| PfWB Picke II das Wort, ndl. piek, mndl. piec, pîke, mnd. pîk, nhd. Picke entsprechend, ist im ganzen Geb. vertreten; lautl. liegt teilweise picke, teilweise pieke zugrunde, je nach Geb. u. Bed., so dass die einzelnen Abschnitte genauer zu beachten sind; -k, Pl. -gə(n), –kə(n) f.: 1. Geräte. a. pī:k Spiess Malm-Vith; -ē:- Bülling; pī:kə Lanze Sol 1870; vanne pē:kə an von der untersten Stufe an Elbf. — b. pek Stock mit scharfer Spitze, als Jagdgerät zum Erlegen von Dächsen MüEif. — c. pek Stockzwinge, Eisenspitze am Spazierstock Schleid-Sötenich, [Bd. 6, Sp. 809]
MüEif, Aach-Stdt; -ē:- Malm, Eusk, Rheinb, Köln, Dür, Jül, Monsch, Aach-Ld, Erk-Körrenz, Grevbr, Düss-Stdt; -e·i.- Eup-Stdt. — d. pek kräftiger, kurzer Stock (es sind deren zwei), mit Eisenspitze (-stift) zum Fortbewegen, Abstossen des Schlittens auf der Bahn Saarl-Wadgassen (-i-), Geld, Jül-Linnich, Neuss-Nievenh, Mörs, Klev, Rees-Milling; sonst -ē-: Rip, Geilk, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss, Düss, Kref, Kemp, Mörs, Geld-Leutherheide; -ī- Rees-Binnen; -ī·ə.- Mettm; -īə- Köln-Gleuel, Bergh-Kerpen, Geilk-Frelenbg, Heinsb-Birgelen Wassenbg, Kref-Stdt Stratum; pē:k auch jeder eiserne Stift, in Holz eingelassen Rip; pek Schlitten, den man mit P. 1 d fortbewegt Klev-Calcar. — e. pē:k Stab mit Silberspitze oben, Brudermeisterstab, mit dem bei Prozessionen u. Wallfahrten der Anfang zum Beten u. die Abteilung, die beten soll, durch Heben u. Hinweisen bezeichnet wird Kemp, Erk-Wegbg. — f. pek englische Sense (veralt.); Sichte, die in Frankreich u. Belgien gebraucht werden; Bastertsp. eine Abart der engl. Sense (veralt.) Sol. — g. pek Stock mit Eisenhaken, Maddhaken, zum Zurechtlegen des gemähten Getreides, Secht met de P. Mörs, Geld, Klev. — h. pek Spitzhacke Saarbr-Völkl (-i-), Grevbr, MGladb, Neuss, Kref, Kemp, Geld, Mörs, Klev (Cranenbg -ē-), Ess-Heidhsn; bek Erk-Elmpt Körrenz, Grevbr-Capellen, Kemp-Born; -i- Heinsb-Karken. — i. pek Mühlenhammer, zum Schärfen der Steine Prüm-Leidenborn. — k. pē:k Art Picke zum Aufspiessen der Tonklumpen, beim Verladen Sieg-ODollend. — l. pek Kappe auf der Zehe des Hufeisens Bitb-NWeis. — m. pek, P. of Poəhl (Pfahl) spitz oder stumpf (Kopf), im Wettsp. der Mädchen um Stecknadeln Kemp-Süchteln; P., P., Pohl üm en Nol (Nadel) Dür 1880, Kobl-Stdt. P., Pohl, Raventangk (-zahn), gef dem Bur de flake Hangk (Hand), de Fus (Faust). Wat steht? Dümmke! D., D., e gebacke Prümmke (Pflaume), P., Pohl usf. Fingerratesp. Kref. — n. pīək die eiserne Zentralachse des Kettenbaumes des Seidewebstuhles Kref. — o. pek Treppengeländer Geld-Nieukerk Winternam. — p. -ī- Winkel, meist auszementiert, unten in der Spitze des Schiffes Rheinschiff. — 2. übertr. a. sachl. α. pē:k, en al P. verächtl. altes, stumpfes Messer, bes. Taschenmesser Rheinb-Meckenh, Köln-Hücheln, Bergh-Heppend Hüchelhv, Dür-Frauwüllesh, Grevbr-Ökoven. — β. pik verächtl. Seitengewehr der Soldaten MGladb-Rheind. — γ. pē:k grösserer, spitzer Kreisel o. O. — δ. pē:k verkohlter Lampendocht Jül-Fronhv Langend. — ε. pīkə Pl. Fausthandschuhe Heinsb-Horst. — ζ. -i- Aststumpf Gummb-Kotthsn Marienheide — η. pek Schnabel, verächtl. Mund (doch s. Beck) Bitb-Dahlem (-ē:-), Bernk, Koch-Weiler. — θ. pek verächtl. grosse Nase Daun-Strohn, [Bd. 6, Sp. 810]
Schleid-Dahlem, Wippf-Hardt. — ι. pek Kernobstrest eines abgegessenen Apfels (Birne) [ausgestochen Ketsch] Verbr. nach Wk. IV 18 in Neuw, Altk, Sieg, MülhRh, Bo (Rheinorte), Eusk-Antw [in Altk auch --; OSieg, Waldbr-Dattenf Rossel -ǫ-; Neuw-Etschd, Sieg-Fussh Rott -ē:-; Waldbr-Hurst -ī:-]. RA.: Me kann ken P. on kene Krabbe erhale im Weinberg wird alles gestohlen Sieg-ODollend. A.: P. widder weck! An wen? B.: An den! dann wirft A. die P. auf den von B. Bezeichneten Sieg. — κ. pigən Pl. Kletten Saarl-Bisten. — λ. pikə Pl. Quecken, triticum repens Geilk-Beggend; -e- Aach-Haaren Kohlschd; -ē:- Bitb-Kyllbg, Jül-Barmen Bettend Flossd N u. OMerz, Aach-Ld, Geilk-Oidtw; -īə- Aach-Orsb Vaalserquartier, Geilk-Baesw Puffend. — μ. pikə verächtl. Wirtshaus, wo geborgt wird Elbf. — b. persönl. verächtl. α. pek freche Person Aach-Stdt. — β. pē:k geiziges Weib Koch-Cond Stdt. — γ. pē:k streitsüchtiges W., zimperliches W. May-Stdt. — δ. pē:k vorwitziges Kind, das sich an alles heranwagt Köln-Kalk. — ε. nudəlpē:k Kind mit unsauberer Nase Daun-Tettschd. — ζ. pē:k, en al P. alte Kuh Sieg-Fussh. pick-grade pīkəγrāt Klev-Warbeyen Adj.: kerzengrade; de For (Furche) es p. Pick-gras pīəkə- Aach-Stdt n.: Quecken. Pick-haue pē:khǫ·u. Sieg-Ägid f.: Spitzhacke. Pick-klüppel pē:kəkløpəl Grevbr-Capellen m.: Picke 1 d, beim Schlittenfahren. Pick-pädde pekpęt Mörs-Orsoy f.: Kröte. pick-recht pīkə- Klev Adj.: senkrecht. Pick-schlitten peklīdə (s. S.) May-Kehrig, Düss-Serm, MülhRuhr, Ess-Werden Kettwig; pekə- Ahrw-Dernau m.: Schl., der mit Picken 1 d fortbewegt wird. Pick-sterz pēkstęrt Remschd m.: Bachstelze. Pick-stock m.: 1. Picke 1 d Saarl-Wadgassen. — 2. pē:kə- Massstab zum Ausmessen der Braukessel u. Maischbottiche Köln-Stdt. Pick-stuhl piktūl Geld-Aldekerk; pek- Rees-Milling; pē:k- Düss-Kaiserswerth; pīəkətø·l.ə Kref-Linn Oppum m.: -schlitten. Pickee nach dem Schriftd., frz. piquet Sg. t. m.: 1. ein Baumwollstoff mit Muster; P.weste. — 2. Eisenbahndistanzzeichen zwischen den Weichen Saargeb. Pickel das Wort ist Rhfrk, Mosfrk u. reicht lrhn. im N. bis Prüm-Steffeln, Malm-Atzerath Vith, Schleid-Kronenbg, Daun-Gerolst, Aden-Liers, Ahrw-Burgsahr Neuenahr, rrhn. bis Sieg-ODollend Honnef Ägid; n. dieser L. noch bekəl in Eup, Aach, Dür-Stdt, Kemp-Süchteln (pe-); übertr. Bed. gehen weiter nach N. (s. Keil-, Peilhaue); die Grundform des Rhfrk u. Mosfrk ist bigəl, –e- [pi-, pe- Saarbr-Stdt, Saarl-Berus Roden, Kobl-Stdt Urmitz, Daun-Gerolst, Prüm-Steffeln Stdt; -ø- Trier-Stdt; dann noch pekəl an Ahr u. in Sieg (s. o.), Pl. -ələ, –əln m. [an der Nahe daneben auch f.]: 1. einzinkige Spitzhake, zum Hacken in felsigem Grunde (an der Mos bes. zum H. im Weinberge [Bd. 6, Sp. 811]
u. in den Schieferbrüchen Handwerkszeug des Schieferbrechers); wenns de nit de B. nimmst, kries de de Stän nit eraus; de B. spetze Simm, Allg. RA.: He het en Nas bie en P.; sing Frau äs en Zeckel (Ziege) Neuw-Asb. Dem Stolzen u. Dickköpfigen fehlt weirer nicks als mer em stompigen B. Oder (Ader) geloss Bernk-Thalfang. Beim Bohnenratesp. wendet sich der Fragende an die Mitspielenden: Peckel (1 Bohne), Korsch (2 B.), Gref (Mistgabel, 3 B.), Wopen (4 B.); rät nun der Betreffende P. u. hat der Fragende beim Abzählen der Bohnen von 1—4 noch 1 B. dabei, so erhält dieser alle B.; rät er etwa Korsch, so muss er jenem 2 B. hinzugeben Trier-Tarforst. — 2. übertr. a. sachl. α. pē:kəl Picke 1 d Rheinb-Altend, Bo-Dottend Wesseling, MGladb; -e- Bo-Urf Vilich Volmershv, Sieg-Schreck, Bergh-Berrend, Dür-Poll, Grevbr-Jüchen. Mörs-Kapellen, Rees-Stdt; -īə Erk-Matzerath; b{??A}k- Altk-OWamb. — β. pikəl Zahnrest im Munde Mörs-Veen. — γ. pi- Hafergarbe, einzeln aufgestellt Lennep-Lüttringhsn; Gerste u. Hafer, zu drei Garben Lennep-Beyenbg. — δ. pe-, pi- Kernobstrest von einem abgegessenen Apfel (Birne) Verbr. nach Wk. IV 18 in Altk-Seifen Öttershg, Waldbr-Bladersb Hahn Heide Stdt Wies, Gummb-Berkenr Grunewald, Wippf, MülhRh, OSieg; pē:k- Gummb-Grunewald, Sieg-Eckhsn Marienf, MülhRh-Heiligenhs Romaney; bik- Waldbr-Bladersb. — ε. pe- verächtl. lange Nase Neuw-Ohlenbg, Ahrw-Löhnd Sinzig Walporzh, Schleid-Wollenbg (-ē:-); begəl Kobl-Bend, Neuw-Ockenfels Aach-Stdt, Eup, Dür-Birkesd Gürzenich. — ζ. be- Tontabakpfeife Kemp-Süchteln. — η. pe- Sg. t. Sand Eusk-Lommersum. — θ. pigəl, –e-, pikəl, –e-, Pl. -ələ, –əln, Nfrk -əlts, Demin. -əlχən, -əltən, –əltjə Pustel im Gesicht, Hautbläs-chen, kleines Eiterbläs-chen auf der Haut, Hitzpöckchen; et gamze Gesech voll P.ə Verbr. nach dem Nhd. (mdl. Eiss-chen, Pautsch) Saarbr, Kreuzn, Simm, Goar, Saarl, Trier, Bernk, Kobl, ziemlich allg. Rip, Berg, Geilk, Kemp, Geld, Mörs, Klev, Wesel, Ruhr [-øk- Schleid-Wollenbg, Monsch-Witzerath, Kemp-Stdt]. — ι. Gelenkknöchelchen von Schafen u. Ziegen, im Fangsteinsp. der Mädchen benützt; das Klevld u. SNfrk hat dafür begəl, bek-, ndl. bickel (s. Bickel); südl. der Benr.L. lautet das Wort pikəl, -e-, wobei die Gestalt oder der Klang des aufschlagenden Knöchels im Volksbewusstsein sich deutlich an Pickel u. picken anlehnt, u. zwar in Köln, Bergh, Bo, Rheinb, Eusk, Ahrw, Aden-Stdt Leimb, Mülh-Rh, Sieg, Wermelsk, Ess-Schonnebeck [Neuss-Stdt, Köln-Stdt, Bo-Stdt, MülhRh-Selsheide Sieg-Stield, Eusk-Zülp pegəl; Köln-Mengenich, Sieg-Eitorf, MüEif (-i-), Neuw-Kasb Unkel (-ø-) bekəl; Bitb-Roth ganz abseits beg-; Rheinb-Ollh pē:k-; Jül-Roerd bøkəl; Eusk-Commern, Schleid-Gemünd Reschd pø-; Sieg-Altenböding, [Bd. 6, Sp. 812]
Schleid-Sistig pǫk-; Bo-Wesseling pekəliŋ; Sieg-Alzenb Merten Mühleip pekəlχə; nach diesen Angaben ist das bei Bickel Gebotene zu vervollständigen]; P.ə schnappe. — κ. auch für Bickel 2 ‘Klicker’ ist pikəl überliefert in Erk-Golkr (-e), in Lennep-Dahlhsn Honsbg Radevormwald; pīkəl kleiner Kl. Neuss; pikəlkən allerkleinster Kl. Barm, Elbf. — b. persönl. pe-, en rechter P. grober, ungeschlachter Bauer Kobl-Stdt. — Abl.: dat Gepeckel Flitterkram, Tand Prüm-Zendschd. Pickel-auge (s. S.) Verbr. wie P. 1 n.: 1. Öse in der Spitzhacke, zum Einstecken des Stiels. — 2. Pustel im Gesicht Aden-Antw. Pickel-ball m.: 1. B., beim Fangsteinsp. gebraucht Sieg-NCassel. — 2. be- Spielball der Kinder, früher gewöhnl. aus acht dreieckigen Lederstücken von verschiedener Farbe angefertigt Siegld. pickel-fest bigəlfęst Goar, Neuw, Altk Adj.: sehr fest, hart, vom Boden; fest verschlossen, von Türen, Fenstern. Pickel-hacke begəlhak Altk f.: Spitzhacke. pickel-hart begəl- Saarl-Hüttersd Adj.: sehr h. Pickel-haue (s. S.) Meis-Lauschd, Sieg-Ägid f.: Spitzhacke. Pickel-häuer pikəl- Barm m.: Schnellklicker. Pickel-holz pekələnholt Geld-Kevelaer n.: derber Knüttel. Pickel-kaule pekəltskū:l Eusk-Lommersum f.: Sandgrube. Pickel-knochen (s. S.) pikəl- Eusk-Zülp, Barm, Elbf; pekəlknksχə Grevbr-Schaan m. (n.): Gelenkknochen, beim Fangsteinsp. pickel-recht pikəl- Klev-Calcar Adj.: gerade, aufrecht stehend; p. inne Höcht kerzengrade. Pickel-spiel (s. S.) Verbr. wie P. 2 a ι n.: Fangsteinsp. Pickel-stein pekəltēn m.: 1. ganz ausgetrockneter St. Sieg-Fussh. — 2. Gelenkknochen, beim Fangsteinsp. Sieg-Kriegsd. | |