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Rheinisches Wörterbuch 
 
Nücke II bis Nuck-kunte (Bd. 6, Sp. 262 bis 264)
 
 Nücke II das Wort, mit Nücke I zu Nocken, nyk, Pl. -kə, Demin  -kχə, –kskə ist geschlossen nach Wk. V 12 LRip, SNfrk in Aden-Hümmel Pitschd, Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Bergh, Dür, Jül, Aach-Essw Würselen, Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr-Hemmerden Wickr, Neuss-Stdt Stürzelbg, Kref-Strümp, Kemp-Süchteln (-kskə), dann Berg in Düss, Sol [nøk Rheinb-Wormersd; -u- Schleid-Hecken, Geilk-Ütterath; nuka Bergh-Götzenk] f.: 1. Gummisauger, Schnuller, Saugflasche für Säuglinge; dat Kengk krit noch de N.; dem K. de N. gen (recke).2. nuk Brust der stillenden Mutter Eup-Lonzen.

 PfWB Nückel, Nuckel das Wort ist lrhn. nach Wk. V 12 n. einschl. Aden, Schleid, Prüm-Schönf Allg. bis einschl. Geilk, Heinsb-Breberen Unterbr, Erk-Elmpt Merbeck, Kemp-Born SHubert Vinkr, Kref-Fischeln, Mörs-Baerl; rrhn. kurköln. Neuw (u. -ug- Woldert Gierschaach, Altk-Breitschd Michelb Elzb), Sieg, MülhRh, Gummb, Wippf-Bechen Biesf Engeld u. Lennep, Sol, Düss u. anschliessend noch Mettm-Diepensiepen Vohwinkel, Dinsl-Gartrop Hiesf Sterkr Stdt, Duisb-Buchholz; südl. des Geb. noch hier u. da Rhfrk in Kreuzn-Dörreb, Simm-Ebschd, Goar, Bernk-Hunolst, OMosfrk in Koch-Lütz, Kobl-Kaltenengers Winning Bend Arenbg Horchh, u. zwar im Rhfrk, OMosfrk (s. o.) -ug-; sonst selten -uk- u. im selben Orte -y-, mehr -ug-, –yg-, letzteres aber bevorzugt [-u- Aach-Stdt, Eup, Erk-Elmpt; nøjəl Gummb-Becke Pernze; -yj- Lantenb; nygər Düss-Hilden], Pl. -ələ, gern Demin. nygəlχə f. [m. Erk-Elmpt]: 1. Nücke 1; dat Kengk moss de N. han; dat K. lütsch su ardeg an senger alen N.;

[Bd. 6, Sp. 263]
et K. lig met senger N. em Bett on schlöf.2. -uk- m. Brustwarze, Brust der stillenden Frau Eup.

 PfWB nuckeln, nückeln im südl. Geb. -ug-, sonst -uk-, –y-, mehr -ug-, –yg- Verbr. wie Nuckel [-øk- Schleid-Blumenth, Eup-Eynatten]; dazu -ug- Koch, Kobl (allg.), May, Neuw, Altk [Koch-Bertrich -i-]; -uk- Wippf-Kupferbg, Remschd, Mettm; -yk- Elbf, Mülh-Ruhr-Sarn; -øg- Rees-Drevenack; -ug- Kemp, Mörs-Camp; -øg- Heinsb schw.: 1. mit Behagen am Schnuller (Daumen), an der Saugflasche, an der Mutterbrust (spielend) saugen; dat Kengk nüggelt su ardig; loss et ens n.; an der Fläsch n.2. übertr. a. scherzh. mit Wohlbehagen Alkohol unmittelbar aus der Flasche trinken; Kaffee trinken; an der Tabakspfeife rauchen Allg. — b. beim Spiel mit Klickern seinen Klicker näher an den des Gegners werfen Bo-Volmershv; ich han düchtig genüggelt tüchtig im Klickersp. gewonnen Dür-NZier, Geilk-Süggerath. — Abl.: die Nüggel(er)ei, dat Genüggels, der Nüggeler.

ab- nuckeln, ab- nückeln: etwas a., ablutschen.

Nuckel-fritzchen nug- Kobl-Sayn n.: einer, der nuckelt 2 a. Nuckel-stopfen nykə- u. -kəltop Dür, Erk m.: Saugpfropfen.

nücken -yk- Verbr. wie Nücke [-u- u. -y- Geilk-Honsd; -u- Eup-Lonzen] schw.: nuckeln 1. RA.: E Nückekengk (-kind) es kens (keinmal) esu gesond wie e Mämmekengk (Brustkind) MüEif.

nückel -øg- = aller Klicker verlustig s. bei nuck; Nückel I = Hügel s. bei Nücke I; Nückel II, Nuckel I = Schnuller s. bei Nücke II; Nuckel II = Lockr. für Schwein, Kalb, Ziege, kleines Kind s. bei Nuck II, Nück IV.
 
 
Nuckel III -ug-, Pl. -ələ in Saarbr, Saarl m.: verächtl. ein Mensch, der zu allem Schabernack aufgelegt ist, närrischer Kerl, Hanswurst.

ver-nuckeln -ug- Ottw-Wiebelsk schw.: Geld, Vermögen v., verjubeln, verschwenden.
 
 
Ge-nückel -yg- Kobl-Rhens Sg. t. n.: dürres Holz im Walde; G. opraffen.

nuckeln I, nückeln = saugen s. bei Nücke II; nuckeln II = verschwenden s. bei Nuckel III; nuckeln III = stossen, nörgeln, schlummern s. bei nucken; nücken = saugen s. bei Nücke II.
 
 
 PfWB  ElsWB nucken das Wort, zu mnd. nucken, mhd.  Lexer nücken ‘nicken’, vgl. auch nuppen ‘stossen’, ist als -uk- je nach Bed. in verschiedenen Geb. verbr. schw.: 1. absol. mit einem Ruck stossen, ununterbrochen ruckweise ziehen u. zerren; ruckweise den Körper bewegen Elbf, Sol, MGladb-Viersen, Kemp-Amern SAnton; der schwärende Finger nuckt klopft MGladb; einen n., heimlich, kurz anstossen, um ihn aufmerksam zu machen Zell-Raversbeuren. — Bes. absol. den Klicker mit einem verbotenen Ruck schnellen

[Bd. 6, Sp. 264]
Schleid-Blumenth Hellenth, Barm, Elbf, Lennep-Ronsd, Mettm, Düss, Neuss, Grevbr, MGladb, Heinsb-Erpen; -ø- Klev-Calcar; dat gelt nit, du häs genuckt! Allg.; nuckəns! Zuruf, der das N. verbietet Düss. — 2. übertr. a. mit dem Kopfe nicken, ja sagen; aufrechtsitzend ein Schläfchen, Nickerchen halten; he es am n.; -ug- Kreuzn, Meis, Simm-Belgw Dichtelb Rheinböllen Stdt, Goar-Dellhf ODieb OWesel Steeg Urbar, Zell-Löffelschd, Prüm-Ihren; -uk- Monsch-Zweifall (-ø-), Rheinb-Heimerzh (-ø-), Bo-Wesseling (-ȳə-) NHoltorf, Köln-Stdt (-yg-) Aach-Brand Breinig Schleckh Verlautenheide Vicht Walh (überall -ø-, Münsterbusch -y-), dann geschlossen in Sieg (-ø- Ruppichteroth), MülhRh (u. -y-), OBerg (Waldbr-Dreschhsn -y-; Bladersb, Gummb-Grötzenbg -o-), NBerg (Düss-Krumb -y-; Breitschd -ø-), Ess-Überruhr, dann noch geschlossen in Grevbr, Neuss, Erk, Heinsb (u. -y-), MGladb, Kemp, Kref, Mörs-Rheinbg, Geld-Honsbeck. — b. -øk- von der Stelle rücken, von der Arbeit; et well ni n. Klev-Calcar. — c. -ø- mäkeln Duisb. — Abl. die Nuckerei, dat Genuks.

ab- nucken: -øk-, einem etwas a., ablocken Klev-Üdem.be -nucken: -u-, in der Wend.: Futele benuckt sech betrügen (beim Spiel) rächt sich Kemp. PfWB ein -nucken: ein wenig einnicken, einschlummern Allg.

Nuck Sg. t. m.: 1. leichter Stoss, Ruck Verbr. wie nucken 1 u. Wend-Schwarzerden; Damm in der Schlittenbahn, der dem Schlitten einen neuen Stoss versetzt Sol 1870. — 2. übertr. nuk, gern nykχə, –əlχə, –əlkə, –kskə ein kurzer Schlaf im Sitzen, Nickerchen; ennen N., en Nückche halen (machen, dohn) Verbr. wie nucken 2 a u. Bergh-Kird, Ruhr. S. Nüppchen.

Nuck-kunte nøkont Rees-Wesel f.: verächtl. steifer Mensch.