeler -iw-, –īw- Kreuzn-Dörreb, Simm-Schlierschd, Bernk-Neumag, Kobl-Metternich m.: dass. Scheiss-drecks-märbel -ęrw- Koch-Stdt m.: dass. Scheiss-drecks-menger Goar-Kratzenbg m.: dass. | |