| PfWB ElsWB LothWB Narr das Wort ist Rhfrk u. Mosfrk u. reicht lrhn. bis einschl. Prüm, Daun, May (hier u. da bis an die Ahr vorstossend, Aden-Hümmel Liers), rrhn. Westerw (nicht kurköln. Neuw), Siegld [im Mosfrk. steht daneben das häufiger gebrauchte Geck, das Rip, Nfrk ausschliessl. gilt; im Mosfrk N. u. G. oft beieinander, z. B. die N.ə o G.ə schreiwen hir Nomen on all Ecken; geckigen N.]; Formen: Rhfrk nar, Pl. -rə; Mosfrk in Saarl, Merz na·r.; sonst nr, –:-, Pl. -rən [nur der NRand in NPrüm, NDaun hat na·r.; May-Kollig Saffig -ā-; NOSiegld -ę-]. — Dazu ist das Wort na·r. [Dinsl nār] noch in bestimmten RA. geläufig im NBerg u. an der Ruhr m.: 1. einer, der sonderbare Ansichten hat, Unvernünftiger, auf etwas Versessener; Hochmütiger; dau bes en N.; dat es e richtigen (kompletter) N. Allg., — e geposte (gepfropfter) N. Hochnäsiger, hochgradig überspannter Mensch Nahe, uSaar, Trier, Wittl, Bernk, Kobl, Bitb, Prüm, Malm, — e gebreckten (gebräutet, s. d.) N. Prüm-Burb Waxw; e Bicher-, Kinner-, Hundsn.; alder N. verliebter Alter; herschte'ne, de N.! wenn einer im Hause tobt; dau N.! Rhfrk, Allg.; manste (meinst du), eich wär dein N.! ich liesse mir von dir befehlen Trier, Allg. RA.: En N. as en N. von einem unverbesserlichen Menschen Trier, Allg. Neinunneinzig Schullehrer sen honnert N.ə Goar-Weiler; n. Schneider un enen Geck sein h. N.ən Trier-Schleidw; n. Scholmeister un ane Parre sen h. N.ə Simm-Belth. Den as e N. seng Ben (seine Beine) aus Prüm-Mürlenb 1860. N.ə sen och Leckt (Leute), äwwer ken wie die anner Prüm. Den as en N. a (in) sei Sak auf seine Art Bitb-NWeis, Birkf. Dau bos en N. om Weissbrut, dau fress de Kuscht (Kruste) mot! zu einem Essgierigen Koch-Urschmitt. En as e N. on wess et net, on wenn mer et em sät, da gleft en et net Prüm-Mürlenb. Zu gut es anner Leits N. Rhfrk, Allg. Wenn äner e N. is, fänkt er im Kopp an Rhfrk. Wenn dau en N. wells sein, da loss der och en Kap (Kappe) machen! Daun-Tettschd. Wo aler den N., wo grosser de Ten (Töne, Hochmut) Trier-Mehring. De Leckt fir is (uns) sen och ken N.ə gewes WEif. Enen N. mächt der honnert, — micht zehn anern WMosfrk. En N. hatt sich gut reich erwen Merz-Nunk. Könner on N.ən son de Wohrhat Trier, Allg. Wann de N.ə uf de Mart gehn, lese de Kremer Geld Rhfrk. Wenn's kä N.ə gäb, wer soll de Trumpele (unnütze Dinge) kafe? Kreuzn, Simm. Äne N. fret (fragt) meh als siewe Gescheite wisse Rhfrk. Bei gurem Were (Wetter) [Bd. 6, Sp. 82]
macht e N. meh Hau (Heu) als bei schlechtem W. zehn Gescheide Zell-Sohren. Er es e N. em Schaffen er wühlt nur so bei der Arbeit Simm. — Su grussartig (stolz) wie en N. WEif. Ech wor esu fruh wie en N. Daun. Er hot Glick wie en N. Bernk-Wolf. Eich hun Hunger wie e N. Trier-Möhn. En hofft wei en N. Saarbg-Kelsen, Koch-Ellenz. De gähs elo erum wie en N. em Newel Bernk-Neumag. Der halt sich dran wie de N. am Käs Wend, Saarbr, — e N. am Kolwen Saarl, Merz. De schläht dron (drein) bie en N. ohne Überlegung Koch, Allg., — e N. in de Niss (Nüsse) Wend-Merzw, — an't (ins) Deppen Wittl, — un de Eiskacheln Daun-Tettschd. Eich wäss (weiss) jo, dat die Fraleit missen Prigel (Schläh) han (krien), äwer isen Hanes schläht wie en N. sagte die Frau Trier-Schleid, WMosfrk. — Aus diesen sehr beliebten Vergleichen im WMosfrk n. Mos folgende übertr. Anwendung zum Ausdr. des Übertriebenen, Stattlichen, Dicken, Grossen: Grumbern (Kartoffeln) wie de N.ən; dat es jo en Won (Wagen) wie en N.; et os en Hetzt (Kält) wie en N.; su kalt (hess) wie en N.; so schen wie en N. Allg.; dat deht su wih wie ene helle N. Daun-Brockschd. — Jedem N. gefällt sei Kapp Allg., — on mer mei Hutt Wend-Baltersw. — Wenn us Herrgott e N. hon will, lesst er em alde Mann die Fra sterwe Rhfrk. Mer hat allerhand N.ən, äwwer ken, die neist essen Prüm. Klen Konner (Kinder) on deck Leis (Läuse), die machen de N.ə weis (klug) Prüm-Ihren. Et Bestoden (Heiraten) as gut, fir de N.ə weis ze m. Prüm-Waxw. Jərschte Aprel scheckt mer de N.ə hen, wo mer well Mosfrk, Allg. N.ə misse mit Kolwe gelaust gen man muss ungeberdige Leute derb zurückweisen Nahe, Hunsr, May, Prüm-Mürlenb. Ale soll mer ihre, Junge soll mer wehre, Weise soll mer fron (fragen), de N.ə erdrohn Eif (o. O.). Mer schleht käne N. eraus, mer schl. ene N. enin beim Züchtigen der Kinder Rhfrk. Ber sech en N. gesält (geseilt) hat, moss sehn, be er en ze Mort (Markt) kret (fihrt) May, Koch. Et Geld git sich aus, un de N. behilt mer im Haus bei der Heirat einer reichen Frau Rhfrk. — In folg. Wend. steht der Acc. Sg. Narren: Enem de N.ə bohre die Narrheiten aus dem Kopfe treiben Prüm-Mürlenb 1860, Bitb-Dudeld 1900, Westerw. De N.ə(n) met enem machen; enen zum N.ən halden ihn zum Besten halten Allg. N.ən m. spötteln Mos bis Bernk, WEif. Wenn se m. de N.ən, da muss mer sporen (sparen) Bernk-Graach. Der hot sich de N.ə dran gefress überreichlich davon gegessen Rhfrk. — Met em N. as ken Kand (Kind) zu deifen (taufen) mit unberechenbaren Menschen ist keine vernünftige Sache auszuführen Trier-Schleidw, Simm. Met N.ə kammer kä Glas fohren Bernk; mat N.ən as bis (böse) f., och de zevill Gescheide soll mer meiden Bernk-Dusemond. Mit zwä N.ə is schlecht zackere (pflügen) Kreuzn. Verstand kit mot de Johre, käm er mot de N.ən, [Bd. 6, Sp. 83]
da hätt ech es och Daun-Strohn. — Im Kinderld. Uf Nickelches Karre hucke zwo N.ə; schnappt de K., falle die N.ə all uf äne Haf (Hauf)! Simm-Kirchbg, Klosterchumbd (uf Ribbelches K.), — schwappt die K., da lache de N.ə Hunsr o. O. Hei kommen die Metscher (Bitb-Mötsch) Jungen, se heschen Biren un Bungen (Bohnen); Biren un Bungen as got Speis, gekig N.ə gen net weis usf. Heischeld zum Fastenfeuer (auch in Saarbg-Perl). Pros Neijohr, an der Fister hängt de Bor (Nachttopf); wer dat glaft (glaubt), der es en N.! Koch-Ernst. — Die Wend. aus dem NBerg u. von der Ruhr: Angermanns N. sin; einen tum (fürn) N.ən haulen; den N.ən an ömmes gefreten han Allg.; die Öllsche (Alte) hät sek enen N.ən geschmeten sie ärgert sich Mettm-Hardenbg; better en ollen N. as gar keinen Ess; eine N. kann meahr frage es tiehn Kluke wite; we sich selwes tum N.ə mak, mut sich ni wounere, wen ün anner Lüt auk dertu make MülhRuhr. Narrenhäng (-hände) beschmeiren Dösch on Wäng (Wände) Wermelsk, Gummb-Remerschd. — 2. übertr. a. Pl. Neckn. derer von Kreuzn-Sponh Winzenh Spall (in Spall sen die N.ə all), Trier-Riol, Daun-Wiesbaum. De Wengsfelder (Prüm-Weinsf) N.ə kunn enne ropgefarre, holle ganz Stämelle (Steinmehlen, Ort) mat! Prüm-Sellerich. — b. meist Pl. missgebildete, steinlose Zwetschen Kreuzn, Simm, Zell, Bernk (Hunsr), Koch, May, Saarbr-Sulzb. Narren-bart -brt Wittl-Meerf m.: verächtl. Backenbart. Narren-bengel Saarbg-NZerf m.: die Rute des Fastnachtsnarren. Narren-bossen Trier-Mehring Pl. t.: Witze. Grumbern wie N. ungemein dick. PfWB ElsWB LothWB Narren-dinger Allg. Pl.: närrisches Treiben, bes. Hochmut Trier-Stdt. RA.: N. welle Raum han wenn einer den Grossen spielt u. dabei sein Vermögen verliert May-Kollig Trimbs. PfWB Narren-doktor Rhfrk m.: Irrenarzt. Narren-fastnacht -fasənaxt Goar-Trechtinghsn f.: F.Dienstag (Herre-Sonntag Bettel-Montag). Narren-gefährts Trier-Mehring n.: in der RA.: Korengefehrts, N. PfWB Narren-hände (s. S.) Simm-Schlierschd, Gummb-Remerschd, Wermelsk Pl.: in der RA.: N. beschmere Disch un Wänn (Wände). Narren-hannes Simm-Ellern m.: Schnurrenmacher, Witzbold. PfWB LothWB Narren-haus Rhfrk, Saarbg n.: Irrenhaus, bes. in der RA.: De is reif vor et N. Narren-jäb (-jakob) Trier-Schleidw m.: scherzh. der Mond; de N. as noch net schlofen. PfWB ElsWB Narren-kappe -kap Dür-Langerwehe (Si. fehlt) f.: Eisenhut, aconitum nap. Narren-kasten Simm-Ebschd m.: einer, der gern den Grossen spielt. Narren-knöchelchen (s. S.) Birkf, Kreuzn-Brauw, Simm-Bruschd Dickenschd Schneppenb n.: die empfindliche Stelle am Ellenbogen. PfWB Narren-kopf -kop Kreuzn-Weinsh m.: steinigte Stelle im Acker. Narren-placken Kreuzn-Hüffelsh Sponh m.: dass. Narren-plätsche -blęts Ottw-Wiebelsk f.: Rute des Fastnachtsnarren. Narren-pütz -ø- m.: Neckn. für Aden-Hoffeld. Korlänner (Kornländer), N.![Bd. 6, Sp. 84]
PfWB ElsWB LothWB Narren-quetsche -gwęts Saargeb., Nahe, Simm, Wittl-Reil, Koch-Clotten f.: missbildete, steinlose Zwetsche. Narren-schuhe -ū Kreuzn-Langenlonsh Pl.: in der Wend.: Duh nor so kä N. on! sei nicht närrisch. PfWB ElsWB LothWB Narren-seil (s. S.) Rhfrk, Mosfrk n.: in der Wend.: Änen am N. fihren (fahren) wie nhd. Narren-teidungen -tęidiŋə Birkf Pl.: in der Wend.: Mach kä N.! sei nicht närrisch. Narren-tracht Gummb-Stdt f.: in der RA.: Blo un rot es N., wei dat drägt, würd utgelacht. Narren-wasser Sieg-Bergh, Köln-Weiss n.: scherzh. Schnaps. ab-narren schw.: sich a., sich für andere plagen Simm-Schlierschd. | |