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Rheinisches Wörterbuch 
 
Plüsch II bis Ge-plüsels (Bd. 6, Sp. 997 bis 998)
 
 Plüsch II Allg., u. zwar -i, –ø- Rhfrk, Mosfrk; sonst -ȳ-; Klevld -ys Sg. t. n.: 1. wie nhd., Halbsamt; de Deck es van Pl. RA.: E Levve wie Pl. ein gutes Leben Dür-Stdt. Dat es Sammet (man streicht dem Kinde über das Gesicht von oben nach unten), on dat es Pl. (von unten nach oben) Barm. — 2. übertr. a. Plüschken Faden, der beim Weben eingesteckt wird, wenn 1 m voll ist Elbf. — b. Plüschke om Kopp Federhaube, Schopf auf dem Kopfe des Huhnes Düss-Hilden. — c. Moos Eusk-Kötting. — d. scherzh. kurz geschorene Haare Kemp-SPeter. — e. kloren (schieren) Pl. scherzh. Kornschnaps Barm, Elbf, Sol; ein in Branntwein getauchtes Stück Würfelzucker Sol.

Plüsch-affe -āp MGladb, Düss, Mettm (-āpə) f.: Grosstuer, Stutzer, Windbeutel, Geck; blokarierte Pl. Mettm-Kuchhsn. Plüsch-apfel -apəl Lennep-Dahlerau Remschd m.: Pfirsich. Plüsch-kappe (s. S.) Allg.: K. aus Plüsch. Plüsch-kopf -kǫp MGladb m.: K. mit kurz geschorenen Haaren u. Besitzer solchen K. Plüsch-pantoffel Allg. m.: wie nhd. Plüsch-praume -pru·m. Köln-Knappsack, Sol, Remschd f.: Pfirsich. Plüsch-rute -rō:t Elbf f.: längs gespaltene Röhre, die eingesteckt ist, um auf ihr die Fäden zu durchschneiden, in der Weberei. Plüsch-schuh (s. S.) Kemp, Mörs m.: -pantoffel. Plüsch-sofa Allg. n.: wie nhd. Plüsch-streifen (s. S.) Allg. m.: wie nhd. Plüsch-teppich Allg. m.: wie nhd. Plüsch-veilchen -u- Merz-Wahlen n.: Gartenstiefmütterchen Plüsch-weber m., Plüschweberei f.: wie nhd. Kref, Elbf.

plüschen I Allg. Adj.: aus Plüsch bestehend; pl. Botz (Hose); pl. Schloffe (Pantoffeln); pl. Käppke.

plüschen II MGladb schw.: Plüsch machen.

aus- plüschen: de Mösche (Spatzen) pl. mech noch der ganze Wet (Weizen) ut picken die Ähren so lange aus, bis sie keine Körner mehr enthalten (bis aus ihnen Plüsch geworden ist) ebd.

plüschig Dür-Bürvenich Adj.: moosdurchwachsen, von der Wiese.
 
 
Ge-plüsche verbr. LRip in Bergh, Jül u. SNfrk in Grevbr, Erk, Kemp, Heinsb-Arsbeck u. zwar -plyž, –ȳ Bergh-Heppend; - Jül-Calr Opherten, Erk; -s Jül-Spiel, Grevbr-Kapellen; -ȳ Erk-Gevenich; - u. -ȳ Kemp-Amern SAnton; -ȳ Heinsb-Arsbeck Sg. t. n.:

[Bd. 6, Sp. 998]
die edlen Eingeweide des Schweines, zum Pannas verwendet.
 
 
Pluse, Plüse das Wort, zu ndl. pluis von pluizen < afrz. peluchier, nfrz. eplucher, ist lrhn. in Eup-Stdt, Aach, in der Selfk, dann in Mörs, rrhn. Rees, Ruhr, Elbf, Lennep, uWupp 1870 verbr. (s. weiter bei Plüsel, Plüser) u. zwar -ū:s Elbf, Lennep, uWupp, Selfk; :s Aach, Geld, Mörs, Rees, Ruhr, Mettm-Gruiten; Pl. -zə(n), Demin. -ȳ:skə, –y- f.: 1. Federteilchen, Woll-, Seidenflocke, Flause in der Tasche, Troddel, Quaste; en Pl. opblosen; et fliege Pl.ən en de Loch (Luft); Plüskes aflesen Federchen von einem Kleide ablesen. RA.: Ok de Geit (Ziege) woll ne lange Stert häbbe, muss äwwel mit en Plüske ophöre Geld-Aldekerk. Ek liet (liess) den Kuckuck süsen gohn, all mät die golden Pl.ən Mörs-Orsoy. — 2. übertr. a. Zipfelmütze Mörs-Stdt. — b. Schwanz des Hasen ebd. — c. Plüs-che kleiner Zweig Aach-Ld; Plüske kleiner Fetzen Eup; Plus (m.), Plüs-che ein wenig Aach-Stdt.

Plüs-kappe -ȳ:skap Mörs f.: Zipfelmütze (veralt.). Plüs-klüppel -ū:zəkløpəl Heinsb-Erpen m.: Tamburstab. Plüs-mütze -ȳ:smøt Mörs f.: Zipfelmütze (veralt.).

Plüsel, Plüser -ȳzəl, Pl. -zəlts, Demin. -əlkə Klevld in Geld-Stdt, Mörs-Borth Labbeck Pelden Rheinbg; -ȳ:zər, –ȳ-, Pl. -zərs, Demin. -zərkə Kref-Stdt, Geld, Mörs-Labbeck Wallach, Klev (u. -zəl); -ū:zəl, Pl. -əlts abseits Mettm-Gruiten f.: Flaumfeder; Fäserchen, was an Kleidern hängen bleibt; Flause in der Tasche.

Ge-plüsels -ȳzəlts Geld Sg. t. n.: verächtl. verkümmerte Früchte.